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Wie sich die Vermittlung transformativer Kompetenzen in bestehende Studienangebote integrieren lässt

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Perspektiven-Beitrag zeigt, wie Hochschullehre zur verantwortungsvollen
Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen qualifizieren
kann. Menschen in die Lage zu versetzen, gesellschaftliche Veränderungen
kritisch erfassen und große Herausforderungen mitgestaltend bewältigen zu
können – dieses Ziel verfolgt die Vermittlung transformativer Kompetenzen.


Wie dieser Ansatz systematisch in bestehenden Studienangeboten verankert
werden kann, ist Thema eines Perspektiven-Beitrags von Dr. Nicole
Aeschbach. Die Wissenschaftlerin von der Universität Heidelberg hat einen
konzeptionellen Orientierungsrahmen entwickelt, der Forschung, Lehre und
Lernen so verbindet, dass Hochschullehre Studierende über ihre fachliche
Ausrichtung hinaus zu wissenschaftsbasierter Reflexion befähigen und zu
persönlicher Handlungsfähigkeit anleiten kann.

Im Mittelpunkt ihres „Frameworks“ stehen integrative Elemente, mit denen
transdisziplinäre Forschung, forschungsorientierte Lehre und
transformatives Lernen miteinander verknüpft werden. Dr. Aeschbach wendet
sich damit an Lehrende sowie Expertinnen und Experten in der
Lehrentwicklung, denen sie neue Impulse für die Gestaltung von
Lernformaten geben will. Sie sollen Studierende darin stärken,
wissenschaftliche Erkenntnisse auf aktuelle Transformationsprozesse zu
beziehen und ihre künftige Verantwortung in Beruf und Gesellschaft zu
reflektieren. „Wichtige hochschuldidaktische Anregungen dazu haben sich im
Austausch mit der Abteilung Lehren und Lernen des universitären heiSKILLS
Kompetenz- und Sprachenzentrums ergeben“, betont Nicole Aeschbach.

Der Orientierungsrahmen zur Vermittlung von transformativen Kompetenzen
ist, wie Dr. Aeschbach erläutert, in einem „iterativen Prozess“
entstanden. Dabei haben sich Theoriebildung und praktische Umsetzung
wechselseitig beeinflusst. Ausgehend von den Themenfeldern Klimawandel und
Nachhaltigkeit hat Nicole Aeschbach in Forschungs- und Lehrprojekten der
Geographie und der Lehramtsausbildung gemeinsam mit Kolleginnen und
Kollegen schrittweise Lernsettings gestaltet: Darin sind
fachwissenschaftliche Inhalte und Methoden der jeweiligen Disziplin eng
mit dem Konzept der sogenannten Transformative Literacy verschränkt.
Dieser Ansatz bezieht sich auf das „Kompetenzgefüge“, das Menschen dazu
befähigt, komplexe gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu verstehen,
sie kritisch zu reflektieren und sie aktiv mitzugestalten.

Ihre konzeptionellen Überlegungen veranschaulicht Dr. Aeschbach anhand
konkreter Beispiele, so mit dem von ihr geleiteten Projekt „Transformative
Umweltforschung“, das am Geographischen Institut angesiedelt ist. Auch die
„Zusatzqualifikation Nachhaltigkeit“ für Lehramtsstudierende gehört dazu;
angeboten wird sie von der Heidelberg School of Education (HSE) – einer
Einrichtung der Lehrkräftebildung, die von der Universität Heidelberg und
der Pädagogischen Hochschule Heidelberg getragen wird. Mit ihrem
„Framework“ knüpft Nicole Aeschbach dabei auch an die „Leitlinien Lehre“
der Universität Heidelberg an: Danach sollen Studierende nicht nur
fachlich ausgebildet, sondern auch zur verantwortungsvollen
Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Herausforderungen qualifiziert
werden.

Nicole Aeschbach ist sowohl in der 3DGeo-Forschungsgruppe am
Geographischen Institut als auch an der HSE tätig. Ihr Perspektiven-
Beitrag ist in der Fachzeitschrift „npj Climate Action“ erschienen.