Zum Hauptinhalt springen

Auerhuhn-Monitoring in Bayern: Viele Nachweise, deutliche regionale Unterschiede

Der Auerhahn zählt zu den seltensten Vogelarten Bayerns. Das langfristige Monitoring der LWF liefert wichtige Grundlagen für seinen Schutz.  Copyright: PantherMedia/Jakub Mrocek
Der Auerhahn zählt zu den seltensten Vogelarten Bayerns. Das langfristige Monitoring der LWF liefert wichtige Grundlagen für seinen Schutz. Copyright: PantherMedia/Jakub Mrocek
Pin It

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hat 2025
ihr bayernweites Monitoring des Auerhuhns aus dem Jahr 2022 wiederholt. In
enger Zusammenarbeit zwischen Forstverwaltung, Naturschutzbehörden und
Ehrenamtlichen aus dem Naturschutz suchten 68 Beteiligte auf 57
Untersuchungsflächen nach Nachweisen dieser seltenen Vogelart. Die
Ergebnisse liegen jetzt vor.

Regionale Unterschiede in der Verbreitung
Trotz einer strengeren Qualitätskontrolle konnten im Rahmen des
Monitorings 2025 insgesamt 604 Nachweise der seltenen Vogelart in Bayern
erbracht werden. Die Zahl der erbrachten Nachweise bewegt sich damit
weiterhin in einer ähnlichen Größenordnung wie bei der Erhebung im Jahr
2022. Nach Abschluss der Kontrollen waren 4,7 Prozent der Inventurpunkte
mit einem Nachweis des Auerhuhns belegt. Zugleich zeigt das Monitoring
weiterhin deutliche regionale Unterschiede bei der Verbreitung. Während
die Art im Alpenraum und in Teilen Niederbayerns großflächig vorkommt,
konnte im Fichtelgebirge trotz langjähriger Schutzmaßnahmen erneut nur ein
einzelner Nachweis erbracht werden.

„Die Ergebnisse zeigen: Das Auerhuhn ist in Bayern weiterhin verbreitet,
aber regional sehr unterschiedlich stark vertreten“ betont Dr. Peter
Pröbstle, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und
Forstwirtschaft (LWF).
„Gerade deshalb brauchen wir langfristige Daten, um Schutzmaßnahmen
gezielt weiterentwickeln zu können.“

Monitoringverfahren verbessert
Erstmals kam beim Monitoring eine speziell entwickelte App zum Einsatz.
Sie erleichterte Navigation, Dateneingabe und Fotodokumentation im
Gelände. Die Daten konnten dadurch zentral zusammengeführt, besser
ausgewertet und systematisch qualitätsgesichert werden. Gegenüber der
Ersterfassung sind die Ergebnisse durch das neue Qualitätsmanagement
wesentlich belastbarer. Zwar sind einzelne Werte dadurch nicht in allen
Punkten direkt mit der Erhebung von 2022 vergleichbar. Der Zugewinn an
Datenqualität überwiegt jedoch deutlich – auch mit Blick auf künftige
Auswertungen.

Belastung der Lebensräume nimmt zu
Die Ergebnisse verdeutlichen zugleich die zunehmenden Herausforderungen
für den Schutz des Auerhuhns. Auch der steigende Erholungsverkehr in den
Gebirgsregionen führt zu zusätzlichen Störungen. Extreme Wetterereignisse,
Schadinsekten und die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen zusätzlich
die empfindlichen Lebensräume.

Schutzkonzepte weiterentwickeln
Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse zur Verbreitung des Auerhuhns
und zum Schutz seiner Lebensräume. Bestehende Schutzkonzepte können auf
dieser Grundlage räumlich angepasst und weiterentwickelt sowie die Pflege
geeigneter Lebensräume fortgeführt werden. Maßnahmen zur Besucherlenkung
sowie zur naturnahen Gestaltung lichter und strukturreicher Wälder bleiben
dabei von zentraler Bedeutung.

Infobox: Warum langfristiges Monitoring? Auerhuhn-Bestände schwanken von
Jahr zu Jahr, etwa durch Witterung, Aufzuchtbedingungen oder Veränderung
der Lebensräume. Einzelne Erhebungen zeigen deshalb nur eine
Momentaufnahme. Belastbare Aussagen zur Entwicklung der Population sind
erst durch langfristiges Monitoring möglich.