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Vom Leitsatz zur gelebten Praxis: TH Wildau setzt mit europäischem Umweltmanagementsystem EMAS neue Maßstäbe

Vom Leitsatz zur gelebten Praxis: TH Wildau setzt mit europäischem Umweltmanagementsystem EMAS neue Maßstäbe  Quelle: Mareike Rammelt  Copyright: TH Wildau
Vom Leitsatz zur gelebten Praxis: TH Wildau setzt mit europäischem Umweltmanagementsystem EMAS neue Maßstäbe Quelle: Mareike Rammelt Copyright: TH Wildau
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Nachhaltigkeit ist an Hochschulen längst ein zentrales Thema. Doch wie
lassen sich Absichten in messbare Erfolge verwandeln und glaubwürdig
belegen? Die TH Wildau geht hier voran: Als eine der ersten Hochschulen in
Brandenburg führt sie das europäische Umweltmanagementsystem EMAS ein.
Damit verknüpft die Hochschule strategische Ziele mit konkretem geprüften
Handeln auf dem Campus.



EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) gilt weltweit als das am höchsten
zertifizierte, freiwillige Umweltmanagementsystem der Europäischen Union.
Im Gegensatz zu reinen Industrienormen wie der ISO 14001 geht EMAS einen
entscheidenden Schritt weiter: Es fordert lückenlose Transparenz nach
außen durch eine öffentlich zugängliche Umwelterklärung und setzt die
strikte Einhaltung aller umweltrelevanten Gesetze voraus. Unabhängige,
staatlich zugelassene Gutachter*innen prüfen die Daten direkt vor Ort, so
geschehen Anfang dieser Woche an der Technischen Hochschule Wildau (TH
Wildau).

Dr. Christine Avenarius, Nachhaltigkeitsmanagerin der TH Wildau, betont
den Stellenwert des Projekts: „Nachhaltigkeit ist für uns kein bloßes
Lippenbekenntnis, sondern ein messbarer Auftrag. Mit EMAS schaffen wir die
nötige Transparenz und Verlässlichkeit. Nur wenn wir unsere Verbräuche
schwarz auf weiß kennen, können wir gezielt gegensteuern und unserer
Vorbildfunktion als Hochschule für Angewandte Wissenschaften gerecht
werden.“

Über alle Energieträger hinweg – einschließlich Strom- und
Energieverbrauch sowie Frischwasser – liegt der Anteil erneuerbarer
Energien damit bei 59 Prozent. Um die Ressourcennutzung kontinuierlich zu
verbessern, wurden im Rahmen des Prozesses sechs strategische Umweltziele
mit insgesamt rund 60 konkreten Maßnahmen definiert. Dazu gehören die
Reduktion des Energieverbrauchs, die Förderung der Biodiversität und
Klimaresilienz auf dem Campus, die Optimierung des Ressourceneinsatzes
sowie die Reduzierung von Mobilitäts- und Schadstoffemissionen. Auch die
Stärkung regionaler Kooperationen und der Ausbau von
Nachhaltigkeitskompetenzen stehen im Fokus.

Was läuft schon auf dem Campus?.

EMAS ist in Wildau keine Zukunftsmusik, sondern bereits auf dem Campus
sichtbar. Auf Haus 15, Haus 100 und der Halle 17 wurden großflächige
Photovoltaikanlagen installiert. Haus 16 zeigt, wie die Wärme- und
Kältewende gelingen kann: Es wird über oberflächennahe Geothermie
versorgt, während ein Gasbrenner nur noch zur Absicherung von
Spitzenlasten dient. Das Sachgebiet Bauangelegenheit und Technische
Dienste der TH Wildau kümmert sich auch um die Umstellung auf LED-
Beleuchtungen und die sukzessive Anschaffung von Messtechnik, um den
Stromverbrauch zu prüfen. Daneben treibt das Hochschulrechenzentrum (HRZ)
das Thema GreenIT massiv voran. Durch optimierte Abschaltzeiten in den
Randzeiten und am Wochenende konnten deutliche Einsparungen verzeichnet
werden.

Im Bereich Mobilität setzen Initiativen wie der „Pedal Power Day“,
regelmäßige Mobilitätsumfragen, eine hochschuleigene Mitfahr-App und das
Deutschlandticket als Teil des Semestertickets für Studierende neue
Impulse. Das Deutschlandjobticket kommt zum 1. Juli 2026. Zudem sorgt der
Campus mit rund 14.700 Quadratmetern naturnahen Flächen für den Schutz der
lokalen Biodiversität. Praktische Alltagstipps oder ein CO₂-Rechner für
die Reiseplanung sind zudem gebündelt auf der Website unter www.th-
wildau.de/nachhaltigkeit zu finden.

Kein Projekt von oben – Mitmachen ausdrücklich erwünscht!:

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor von EMAS ist, dass es sich nicht um ein
reines Projekt der Hochschulleitung handelt. Es ist ein lebendiger
Beteiligungsprozess. Seit Sommer 2024 fanden elf dezentrale Workshops
statt – unter anderem mit den Sachgebieten der Verwaltung, dem HRZ, den
Laboringenieur*innen, dem Bibliotheksteam sowie dem Studierendenrat und
Studierendenparlament.

„EMAS lebt vom Mitmachen. Die enorme Resonanz und das Engagement in
unseren dezentralen Workshops haben gezeigt, wie viel Expertise und
Motivation in unserer Hochschulgemeinschaft stecken. Ob Beschäftigte,
Lehrende oder Studierende – Nachhaltigkeit wird an unserer Hochschule von
den Menschen getragen, die den Campus täglich mit Leben füllen“, sagt Dr.
Christine Avenarius:

Was sind die nächsten Schritte?:

Nach der offiziellen Vor-Ort-Begutachtung Anfang dieser Woche werden nun
die Verbesserungsvorschläge in die umfassende Umwelterklärung aufgenommen,
die im Sommer 2026 veröffentlicht wird. Parallel folgt der offizielle
Eintrag in das EMAS-Register – ein Meilenstein, der das nachhaltige
Engagement der TH Wildau für alle sichtbar und jährlich überprüfbar
besiegelt. Im Herbst 2026 soll ebenfalls die neue Nachhaltigkeitsstrategie
der TH Wildau verabschiedet werden.