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Schutz für Tier und Mensch: BVL erfasst Risiken von Tierarzneimitteln

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Pharmakovigilanzreport 2025 informiert über unerwünschte Ereignisse
Im „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ berichtet das Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über unerwünschte
Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln. Im Jahr 2025 wurden
dazu 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten
Hund und Katze. Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit
Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen. Der Bericht
unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von
Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen.



„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln
arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren
der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und
Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur
Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von
Tierarzneimitteln bei.“

Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier.
Die mit Abstand häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze,
Rind und Pferd. Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar
weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine
deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.

Circa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten
ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück.
An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das
Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der
Verdacht auf eine mangelnde Wirksamkeit. Mit deutlichem Abstand folgten
die klinischen Anzeichen Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.

In zwei Prozent der gemeldeten Fälle wurde von unerwünschten Ereignissen
bei Menschen im Zusammenhang mit Tierarzneimitteln berichtet. Bei 91
Prozent dieser knapp 100 Fälle haben sich Menschen unbeabsichtigt
Tierarzneimitteln ausgesetzt, beispielsweise durch die versehentliche
Einnahme von Tabletten.

Etwa 80 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten unerwünschten Ereignisse bei
Menschen wurden direkt vom BVL erfasst. Diese Meldungen erhielt das BVL
größtenteils über Kooperationen mit Giftinformationszentren der
Humanmedizin.

Hintergrund

Die Meldungen zu unerwünschten Ereignissen nach der Gabe von
Tierarzneimitteln werden in der Pharmakovigilanz-Datenbank der
Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erfasst und stehen für weitere
Analysen im Rahmen eines Signalmanagements zur Verfügung. Dabei handelt es
sich um einen Prozess, der mögliche Tierarzneimittelrisiken für Tier,
Mensch und Umwelt erkennt und bewertet.

Am Signalmanagement sind nicht nur die Überwachungsbehörden beteiligt,
sondern auch die pharmazeutischen Unternehmen. Sie müssen einmal im Jahr
eine Bewertung zur Nutzen-Risiko-Bilanz für ihre Tierarzneimittel
einreichen. Aus den möglichen neuen Erkenntnissen werden gegebenenfalls
Maßnahmen abgeleitet, wie zum Beispiel eine engmaschigere Überwachung des
Präparates oder eine Änderung der Produktinformationstexte wie
Fachinformationen und Packungsbeilagen.

Als zuständige Behörde für Tierarzneimittel führt das BVL regelmäßig
zusätzlich zu Analysen auf europäischer Ebene auch eigene Analysen für die
in Deutschland zugelassenen Präparate durch. Dafür wird neben der
Pharmakovigilanz-Datenbank der EMA eine nationale Datenbank verwendet.
Dort werden alle unerwünschten Ereignisse, die in Deutschland aufgetreten
sind, gesammelt, geprüft, be- und ausgewertet.

Weiterführende Informationen

•       Auf seiner Internetseite stellt das BVL ein Onlineformular zur
Verfügung, mit dessen Hilfe unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von
Tierarzneimitteln gemeldet werden können.

https://www.vet-uaw.de

•       Den „Pharmakovigilanz-Report Tierarzneimittel 2025“ stellt das BVL
auf seiner Internetseite zur Verfügung.

https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Downloads/05_Tierarzneimittel/uaw/UE2025.html

•       Allgemeine Informationen zum Themenfeld Pharmakovigilanz stellt
das BVL ebenfalls auf seiner Internetseite bereit.

https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/05_Tierarzneimittel/01_Aufgaben/04_UeberwachungRisikomanagement/01_Pharmakovigilanz/tam_Pharmakovigilanz_node.html

Über das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Das BVL ist eine eigenständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Es
ist für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln und
gentechnisch veränderten Organismen in Deutschland zuständig. Im Bereich
der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit übernimmt das BVL
Managementaufgaben und koordiniert auf verschiedenen Ebenen die
Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und der Europäischen
Union.