»leibniz«-Magazin: Neue Ausgabe »Medizin«
Ein Pflaster für gebrochene Herzen, Menstruationsblut als heilendes
Elixier und ein transparenter Fisch, der die Geheimnisse gesunden Alterns
preisgibt. Die neue Printausgabe des Magazins der Leibniz-Gemeinschaft
beleuchtet das Thema »Medizin« — und ist unser Beitrag zum
Wissenschaftsjahr 2026.
Die Möglichkeiten scheinen unendlich. Fast täglich liest man von neuen
Ansätzen, die Leiden früher erkennen, wirksamer heilen — oder dafür sorgen
sollen, dass es einen gar nicht erst erwischt. Die Ideen klingen mitunter
ganz einfach: Lassen sich Organe wie alte Motoren reparieren? Mit
Algorithmen der Gesichtserkennung Krankheitsüberträger identifizieren?
Unsere Recherchen haben gezeigt, wie heilsam der Blick in die
Medizingeschichte sein kann. Aber auch, dass wir die Medizin der Zukunft
nicht auf morgen verschieben dürfen, wenn wir den Wettlauf gegen
resistente Keime und Co. noch gewinnen wollen.
Von der Medizinforschung der Leibniz-Institute, ihren Erkenntnissen und
dem oft langen Weg zur Anwendung können Sie jetzt in der neuen gedruckten
Ausgabe von »leibniz« lesen. In den kommenden Wochen veröffentlichen wir
das Heft außerdem Beitrag für Beitrag in unserem Onlinemagazin unter <www
.leibniz-magazin.de/medizin>.
Herzensprojekt: Als Student hat Wolfram-Hubertus Zimmermann eine
bestechend einfache Idee: Er will geschädigte Herzen wie kaputte
Automotoren reparieren – mit einem Pflaster aus schlagenden Zellen. Dass
es ein Vierteljahrhundert später Leben rettet, hat nicht zuletzt mit dem
Biologen Rüdiger Behr vom Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für
Primatenforschung zu tun. Ein Besuch in Göttingen.
Der Weg der Pest: Im Spätmittelalter fielen dem Schwarzen Tod in Europa
Millionen Menschen zum Opfer. Lange wurde biologische Kriegsführung als
entscheidender Auslöser des Massensterbens betrachtet. Der Klimahistoriker
Martin Bauch vom Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen
Europa konnte nachweisen, dass es ziemlich sicher andere Hintergründe
hatte. Und ist überzeugt, dass dieses Wissen heute von besonderer
Bedeutung ist.
Heilendes Blut: In der Regel landet es mit dem Tampon im Müll. Für die
Immunbiologin Ping Shen hingegen ist Menstruationsblut kein mit Scham
behaftetes Abfallprodukt – sondern ein hoffnungsvoller
Forschungsgegenstand, der Millionen Menschen ein gesünderes Leben
ermöglichen könnte. Am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum in Berlin hat
sie uns die Potenziale des unterschätzten Blutes erklärt.
Außerdem lesen Sie in »leibniz« dieses Mal folgende Beiträge:
• Einfache Dosis: Mehr als eine halbe Million Menschen stirbt jährlich an
Malaria, auch, weil die Behandlung oft vorzeitig abgebrochen wird.
Ghyslain Mombo-Ngoma vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat
eine neue Therapie entwickelt.
• Künstliche Helferlein: Sie packen mit an – in Labor, Operationssaal,
Behandlung. Wir haben fünf Forschende gefragt, wie ihre KI-Projekte die
Medizin verändern.
• Altwerden: Sie suchen nicht nach Schlüsseln zum ewigen Leben, sondern
Anhaltspunkte, wie wir es möglichst lange gesund verbringen können. Sind
die Forschenden des Leibniz-Instituts für Alternsforschung fündig
geworden?
• Unterschätzte Alleskönner: Pilze sind überall: in Boden, Luft, Wasser,
auf und in unserem Körper. Für den Menschen sind sie unverzichtbar – und
gefährlich. Unsere Infografik liefert einen Überblick.
• Langzeitstudie: Für Iris Pigeot vom Leibniz-Institut für
Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS sind Daten der Schlüssel zu
einem gesünderen Leben. Seit einem Vierteljahrhundert analysiert die
Statistikerin sie.
• Marktversagen mit Todesfolge: Was droht, wenn wir die Antibiotikakrise
nicht in den Griff bekommen? Für die Entwicklungsökonomin Renate Hartwig
vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung zeichnet es sich schon
heute ab.
• Operationsbestecke: Wollte man sich einst eines Projektils entledigen
oder einen Blick unter die Schädeldecke werfen, waren diese Gerätschaften
schnell zur Hand. Ein Blick in die medizinhistorische Sammlung des
Germanischen Nationalmuseums – Leibniz-Forschungsmuseum für
Kulturgeschichte.
• Mächtige Wunderwaffe: In Regensburg wollen Forschende T-Zellen so
umprogrammieren, dass sie Krebs und Autoimmunerkrankungen heilen können.
Ein Rundgang durch das Leibniz-Institut für Immuntherapie.
• Die Einsamkeitsforscherin: Einsamkeit gilt als stille Epidemie. Die
Psychologin Maike Luhmann ergründet sie seit 15 Jahren und hat manches
Klischee widerlegt.
• Diabetes? Nein danke! Auf unserer Kinderseite geht es dieses Mal um die
Zuckerkrankheit – und wie man ihr vorbeugen kann.
• Gefährliche Quacksalber? Posts zu medizinischen und psychologischen
Themen sind für »Healthfluencer« ein gutes Geschäft. Wann werden Vertrauen
und Nähe zum Risiko? Ein Interview.
• Epilog: Können tödliche Substanzen heilen? Wir haben Claudia Koch
gefragt, die am Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels
unter anderem zu Giftschlangen forscht.
»leibniz« ist das Magazin der Leibniz-Gemeinschaft. In drei Schwerpunkten
im Jahr, von denen einer in gedruckter Form erscheint, erzählt es aus
Wissenschaft und Gesellschaft und stellt die Menschen hinter der Leibniz-
Forschung vor. Alle Schwerpunkte und weitere Beiträge finden Sie unter www
.leibniz-magazin.de. Die Printausgabe können Sie kostenlos abonnieren mit
einer E-Mail an
Hefte finden Sie unter <www.leibniz-magazin.de/das-he
