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Verpackungsabfall im Gewerbe – So lassen sich Entsorgungskosten senken

Verpackungsabfall im Gewerbe Symbolbild
Verpackungsabfall im Gewerbe Symbolbild
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Kartons stapeln sich im Lager, der Container quillt über, und die Rechnung vom Entsorger fällt jedes Quartal höher aus als gedacht. Für viele Gewerbebetriebe ist Verpackungsmüll ein Posten, der im Tagesgeschäft kaum Beachtung findet – obwohl er ordentlich ins Geld geht.

Nach Angaben des Umweltbundesamts fielen 2023 in Deutschland rund 17,9 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an. Ein beträchtlicher Anteil davon stammt aus dem Gewerbebereich. Allein bei Transport- und Versandverpackungen verzeichnet die Statistik seit Jahren einen Anstieg. Dabei gibt es Ansätze, die sich ohne großen Aufwand umsetzen lassen und die Entsorgungskosten deutlich drücken.

Wo Betriebe unnötig draufzahlen

Die Entsorgung von Kartonagen wird selten durch das Material selbst teuer, sondern durch das Volumen. Leere Kartons wandern unzerkleinert in den Container und füllen ihn mit Luft, für die der Betrieb am Ende bezahlt. Hinzu kommen Abholfahrten, die sich bei halbvollen Behältern häufen, und Lagerfläche, die von leeren Verpackungen blockiert wird, statt produktiv genutzt zu werden. Manuelle Arbeit beim Zerlegen und Transportieren von Kartons bindet zusätzlich Personal, das an anderer Stelle fehlt. Über zwölf Monate summieren sich diese Posten zu einem Betrag, der manchen Betriebsinhaber überraschen dürfte.

Kartonagen pressen statt stapeln

Eine der wirksamsten Stellschrauben ist die Verdichtung von Kartonabfällen. Eine Kartonpresse reduziert das Volumen auf einen Bruchteil dessen, was vorher den Container gefüllt hat. Die Behälter füllen sich dadurch langsamer, Abholungen werden seltener, und die laufenden Entsorgungskosten sinken merklich. Gepresste Pappe lässt sich zudem als Wertstoff weiterverkaufen – aus einem reinen Kostenfaktor wird eine zusätzliche Einnahmequelle. Bei hohem Kartonaufkommen rechnet sich die Anschaffung häufig schon innerhalb weniger Monate.

 

Tipp: Handels- und Logistikunternehmen profitieren besonders. Bereits eine eingesparte Abholung pro Monat macht sich aufs Jahr gerechnet bemerkbar.

Mülltrennung, die sich auszahlt

Saubere Trennung klingt nach einer Selbstverständlichkeit. In der Praxis sieht es allerdings anders aus. Papier, Pappe und Metall landen in etlichen Betrieben gemeinsam im Restmüll – und damit in der teuersten Entsorgungskategorie. Konsequentes Separieren senkt die Gebühren und eröffnet die Möglichkeit, gesammelte Mengen direkt an Wertstoffhändler weiterzugeben. Betriebe, die ihre Wertstoffe sauber trennen, schaffen nebenbei klarere Strukturen im Lager und reduzieren den manuellen Sortieraufwand.

 

  • Gut beschriftete Sammelbehälter erleichtern die tägliche Umsetzung

  • Feste Zuständigkeiten verhindern, dass das System bei Personalwechseln einschläft

Abholrhythmen und Containergröße hinterfragen

Auch bei der Logistik steckt Einsparpotenzial. Zu häufige Abholungen treiben die Kosten unnötig nach oben, zu seltene führen zu übervollen Behältern und teuren Sonderfahrten. Ein kurzes Gespräch mit dem Entsorgungsdienstleister über angepasste Intervalle oder eine andere Containergröße bringt manchmal mehr als erwartet. Ein zu groß dimensionierter Behälter verursacht Grundkosten, die sich durch eine passendere Variante leicht vermeiden lassen. Klare Verantwortlichkeiten im Betrieb helfen außerdem, die Abfallkosten dauerhaft im Blick zu behalten und rechtzeitig auf Veränderungen im Müllaufkommen zu reagieren. Schon eine Anpassung pro Halbjahr verhindert, dass veraltete Verträge unnötig Geld kosten.

Wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll

Effizientes Abfallmanagement bringt gleich auf mehreren Ebenen Vorteile. Die Entsorgungskosten sinken, Wertstoffe generieren Erlöse, und das Betriebsimage gewinnt – Kunden und Geschäftspartner schauen zunehmend darauf, wie Unternehmen mit Ressourcen umgehen. Dass sich unternehmerisches Handeln und Ressourcenschonung gut verbinden lassen, zeigt auch das Nachhaltigkeitsengagement in Bochum, wo Betriebe und Stadtgesellschaft gemeinsam an konkreten Lösungen arbeiten. Am Ende ist es keine Frage des guten Willens. Es ist schlicht ein wirtschaftlich kluger Schritt – und einer, der sich für Betriebe jeder Größe lohnt.