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Ukraine-Unterstützung nach vier Jahren Krieg: Europa ersetzt die US-Hilfen

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Obwohl die USA ihre Unterstützung eingestellt haben, blieb das
Gesamtvolumen der für die Ukraine zugewiesenen Hilfen im Jahr 2025 relativ
stabil. Ausschlaggebend ist die deutlich ausgeweitete Unterstützung aus
Europa. Die europäischen Militärhilfen stiegen um 67% über den
Durchschnitt der Jahre 2022–2024, während die Zuweisungen nicht-
militärischer Hilfen um 59% zunahmen.

Die militärischen Hilfen werden
zunehmend nur noch von einigen wenigen Ländern getragen, während die
Finanzhilfen inzwischen hauptsächlich von EU-Institutionen kommen. Zu
diesen Ergebnissen kommen das jüngste Datenupdate sowie der aktuelle Kiel
Policy Brief des Ukraine Support Trackers, mit Daten bis einschl. Dezember
2025.

Im Jahr 2025 wurde die europäische Unterstützung für die Ukraine deutlich
ausgeweitet. Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024
stiegen die Zuweisungen für militärische Hilfe um 67 Prozent, die
finanzielle und humanitäre Hilfe um 59 Prozent (alle Werte
inflationsbereinigt). Infolge des vollständigen Rückzugs der USA lagen die
gesamten militärischen Hilfszusagen für die Ukraine dennoch um 13 Prozent
unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Der Rückgang der
finanziellen und humanitären Hilfe fiel mit rund 5 Prozent vergleichsweise
gering aus, wobei das Gesamtvolumen weiterhin über dem Niveau der Jahre
2022 und 2023 lag.

EU-Kommission ist zum dominierenden Geldgeber geworden

Hinter dem allgemeinen Anstieg des europäischen Engagements stehen mehrere
strukturelle Veränderungen. Der Großteil der finanziellen und humanitären
Hilfen wird nun über EU-Institutionen und deren Mechanismen
bereitgestellt. Der Anteil der auf EU-Ebene zugewiesenen finanziellen und
humanitären Hilfe stieg von rund 50 Prozent im Jahr 2022 auf fast 90
Prozent im Jahr 2025 (35,1 Mrd. EUR).

„Das Ende 2025 vereinbarte neue Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro
ist Teil eines allgemeinen Trends. Der wachsende Finanzbedarf der Ukraine
wird nun größtenteils durch Darlehen und Zuschüsse auf EU-Ebene
finanziert“, sagt Christoph Trebesch, Leiter des Ukraine Support Trackers.
„Diese zunehmende Ausrichtung auf multilaterale Hilfe auf EU-Ebene
bedeutet, dass die Unterstützung für die Ukraine fairer über die EU
verteilt ist, nämlich entsprechend dem Anteil jedes Landes am BIP der
Union. Dieses Muster ist jedoch nur bei den Finanzhilfen zu beobachten,
während die Militärhilfen nach wie vor bilaterale Zuweisungen einzelner
Mitgliedstaaten erfordert. Hier sehen wir eine weitaus geringere
Lastenteilung.“

Europäische Militärhilfe wird von einer kleinen Zahl von Ländern getragen

Der Anstieg der europäischen Militärhilfe konzentriert sich zunehmend auf
eine kleine Anzahl von Ländern, insbesondere in West- und Nordeuropa. Die
westeuropäische Hilfe erholte sich nach einem Rückgang im Jahr 2023 und
erreichte 2025 62 Prozent der insgesamt zugewiesenen europäischen
Militärhilfeleistungen. Das Wachstum in 2025 wurde maßgeblich von den
größten Volkswirtschaften der Region getragen, insbesondere von
Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Nordeuropa ist die
zweitwichtigste Geberregion, deren Anteil von 18 Prozent im Jahr 2022 auf
36 Prozent im Jahr 2023 stieg und danach auf einem hohen Niveau blieb.

Im Gegensatz dazu ist der Anteil Ost- und Südeuropas zwischen 2022 und
2025 stetig gesunken. Aus Osteuropa kamen 2022 noch 17 Prozent der
Militärhilfen, verglichen mit nur noch 2 Prozent im Jahr 2025; in
Südeuropa ging er im gleichen Zeitraum von 7 auf 3 Prozent zurück.

„Der Anstieg der europäischen Militärhilfe im Jahr 2025 offenbart
wachsende Ungleichheiten: Einige wenige Länder leisten immer mehr“, fügt
Trebesch hinzu. „Im Jahr 2025 stellte Nordeuropa etwa ein Drittel der
zugewiesenen europäischen Militärhilfen bereit, obwohl diese Region nur 8
Prozent des BIP der 31 im Tracker erfassten europäischen Geberländer
Europas ausmacht. Westeuropa leistete einen Beitrag, der in etwa seiner
wirtschaftlichen Größe entspricht, während Südeuropa trotz eines Anteils
von 19 Prozent am BIP ein kleiner Geber bleibt.“

Eine eingehendere Analyse dieser Trends und weitere Einblicke in die
Entwicklung der Unterstützung für die Ukraine in den letzten vier Jahren
finden Sie in unserem neuen Kiel Policy Brief: „Europe Steps Up: Ukraine
Support: After Four Years of War“
(https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/europe-steps-up-ukraine-
support-after-four-years-of-war-19487/
).

Über den Ukraine Support Tracker

Der Ukraine Support Tracker erfasst und quantifiziert militärische,
finanzielle und humanitäre Hilfen, die der Ukraine seit dem 24. Januar
2022 (aktuell bis Dezember 2025) zugesagt wurden. Berücksichtigt sind 40
Länder, spezifisch die EU-Staaten, die weiteren Mitglieder der G7,
Australien, Südkorea, Norwegen, Neuseeland, die Schweiz, die Türkei,
China, Taiwan und Indien. Erfasst sind Zusagen, die Regierungen dieser
Länder der ukrainischen Regierung gemacht haben; Hilfszusagen der EU-
Kommission und der Europäischen Investitionsbank sind separat aufgeführt;
private Spenden oder solche internationaler Organisationen wie des IWF
sind in der Hauptdatenbank nicht enthalten. Ebenso nicht mitgezählt sind
Hilfen an Nachbarländer der Ukraine wie Moldawien oder andere Länder –
etwa für die Aufnahme von Geflüchteten.

Datenquellen sind Bekanntgaben offizieller Regierungsstellen und Berichte
internationaler Medien. In Sachmitteln geleistete Hilfe wie zum Beispiel
Medizingüter, Lebensmittel oder militärisches Gerät werden anhand von
Marktpreisen oder Angaben aus früheren Hilfskampagnen geschätzt. In
Zweifelsfällen werden die höheren verfügbaren Werte angesetzt.

Der Ukraine Support Tracker wird laufend erweitert, korrigiert und
verbessert. Anregungen dazu sind sehr willkommen und können gerne an
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. geschickt werden.

Mehr Informationen und die kompletten Daten finden Sie auf der Webseite
(https://www.kielinstitut.de/de/themen/krieg-gegen-die-ukraine/ukraine-
support-tracker/
).

Mehr zur Methodik des Ukraine Support Trackers steht in einem vertiefenden
Kiel Working Paper (https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/the-
ukraine-support-tracker-which-countries-help-ukraine-and-how-11848
).