Herzstiftung mit neuem Vorstand: „Müssen Bedürfnisse der Herzpatienten im Blick behalten“
Deutsche Herzstiftung mit positiver Bilanz. Vorstand: Verfügbarkeit
kardiologischer Versorgung muss garantiert sein. Herzstiftung treibende
Kraft für Deutschlands Herz-Kreislauf-Forschung: Investition in Forschung
auf 6,74 Mio. Euro erhöht
Mit einem erfolgreichen Jahresergebnis 2025 und einem neu gewählten
Vorstand geht die Deutsche Herzstiftung in das neue Geschäftsjahr. Dafür
steht dem wiedergewählten Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Thomas
Voigtländer ein hochkarätiges Kompetenz-Team zur Seite. „Diese gebündelte
Expertise im Vorstand auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Medizin sowie der
Bereiche Wirtschaft und Medien ist enorm wichtig, besonders in einer Phase
struktureller Veränderungen im Gesundheitswesen. Die Sorge vieler
Herzpatienten um ihren Zugang zur kardiologischen Versorgung ist groß. Wir
müssen in dieser Umbruchsphase die Bedürfnisse der Herzpatienten, ganz
besonders derjenigen mit akutem Versorgungsbedarf, im Blick behalten“,
stellte der Vorstandsvorsitzende der Herzstiftung auf der
Jahreshauptversammlung der Patientenorganisation in Frankfurt klar. Wie
sich die Verfügbarkeit kardiologischer Leistungen aufrechterhalten und
Versorgungsengpässe für Notfallpatienten vermeiden lassen, dazu steht die
Herzstiftung im Austausch mit Entscheidern im Gesundheitswesen. Der
Vorstand der mit rund 107.300 Mitgliedern größten Patientenorganisation
für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland wurde für die
Amtszeit 2026-2030 von der Mitgliederversammlung wiedergewählt und legte
zugleich den Jahresbericht 2025 vor. Dieser ist abrufbar unter
https://herzstiftung.de/jahres
Bedarf an Forschung und Hilfsangeboten für Herzpatienten ungebrochen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die häufigste Todesursache in
Deutschland. Mit 339.212 Verstorbenen war gut ein Drittel (33,7 %) aller
Sterbefälle im Jahr 2024 darauf zurückzuführen. Pro Jahr werden mehr als
1,6 Mio. Menschen wegen Herzkrankheiten vollstationär in Kliniken
versorgt. Daher wächst auch der Bedarf an Forschungsförderung und
Hilfsangeboten für Herz-Kreislauf-Patienten. Dafür spricht zunehmend auch
die Altersstruktur in Deutschland. Mit immer mehr alten Menschen rücken
neben der koronaren Herzkrankheit (KHK) zunehmend auch Herzerkrankungen
wie Herzrhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen in den Fokus, die
häufiger zu stationären Aufnahmen führen. Im Bereich der angeborenen
Herzfehler stellt die stetig wachsende Patientengruppe der Erwachsenen mit
angeborenem Herzfehler (EMAH) mit über 350.000 Betroffenen das
Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. „Wir nehmen uns dieser
aktuellen Entwicklungen mit einer Vielzahl an Projekten an“, betont Prof.
Voigtländer. So reagiert eine EMAH-Aufklärungskampagne auf den dringlichen
Informationsbedarf der Patienten unter anderem mit einem neuen EMAH-
Patientenleitfaden (Infos: https://herzstiftung.de/emah). Mit der
Volkskrankheit Vorhofflimmern steht die häufigste anhaltende
Herzrhythmusstörung mit bis zu zwei Mio. Betroffenen im Fokus der
diesjährigen Sonderforschungsinitiative und der Kampagne „Herzwochen“
(Infos unter https://herzstiftung.de/herzwo
Treibende Kraft in der Forschung: Förderung auf 6,74 Mio. Euro erhöht
Als treibende Kraft für Deutschlands Herz-Kreislauf-Forschung konnte die
Herzstiftung ihr Fördervolumen im Jahr 2025 gemeinsam mit der von ihr
mitgegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung auf 6,74 Mio. Euro
(2024: 6,1 Mio. Euro) erhöhen: für Wissenschaftsprojekte und patientennahe
Forschungsvorhaben in der Kardiologie, Kinderkardiologie und
Herzchirurgie. „Dieser Investitionsschub ist wichtig, weil wir nur mit
Hilfe von Innovationen in Diagnostik, Therapiestrategien und Prävention
die kardiovaskuläre Sterblichkeit senken können“, betont der
Herzstiftungs-Vorsitzende und verweist auf die Herzinfarkt-Sterblichkeit,
die seit 2011 vor allem dank medizinischer Innovationen um etwa die Hälfte
gesunken ist. „Als Deutschlands drittgrößte nicht-industrielle
Förderinstitution auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Forschung adressieren
wir deshalb Forschungsthemen, die von besonders hoher Dringlichkeit sind.“
Dafür stehen unter anderem die jährlichen Sonderforschungsinitiativen mit
einem Fördervolumen von rund 1,5 Mio. Euro, davon allein 1 Mio. Euro für
Forschungsvorhaben zur häufigsten Todesursache KHK/Herzinfarkt.
Positive Bilanz trotz unruhiger Zeiten
Die Förderung der Herzforschung und die Aufklärungsarbeit der Deutschen
Herzstiftung ist nur möglich dank der finanziellen Unterstützung ihrer
Mitglieder, Förderinnen und Förderer sowie aufgrund von Erbschaften und
Vermächtnissen. Die Herzstiftung erzielte im Jahr 2025 Erträge in Höhe von
21,37 Mio. Euro (2024: 22,22 Mio. Euro). Demgegenüber standen Aufwendungen
in Höhe von 19,35 Mio. Euro (2024: 17,91 Mio. Euro). Die Zahl der
Mitglieder konnte mit rund 107.300 zum Jahresende 2025 stabil gehalten
werden.
Impulsgeber für Versorgung von Herzpatienten: Potenzial digitaler Medien
nutzen
Auch im neuen Geschäftsjahr will die Herzstiftung Impulsgeber für digitale
und unabhängige medizinische Informationsangebote nah an den
Patientenbedürfnissen sein. Gemeinsam mit Geschäftsführer Friso Janßen
will der Vorstand die digitale Kommunikation der Herzstiftung weiter
ausbauen. „Wir möchten noch mehr Menschen, auch junge Menschen für die
Ziele und Informationsangebote der Herzstiftung zur Herzgesundheit
gewinnen“, betont der Herzstiftungs-Geschäftsführer Friso Janßen.
Beispielgebend für den Fokus auf jüngere Zielgruppen ist die erfolgreiche
Social Media-Kampagne „PULSEDAY“ zur Prävention von Vorhofflimmern, die
jährlich am 1. März mit interaktiven Aktionen auf Instagram und TikTok zum
Pulsmessen animiert. Im Berichtsjahr erreichten die Kommunikationskanäle
der Herzstiftung deutliche Zugewinne an Followern auf Instagram (21.100),
Facebook (82.300) und LinkedIn (7.000) sowie an Abonnenten von Podcasts
(95.000) und Videos (53.000).
Mehr Fokus auf Prävention und Wiederbelebung in Schulen und Vereinen
Insbesondere Versäumnisse in der kardiovaskulären Prävention sind Ursache
der im westeuropäischen Vergleich höheren Sterblichkeit Deutschlands (1).
Auch vor diesem Hintergrund möchten Vorstand und Geschäftsführer Friso
Janßen den Fokus künftig noch stärker auf die Prävention setzen. Für den
Erhalt und die Verbesserung der Herzgesundheit von Kindern, Jugendlichen
und Erwachsenen fördert die Herzstiftung Aufklärungs- und
Bewegungsprogramme wie „Skipping Hearts – Seilspringen macht Schule“
(Fördervolumen 2025: 542.000 Euro) und in der Rauchprävention mit
„Rauchzeichen“/„nachvorn“ (Fördervolumen 2025: 252.000 Euro). Ebenso
unterstützt die Herzstiftung Forschungsprojekte und Wissenschaftspreise zu
Präventionsthemen. „Mit diesen Projekten sind wir seit vielen Jahren
bundesweit präsent. Aktuell in Planung ist eine Kampagne zum Thema
Bewegung in Schulen, die wir ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit den
Sozial- und Bildungsministerien der Länder umsetzen möchten“, berichtet
Friso Janßen.
Wie lassen sich Menschen unterschiedlicher Altersgruppen mit Hilfe von
Schulungen in Wiederbelebungsmaßnahmen bei außerklinischem Herz-Kreislauf-
Stillstand zu Lebensrettern ausbilden? Bestes Beispiel, wie genau das
effizient umgesetzt wird, ist die gemeinsame Initiative „HERZSICHER“ der
Deutschen Herzstiftung, der Björn Steiger Stiftung und des Deutschen
Fußball-Bundes (DFB) (Fördervolumen 2025: 320.000 Euro). Das
Schulungsangebot richtet sich insbesondere an Schulen, Vereine und
Betriebe. Mit Hessen hat erstmalig ein Bundesland im Rahmen der Initiative
„HERZSICHER“ für die Implementierung eines verpflichtenden
Wiederbelebungsunterrichts in hessischen Schulen gesorgt. „Schulungen von
Wiederbelebungsmaßnahmen bei Kindern bieten großes Potenzial, die
Laienreanimationsquote in Deutschland zu verbessern und die
Überlebenschancen bei außerklinischem Herzstillstand zu steigern“, betont
Prof. Voigtländer. Nach der Einführung in Hessen folgte im Jahr 2025 mit
Bayern ein weiterer Meilenstein, wo der Wiederbelebungsunterricht
verpflichtend umgesetzt wird. Andere Bundesländer schaffen derzeit die
Voraussetzungen für eine verpflichtende Verankerung. Niedersachsen und
Sachsen setzen das Angebot auf freiwilliger Basis um.
Mit hochkarätigem Experten-Team gegen die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit
Um die Aktivitäten der Herzstiftung in Forschung, Information/Aufklärung
und Prävention zur Senkung der kardiovaskulären Sterblichkeit
voranzubringen haben Prof. Voigtländer und sein Stellvertreter Prof. Dr.
Heribert Schunkert, Kardiologe am TUM Uniklinikum Deutsches Herzzentrum
München und neuer Vorstandssprecher des Deutschen Zentrums für Herz-
Kreislauf-Forschung, ein bereits gut eingespieltes hochkarätiges Team aus
ehemaligen Präsidenten herzmedizinischer Fachgesellschaften mit
internationaler Erfahrung an ihrer Seite. Neu in den Vorstand gewählt
wurde Dr. Volker Fitzner als Nachfolger des langjährigen Schatzmeisters
Gunter Anders, der nach über 27 Jahren im Vorstand aus gesundheitlichen
Gründen sein Amt niederlegte. Weitere Mitglieder des Vorstands sind Prof.
Dr. Christiane Tiefenbacher, Kardiologin, Marien-Hospital Wesel, Prof. Dr.
Stephan Achenbach, Kardiologe, Universitätsklinikum Erlangen, Prof. Dr.
Jan Gummert, Herzchirurg, Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen
/Ruhr-Universität Bochum, Prof. Dr. Stefan Hofer,
Anästhesist/Notfallmediziner, Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern, im
Vorstand Elternvertreter herzkranker Kinder, Prof. Dr. Bernhard Schwaab,
Kardiologe, Curschmann-Klinik, Timmendorfer Strand, und Vera Cordes,
Medizinjournalistin und Moderatorin, Hamburg.
Die Deutsche Herzstiftung e. V. (www.herzstiftung.de) wurde 1979 gegründet
und ist heute mit über 107.300 Mitgliedern die größte gemeinnützige und
unabhängige Anlaufstelle für Patienten und Interessierte im Bereich der
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu den Hauptaufgaben der Herzstiftung gehört
es, Patienten in unabhängiger Weise über Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
deren Vorbeugung sowie über aktuelle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten
aufzuklären. Bekannt ist die Herzstiftung außerdem durch ihre bundesweiten
Aufklärungskampagnen und als wichtige Förderinstitution in der Herz-
Kreislauf-Forschung. Die hohe Qualität ihrer Informationsangebote beruht
nicht zuletzt auf der Expertise der rund 550 Herzspezialisten im
Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung. Vorstandsvorsitzender ist der
Kardiologe Prof. Dr. Thomas Voigtländer (Frankfurt a. M.), Schirmherrin
ist Barbara Genscher.
(wi)
Der Jahresbericht 2025 der Deutschen Herzstiftung und Deutschen Stiftung
für Herzforschung ist zum Download (PDF) verfügbar unter
https://herzstiftung.de/jahres
Literatur
(1) Stroisch S et al. European Journal of Population (2026) 42:5
-https://doi.org/10.1007/s1068
