Prof. Dr. Gunnar Treff, Experte für Leistungs- und Umweltphysiologie, an TH Deggendorf berufen
Der menschliche Körper reagiert empfindlich auf verschiedenste Reize, wie
Training, Krankheit, Temperatur oder Höhe - teils akut, teils chronisch.
Eins der jüngsten Alltagsbeispiele dafür ist die Hitzewelle, die Ende Juni
ganz Europa in Schach gehalten hat. Was dabei im Körper passiert und was
diese Vorgänge für Sport und Gesundheit bedeuten, das ist das
Forschungsfeld von Prof. Dr. Gunnar Treff. Er wird ab dem Wintersemester
an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) lehren und forschen. An der
Fakultät Angewandte Naturwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen
ergänzt er das Team des Fachbereichs Sportwissenschaften.
Gunnar Treff beschäftigt sich intensiv mit den Effekten und
Wechselwirkungen von Training oder Hitze auf den menschlichen Körper und
seine Systeme. Neben klassischen Messverfahren nutzt er auch die
Möglichkeiten digitaler Technologien und Hilfsmittel. Sogenannte Wearables
– kleine, tragbare Geräte wie etwa Smartwatches – können verschiedene
Gesundheitsdaten und Trainingsfaktoren präzise erfassen oder Fortschritte
dokumentieren, um anschließend passgenaue, personalisierte Strategien für
Leistung, Gesundheit und Rehabilitation zu entwickeln.
Seine Ziele fasst der Experte für Leistungs- und Umweltphysiologie präzise
zusammen: „Ich setze mich ein für Wissenschaft, die im Labor beginnt und
im Leben ankommt, und ich stehe für forschungsbasierte Lehre.“ Er nehme
die Studierenden als künftige Praktiker und Wissenschaftlerinnen ernst und
möchte ihnen wichtige Werkzeuge mitgeben: methodische Kompetenz,
kritisches Denken, Literaturkenntnis. „Ich bin jederzeit ansprechbar. Aber
ich habe auch den Ruf, fordernd zu sein.“
Von experimenteller Sportmedizin, olympischem Gold und seinem Vorhaben an
der THD
Der gebürtige Hamburger promovierte in kardiovaskulärer
Leistungsphysiologie im Hochleistungssport. Als Doktorand war er auch
einige Zeit an der Universität Kopenhagen. Diese prägte ihn nachhaltig:
„Das Niveau der Dozenten war ungemein hoch, echte Weltklasse. Alle waren
zugängliche, freundliche Menschen. In der wissenschaftlichen Diskussion
untereinander gaben sie aber keinen Millimeter aus Gefälligkeit nach. Es
inspirierte mich zu erleben, wie hoch die Messlatte in der internationalen
Forschung liegt, dass es um Argumente und klares Denken geht und dass
diejenigen, die tatsächlich in der Champions League spielen, meist coole
und entspannte Typen sind.“ Anschließend habilitierte Gunnar Treff an der
Universität Ulm und trat nachfolgend eine außerordentliche
Universitätsprofessur für Experimentelle Sportmedizin an der Paracelsus
Medizinischen Privatuniversität Salzburg an.
Ein Highlight aus seiner sportwissenschaftlichen Praxis: Er begleitete die
deutschen Spitzenruderer über drei Olympiazyklen hinweg als
Verantwortlicher für Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. 2012 in
London und 2016 in Rio de Janeiro durfte er sich als Teil des
Nationalteams über Goldmedaillen bei den olympischen Spielen freuen.
Darüber hinaus ist Gunnar Treff international gut vernetzt und engagiert
sich bei diversen Organisationen in Deutschland, Österreich und auf
europäischer Ebene – darunter die Deutsche Vereinigung für
Sportwissenschaft, die Deutschsprachige Gesellschaft für
Rehabilitationswissenschaften sowie der European Congress of Sports
Science.
Sein nächstes Etappenziel: Mit der hochschuleigenen Hitzekammer, seiner
Expertise in Umweltphysiologie und einem akademischen und wirtschaftlichen
Netzwerk in einem naturwissenschaftlich starken Umfeld möchte er die THD
als Standort für Hitze- und Umwelt-Sportphysiologie in Forschung und Lehre
positionieren. Die Studierenden sind dabei für ihn die entscheidenden
Multiplikatoren: Sie tragen diese Expertise in die Praxis – zu Patienten,
Athleten und in die Rehabilitation.
