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Nach der Diskussion : Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sieht seine Kritik am Film 'Nellys Abenteuer' bestätigt : Film produziert Angst vor dem Fremden

Die Teilnehmer an der SWR Diskussion : v.l. : Dr. Manfred Hattendorf, SWR; Fritz Frey, Moderation; Dr. Maya Götz, IZI; Romani Rose, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma; Drehbuch-Professor Jens Becker; Prof. Carl Bergengruen, MFG; Pavel Brunßen, TU Berlin
Die Teilnehmer an der SWR Diskussion : v.l. : Dr. Manfred Hattendorf, SWR; Fritz Frey, Moderation; Dr. Maya Götz, IZI; Romani Rose, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma; Drehbuch-Professor Jens Becker; Prof. Carl Bergengruen, MFG; Pavel Brunßen, TU Berlin

Nach der - am  Freitag, 10. November vom SWR aufgezeichneten - Diskussion über den Kinderfilm 'NElly Abenteuer' sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in seiner Kritik bestätigt.
Entgegen dem Anspruch des Films ist bei Kindern die Begegnung mit "dem Fremden" – nach dem Anschauen des Films ! – deutlich angstbesetzt.Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sieht sich in seiner Kritik am Kinderfilm 'Nellys Abenteuer', den der SWR in seinem Dritten Programm jetzt vorgezogen ausstrahlt hat, bestätigt.  In der Diskussion nach dem Film wurde ein Einspielfilm mit Reaktionen von Kindern gezeigt, den die Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), Dr. Maya Götz, vorstellte.  Über siebzig Kindern war der Film im Rahmen einer Untersuchung zur Medienwirkung gezeigt worden, die danach ihre Eindrücke vor der Kamera schilderten.

Es sei nicht überraschend, daß die Helden des Kinderfilms, Nelly und Tibi, von den Kindern positiv aufgenommen würden, sagte Romani Rose zu den Ergebnissen der Untersuchung, es seien ja sonst wenig positive Figuren vorhanden.  Die Abenteuer der Helden Nelly und Tibi würden von den Kindern sehr wohl mit Spannung verfolgt, sobald jedoch die eigene Situation mit vorstellbar wurde, sei die Ablehnung des Fremden virulent geworden.

Als bemerkenswert bewertet der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma nach der Diskussion vor allen Dingen die Antworten der Kinder auf die zweite Frage, was sie denn aus dem Film gelernt hätten.  Hier sagten die Kinder unisono, daß "Kinder auf ihre Eltern hören" sollten, und daß sie "nicht von den Eltern weglaufen" sollten.  Diese Antworten zeigen für den Zentralrat, daß die Begegnung mit dem Fremden, wie es der Film 'Nellys Abenteuer' präsentiert, von den Kindern als gefährlich eingeschätzt werde.  Entgegen dem Anspruch des Films sei diese Begegnung – nach dem Anschauen des Films ! – deutlich angstbesetzt.

Dies werde nochmals verstärkt durch die von fast allen Kindern ausgedrückte Angst vor Entführung : "Kinder sollen nicht in fremde Autos einsteigen".  Diese Angst sei bei fast allen Kindern zutage getreten – wenn auch (noch) nicht verbunden mit den Begriffen "Roma" oder " Zigeuner".  Genau diese Verbindung werde aber spätestens durch die Begleitmaterialien des Films, die sich insbesondere an Schulen und Eltern wenden, dezidiert hergestellt.  "Kindesentführung" ist eines der ältesten antiziganistischen Vorurteile überhaupt und bildet den Kern von "Nellys Abenteuer".

Vor allen Dingen aber werde die Freundschaft zwischen Nelly und Tibi in diesem Kontext nicht einmal erwähnt.  Offenkundig überwiege die Angst, gerade vor Kindesentführung, und dies bestätigt nach Auffassung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma nachdrücklich die Argumente von Pavel Brunßen, der in der Diskussion erklärte, daß die gezeigten Vorurteile eben nicht aufgelöst würden, sondern vielmehr stehen blieben. 

Damit werde jedenfalls der von Drehbuchautoren bis Regisseur, Produzent und SWR proklamierte Anspruch des Films, die gezeigte Freundschaft von Nelly und Tibi würde die zuvor gezeigten Vorurteile aufgelöst, als gegenstands- und wirkungslos gezeigt.  Der Anspruch des Films, der auf der Film-Webseite formuliert wird, nämlich "mit Minderheiten bekannt zu machen " und "auch eine pädagogische Botschaft zu vermitteln" verkehrt sich ins Gegenteil, nämlich in der Wahrnehmung von Kindern als abschreckende Geschichte, als Warnung vor Kindesentführung und Fremdheit.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sieht sich deshalb nach der Diskussion im Dritten Programm des SWR in seiner Kritik bestärkt und fordert nochmals den Kinderkanal von ARD und ZDF auf, auf die Ausstrahlung des Films "Nellys Abenteuer" zu verzichten.  Darüber hinaus fordert der Zentralrat die Verleihfirma auf, die Begleitmaterialien zum Film zurückzuziehen. 

Grundsätzlich begrüßt der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma den jetzt begonnenen Dialog mit dem SWR wie mit den Filmfördereinrichtungen in Baden-Württemberg.  "Was wir willen sind gute Filme über Sinti und Roma.  "Nellys Abenteuer" gehört nicht dazu.  Antiziganistische Filme gehören nicht in die Fernsehprogramme, genausowenig wie antisemitische Figuren – und ganz besonders nicht in die Kinder- und Jugendprogramme der öffentlich-rechtlichen Anstalten", so Romani Rose nach der Fernsehdiskussion. 

 

Die Stellungnahmen des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und das ausführliche Gutachten von Pavel Brunßen sowie der Kommentar von Professor Urs Heftrich, Universität Heidelberg, finden sich auf der Website des Zentralrats unter http://zentralrat.sintiundroma.de/zentralrat-deutscher-sinti-und-roma-appelliert-an-kika-und-swr-antiziganistischen-kinderfilm-nicht-senden/

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Informationstag zur politischen Lage in der Türkei an der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe

Zum "Informationstag zur politischen Lage in der Türkei" lädt die
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Interessierte und
Vertreter der Presse am Dienstag, 16. Januar 2018, von 14 bis 16 Uhr ein.

Bereits seit einigen Jahren häufen sich in deutschen Medien irritierende
Meldungen über teils erschütternde Ereignisse in der Türkei.

Die Niederschlagung von Protesten, der Umbau des politischen Systems, ein
Putschversuch, die Verhaftung von Parlamentsabgeordneten und
Bürgermeister_innen, die Säuberung von Militär, Schulen und Verwaltung,
die politische und militärische Konfrontation an der syrischen und
irakischen Grenze, die Förderung von Islamisten und deren militärische
Unterstützung in Syrien und vor allem ein brutaler Krieg „gegen den
Terror“ im Südosten des Landes markieren Höhepunkte einer gewaltsamen
Neuausrichtung der türkischen Politik.

Zugleich mehren sich in den deutsch-türkischen Beziehungen in jüngster
Zeit auch Hinweise auf ein zunehmendes zwischenstaatliches  Zerwürfnis,
das unter anderem in der Gewährung von politischem Asyl für hochrangige,
unter Putsch-Verdacht stehende türkische Militärs, Diplomaten und
Staatsfunktionäre in der Bundesrepublik und dem Abzug der deutschen
Luftwaffe aus der Türkei gipfelt.

Auch auf der Ebene der Wissenschaft hinterlassen die Ereignisse ihre
Spuren: In der Türkei verlieren Wissenschaftler_innen ihre Jobs und werden
15 Hochschulen geschlossen. 5000 Angestellte türkischer Hochschulen sind
bis zum Frühjahr entlassen worden. Für die entlassenen
Wissenschaftler_innen entwickelt sich die Bundesrepublik offenbar zum
Hauptaufnahmeland. Auch die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-
Lippe in Bochum unterhält Kontakte zu Hochschulen in der Türkei.

Die skizzierten Entwicklungen geben Anlass zum Nachdenken und Diskutieren
- und zwar im Rahmen von Vorträgen und Diskussionen mit den beiden
Experten Ismail Küpeli (Ruhr-Universität-Bochum) und Betül Havva Yılmaz
(Universität Tübingen). Zum "Informationstag zur politischen Lage in der
Türkei" am Dienstag, 16. Januar 2018, sind Interessierte und Vertreter der
Presse von 14 bis 16 Uhr an die Evangelische Hochschule Rheinland-
Westfalen-Lippe, Immanuel-Kant-Straße 18-20, 44803 Bochum, eingeladen.

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Piraten NRW starten in den Bundestagswahlkampf

Seit dem 28. Juli 2017 steht fest, dass der Landesverband Nordrhein-Westfalen der Piratenpartei Deutschland mit seiner Landesliste für die Bundestagswahl zugelassen ist.

Unter dem Wahlkampfmotto "Piraten. Freu dich aufs Neuland" und einer modernen Kampagne in den Farben Orange und Lila in Kombination mit Illustrationen des renommierten Künstlers David von Bassewitz präsentiert der Bundesverband ein verändertes und herausstechendes Image.

Patrick Schiffer, Bundesvorsitzender und Spitzenkandidat in NRW für die Bundestagswahl äussert sich wie folgt: 

„Das Wort “Neuland” ist Träger für unsere Ideen, für unsere Vision eines neuen Deutschlands, eines neuen Europas und einer neuen Welt. Wir sind Neuland. Wir stehen zu unserer Vision, unserer Vorstellung von Neuland. Wir bleiben nicht stehen und sind nicht in der Starre verhaftet, neue Entwicklungen auszublenden. Wir wollen neue Probleme nicht auf alten Wegen angehen. 

Wir werden uns im Bundestagswahlkampf als innovative und zukunftsgerichtete Partei präsentieren, die besonders im Netz auf die vielfältigen Lösungen für die deutsche Politik hinweist und für Aufmerksamkeit sorgen wird. Brexit, Trump und nationalistische Tendenzen in Europa - die Beispiele sind vielfältig: die Alten packen es nicht. Wir Piraten sind jung, kritisieren die veralteten Herangehensweisen in der aktuellen Politik, stellen Fragen und bieten den Wählerinnen und Wählern frische, weitreichende und nachhaltige Ideen an.

Wo können Digitalisierung, Automatisierung und neue Technologien durch politische Veränderungen dafür sorgen, dass die Schere zwischen Arm und Reich verkleinert werden kann? Wie kann Armut mit den neuen Möglichkeiten bekämpft werden? Gute digitale Bildung fehlt, die schulischen Möglichkeiten sind spärlich, die Ausstattung der Schulen ist schlecht, ein Pflichtfach Informatik oder Medienkompetenz fehlt völlig. Hinzu kommt das fehlende Knowhow der Lehrer. Dies macht aus unserer Sicht nötig, das Kooperationsverbot aufzuheben und das Thema Bildung auf Bundesebene anzusiedeln. 

Desweiteren wollen wir die Wählerinnen und Wähler für mehr Mut zu Europa begeistern und die Vorteile eines politisch vereinten und demokratischeren Europas aufzeigen.“

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Doppelresidenz (Wechselmodell) für Kinder soll gesetzlich geregelt werden Sitzung der Justizministerkonferenz

Auf Initiative Sachsens [1] hat sich die Justizministerkonferenz am 22.06.2017 dafür ausgesprochen, dass die Doppelresidenz [2] gesetzlich geregelt werden soll. Es brauche einheitliche klare Vorgaben und eine Anpassung der Gesetze an die gesellschaftliche Realität.


Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofes [3] zur Doppelresidenz aus Februar 2017, dem Beschluss des FDP-Bundesparteitages [4], die Doppelresidenz als Leitmodell zu etablieren und der Verankerung eben dieses Zieles im NRW-Koalitionsvertrag [5] von CDU und FDP ist dies nun ein weiterer wichtiger Schritt, um das Leben von Kindern getrennter Eltern in Deutschland endlich zeitgemäß zu regeln.

„Was uns bevor steht ist nicht weniger als ein lange überfällige, gesetzliche Anpassung an den gesellschaftlicher Wandel. Von alleinerziehend zu getrennterziehend, von „einer betreut, einer zahlt“ zu gemeinsamer Betreuungs- und finanzieller Verantwortung auch nach einer Trennung“ erklärt Markus Witt, Mitglied im Bundesvorstand des Vereins Väteraufbruch für Kinder e.V.. Dort setzt man sich seit fast 30 Jahren dafür ein, dass Mütter und Väter nach einer Trennung auf Augenhöhe gemeinsam für ihre Kinder sorgen können und dürfen.

„Bis heute ist eine gleichberechtigte Elternschaft nach einer Trennung rechtlich ausgeschlossen, die rechtlichen Hindernisse ein riesiges Problem. Die Weichenstellung der Justizministerkonferenz lässt hoffen, dass sich dies zumindest in der nächsten Legislaturperiode ändern wird“ so Witt weiter. Deutschland hat in dieser Hinsicht einen erheblichen Nachholbedarf gegenüber seinen europäischen Partnern und hat sich bisher nicht einmal bereit erklärt, entsprechende europäische Empfehlungen [6] umzusetzen. Aktuell befinden sich die Bundesparteien in der Programmfindungsphase. Es bleibt spannend, welche Parteien sich der Realität von Trennungsfamilien stellen und politische Initiativen fordern werden. Der Verein wird rechtzeitig vor der Bundestagswahl interessierten Eltern anhand seiner Wahlprüfsteine [7] die Position der Parteien als Orientierungshilfe zur Verfügung stellen.


1)  https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/211678
2)  http://www.doppelresidenz.org/
3)  http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&nr=77517&linked=pm
4)  https://www.welt.de/politik/deutschland/article164163192/Einer-betreut-der-andere-zahlt-das-kann-nicht-mehr-gelten.html
5)  https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwjwndG47tPUAhUJnRoKHZY1DFUQFgg_MAM&url=https://www.cdu-nrw.de/sites/default/files/media/docs/vertrag_nrw-koalition_2017.pdf&usg=AFQjCNHxi5_Fj0Edi57Lk1HnfVFBnln8pA
6)  So beispielsweise die einstimmig angenommene Resolution 2079(2015) der parlamentarischen Versammlung des Europarates vom 2. Oktober 2015
7)  https://www.vaeteraufbruch.de/index.php?id=2271

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