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Warum Frauenherzen anders untersucht werden müssen als Männerherzen

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Prof. Dr. Nadine Abanador-Kamper wurde auf die Professur für Kardiologie
mit dem Schwerpunkt „Kardiale Bildgebung“ an der Universität
Witten/Herdecke berufen.

Plötzlicher Brustschmerz, Atemnot, Symptome wie bei einem Herzinfarkt,
ausgelöst durch extremen emotionalen oder körperlichen Stress: Das
sogenannte Broken-Heart-Syndrom ist eine ernstzunehmende Herzerkrankung,
die noch immer häufig unterschätzt wird. Prof. Dr. Nadine Abanador-Kamper
erforscht an der Universität Witten/Herdecke (UW/H), wie die Erkrankung
frühzeitig erkannt und besser behandelt werden kann. Frau Abanador-Kamper
wurde auf die Professur für Kardiologie mit dem Schwerpunkt „Kardiale
Bildgebung“ berufen.

Das Broken-Heart-Syndrom, medizinisch Takotsubo-Syndrom genannt, führt zu
einer akuten Funktionsstörung des Herzmuskels und ähnelt in seinen
Symptomen einem klassischen Herzinfarkt. Mithilfe moderner bildgebender
Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich die
Erkrankung jedoch frühzeitig erkennen und von anderen lebensbedrohlichen
Herzerkrankungen unterscheiden. „Gerade in akuten Situationen ist eine
schnelle und präzise Diagnostik entscheidend, um die Versorgung der
Patient:innen optimal anzupassen“, sagt Prof. Dr. Abanador-Kamper.

Ein Schwerpunkt ihrer Forschung liegt deshalb auf der kardialen Bildgebung
bei akuten Herzerkrankungen. Gleichzeitig untersucht ihre Arbeitsgruppe
geschlechterspezifische Unterschiede in Diagnostik und Versorgung.
Denn das Broken-Heart-Syndrom betrifft überwiegend Frauen und äußert sich
bei ihnen – ebenso wie viele andere Herzerkrankungen – anders als bei
Männern.
Dennoch orientierte sich die Herzmedizin über Jahrzehnte vor allem an
männlichen Symptomen und Krankheitsverläufen. Die Folgen wirken bis heute
nach: „Herzerkrankungen bei Frauen werden teilweise noch immer später
erkannt oder anders eingeordnet“, erklärt Prof. Dr. Abanador-Kamper.
„Darum ist es wichtig, dass wir verstehen, wie Therapien gezielter auf
Frauen abgestimmt werden können.“

Wie moderne Bildgebung und KI die Ausbildung in der Kardiologie verändern

Auch in der Lehre möchte Prof. Dr. Abanador-Kamper aktuelle Entwicklungen
stärker verankern. An der UW/H koordiniert sie die Lehre am Lehrstuhl für
Kardiologie und vermittelt Studierenden den sinnvollen Einsatz moderner
Verfahren der kardialen Bildgebung. „Die Bedeutung der kardialen
Schnittbildgebung hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen und
findet sich heute in zahlreichen internationalen Leitlinien wieder“, sagt
sie. Dieses Wissen gehöre inzwischen ebenso selbstverständlich zur
Ausbildung angehender Mediziner:innen wie klassisches EKG-Basiswissen.

Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit der Frage, wie künstliche
Intelligenz künftig bei der Auswertung komplexer Bilddaten unterstützen
kann. Denn die Verbindung aus moderner Bildgebung und KI eröffne
zahlreiche neue Möglichkeiten für Forschung und klinische Versorgung.