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24 statt 18 Monate: Deutscher Ärztetag beschließt Stärkung der geriatrischen Weiterbildung

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Wichtige Anpassung der Musterweiterbildungsordnung: Die Zusatz-
Weiterbildung (ZWB) Geriatrie wird von bislang 18 auf künftig 24 Monate
erweitert. Das hat der Deutsche Ärztetag vergangene Woche in Hannover
beschlossen. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sieht in der
Reform einen wichtigen Schritt hin zu einer modernen, qualitativ
hochwertigen und zukunftsfähigen Versorgung älterer, multimorbider
Menschen in Deutschland und begrüßt die Erweiterung ausdrücklich.
Gleichzeitig wurde die Möglichkeit der ZWB für alle patientennahen
Fachdisziplinen geöffnet.

„Die Versorgung älterer Menschen erfordert fundierte klinische Kompetenz
in Innerer Medizin, Neurologie, Pharmakotherapie, Akutmedizin und
Rehabilitation“, kommentiert DGG-Präsident Prof. Michael Denkinger die
Neuerungen. „Dies ist aus unserer Sicht mit 24 Monaten Weiterbildung viel
besser möglich.“

Gerade vor dem Hintergrund der geplanten Öffnung der Geriatrie für alle
patientennahen Fachrichtungen sei diese Anpassung aus Sicht der DGG
zwingend notwendig gewesen, um die Versorgungsqualität älterer
Patientinnen und Patienten sicherzustellen, betont Denkinger, Ärztlicher
Direktor der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm sowie Lehrstuhlinhaber an der
Uniklinik Ulm. „Ein wichtiges Statement!“, ergänzt auch DGG-Past-Präsident
Prof. Markus Gosch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin mit dem
Schwerpunkt Geriatrie am Klinikum Nürnberg.

Annäherung an internationale und europäische Standards

„Die neue Fassung der ZWB stärkt insbesondere Kompetenzen im geriatrischen
Assessment, der Ultraschall- und POCUS-Diagnostik, für die internistische
und neurologische Differenzialdiagnostik, Behandlung geriatrischer
Leitsyndrome, strukturierte Pharmakotherapie bei Multimedikation sowie der
interprofessionellen Steuerung in der Akutversorgung und schließlich
Rehabilitation“, zählt die DGG-Weiterbildungsbeauftragte, Prof. Katrin
Singler, Chefärztin und Ärztliche Leiterin der Geriatrischen Klinik am
Klinikum Fürth, auf.

Die Verlängerung um weitere sechs Monate stelle zugleich eine Annäherung
an internationale und europäische Standards dar, so Singler. In vielen
europäischen Ländern umfasse die geriatrische Weiterbildung deutlich
längere Ausbildungszeiten: Europäische Empfehlungen würden derzeit
insgesamt etwa vier Jahre spezifische geriatrische Weiterbildung vorsehen.

Zeitnahe und konsequente Umsetzung in den Landesärztekammern gefordert

Die DGG pocht jetzt auf eine zeitnahe und konsequente Umsetzung der
Reformen. „Nur wenn die beschlossenen Änderungen der
Musterweiterbildungsordnung direkt von den Landesärztekammern aufgegriffen
und umgesetzt werden“, unterstreicht DGG-Präsident Denkinger, „können die
Verbesserungen zukünftig auch in der Versorgung älterer Menschen ankommen!
Es gibt viel zu tun!“