NRW kann DPP: HRW bringt Akteure zum Digitalen Produktpass in Bottrop zusammen
Der Digitale Produktpass (DPP) wird in der EU schrittweise für viele
Produkte verpflichtend und soll den Zugang zu digitalen
Produktinformationen verbessern. Mit dem interaktiven Event „NRW kann
DPP!“ hat die Hochschule Ruhr West (HRW) Akteure aus Wirtschaft, Verbänden
und Forschung zusammengebracht, um EU-Vorgaben, technische Standards und
die praktische Umsetzung des DPP zu diskutieren. Rund 160 Teilnehmende
nutzten den Austausch, um zu klären, welche Vorbereitungen Unternehmen
jetzt für Transparenz, Datenaustausch und nachhaltige Wertschöpfung
priorisieren sollten.
Am 16.06.2026 hat die Hochschule Ruhr West (HRW) am Campus Bottrop das
interaktive Event „NRW kann DPP! – Gemeinsam bereit für den Digitalen
Produktpass“ mit gut 160 Teilnehmenden unterschiedlichster Branchen
ausgerichtet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Digitale Produktpass
(DPP) Unternehmen künftig bei Produktinformationen, Transparenz und
nachhaltiger Wertschöpfung begleiten wird und was jetzt praktisch
vorzubereiten ist.
Der DPP wird in der EU schrittweise für viele Produkte verpflichtend und
soll den Zugang zu digitalen Produktinformationen für z. B. Unternehmen,
Konsument:innen und Behörden deutlich verbessern. Beim Event in Bottrop
diskutierten Teilnehmende aus Wirtschaft, Verbänden und Forschung deshalb
sowohl den aktuellen Stand der EU-Regulatorik als auch die technischen
Standards sowie die Umsetzung in der Praxis.
Einen Einstieg dazu lieferten Impulsvorträge von Franziska Zibold von der
EU-Kommission und von Thomas Rödding, Ko-Vorsitzendem der zuständigen
Normungsgremien in Deutschland und Europa, sowie jeweils anschließende
Podiumsdiskussionen.
Susanne Hagenkort-Rieger, Abteilungsleiterin Wirtschaftspolitik,
Wirtschaftsministerium NRW: „Der Digitale Produktpass wird zu einem
Schlüssel für wettbewerbsfähige, ressourcenschonende und resiliente
Wertschöpfung in Europa. Er schafft Transparenz entlang der
Wertschöpfungsketten, ermöglicht effizientere und zirkuläre Prozesse sowie
neue Geschäftsmodelle und reduziert Abhängigkeiten – gerade in
geopolitisch angespannten Zeiten. Nordrhein-Westfalen kann Standards und
praxisnahe Anwendungen früh mitgestalten und insbesondere kleine und
mittlere Unternehmen bei der Umsetzung gezielt unterstützen.“
„An der HRW erforschen wir seit Jahren, wie Digitalisierung und speziell
Künstliche Intelligenz die Kreislaufwirtschaft voranbringen können“, sagt
Prof. Dr. Uwe Handmann, Leiter des Instituts Informatik an der HRW.
„Kreislaufwirtschaft scheitert heute oft nicht am Willen, sondern an
fehlenden Informationen. Der Digitale Produktpass kann genau diese Lücke
schließen“, so Handmann.
Um den Übergang in die Praxis zu unterstützen, lag der Schwerpunkt am
Nachmittag auf dem branchenbezogenen Austausch zu Batterien, Bauprodukten,
Bekleidung, Elektrogeräten, IT-Wirtschaft, Kunststoffen, Maschinenbau,
Matratzen, Metallen, Möbeln sowie Reifen. Diese Branchen gehören zu den
ersten, die den DPP einführen müssen bzw. einen wichtigen Beitrag zur
Umsetzung leisten können. Eine Besonderheit des Events war, dass das
Programm gemeinsam mit Akteuren aus all diesen Branchen gestaltet und
durchgeführt wurde.
Anbieter und Anwender des DPP, Verbände, Brancheninitiativen,
Forschungseinrichtungen und weitere Akteure gaben anschauliche Impulse und
führten intensive Diskussionen, um herauszufinden, wo die jeweiligen
Branchen stehen und welche nächsten Schritte sie priorisieren sollten.
Auch die Perspektive kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) spielte eine
zentrale Rolle. Insbesondere KMU stünden vor Herausforderungen wie
fehlender Kenntnis des Themas DPP, grundsätzlichem Nachholbedarf bei der
Digitalisierung oder fehlenden personellen Ressourcen. Die gute Nachricht
ist, dass KMU durch Veranstaltungen wie die in Bottrop oder eine
Zusammenarbeit mit Partnern wie der HRW Unterstützung beim Thema DPP
erhalten können. Ein gutes Beispiel ist das Projekt easy.dpp.nrw mit dem
Bottroper Unternehmen Celano GmbH sowie der Agathon GmbH und dem Wuppertal
Institut, die auf vielfache Weise am Event mitwirkten.
Veranstalter des Events war die Hochschule Ruhr West in Kooperation mit
der Leitstelle Circular Economy CE.NRW, unter inhaltlicher Mitwirkung des
Projekts #dzr | digital.zirkulär.ruhr, des Netzwerks Runder Tisch
Zirkuläre Wertschöpfung NRW und weiterer Partner. Das Projekt #dzr wird
vom Land NRW und der EU im Rahmen des EFRE/JTF-Programms NRW 2021–2027
gefördert.
Über den Digitalen Produktpass
Der Digitale Produktpass (DPP) soll das zentrale Werkzeug für digitale
Produktdaten in der EU werden und als digitaler Ausweis für Produkte
dienen. Künftig sollen damit Informationen wie z. B. CO₂-Fußabdruck,
Ersatzteilversorgung, Gebrauchsanleitungen, Schadstoffe oder
Rezyklierbarkeit digital erfasst und entlang der Wertschöpfungskette
verfügbar gemacht werden. So sollen Bürokratie abgebaut sowie Effizienz
und Transparenz gesteigert und Digitalisierung und Nachhaltigkeit in der
EU unterstützt werden.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Uwe Handmann, Institutsleiter Informatik Hochschule Ruhr West
E-Mail: <
https://www.hochschule-ruhr-we
/uwe-handmann
Paul Szabó-Müller, Projektleiter #dzr | digital.zirkulär.ruhr Hochschule
Ruhr West
E-Mail: <paul.szabo-mueller@hs-ruhrwes
https://www.hochschule-ruhr-we
/paul-szabo-mueller
