Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

Krisen früher erkennen: KI analysiert Lage im Gesundheitssystem

Welche Krankenhäuser könnten bei einer Naturkatastrophe ausfallen? Wie
viele Intensivbetten sind verfügbar, wie viele Medikamente? Antworten auf
solche Fragen sollen künftig schneller gefunden und aktualisiert werden.
Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen
entwickeln dafür als Teil des Verbundprojekts AtheneKI mit Partner:innen
in Hamburg und München die datenwissenschaftlichen Grundlagen und
Methoden.

Weiterlesen

  • Aufrufe: 1

Aderhautmelanom – Metastudie zeigt: Jeder Monat ohne Therapie erhöht das Sterberisiko

Das Aderhautmelanom ist der häufigste bösartige Augentumor bei
Erwachsenen. Eine internationale Metastudie zeigt erstmals mit konkreten
Zahlen, wie schnell diese Tumoren wachsen und welche Folgen es hat, wenn
ihre Behandlung verzögert wird. Die Auswertung macht deutlich: Je größer
ein Aderhautmelanom wird, desto schneller wächst es – und desto stärker
steigt das Risiko, innerhalb von zehn Jahren an Metastasen zu sterben.

Die DOG-Sektion Ophthalmologische Onkologie weist vor diesem Hintergrund
darauf hin, dass Zeit bei der Diagnose ebenso wie bei der Therapie ein
entscheidender Faktor ist.

Das Aderhautmelanom entsteht aus Pigmentzellen in der Gefäßhaut des Auges.
Es verursacht lange keine Schmerzen und bleibt deshalb oft unbemerkt.
Gefährlich wird der Tumor vor allem dann, wenn er Metastasen bildet, was
meist in der Leber geschieht. Diese verkürzen die Lebenserwartung
deutlich.

Ein schwedisches Forschungsteam hat sich in einer Metastudie damit
beschäftigt, wie schnell Aderhautmelanome wachsen. Gegenstand der
Untersuchung waren insgesamt 199 bösartige Aderhautmelanome und 87
gutartige, aber wachsende Pigmentflecken im Auge, sogenannte Nävi. Die
Forschenden berechneten, wie schnell sich das Tumorvolumen verdoppelt und
wie sich Behandlungsverzögerungen auf das Metastasenrisiko auswirken.
„Diese Studie liefert erstmals belastbare Zahlen dazu, wie stark
Zeitverzögerungen das Risiko beeinflussen“, sagt DOG-Experte Professor Dr.
med. Dr. h. c. Nikolaos E. Bechrakis, Direktor der Klinik für
Augenheilkunde am Universitätsklinikum Essen.

Je größer der Tumor, desto schneller das Wachstum
Die Analyse zeigt: Im Durchschnitt verdoppelt sich das Volumen eines
Aderhautmelanoms etwa alle zwölf Monate. „Das Wachstum beschleunigt sich
deutlich mit zunehmender Größe. Es verläuft nicht gleichmäßig“, erklärt
Professor Dr. med. Vinodh Kakkassery, Chefarzt der Klinik für
Augenheilkunde am Klinikum Chemnitz. Gutartige Nävi hingegen wachsen
deutlich langsamer.

Jeder Monat ohne Therapie erhöht das Sterberisiko
Die Studie zeigt auch, wie stark das Risiko steigt, an Metastasen zu
sterben, wenn ein Melanom unbehandelt bleibt. „Bei kleinen Tumoren nimmt
dieses Risiko pro Monat nur leicht zu. Bei mittelgroßen Melanomen steigt
es schneller und bei großen Tumoren erhöht sich das 10-Jahres-Sterberisiko
mit jedem weiteren Monat ohne Therapie um rund vier Prozentpunkte“, so
Bechrakis. „Schon wenige Monate des Wartens können bei größeren Tumoren
die langfristigen Überlebenschancen deutlich verschlechtern.“

Frühe Diagnose entscheidend
Dass viele Aderhautmelanome erst in einem fortgeschrittenen Stadium
entdeckt werden, hat aus Sicht der Experten zwei zentrale Gründe: „Zum
einen verursacht der Tumor lange keine Beschwerden. Betroffene gehen daher
häufig erst spät zur augenärztlichen Untersuchung. Zum anderen erschwert
der zunehmende Augenarztmangel in vielen Regionen den schnellen Zugang zur
Versorgung. Termine sind oft erst nach Wochen oder Monaten verfügbar“, so
Kakkassery.

Die Ergebnisse der Metastudie unterstreichen die Bedeutung der frühen
Diagnose. „Kleine Melanome wachsen langsamer und lassen mehr Zeit für eine
augenerhaltende Behandlung. Verzögerungen sind vor allem dann riskant,
wenn der Tumor bereits größer ist“, betont Bechrakis. „Symptome wie
Gesichtsfeldausfälle, Lichtblitze, unscharfes Sehen oder Schattensehen
sollten ernst genommen werden. Je früher ein Tumor erkannt wird, desto
schneller kann er behandelt werden – Zeit ist hier ein entscheidender
Faktor.“

  • Aufrufe: 12

Ärztliche Anerkennung in Deutschland: DGIM öffnet Fortbildungsangebote für Ärztinnen und Ärzte im Anerkennungsverfahren

Mehr als ein Viertel der in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte ist
zugewandert. Gleichzeitig müssen viele Medizinerinnen und Mediziner, die
im Ausland ausgebildet wurden, ein oft langwieriges Anerkennungsverfahren
durchlaufen, bevor sie hier ärztlich tätig werden dürfen. Die Deutsche
Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) möchte diese Zeit künftig
nutzen: Medizinerinnen und Mediziner, die perspektivisch internistisch
tätig werden wollen, sollen bereits während des Anerkennungsverfahrens
Zugang zu ausgewählten Fortbildungsangeboten der Fachgesellschaft
erhalten.

Weiterlesen

  • Aufrufe: 12