Koreanische Kosmetik erobert die Schönheitswelt im Sturm. Die koreanische Hautpflege hat sich in den letzten Jahren zu einem globalen Phänomen entwickelt und viele Menschen sind neugierig geworden, was hinter den Beauty Geheimnissen aus dem Osten steckt. In diesem Beitrag werfen wir einen genauen Blick auf die koreanische Kosmetik und ihre beeindruckenden Ergebnisse.
Koreanische Hautpflege: Eine Einführung
Die koreanische Hautpflege basiert auf einem umfangreichen Schönheitsritual, das aus mehreren Schritten besteht. Reinigung, Toner, Essenz, Serum, Maske und Feuchtigkeitscreme sind nur einige der Produkte, die in der koreanischen Hautpflege-Routine verwendet werden. Diese intensive Pflege hat den Ruf, erstaunliche Ergebnisse zu erzielen und eine gesunde, strahlende Haut zu fördern. Dabei ist es äußerst wichtig zu beachten, dass man die richtige Reihenfolge einhält. Wenn du mehr über koreanische Kosmetik erfahren möchtest, besuche die Website von Korean Skincare.
Schönheitsgeheimnisse aus dem Osten: Traditionelle koreanische Inhaltsstoffe
Ein Grund für den Erfolg von koreanische Kosmetik sind die traditionellen koreanischen Inhaltsstoffe, die in den Produkten verwendet werden. Zum Beispiel ist Ginseng eine beliebte Zutat, die für ihre Anti-Aging-Eigenschaften bekannt ist und die Haut strafft. Ein weiterer beliebter Inhaltsstoff ist Reiswasser, das die Haut mit Feuchtigkeit versorgt und ihr einen natürlichen Glanz verleiht. Die Verwendung dieser natürlichen Inhaltsstoffe ist ein wesentlicher Bestandteil der koreanischen Hautpflegephilosophie. Auch die Verwendung von Bienenpollen ist eine Neuheit. Mithilfe von Bienenpollen soll die Hautbarriere geschützt und mit Mineralien und Vitaminen versorgt werden.
Die beliebtesten koreanischen Hautpflegeprodukte
Die koreanische Kosmetikindustrie bietet eine breite Palette von Produkten, die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Haut abgestimmt sind. Eines der bekanntesten Produkte ist die BB-Cream, die als All-in-One-Produkt fungiert und als Primer, Feuchtigkeitscreme, Sonnenschutz und Foundation in einem dient. Eine weitere beliebte Kategorie sind die Sheet-Masken, die mit essenziellen Wirkstoffen getränkt sind und der Haut eine intensive Pflege bieten. Diese Produkte haben weltweit eine große Fangemeinde gefunden und werden von vielen als Geheimtipp für schöne Haut angesehen. Doch auch der Hype, um die allseits bekannte Sonnencreme stammt aus Korea und soll auf lange Sicht für einen wirkungsvollen Anti-Aging-Effekt sorgen.
Der Einfluss koreanischer Schönheitstrends auf den globalen Markt
Die koreanische Kosmetikindustrie hat nicht nur in Korea selbst, sondern auch weltweit einen großen Einfluss. Koreanische Schönheitstrends wie der "Dewy Look" - ein natürlicher, strahlender Teint - haben die Art und Weise, wie wir Schönheit wahrnehmen, verändert. Mit dem Durchbruch in anderen Ländern war klar, dass der Trend sich auch dahingehend verändert, dass man mehr Natürlichkeit in seinem Look ausstrahlen möchte. Die koreanische Kosmetik zielt nämlich ganz sicher darauf ab, durch eine strahlende und gesunde Haut, die perfekte Basis für jedes Make-up zu kreieren. Auch die Verpackung der koreanischen Kosmetikprodukte hat einen großen Einfluss auf den globalen Markt. Mit ihren niedlichen und farbenfrohen Designs sprechen sie besonders junge Käufer an.
Koreanische Kosmetik hat die Beauty-Welt revolutioniert und wird immer beliebter. Die einzigartigen Schönheitsgeheimnisse aus dem Osten und die Verwendung traditioneller koreanischer Inhaltsstoffe haben dazu beigetragen, dass die koreanische Hautpflegeindustrie weltweit an Bedeutung gewinnt. Wenn man also auf der Suche nach neuen Trends in der Kosmetikwelt ist, sollte man einen Blick auf neue Produkte aus Korea werfen.
ZIO VANJA_Massimiliano Speziani, Mario Pirrello_Foto Gianluca Pantaleo
Produktion und Besetzung: Regie Leonardo Lidi Darsteller*innen Giordano Agrusta Maurizio Cardillo Ilaria Falini Angela Malfitano Francesca Mazza Mario Pirrello Tino Rossi Massimiliano Speziani Giuliana Vigogna Szenenbild und Licht Nicolas Bovey Kostüme Aurora Damanti Ton Franco Visioli Regieassistenz Alba Porto Produktion Teatro Stabile dell’Umbria Eine Koproduktion mit Teatro Stabile di Torino – Teatro Nazionale, Spoleto Festival dei Due Mondi
Leonardo Lidi inszenierte am Wochenende am LAC den Klassiker ,Onkel Vanja’. In diesem Meisterwerk konfrontiert Tschechow jeden einzelnen Zuschauer mit sich selbst, indem er Alltagsleben, Gefühle, Sorgen, Enttäuschungen und Träume seiner Figuren deutlich nah zeigt. Wir erleben aber in diesem Stück nicht nur Traurigkeit, Bitterkeit und Melancholie, sondern auch einige glückliche und komische Momente.
Ein Stück der Innerlichkeit
Anton Tschechow
Iwan Petrowitsch Wojnickij (Onkel Wanja) begreift plötzlich, dass er ein Leben lang gearbeitet hat, um das Gut der verstorbenen Schwester zu verwalten, und dazu auch noch um die Karriere seines egoistischen, talentlosen Schwagers zu finanzieren. Er fühlt sich um sein Leben betrogen, ist neurotisch geworden, trinkt viel, schwatzt viel und, wie fast alle auf dem Serebrjakows Gut, tut nichts …….. Ja, es gibt praktisch keine Action in ‚Onkel Wanja’; wie in vielen seiner anderen Stücken portraitiert der russische Weltdramatiker die Ohnmacht einer Gesellschaft. Eine Gesellschaft voller Sehnsucht, die sich im Alltag langweilt, die pausenlos träumt, jammert und redet; die leider nur Gedanken repetitiv formuliert und analysiert, die bereut, wartet und wartet. Somit erzählt Tschechow hier im Grunde vom Ende einer Epoche im 19. Jahrhundert.
Tschechows Tragikomödie in vier Akten hat Leonardo Lidi zu einer etwas mehr als anderthalbstündigen pausenlosen Inszenierung konzentriert. Eine nicht schlechte Wahl vom Regisseur, weil man in diesem ‘Onkel Wanja’ nicht nur Tschechow, sondern auch alle Nuancen der typischen Atmosphäre seiner Meisterwerke mühelos erleben und verstehen kann. Auch Rhythmus und Tempo hat Lidi richtig gewählt: fast alle sentimentalen Effekte wurden gelindert, das Wesentliche wird ja bei Tschechow mit dem sehr eloquenten Text ausgedrückt. Es gab bis zum Schlussbild, dem grossartigen Höhepunkt des Abends, keine Längen.
Nicolas Boveys minimalistisches Bühnenbild bestand aus einer Trennwand und einer Bank aus Birkenholz, und auch dank dieser Einfachkeit konnte man sich wirklich auf den grossartigen Text konzentrieren, und das Nichtstun aller Figuren noch deutlicher spüren. Dazu setzte der Regisseur lange, mal mit Geräuschen, mal mit melancholischer Musik kommentierte Pausen. Interessant aber auch einfach das Light Design (ebenfalls von Nicolas Bovey); ländlich-modern aber adequat die Kostüme von Aurora Damanti.
Der Regisseur konnte auf ein grandios und nie manieriert spielendes Ensemble zählen, das imstande war, alle Nuancen und die Tiefe des komplexen Textes, sowie die Fragilität, Unsicherheit, Orientierungslosigkeit, Verzweiflung der Figuren hervorzuheben. Schauspielerisch war besonders Massimiliano Speziani in der Titelrolle differenziert, eine wahrhaftige Seelenstudie. Ebenfalls gut Giuliana Vigogna als seine Nichte, die Halbwaise Sonja, und Mario Pirrello als zynischer Dr. Astrow, Vegetarier, Freund und Fan der Natur. Die erste – seit Jahren hoffnungslos in den zweiten verliebt – ist vielleicht auch die glühendste Figur des Stücks. Perfekt Ilaria Falini als Jelena, die junge, schöne, aber nicht weniger depressive und unglückliche Frau des Professors, in die alle, auch Wanja, verliebt sind. Den Professor, Onkel Wanjas Schwager, den alle – ausser Wanja – lieben und verehren, spielt Maurizio Cardillo als hypochondrischen, alten, jammernden Mann. Sehr gut auch Francesca Mazza als Marina, die alte Njanja, sowie Giordano Agrusta (Telegin) und Tino Rossi (Wächter).
Tschechows Stücke bieten wie gesagt wenig Handlung. Es geht da eher um die inneren Vorgänge und um die Sehnsucht der Figuren. Und doch faszinierte Leonardo Lidis bittere, melancholische und poetische, aber ebenfalls heitere, zeitgemässe Inszenierung die eigentlich nicht zu zahlreichen Zuschauer am LAC. Die grosse Herausforderung war, mit einem vielversprechenden aber nicht leichten Stoff eine publikumsfreundliche Umsetzung, und damit einen schönen, überzeugenden, lohnenden Theaterabend zu bieten.
Luzerner Sinfonieorchester aktuelles Portraitfoto, Foto Vera Hartmann
Martin Helmchen Foto Giorgia Bertazzi
Mozart und Mahler Konzertfoto von Fleur Fuchs
Besetzung und Programm Dirigent Michael Sanderling Klavier Martin Helmchen Sopran Chen Reiss W. A.Mozart (1756 ‒ 1791) Konzertarie «Ch’io mi scordi di te? ‒ Non temer, amato bene» KV 505 Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-Moll KV 466 Gustav Mahler (1860 ‒ 1911) Sinfonie Nr. 4 G-Dur
Die, 1979 in Israel geborene Sopranistin Chen Reiss in eleganter mit goldenen Pailletten bestickter Abendrobe und der gebürtige Berliner Martin Helmchen (*1982), Markenzeichen die immer ausgeprägtere Wuschelkopffrisur, gesellten sich zu Orchester und Dirigent und das Konzert, im quasi vollbesetzten Konzertsaal, konnte beginnen.
Meisterhafte Interpretation: Chen Reiss und das Luzerner Sinfonieorchester in Mozarts Konzertarie KV 505
Chefdirigent Michael Sanderling
Die musikalische Fusion zwischen der herausragenden Sopranistin Chen Reiss und dem klanggewaltigen Luzerner Sinfonieorchester versprach ein unvergessliches Erlebnis. In Mozarts Konzertarie “Ch’io mi scordi di te? ‒ Non temer, amato bene” KV 505 entfaltet sich ein faszinierendes Wechselspiel zwischen der kraftvollen Stimme der Solistin und den nuancenreichen Klängen des Orchesters.
Einführung in die Harmonie der Klänge
Sopranistin Chen Reiss Foto Paul Marc Mitchell
Das Luzerner Sinfonieorchester unterstreicht von Anfang an die erhabene Atmosphäre der Komposition. Die eröffnenden Streicher setzen den Rahmen für die glanzvolle Erscheining von Chen Reiss, die mit ihrer Präsenz das Publikum sofort in ihren Bann zieht. Der Dirigent lenkt geschickt die Dynamik, um die perfekte Balance zwischen Orchester und Solistin zu gewährleisten.
Chen Reiss’ Virtuosität: Ein Hauch von Genialität
Chen Reiss betrat die Bühne mit einer Ausstrahlung, die das Auditorium erfüllt. Ihr Sopran erklingt mit einer Klarheit, die die feinen Nuancen von Mozarts Komposition offenbart. Jeder Ton ist durchdacht und setzt die Emotionen der Arie präzise in Schwingung. Die Sängerin navigiert mühelos durch die herausfordernden Passagen und verleiht der Arie eine persönliche Note.
Die Magie der Zusammenarbeit: Sopran und Orchester verschmelzen
Sopranistin Chen Reiss, Pianist Martin Helmchen und das Luzerner Sinfonieorchester Fotp Philipp Schmidli
In den gemeinsamen Momenten von Chen Reiss und dem Luzerner Sinfonieorchester entsteht eine harmonische Einheit. Die präzise Abstimmung zwischen Stimme und Instrumenten zeugt von einem tiefen Verständnis für die musikalische Vision des Werks. Das Orchester schafft einen beeindruckenden Rahmen, der die Sopranstimme von Chen Reiss perfekt umrahmt.
Dynamische Palette: Von zart bis kraftvoll
Die Arie selbst bietet Raum für eine breite dynamische Palette, die von zarten, lyrischen Passagen bis zu kraftvollen, dramatischen Höhepunkten reicht. Chen Reiss beherrscht diese Spannung meisterhaft und verleiht der Arie eine emotionale Tiefe, die das Publikum in ihren Bann zieht. Das Orchester unterstützt diese Dynamik, indem es geschickt zwischen den unterschiedlichen Stimmungen wechselt und die Intensität der Aufführung steigert.
Klangliche Raffinesse: Das Luzerner Sinfonieorchester in Höchstform
Das Luzerner Sinfonieorchester zeigt in dieser Aufführung eine beeindruckende klangliche Raffinesse. Die Streicher erzeugen subtile Klangfarben, während die Holzbläser und Blechbläser mit präzisen Artikulationen und warmen Klängen brillieren. Die orchestralen Zwischenspiele sind nicht nur Begleitung, sondern erweitern die musikalische Erzählung und tragen zur Gesamtwirkung der Aufführung bei.
Chen Reiss’ Bühnenpräsenz: Charismatisch und Einfühlsam
Die Bühnenpräsenz von Chen Reiss ist charismatisch und einfühlsam zugleich. Sie versteht es, das Publikum mit ihrer Ausdruckskraft zu fesseln und gleichzeitig in die emotionale Welt der Arie einzuführen. Jede Geste, jeder Blick scheint genau auf die musikalische Erzählung abgestimmt zu sein und trägt zur Intensität des Moments bei.
Fazit: Ein Konzerthighlight voller Brillanz und Emotion
In der Aufführung von Mozarts Konzertarie KV 505 durch Chen Reiss und das Luzerner Sinfonieorchester verschmelzen virtuose Gesangskunst und orchestrale Pracht zu einem beeindruckenden Konzerthighlight. Die subtile Abstimmung, die klangliche Brillanz und die emotionale Tiefe machen diese Interpretation zu einem unvergesslichen Erlebnis für Liebhaber klassischer Musik. Eine Hommage an Mozarts Meisterschaft und ein eindrucksvoller Beweis für die herausragende Qualität des Luzerner Sinfonieorchesters unter der Leitung ihres Chefdirigenten, die das Publikum mit einem langanhaltenden Applaus belohnte.
Wolfgang Amadeus Mozart Konzert für Klavier und Orchester Nr. 20 d-Moll KV 466
Solist am Klavier Martin Helmchen
Über zweieinhalb Minuten vergehen, bis der Solist, Martin Helmchen, erstmals in das Geschehen eingreift. Die klassische Struktur des Werks und der Dialog zwischen Orchester und Solist würden bereits genügen, um Zufriedenheit zu schaffen. Doch Helmchen geht einen entscheidenden Schritt weiter. Er begeistert mit Tonkaskaden, mit abrupten Rhythmuswechseln, mit einer Klangfülle, die von einem Moment zum andern ins Nichts abfällt, um von einem andern Standort aus neu zu beginnen.
Helmchens Interpretation: Zwischenbrodelnde Kräfte in Mozarts Klavierkonzert
Helmchen entdeckt die “brodelnden Kräfte hinter der äußeren Heiterkeit und Beschwingtheit”, besonders in den in Moll komponierten Werken wie dem d-Moll-Klavierkonzert KV 466. Die düstere Schattenwelt hinter der äußeren Leichtigkeit in Mozarts Moll-Kompositionen findet ihre Gegenseite im strahlenden Licht seiner Dur-Werke.
Zwischen Eleganz und Dramatik: Helmchens interpretatorische Meisterschaft
Dirigent Michael Sanderling
Helmchens interpretatorische Meisterschaft manifestierte sich in der gekonnten Balance zwischen Eleganz und Dramatik. Insbesondere im zweiten Satz, dem Romanze, schuf er mit seinem einfühlsamen Spiel eine intime Atmosphäre. Die lyrischen Phrasen flossen geschmeidig, während Helmchen gleichzeitig die emotionale Tiefe dieser Musik auslotete. Im Kontrast dazu brachte er im dritten Satz, dem rasanten Rondo, eine mitreißende Energie und Virtuosität zum Ausdruck, die das Publikum regelrecht in Begeisterung versetzte.
Magische Momente und musikalische Dialoge: Helmchen und das Orchester im Zusammenspiel
Die Magie dieser Aufführung offenbarte sich besonders in den Momenten des musikalischen Dialogs zwischen Helmchen und dem Orchester. Das luzide Zusammenspiel, die aufmerksame Kommunikation und die scheinbar mühelose Symbiose ließen die Musik atmen und schufen Momente von erhabener Schönheit. Die subtilen Wechselwirkungen zwischen Solist und Orchester enthüllten die Tiefe von Mozarts Komposition auf eine Weise, die selbst für erfahrene Hörer neu und faszinierend war.
Fazit: Eine klangliche Reise durch Mozarts Meisterwerk
Solist am Piano Martin Helmchen
In dieser beeindruckenden Aufführung durch Martin Helmchen und das Luzerner Sinfonieorchester unter Michael Sanderling verschmolzen Virtuosität und musikalisches Genie zu einer unvergesslichen klanglichen Reise. Die Eleganz von Helmchens Spiel, die kraftvolle Präsenz des Orchesters und Sanderlings souveräne Leitung schufen ein Konzerterlebnis, das die zeitlose Schönheit von Mozarts Meisterwerk in all ihrer Pracht entfaltete.
Die nicht enden wollenden Applauskaskaden des Auditoriums belohnte der Solist schlussendlich mit Robert Schumanns «Vogel als Prophet» als Zugabe.
Kraftvolle Inszenierung unter Michael Sanderling: Mahlers Monumentalwerk, die Sinfonie Nr. 4 G-Dur, in neuer Perspektive
Dirigent Michael Sanderling verstand es geschickt, die Spannung aufzubauen und die Dramatik in Mahlers Komposition genüsslich auszuloten. Souverän und präzise führte er seine Mitmusiker durch das Werk, setzte vermehrt auf Gestik und Körpereinsatz beim Dirigat. Erstaunlicherweise stiess das Monumentalwerk in seiner Urfassung bei Publikum und Kritikern auf Ablehnung. Selbst überarbeitete Fassungen hatten einige Jahre später keinen leichten Stand. Die Sinfonie, ursprünglich von Mahler als “Titan” betitelt, gilt heute als Meilenstein der Musikgeschichte. Ihr Weg dorthin war jedoch von Ablehnung und Herausforderungen geprägt, und auch heute noch wirkt sie mit ihren Brüchen und ihrer Doppelbödigkeit aufwühlend verwirrend.
Die eindrückliche Demonstration des Luzerner Renommierorchesters
Michael Sanderling Chefdirigent
Die Aufführung durch das Residenzorchester des KKL Luzern machte deutlich, warum diese Sinfonie ihren Platz in der Musikgeschichte zu Recht verdient. Alle Sinfonien Mahlers werden als “Finalsinfonien” betrachtet, wie bereits der einflussreiche Musikkritiker Paul Bekker im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts feststellte. Trotzdem klingt der schliessende D-Dur-Jubel im Kontext der tragischen Geschichte, die Mahler rein musikalisch erzählt, nicht erlösend, sondern fast schmerzlich. Der Philosoph Theodor W. Adorno drückte es treffend aus: Mahler war ein schlechter Jasager.
Mahlers Monument im modernen Kontext
Michael Sanderling Dirigent
Die eindrückliche Inszenierung unter Michael Sanderling brachte Mahlers Monumentalwerk, bei dem man nie weiss, wird Mahler jetzt aufbrausend oder sentimental, in eine neue Perspektive. Durch geschicktes Dirigat und eine präzise Führung entfalteten sich die Facetten dieser Sinfonie vor dem Publikum. Die Luzerner Sinfoniker vereinten sich zu einem kraftvollen Klangkörper, der die Herausforderungen des Werks bestens bewältigte. Die Ambivalenz zwischen Jubel und Tragik wurde dabei auf eine Weise hervorgehoben, die das zeitlose und emotionale Erleben dieser Sinfonie unterstrich.
Ein schmerzlich-erlösender Schluss: Mahlers musikalisches Statement
Sopranistin Chen Reiss Foto ab ihrer Homepage
Die Schlussklänge in D-Dur, die im Verbund mit der tragischen Erzählung stehen, vermittelten keine Erlösung, sondern vielmehr eine schmerzhafte Empfindung. Michael Sanderling und das Luzerner Sinfonieorchester verstanden es meisterhaft, die tiefe Emotionalität und die Kontroversen dieses Werks herauszuarbeiten. Adornos Einschätzung von Mahler als “schlechter Jasager” fand hier musikalischen Ausdruck, der weit über die Zeit des Komponisten hinausreicht und das Publikum nachhaltig beeindruckt.
Die Sinfonie endet im vierten Satz mit einem Lied „Das himmlische Leben“ («Wir geniessen die himmlischen Freuden»), nach einem Text aus „Des Knaben Wunderhorn“. Die Sopranistin A Chen Reiss, die sich inzwischen beim Dirigenten aufgestellt hatte, meisterte die schwierige Aufgabe, einer grossen Orchesterbegleitung mit ihrer glockenreinen, filigranen Stimme standzuhalten, dieses gar zu übertönen, grossartig.
Das Publikum belohnte die Ausführenden mit einem langanhaltenden, stürmischen Schlussapplaus, bedachte die einzelnen Register mi Extraakklamationen und steigerte diesen noch bei der Hervorhebung der Sopranistin durch den Dirigenten.
Das Publikum wartet auf das Luzerner Sinfonieorchester, das diesmal auf der Bühne sein wird Foto Marinella Polli
I Capuletti Montecchi Szenenfoto von Ingo Hoehn
I Capuletti Montecchi Szenenfoto von Ingo Hoehn
Giulietta Elizabeth Bailey Roméo Solenn’ Lavanant Linke Tebaldo Daniel Jenz Lorenzo Vladyslav Tlushch Opernchor Luzerner Theater Luzerner Sinfonieorchester
Eine glanzvolle semi-konzertante Aufführung von Vincenzo Bellinis tragedia lirica in zwei Akten ‚I Capuleti e i Montecchi’ (1830 in Venedig uraufgeführt) ist seit letztem Sonntag am Luzerner Theater zu geniessen.
Eine leider selten aufgeführte Oper
Capuletti Montecchi Szenenfoto von Ingo Hoehn
Da der Komponist die Partitur – wie es bei ihm fast jedesmal der Fall war – unter grossem Zeitdruck liefern musste, bediente er sich einiger Nummern aus seiner früheren Oper ‚Zaira’. Bellini ist und war ja für seine intensiven, reichen Melodien bekannt, und für diese wollte er auch bekannt bleiben. Die Änderungen, die er vornahm, waren in den Jahren vielleicht deswegen viele. Man weiss übrigens auch, wie sogar Wagner von seiner Fähigkeit fasziniert war, Musik und psychologische Texte zu verbinden. Das Endresultat ist was wir heute hören können, und man kann kaum verstehen, dass ein Belcanto-Juwel wie diese Oper nach der erfolgreichen Uraufführung fast in Vergessenheit geriet. Glücklicherweise, obwohl es immer noch nicht leicht ist, ‚‘I Capuleti e i Montecchi’ auf der Bühne zu erleben, scheint diese Bellinis Oper in der letzten Zeit eine wahrhaftige Renaissance zu erleben.
Das Duo Vincenzo Bellini und Felice Romani
Capuletti Montecchi Szenenfoto von Ingo Hoehn
Das Libretto schrieb Felice Romani, der wie erwähnt nicht direkt auf Shakespeare zurückgriff, sondern auf den Textbuch der Nicola Vaccais Oper ‚Giulietta e Romeo’, den er einige Jahre zuvor verfasst hatte. Die Geschichte von Romeo und Julia, bestimmt die berühmteste Liebesgeschichte aller Zeiten, fängt bei Bellini erst an, als die Katastrophe nicht mehr zu verhindern ist.
Die neue Luzerner Produktion
Dottor Lorenzo, Romeo, Giulietta und Capelio (v. l. n. r)
Am Dirigentenpult ist Jonathan Bloxham, der das Luzerner Sinfonieorchester (diesmal auf der Bühne) durch die teils stürmische teils wunderbar melancholische Partitur mit Begeisterung leitet. Maestro und Orchester bringen das Seelendrama wirklich intensiv aber mit sauberem Klang zu Gehör; einfach herzbewegend die Hörner und die Klarinette. Ohne zu sprechen von dem Cello und von der filigranen Begleitung der Arien durch die Harfe.
Sängerisch alle grossartig
Elizabeth Bailey als Giulietta
Makellos auch die Leistung vom Gesangsensemble sowie vom Opernchor Luzerner Theater unter der Leitung von Manuel Bethe. Alles wird wirkungsvoll und wunderschön vermittelt. In der Rolle der Giulietta kann man Elizabeth Bailey nur bewundern; auch für die Akustik des Luzerner Hauses singt sie perfekt und mit einer sehr sauberen Intonation, einer tadellosen Gesangskunst und einer ebenmässigen Linienführung. Als Romeo kann man die Mezzosopranistin Solenn’ Lavanant Linke erleben und man kann nur staunen, wie sie mit stimmlicher Agilität und bewundernswerter Klangfarbe, so einen grossartigen, mal stürmischen und dramatischen, mal romantischen Romeo singt. Rührend schon in der Auftrittsarie ‚Ascolta, se Romeo t’uccise un figlio’, herzzerreissend in ‚Deh! tu bell’anima’. Die Stimmen der beiden Sängerinnen verschmelzen sich buchstäblich in den Duetten: Bellini schuf ja hier einen fantastischen Kontrast, dies auch zur vor allem mit Männerstimmen besetzten Oper. Gut und mit einer schön timbrierten Stimme Daniel Jens als Tebaldo. Sehr gut und mit tadelloser, klarer Diktion Christian Tschelebiew als gnadenloser Vater Capellio, so wie auch Vladyslav Tluschch als Dottor Lorenzo und Giuliettas Vertrauter. Stimmgewaltig, sehr präsent, und mit ihren stark geschminkten Gesichtern manchmal irgendwie auch unheimlich und grotesk die Männer des Chors.
Eine eloquente Semi-Inszenierung
Capuletti Montecchi Szenenfoto von Ingo Hoehn
Für diese sogenannte semi-konzertante Aufführung hat Christine Cyris eine Art Auftrittschoreographie, oder eben eine Semi-Inszenierung kreiert, die auch ohne Bühnenbild eloquent genug ist. Die Fehde zwischen den beiden Familien, den Capuleti und den Montecchi, die Rivalität zwischen Tebaldo und Romeo, die grosse Liebe zwischen den Protagonisten, also alle Gefühle und Empfindungen bis zum tragischen Schicksal werden beeindruckend und durch eine perfekte Führung der dramatis Personae dargestellt. Optisch interessant, nicht zuletzt wegen Ivo Schniders Light Design, sind auch Ulrike Schneiderers Kostüme: schwarz und dunkelgrau für die Männer, weiss und sehr romantisch für Giulietta.
Eine umjubelte Première
Dank dieser neuen Luzerner Produktion von Bellinis ‚I Capuleti e i Montecchi’ darf das zahlreiche Publikum in den Genuss von wunderbaren musikalischen Kostbarkeiten kommen. Der entsprechend lange und begeisterte Applaus am Ende der Première am letzten Sonntag war daher keine Überraschung. (Bis Februar 2024)