Ensemnblemitglieder ïn bunten Kostümen auf dem drehbaren Bühnenelement Foto Roberto Conciatori
Der Bettelstudent Szenenfoto von Roberto Conciatori Fotograf SIYU
Der Bettelstudent Szenenfoto von Roberto Conciatori Fotograf SIYU
Ballett Von links nach rechts vorne Sophie Galliker, Sophia Vetter, Anna Zimmermann; hinten Jarina Stadelmann, Sophia Wyss, Sina Kaiser, Yoninah Steiner, Mara Troxler, Mara Wyder
Der Bettelstudent Szenenfoto von Roberto Conciatori Fotograf SIYU
Produktionsverantwortliche: Rosa Mathis Stv. Produktionsleiterin Giuseppe Spina Regisseur Francesco Cagnasso Musikalische Leitung Robbert Van Steijn Musikalisches Arrangement Peter Meyer Chorleitung Catherine Treyvaud Choreografie Joachim Steiner Leitung Kostümbild Hanni Vievergelt Leitung Maske Lars Bolliger Leitung Bühnenbild Marion Sidler Requisite Flynn Bolliger Leitung Sicherheit und Technik Maya Heusser Regieassistenz Hilda Joos Inspizienz Sybille Zihler Kostümassistenz Ausführende: Glenn Desmedt Symon Rymanowicz Livio Schmid Jan Wolf Latzl Ollendorf Stefan Wieland Enterich Jasmin Sax Onuphrie Priska Hurschler, Piffke, Gefängnisschliesser Andreas Fitze, Puffke,Gefängnisschliesser Theaterorchester Ballett Theaterchor und Kinderchor
Viele haben ein Problem beim Braten und Schmoren von Fleisch. Warum der massive Gewichtsverlust? Gibt es Tipps, diesen zu minimieren? Oder eine andere Garmethode?
Eigentlich ist es ganz normal, dass beim Schmoren oder Braten von Fleisch das Fleisch bis zu 40-50% seines Gewichts verliert. Das liegt an mehreren physikalisch-chemischen Prozessen, die während des Garens ablaufen.
Bratengericht auf Teller mit Beilage
Fleisch besteht zu etwa 60–75% aus Wasser. Beim Schmoren wird das Fleisch über längere Zeit bei 160–200°C im Ofen, bzw. 90–100°C im Schmorfond gegart. Ein erheblicher Teil des Wassers verdampft – teils direkt aus dem Fleisch, teils über den Schmorfond. Allein dieser Prozess kann schon 30-40 % Gewichtsverlust verursachen.
Beim Erhitzen denaturieren Muskelproteine. Dabei ziehen sich die Muskelfasern zusammen und pressen Wasser heraus, das vorher in den Zellen gebunden war. Dieses „ausgepresste“ Wasser geht entweder in den Schmorsud über oder verdampft
Der Fettverlust
Schmoren und Braten in diversen Variationen
Fettverlust, je nach Fleischstück, schmilzt beim Schmoren Fett aus dem Gewebe. Besonders fettreiche Stücke verlieren dadurch zusätzlich 5–10% Gewicht.
Tipps beim Kochen resp. Braten, um den Gewichtsverlust zu minimieren.
Rindsfilet Sous vide zubereitet
Sous-vide ist eine oft angewendete Garmethode, bei dem Lebensmittel wie Fleisch, Fisch oder Gemüse vakuumiert und bei niedrigen, konstanten Temperaturen zwischen 50 und 85°C im Wasserbad gegart werden. Dies ermöglicht ein präzises Garen ohne Übergaren, da die gewünschte Kerntemperatur genau erreicht werden kann. Das Ergebnis ist ein besonders zartes und saftiges Endprodukt mit vollem Aroma. Sous-vide reduziert den Gewichtsverlust bei Lebensmitteln, da das vakuumversiegelte Garen den Austritt von Feuchtigkeit und Aromen verhindert.
Im Vergleich zu traditionellen Methoden wie Kochen oder Braten bleiben Nährstoffe und Eigengeschmack besser erhalten, da die Speisen bei niedrigeren Temperaturen gegart werden.
Weitere Tipps
Schmoren und Braten in diversen Variationen
Bei der klassischen Zubereitung: Durch das scharfe Anbraten verschliesst sich die Oberfläche teilweise und es entsteht eine aromatische Kruste. Also nur kurz und kräftig anbraten (pro Seite 1–2 Minuten), damit das Fleisch nicht schon im Anbraten-Vorgang austrocknet. Danach im Topf sofort mit Flüssigkeit (Wein und Fond) ablöschen und den Deckel schliessen. Niedrige Temperatur im Ofen oder Schmortopf halten. Ideal: 150-160 °C im Ofen (oder leicht köchelnd auf dem Herd).
Den Topf immer geschlossen halten
Schmorgericht auf Teller mit Beilagen
Einen «passgenauen Deckel» (am besten Gusseisen oder Keramik). Jeder Dampf, der entweicht, bedeutet Feuchtigkeits- und Gewichtsverlust. Falls der Deckel nicht gut schliesst, hilft ein Stück Backpapier oder Alufolie zwischen Topf und Deckel.Die Flüssigkeit soll das Gar-Gut etwa zu einem guten Drittel bedecken.
Bratengericht auf Teller mit Beilage
Und so äussert sich der Schreibende als einstiger Palace Luzern «Scheff Saucier». Entscheiden Sie sich für eine wunderbare kräftige Sauce, dann pfeifen Sie auf den Gewichtsverlust durch Braten und Schmoren. Oder entscheiden sich für das Sous-Vidieren mit seinen Vorteilen. Und Nachteil, dass die Sauce separat geköchelt werden muss – mit dem Fond aus dem Vakuum Beutel. Bon Appetit
Violinistin Maria Duenas und das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling am Donnerstag, 1. Januar 2026 im Konzertsaal des KKL Luzern. (Luzerner Sinfonieorchester/Philipp Schmidli)
Sopranistin Regula Muehlemann und das Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Chefdirigent Michael Sanderling am Donnerstag, 1. Januar 2026 im Konzertsaal des KKL Luzern. (Luzerner Sinfonieorchester/Philipp Schmidli)
Besetzung: Luzerner Sinfonieorchester Chefdirigent Michael Sanderling Violine María Dueñas Sopran Regula Mühlemann Programm: Johann Strauss (Sohn) (1825–1899) Spanischer Marsch, op. 433 Eduard Lalo (1823–1892) Symphonie espagnole für Violine und Orchester, op. 21 Johann Strauss (Sohn) Ouvertüre zur Operette Die Fledermaus, op. 362 Arie «Mein Herr Marquis» aus der Operette Die Fledermaus, op. 362 Frühlingsstimmen-Walzer für Sopran und Orchester, op. 410 Franz Liszt (1811–1886) Mephisto-Walzer Nr. 1, Der Tanz in der Dorfschenke, S.514 Giuseppe Verdi (1813–1901) Arie „Mercè, dilette amiche“ aus der Oper I Vespri Siciliani Luigi Arditi (1822–1903) Il Bacio – Walzer für Sopran und Orchester
Anstelle von, wie üblich, Intendant Numa Bischof Ullmann, begrüsste diesmal Chefdirigent Michael Sanderling das Publikum im vollen Konzertsaal und richtete dann einige ernste Worte, betreffend die Katastrophe in Crans Montana an dieses und bat um eine Schweigeminute im Stehen.
Es sei richtig, so Sanderling nachher, dass man auf das übliche Neujahrsfeuerwerk am Seebecken verzichtet habe, doch musizieren wolle man zum Jahresanfang aber trotzdem.
Johann Strauss (Sohn) (1825–1899) Spanischer Marsch, op. 433
Feuriger Glanz und tänzerische Präzision
Chefdirigent Michael Sanderling
Johann Strauss’ „Spanischer Marsch“, verbindet Wiener Eleganz mit südlicher Leidenschaft. Schon in den ersten Takten blitzen rhythmische Energie und orchestrale Strahlkraft auf. Der typische Strauss-Schwung paart sich hier mit exotischem Kolorit – ein klingender Gruß an Spanien, verführt durch Glanz, Witz und vorwärtsdrängende Vitalität.
Melodische Raffinesse mit iberischem Flair Strauss gelingt es, den Charakter eines Marsches mit tänzerischer Leichtigkeit zu verbinden. Die Melodien schimmern wie Sonnenlicht, fein akzentuiert durch charmante Triolenfiguren und warme Harmonien. Zwischen Stolz und Eleganz entfaltet sich eine Musik, die gleichsam auf dem Boulevard wie im Ballsaal zu Hause ist.
Rhythmus als Motor der Spielfreude Die prägnanten Trompetensignale und die pointierten Streicherfiguren verleihen dem Werk einen unwiderstehlichen Schwung. Trotz martialischer Anmutung bleibt der Ton beschwingt und humorvoll – ein Paradebeispiel für Strauss’ Fähigkeit, selbst in strenger Form tänzerische Leichtigkeit zu finden.
Ein funkelnder Abschluss mit Charme Der „Spanische Marsch“ ist kein militärischer Auftritt, sondern ein festlicher Vorbeimarsch voller Esprit. Er vereint Präzision, Glanz und ein Augenzwinkern – ganz im Sinne des Wiener Walzerkönigs, der hier zeigt, dass er auch jenseits des Tanzes ein Meister der farbigen Orchesterkunst war.
Éduard Lalo (1823–1892) Symphonie espagnole für Violine und Orchester, op. 21
Ein Feuerwerk französisch-spanischer Leidenschaft
Dirigent Michael Sanderling und die spanische Violinistin María Dueñas Foto Philipp Schmidli
Édouard Lalos „Symphonie espagnole“ (mit dieser gewann die Solistin Maria Dueñas den Menuhin-Wettbewerb im Mai 2021) verbindet französische Eleganz mit südländischem Temperament. In der Aufführung des Luzerner Sinfonieorchesters unter Michael Sanderling entfaltet sich das Werk als brillanter Dialog zwischen orchestraler Farbigkeit und solistischer Virtuosität – funkelnd, rhythmisch pulsierend und stets von tänzerischem Schwung getragen.
María Dueñas – Virtuosin mit Temperament und Seele María Dueñas gestaltet den Solopart mit technischer Souveränität und ausgeprägtem Sinn für Finesse. Ihr Ton leuchtet warm und klar, die schnellen Läufe sprühen vor Energie, doch bleiben stets musikalisch eingebettet. In lyrischen Momenten zeigt sie subtile Emotionalität – ein Spiel voller Feuer und Gefühl, nie bloß effektvoll.
Michael Sanderling formt orchestrale Klarheit
Die Violinistin María Dueñas bedankt sich für der Applaus Foto Philipp Schmidli
Das Luzerner Sinfonieorchester reagiert sensibel auf Dueñas’ Impulse. Sanderling hält den Klang transparent und rhythmisch straff, wodurch Lalos raffinierte Instrumentation – vom schimmernden Streicherteppich bis zu den markanten Bläserakzenten – ihre volle Wirkung entfaltet.
Ein funkelndes Zusammenspiel der Kulturen Diese Interpretation zeigt Lalos Meisterwerk als Werk zwischen Welten: französisch in der Form, spanisch im Geist. Dueñas und Sanderling beweisen, dass Virtuosität und Tiefe sich nicht ausschließen – ihre Interpretation ist klangliches Leuchten voller Anmut, Stolz und Lebensfreude.
Johann Strauss Ouvertüre zur Operette Die Fledermaus, op. 362
Ein spritziger Auftakt voller Esprit Johann Strauss’ Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus„ist ein Feuerwerk an melodischem Witz, rhythmischer Eleganz und tänzerischem Schwung – ein Inbegriff der Wiener Lebensfreude. Unter der Leitung von Michael Sanderling präsentiert das LSO eine Interpretation, die gleichermaßen glänzt und differenziert phrasiert, prickelnd wie Champagner und doch präzise kontrolliert.
Eleganz in Klang und Bewegung
Neujahrskonzertimpression von Philipp Schmidli
Von den ersten zarten Streichereinsätzen bis zum aufblühenden Hauptthema entfalten die Musiker:innen einen Klang voller Transparenz und Leichtigkeit. Sanderling betont die rhythmische Elastizität der Phrasen, lässt die Musik atmen und schwingen, ohne ins Übermütige zu kippen. So entsteht eine Ouvertüre, die ihre Vitalität aus Balance gewinnt – zwischen Schwung und Stil, zwischen Theater und Konzertsaal.
Das Luzerner Sinfonieorchester mit Wiener Flair Die Holzbläser glänzen mit Charme und Wärme, die Streicher mit seidiger Geschmeidigkeit. Besonders bezaubernd gelingt das Spiel mit den dynamischen Kontrasten: Das Ensemble versteht es, Spannung aufzubauen, zurückzunehmen und wieder funkelnd aufzulösen. Hier wird Strauss nicht nur gespielt, sondern gelebt.
Ein musikalischer Tanz der Lebenslust
Neujahrskonzertimpression von Philipp Schmidli
Sanderlings Deutung zeigt, wie viel Substanz hinter Strauss’ Leichtigkeit steckt. Unter seiner präzisen, unprätentiösen Leitung entfaltet sich die Fledermaus-Ouvertüre als kleines symphonisches Drama – voller Humor, Glanz und klanglicher Raffinesse. Ein schwungvoller Auftakt, der den Geist des Wiener Walzers aufleuchten lässt, doch in Luzern stilvoll neu erblüht.
Johann Strauss Arie «Mein Herr Marquis» aus der Operette Die Fledermaus, op. 362
Ein funkelnder Moment voll Charme und Witz In der berühmten Arie „Mein Herr Marquis“ aus Johann Strauss’ Die Fledermaus entfaltet sich purer Operettenzauber. Das LSO unter Michael Sanderling bietet einen leichten, federnden Klangteppich, der Regula Mühlemann Raum für ihre stimmliche Eleganz und ihr unwiderstehliches Spiel zwischen Ironie und Anmut lässt.
Regula Mühlemann – Virtuosin des Humors
Sopranistin Regula Mühlemann Foto Philipp Schmidli
Mit glockenklarem Sopran und präziser Artikulation verleiht Mühlemann der listigen Kammerzofe Adele feine Konturen. Jede Verbeugung, jeder vokale Augenaufschlag ist perfekt gesetzt. Sie verbindet technische Brillanz mit charmanter Schalkhaftigkeit, ohne in Klamauk zu verfallen – eine perfekte Balance aus Esprit und musikalischer Geschmackssicherheit.
Das Orchester als tänzerischer Partner Unter Sanderlings Leitung spielt das Luzerner Sinfonieorchester mit Schwung und Leichtigkeit, doch stets mit vornehmer Zurückhaltung. Die Begleitung wirkt atmend und fein nuanciert, besonders in den Walzerpassagen, die sich wie Seide um Mühlemanns Stimme legen.
Ein kleiner Triumph der Operettenkunst
Sopranistin Regula Mühlemann Foto Philipp Schmidli
Diese Aufführung beweist, dass Strauss’ Musik weit mehr ist als Unterhaltung: Sie lebt vom raffinierten Zusammenspiel von Stimme, Orchester und szenischem Witz. Regula Mühlemanns Adele sprüht vor Leben – kokett, klug und unwiderstehlich. Ein musikalisches Kabinettstück voller Glanz und augenzwinkernder Leichtigkeit animiert das Auditorium denn auch zu einem langanhaltenden Applaus für die in Adligenswil bei Luzern geboren und aufgerwachsene „Lokalmatadorin“.
Johann Strauss Frühlingsstimmen-Walzer für Sopran und Orchester, op. 410
Ein Erwachen in Klang und Farbe
Neujahrskonzertimpression von Philipp Schmidli
Johann Strauss’ „Frühlingsstimmen-Walzer“ ist ein Hymnus auf das Leben, die Leichtigkeit und das Erwachen der Natur. Unter Michael Sanderlings Leitung gelingt dem KKL Residenzorchester eine Interpretation von schwebender Eleganz. Vom ersten zarten Vogelruf der Violinen bis zu den strahlenden Tutti entfaltet sich eine Atmosphäre von vibrierender Frische.
Gesang als Spiegel des Frühlings Mühlemanns Sopranstimme gleitet über das orchestrale Geflecht wie eine Lichtspur. Mit hell timbrierter, klarer Linie formt sie Strauss’ Melodien zu klingenden Blüten – zart im Ausdruck, zugleich von glitzernder Präzision. Jeder Ton atmet Freude und Bewegtheit, ohne je ins Übermütige zu rutschen. So entsteht ein Gesang, der aus dem Innersten heraus leuchtet.
Michael Sanderling und die Kunst des schwebenden Tempos Sanderling führt sein Orchester mit feinem Gefühl für Balance und rhythmischen Atem. Die Phrasen pulsieren lebendig, die Klangfarben changieren zwischen seidiger Wärme und tänzerischem Funkeln. Trotz aller Eleganz bleibt der Walzer rhythmisch straff und voller innerer Energie.
Ein Walzer als klingende Hoffnung
Sopranistin Regula Mühlemann und Dirigent Michael Sanderling Foto Philipp Schmidli
Diese Aufführung macht deutlich, warum Strauss der „Walzerkönig“ bleibt: Sie vereint Vitalität, Anmut und orchestrale Raffinesse. Das LSO schafft unter Sanderlings Leitung ein Klanggemälde von tänzerischer Leichtigkeit – ein musikalischer Frühling, der im Herzen weiterblüht und mit dementspreprechendem Applaus belohnt wird.
Franz Liszt (1811–1886) Mephisto-Walzer Nr. 1, Der Tanz in der Dorfschenke, S.514
Ein Tanz mit dem Teufel Franz Liszts „Mephisto-Walzer Nr 1“ ist ein musikalisches Beben zwischen Ekstase und Verführung. Unter ihrem Chefdirigenten entfacht das LSO ein Klangbild voller Raserei, Glut und dämonischer Eleganz – ein Walzer, der lodert, funkelt und zugleich messerscharf kontrolliert bleibt.
Teuflische Virtuosität und orchestraler Glanz Von den ersten fiebrig flirrenden Geigen bis zu den eruptiven Bläserfanfaren sitzt jede Nuance. Sanderling formt die wilden Rubati und dynamischen Kontraste mit fester Hand, lässt die Musik aber nie ins Chaos entgleiten. Das Orchester scheint in höllischer Verlockung zu tanzen, getrieben von unbezwingbarem Rhythmus und gleißender Energie.
Zwischen Verführung und Abgrund
Neujahrskonzertimpression von Philipp Schmidli
Liszt malt hier kein bloßes Tanzvergnügen, sondern ein seelenvolles Drama: Sinnlichkeit kippt in Raserei, Schönheit in Zerstörung. Sanderling meißelt diese Dualität plastisch heraus – mit schneidender Präzision und dramatischer Wucht. Besonders die Streicher glänzen mit glühender Intensität, die Holzbläser mit schattenhafter Ironie.
Ein Rausch in orchestraler Vollendung
Das LSO beweist in dieser Deutung, dass der „Mephisto-Walzer“ weit über virtuosen Effekt hinausgeht: ein teuflisch kluges, packend erzähltes Stück Musik, in dem Verführung und Verdammnis sich im Dreivierteltakt vereinen. Ein glühender Triumph der orchestralen Verführungskraft.
Giuseppe Verdi (1813–1901) Arie „Mercè, dilette amiche“ aus der Oper I Vespri Siciliani
Ein Triumph des Glanzes und der Gnade In Giuseppe Verdis Arie „Mercè, dilette amiche“ entfaltet sich reine Opernfestlichkeit. Regula Mühlemann lässt mit kristallklarem Sopran und sicherer Bühnenpräsenz Verdis Jubelgesang leuchten. Unter Michael Sanderlings Leitung begleitet das LSO mit funkelnder Präzision und feierlicher Grandezza.
Regula Mühlemann – Strahlkraft mit Leichtigkeit Mühlemann meistert die anspruchsvolle Koloraturpartie mit technischer Leichtigkeit und tänzerischer Eleganz. Ihre Stimme bleibt hell und geschmeidig, frei strömend bis in die höchsten Höhen. Dabei vermittelt sie nicht bloß Virtuosität, sondern echte Freude und Dankbarkeit – ein Gesang, der aus innerem Strahlen geboren scheint.
Orchester und Dirigent als glänzendes Fundament Michael Sanderling formt sein Ensemble zu einem atmenden Klangkörper: Die Streicher schimmern silbrig, die Bläser setzen strahlende Akzente. Gemeinsam schaffen sie eine festliche Bühne für Mühlemanns Stimme, die von dieser orchestralen Glut ideal getragen wird.
Verdi als Fest menschlicher Empfindung Diese Interpretation lässt spüren, dass Verdi hier nicht bloß Virtuosität, sondern Lebensfreude feiert. Das Zusammenspiel von Sopran und Orchester verleiht der Arie funkelnde Balance zwischen Jubel und Zartheit – ein leuchtender Moment, der zugleich elegant, emotional und berührend echt wirkt. Das Publikum feiert „seine“ Starsopranistin mit einer wahren Applauskadkade, ist dann aber etwas verwirrt, als diese den Saal durch einen der vorderen Seiteneingänge zu verlässt
Luigi Arditi (1822–1903) Il Bacio – Walzer für Sopran und Orchester
Das Orchester beginnt zu spielen, ohne die Sopranistin auf der Bühne, die dann, die Arie intonierend, von einem der hinteren Publikumseingängen aus durch den Konzertsaal auf die Bühne schreitet.
Ein Kuss in Klang verwandelt Luigi Arditis Il Bacio – ein funkelnder Walzer für Sopran und Orchester – ist reine Belcanto-Eleganz in Bewegung. Unter Michael Sanderlings Leitung entfaltet das LSO eine glänzende, federleichte Begleitung, die tänzerischen Schwung und feine Nuancen perfekt vereint.
Regula Mühlemann – Charme und Virtuosität
Regula Mühlemann schreitet singend durchs Publikum Foto Philipp Schmidli
Mit strahlender Stimme und makelloser Technik gestaltet Regula Mühlemann Arditis Partitur als kokettes Spiel von Anmut und Temperament. Ihre Koloraturen perlen mühelos, jede Phrase klingt von süßer Spielfreude getragen. Dabei verbindet sie technische Brillanz mit feinem Ausdruck – ein musikalischer Kuss, charmant und lebendig.
Ein kleines Juwel der Leichtigkeit Sanderling hält den orchestralen Fluss transparent und beschwingt. So bleibt „Il Bacio“ das, was es sein soll: ein zarter Augenblick purer Freude. Mühlemann und das LSO verwandeln Arditis Miniatur in ein funkelndes Kabinettstück italienischer Eleganz – leicht, duftend, unwiderstehlich, den das Auditorium mit stürmischem Applaus belohnt.
Neujahrskonzertimpression von Philipp Schmidli
Für die, vom Publikum energisch erklatschte Zugabe,vereinigten sich Orchester, Dueñas und Mühlemann und unternahmen einen Karibiktrip. Gemeinsam sangen und spielten sie das Finale der tragischen Geschichte der María la O aus der gleichnamigen Zarzuela des kubanischen Komponisten Ernesto Lecuona. Ein krönender, jubilierender Abschluss eines grossartigen Konzertabends und ein Versprechen für das neue Jahr 2026