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Individuelle Therapien, präzisere Diagnostik, mehr Patientenbeteiligung: 10 Jahre Krebsforschung am Bosch Health Campu

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Krebs wird immer häufiger von einer tödlichen zu einer behandelbaren, oft
chronischen Erkrankung. Zu diesem Erfolg trägt seit zehn Jahren das Robert
Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT) mit innovativen Forschungs- und
Therapieansätzen bei. Auch für die nächsten Jahre sind bereits neue
Projekte angestoßen – mit maßgeblicher Förderung durch die Robert Bosch
Stiftung.



Am 27. Juni gewährt das RBCT im Rahmen des Stuttgarter
Wissenschaftsfestivals seltene Einblicke in seine Arbeit.

Stuttgart, 22. Juni 2026 – Neue Therapien schneller zu den Patient:innen
bringen, Forschung und Anwendung enger verzahnen und Krebsmedizin
weiterdenken: Mit diesem Anspruch haben das Robert Bosch Krankenhaus, die
Robert Bosch Stiftung und die Robert Bosch GmbH vor zehn Jahren ein
„Bündnis gegen Krebs“ geschlossen. Daraus entstand als zentraler Baustein
das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen (RBCT), ermöglicht durch
zusätzliche Fördermittel der Stiftung und in Kooperation mit dem Deutschen
Krebsforschungszentrum. Heute ist daraus ein starkes Netzwerk für
Krebsmedizin geworden, das als Teil des Bosch Health Campus (BHC)
Forschung, Spitzenmedizin und technologische Innovation zusammenbringt.

„Für Robert Bosch war Gesundheit eine Herzensangelegenheit. Sein
Vermächtnis ist für uns bis heute Auftrag und Ansporn zugleich“, sagt Dr.
Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung GmbH. „Wir
erleben derzeit, wie Krebs immer öfter von einer tödlichen zu einer
behandelbaren Krankheit wird. Genau zu diesem Wandel wollen wir beitragen.
Nach zehn Jahren sehen wir: Die Forschung hier am Bosch Health Campus
macht einen echten Unterschied und schenkt vielen Menschen und ihren
Familien eine neue, lebenswerte Perspektive.“

Seit 2016 hat die Robert Bosch Stiftung rund 65 Millionen Euro in das RBCT
und dessen Krebsforschung investiert und so den Aufbau einer
leistungsfähigen Forschungs- und Versorgungsstruktur ermöglicht.

Meilenstein: Ernennung zum Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
SüdWest

Einer der größten Meilensteine der letzten zehn Jahre ist die Ernennung
des Bosch Health Campus zum NCT-Standort SüdWest gemeinsam mit der
Universität und Uniklinik Tübingen sowie der Universität und Uniklinik
Ulm. Damit zählt der Campus zu einem von bundesweit sechs Nationalen
Centren für Tumorerkrankungen (NCT), die vom Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert werden. Ziel ist es,
Krebsforschung und Spitzenversorgung eng zu verzahnen, damit Patientinnen
und Patienten schneller von wissenschaftlichen Erkenntnissen, neuen
Diagnose- und Therapieansätzen sowie klinischen Studien profitieren.

Ein besonderer Schwerpunkt des NCT SüdWest liegt auf einer starken
Patientenbeteiligung – bereits bei der Entwicklung neuer
Forschungsvorhaben. Über den Patientenbeirat am BHC fließen Erfahrungen
und Perspektiven Betroffener direkt in die Forschungsarbeit ein und tragen
so zur Demokratisierung der Medizin bei.

„Zehn Jahre nach der Gründung des RBCT zeigt sich eindrucksvoll, wie viel
durch enge Zusammenarbeit entstehen kann. Medizinische Forschung, die
Behandlung unserer Patientinnen und Patienten auf universitärem Niveau
sowie technologische Innovation gehen heute Hand in Hand und schaffen neue
Perspektiven in der Krebsmedizin“, sagt Prof. Dr. Mark Dominik Alscher,
Geschäftsführer des Bosch Health Campus.

Automatisierte Herstellung der CAR-T-Zelltherapie

Prof. Dr. Hans-Georg Kopp, klinischer Leiter des RBCT, und sein Team
arbeiten intensiv an der Entwicklung klinischer Studien. Der Schwerpunkt
liegt dabei auf zielgerichteten Therapien, die sich gegen bestimmte
Mutationen im Krebsgenom richten, sowie Immuntherapien wie der
CAR-T-Zelltherapie – eine innovative Behandlungsform, bei der körpereigene
Abwehrzellen gezielt gegen Krebs eingesetzt werden. Diese Verfahren kommen
insbesondere bei Lungen- und Brustkrebs sowie bei Leukämien und Lymphomen
zum Einsatz.

Bereits heute werden Patient:innen im Robert Bosch Krankenhaus mit der
CAR-T-Zelltherapie behandelt. Gleichzeitig entwickelt ein Forschungsteam
im Projekt „ProCell for Patient“ eine dezentrale und automatisierte
Produktionsanlage zur Herstellung von CAR-T-Zellen, um die Behandlung
schneller, effizienter und kostengünstiger zu machen. Diese soll in
einigen Monaten in Betrieb gehen.

Grundlagenforschung für neue Ansätze

Im Bereich der Grundlagenforschung erkundet der wissenschaftliche Leiter
des RBCT, Prof. Dr. Steven Johnsen, mit seinem Team gänzlich neue Ansätze
für Krebstherapien. Die Forschenden untersuchen dafür die molekularen
Mechanismen der Krebsentstehung und richten ihr Augenmerk dabei auf
Zellidentitäten, die durch Umprogrammierung etwa vor Therapieresistenzen
schützen können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Bauchspeicheldrüsenkrebs,
Darmkrebs, Lungenkrebs und Leukämien.

Personalisierte Krebstherapie voranbringen

Auch das benachbarte Institut für Klinische Pharmakologie am BHC trägt zur
immer präziseren Krebsbehandlung bei. Kürzlich ist unter seiner Leitung
das EU-Projekt „PGxMTB“ mit Partnern in sechs Ländern gestartet mit dem
Ziel, Pharmakogenomik in molekulare Tumorboards mit zu berücksichtigen. So
können Krebsmedikamente künftig nicht nur auf bestimmte Eigenschaften
eines Tumors abgestimmt werden, sondern auch auf die genetischen
Voraussetzungen der einzelnen Patient:innen. Das Projekt wird vom
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie dem
Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

Bei der Weiterentwicklung der Diagnostik arbeitet das RBCT zudem mit Bosch
Healthcare Solutions zusammen: Langfristig soll es im Rahmen der
sogenannten Liquid Biopsy möglich sein, einzelne Tumorzellen im Blut zu
erfassen und präzise zu charakterisieren. Auch damit kann schneller und
besser vorhergesagt werden, welche Therapien bei Patient:innen besonders
wirksam sind.

Forschungs- und Patiententag „Moderne Krebsmedizin entdecken“ am 27. Juni

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des RBCT lädt der Bosch Health
Campus im Rahmen des Stuttgarter Wissenschaftsfestivals am 27. Juni von
9:30 Uhr bis 16 Uhr zu einem Forschungs- und Patiententag rund um moderne
Krebsmedizin ein. Vorträge, Workshops und Führungen geben Einblicke in
aktuelle Entwicklungen in Forschung und Behandlung.

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Der Bosch Health Campus

Der Bosch Health Campus vereint alle Institutionen und Förderaktivitäten
der Robert Bosch Stiftung im Bereich Gesundheit mit den vier Säulen
Behandeln, Forschen, Bilden und Fördern. Mit seinen interdisziplinär
vernetzten Einrichtungen und mehr als 3600 Mitarbeitenden hat es sich der
Bosch Health Campus zur Aufgabe gemacht, innovative Lösungen für die
großen Herausforderungen des Gesundheitswesens anzubieten.

Zum Bosch Health Campus gehören das Robert-Bosch-Krankenhaus, das Dr.
Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie, das Robert
Bosch Centrum für Tumorerkrankungen, das Robert Bosch Centrum für
Integrative Medizin und Gesundheit, der Bosch Digital Innovation Hub, das
Institut für Geschichte der Medizin, das Irmgard Bosch Bildungszentrum
sowie das Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen.

Mehr unter https://www.bosch-health-campus.de/de