Neue Studie entschlüsselt Monsunantrieb auf jahreszeitlicher Ebene
Hochauflösende Sedimentanalysen aus dem Arabischen Meer zeigen erstmals,
dass Sommer- und Wintermonsun unterschiedlich auf globale
Klimaveränderungen reagieren. Die Studie, erschienen im Fachjournal Nature
Geoscience, verbessert das Verständnis vergangener Niederschlagsmuster und
könnte dazu beitragen, Klimamodelle für monsungeprägte Regionen weiter zu
präzisieren. An der Studie haben Forschende vom MARUM – Zentrum für Marine
Umweltwissenschaften und dem Fachbereich Geowissenschaften der Universität
Bremen, geleitet von Dr. Igor Obreht, eng kooperiert mit Kolleg:innen der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Bern.
Der südasiatische Monsun gehört zu den wichtigsten Klimasystemen der Erde.
Sein jährlicher Wechsel von Trocken- und Regenzeiten bestimmt das Leben
von mehr als zwei Milliarden Menschen. Doch trotz seiner enormen Bedeutung
ist noch immer nicht vollständig geklärt, welche Faktoren seine Stärke und
Schwankungen steuern und wie er auf den fortschreitenden Klimawandel
reagiert. Die verfügbaren Messdaten reichen nur wenige Jahrzehnte zurück,
und auch Klimamodelle können die Niederschlagsdynamik der Tropen bislang
nur eingeschränkt abbilden.
Um die künftige Entwicklung des Monsuns besser zu verstehen, greifen
Forschende auf natürliche Klimaarchive zurück. Dazu zählen Sedimente vom
Ozeanboden, in denen Informationen über frühere Umwelt- und
Klimabedingungen gespeichert sind. Mit den bislang verfügbaren Methoden
lassen sich jedoch meist nur langfristige Klimaveränderungen
rekonstruieren. Kurzfristige Schwankungen auf der Ebene einzelner Jahre
oder Jahreszeiten bleiben häufig verborgen.
Daten aus der Vergangenheit für die Zukunft nutzen
Am MARUM hat ein multinationales Team verschiedener Disziplinen unter
Leitung von Dr. Igor Obreht Sedimentproben aus dem Arabischen Meer
untersucht. Dabei haben sie ein bildgebendes Verfahren im Mikrometer-
Maßstab mit konventionellen Isotopenmethoden angewendet. Ziel war es,
vergangene Klimaschwankungen mit einer Auflösung zu rekonstruieren, die
mit aktuellen Klimatrends vergleichbar ist – allerdings unter den
grundlegend anderen Rahmenbedingungen der letzten Abschmelzphase, als es
zu abrupten Klimaveränderungen kam.
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