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Gesundheit

Weltnichtrauchertag 2022: „Save (y)our Future“ - Jetzt den Rauchausstieg wagen

Rauchen schädigt unsere Gesundheit und unsere Umwelt: Jährlich sterben in
Deutschland etwa 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Und
Zigarettenreste belasten mit giftigen Inhaltsstoffen Boden und Gewässer,
wodurch die Gesundheit von Tieren gefährdet ist. Ein Rauchstopp kann diese
Gefahren deutlich reduzieren. Deshalb raten der Beauftragte der
Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Rauchausstieg und informieren
anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2022 Aufhörwillige zu
Unterstützungsangeboten. Der Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem
Motto: „Save (y)our Future“ – „Rette Deine und unsere Zukunft“.

Burkhard Blienert, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und
Drogenfragen: „Nach wie vor sterben in Deutschland viel zu viele Menschen
an den Folgen des Rauchens. Auch die Umwelt leidet unter den Schadstoffen
- von giftigem Abfall, Trinkwasserverschmutzung bis hin zur
Passivrauchbelastung. Tabak schädigt nicht nur die eigene, sondern auch
die Gesundheit von Kindern oder Partner*innen, die mit in
Raucherhaushalten leben. Wer also einen aktiven, wertvollen Beitrag für
sich und seine Umwelt leisten möchte, der hört auf zu rauchen!“

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Eine Entscheidung gegen das Rauchen
ist eine Entscheidung für ein gesünderes Leben und eine gesündere Umwelt.
Die BZgA motiviert zum Rauchstopp und unterstützt auf dem Weg in eine
rauchfreie Zukunft. Wir helfen mit verschiedenen, kostenfreien Angeboten
wie einem Online-Ausstiegsprogramm, der telefonischen Beratung oder
unserem rauchfrei-Startpaket. Die speziell geschulten rauchfrei-Lotsinnen
und Lotsen der BZgA bieten online eine persönliche Begleitung beim
Aufhören.“

Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter. Die gesundheitlichen Vorteile
des Nichtrauchens zeigen sich schon kurze Zeit nach der buchstäblich
letzten Zigarette. Nach durchschnittlich zwölf Stunden sinkt der
Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut, die Organe werden wieder besser mit
Sauerstoff versorgt, die Lunge wird gereinigt und ihre Funktion verbessert
sich allmählich. Nach rund einem Jahr sinkt das Risiko für eine koronare
Herzkrankheit auf die Hälfte des Risikos eines Rauchenden.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, beim
Rauchstopp auf qualitätsgeprüfte Unterstützungsangebote zu setzen.

Von der Nutzung von E-Zigaretten und Tabakerhitzern rät die BZgA ab, da
der Konsum mit Gesundheitsrisiken verbunden ist und die Wirkung beim
Rauchstopp in Studien nicht bestätigt werden konnte.

Die Zahl der Raucherinnen und Raucher im Erwachsenenalter in Deutschland
ist in den vergangenen Jahren von 34,9 Prozent im Jahr 2000 auf 21,4
Prozent im Jahr 2018 zurückgegangen. Pro Jahr werden bundesweit mehr als
70 Milliarden Zigaretten geraucht.

Die qualitätsgesicherten Rauchstopp-Angebote der BZgA im Überblick:

Online-Ausstiegsprogramm: Infos, Tipps und tägliche E-Mail. Unter
https://www.rauchfrei-info.de mit Forum und Lotsinnen und Lotsen sowie der
Aktion „Statt Rauchen: Jetzt neue Alternativen entdecken“

Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung unter der kostenlosen Rufnummer
0 800 8 31 31 31 montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags
bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Informationsbroschüren: „Ja, ich werde rauchfrei“ oder „Rauchfrei in der
Schwangerschaft“: Die Broschüren können bei der BZgA kostenfrei bestellt
oder direkt heruntergeladen werden unter: https://shop.bzga.de/

START-Paket zum Nichtrauchen mit der Broschüre „Ja, ich werde rauchfrei“,
einem „Kalender für die ersten 100 Tage“, einem Stressball und anderen
hilfreichen Materialien. Kostenlose Bestellung unter:
https://shop.bzga.de/

Bestellung der kostenfreien BZgA-Materialien unter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bzga.de/
Fax: 0221/8992257
E-Mail: bestellung(at)bzga.de

Informationen und hilfreiche Tipps für den Rauchstopp gibt auch die
Website der Kampagne des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und
Drogenfragen „Nutze deine Chance“: https://www.nutzedeinechance.de

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Entzündungen in Herzmuskelzellen bei Kindern: Sind defekte Gene eine Ursache?

Forscherin des Deutschen Herzzentrums Berlin untersucht
Krankheitsmechanismen von Herzmuskelentzündungen bei Kindern – unterstützt
mit Gerd-Killian-Projektförderung der Herzstiftung

Herzschwäche und Herzversagen werden bei Kindern oft durch eine
Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder eine krankhafte Erweiterung der
Herzkammern, eine sogenannte dilatative Kardiomyopathie (DCM),
hervorgerufen. Gerade bei Kindern unter zwei Jahren finden sich häufig
schwere Krankheitsverläufe mit gleichzeitigem Vorliegen einer DCM und
einer Inflammation, bei der Entzündungszellen im Herzmuskel gefunden
werden. Dadurch sind eine typische Myokarditis und eine DCM nur schwer
voneinander abzugrenzen. Genetische und immunologische Ursachen werden
hier vermutet. In Untersuchungen konnten bereits genetische Veränderungen
(Mutationen) bei Patienten mit primärer, also nicht durch andere
Erkrankungen hervorgerufener, DCM nachgewiesen werden. Gleichzeitig
konnten auch bei Kindern mit Myokarditis und dem Bild der DCM genetische
Veränderungen, die mit einer DCM einhergehen, identifiziert werden.
Im Rahmen einer von der Deutschen Herzstiftung (www.herzstiftung.de) aus
dem Gerd-Killian-Fonds mit 60.000 Euro geförderten Forschungsarbeit
untersuchen nun Forscher um Dr. med. Franziska Seidel, Assistenzärztin an
der Klinik für Angeborene Herzfehler und Kinderkardiologie am Deutschen
Herzzentrum Berlin (DHZB), diese Entzündungsprozesse in einem genetischen
Modell genauer. Das Gerd Killian-Forschungsprojekt von Dr. Seidel trägt
den Titel „Einfluss endogener und exogener Inflammation im
BAG3-induzierten Modell der dilatativen Kardiomyopathie“ und wird in der
AG Klaassen, Klinische Kardiogenetik (Leiterin Prof. Dr. Sabine Klaassen),
am ECRC (Experimental & Clinical Research Center) von Charité-
Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
in Berlin-Buch durchgeführt. Das Ziel der experimentellen Studie des Teams
ist die Analyse der endogenen wie auch exogenen Inflammation in einem In-
vitro-Kardiomyozyten-Modell, das eine krankheitsverursachende genetische
Variante im Gen Bag Cochaperone 3 (BAG3) trägt. BAG3 ist ein
krankheitsverursachendes Gen der primären DCM.

Krankheitsverursachende Variante im BAG3-Gen im Visier der Forscherin
Genetische Veränderungen im BAG3-Gen können das Gleichgewicht und den
Stoffwechsel von Herzmuskelzellen stören und zu einer DCM führen. Und
solche Mutationen im BAG3-Gen wurden auch bei Kindern mit Myokarditis und
dem Krankheitsbild einer DCM festgestellt. „Das begründet die Annahme,
dass bei diesen Patienten möglicherweise eine endogene, also eine vom
eigenen Organismus ausgehende Reaktion durch die BAG3-Mutation mit daraus
resultierender Entzündung (Inflammation) des Herzmuskels ausgelöst wird –
und nicht nur etwa eine Herzmuskelentzündung durch eine Virus-Infektion im
Rahmen eines Infektes“, erklärt Dr. Seidel. Die Ärztin und ihre
ForscherkollegInnen vom Max-Delbrück-Centrum wollen diese
Entzündungsprozesse nun genauer unter die Lupe nehmen. „Die Datenlage dazu
ist allerdings bislang spärlich“, so Seidel.
Das Forscherteam will in einem Modell aus Stammzell-induzierten
Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten), die eine krankheitsverursachende
Veränderung im BAG3-Gen tragen, zum einen die immunologisch wirksamen
endogenen Faktoren analysieren. Dazu wird u. a. gemessen, welche
entzündungsfördernden Stoffe (Zytokine) in den Zellen mit Genmutation
entstehen, eben jene Botenstoffe, die maßgeblich an einer Immunantwort
beteiligt sind. Zudem werden die Zellen mit bekannten inflammatorischen
Zytokinen behandelt, um den Einfluss einer externen (exogenen)
Inflammation vergleichen zu können. In einem 3D-Engineered Heart Tissue
(EHT)-Modell, bestehend aus Herzmuskelzellen, soll darüber hinaus geprüft
werden, wie sich die verschiedenen Entzündungsprozesse auf die
Kontraktionsfähigkeit dieser Herzmuskelzellen auswirken.

Herzmuskelentzündungen und Herzinsuffizienz: Therapieoptionen?
„Das Thema Inflammation im Rahmen einer Herzinsuffizienz ist generell
derzeit ein viel diskutiertes Thema, weil sich hieraus neue
Therapieoptionen ergeben könnten“, erläutert Dr. Seidel. „Vor allem
anhaltende Entzündungsvorgänge im Herzmuskel setzen dabei offenbar einen
Prozess in Gang, der zur Gewebeumbildung im Herzen führt, der wiederum
durch Ausschüttung von Zytokinen weitere Immunzellen aktiviert – ein
Teufelskreislauf entsteht.“ So scheinen immunsuppressive oder
-modulatorische Therapien wie IL-1-Inhibitoren (Anakinra, Canakinumab)
oder T-Zell-Modulatoren wie IL-2-Antagonisten vielversprechende
therapeutische Ansätze zu sein, um diesen Kreislauf der chronischen
Inflammation im Rahmen der Herzinsuffizienz zu unterbrechen.

Herz-Kreislauf-Forschung nah am Patienten
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter,
Spender und Erblasser kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von
ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF)
Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung
unverzichtbaren Größenordnung finanzieren.

Die Gerd Killian-Projektförderung wird anlässlich der gemeinsamen
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Kardiologie und
Angeborene Herzfehler (DGPK) und der Deutschen Gesellschaft für Thorax-,
Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) von der Deutschen Herzstiftung gemeinsam
mit der DGPK vergeben. Gefördert werden junge WissenschaftlerInnen mit
patientennahen Forschungsvorhaben in der Kinderkardiologie oder
Herzchirurgie. Benannt ist die Förderung nach Gerd Killian, der bereits in
jungen Jahren am plötzlichen Herztod verstarb. Seine Mutter Doris Killian
vermachte ihr Vermögen der Deutschen Herzstiftung und verfügte in ihrem
Testament, dass die Erträge ihres Vermögens der Erforschung angeborener
Herzfehler zugutekommen sollen. Infos zur Forschungsförderung der
Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/herzstiftung-und-forschung

Forschen für die Medizin von morgen: Neue Forschungsbroschüre
Über die Forschungsförderung der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen
Stiftung für Herzforschung informiert die Broschüre „Forschen für die
Medizin von morgen“. Der Band stellt eine Auswahl an geförderten
patientennahen Forschungsprojekten (Kardiologie, Herzchirurgie,
Kinderkardiologie) vor und berichtet darüber hinaus über die Vergaben von
Wissenschaftspreisen und stellt die Stifterinnen und Stifter sowie
Erblasser hinter den Preisen und Förderprojekten vor. Die Broschüre kann
unter Tel. 069 955128400 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
kostenfrei angefordert werden.

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Katheter-Behandlung von Vorhofflimmern: Verödung mit Wärme oder Kälte – was ist sicherer?

Herzstiftung fördert Forschungsprojekt „HIPAF-TRIAL“ an der Uniklinik
Köln, das zwei Formen der kathetergeführten Verödung (Ablation)
vergleicht, um die sicherste Methode für Patienten zu finden.

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und gehört mit der
Herzinsuffizienz und dem metabolischen Syndrom zu den stetig zunehmenden
Herzkreislauf-Erkrankungen. In Deutschland haben rund 1,8 Millionen
Menschen Vorhofflimmern – zum Teil nur gelegentlich, zum Teil auch
dauerhaft. Dabei schlägt das Herz meist unregelmäßig und schnell. Doch
nicht alle Betroffene wissen von ihrem unregelmäßigen Herzschlag, denn bei
jedem Zweiten tritt Vorhofflimmern ohne Beschwerden auf. Wird
Vorhofflimmern nicht behandelt, erhöht sich allerdings auf Dauer das
Risiko für Schlaganfälle. In Deutschland ist Vorhofflimmern für 20 bis 30
% der ischämischen Schlaganfälle und Fälle von Herzschwäche
(Herzinsuffizienz) verantwortlich (Infos unter
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern).

Mehr Klarheit durch Direktvergleich: Katheterablation mit Kälte vs. Wärme
mittels neuer „HPSD“-Ablationstechnik
Zur Standardtherapie bei Vorhofflimmern zählt die kathetergeführte
Verödungstherapie (Katheterablation), die in Deutschland nach Schätzungen
für das Jahr 2019 bis zu 97.000-mal pro Jahr durchgeführt wird (Deutscher
Herzbericht 2020). In einem von der Deutschen Herzstiftung geförderten
Forschungsvorhaben am Herzzentrum der Uniklinik Köln werden die
Komplikationsraten sowie der kurz- und langfristige Behandlungserfolg der
beiden Katheterablations-Verfahren per Kälteballon bzw. starkem
Stromimpuls mit Hilfe der sogenannten „High Power Short Duration
(HPSD)“-Ablation verglichen. Bei diesem neuen Ansatz der HPSD-Ablation
wird der Stromimpuls mit einer höheren Energie als bei der konventionellen
Stromablation bei sehr kurzer Zeit pro Stromabgabe durchgeführt. Die
Herzstiftung fördert mit über 50.000 Euro das Projekt „HIPAF – HIgh-Power
short-duration radiofrequency ablation for paroxysmal Atrial Fibrillation
(HIPAF-TRIAL)“ um den Projektkoordinator Jonas Wörmann und seine Kollegen
PD Dr. med. Arian Sultan und Prof. Dr. med. Daniel Steven. „Vorhofflimmern
ist eine ernst zu nehmende Herzrhythmusstörung, die effektiv und sicher
behandelt werden muss, um das Risiko für mögliche Folgeerkrankungen wie
Herzschwäche und Komplikationen wie Schlaganfall zu vermeiden. Das
Forschungsprojekt HIPAF-TRIAL soll zu mehr Patientensicherheit bei der
Vorhofflimmer-Ablation beitragen“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med.
Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Neue
Erkenntnisse der Kölner Herzspezialisten und Forscher sollen nun mehr
Klarheit zur Therapiesicherheit bei der Vorhofflimmer-Ablation bringen.
„Studiendaten haben zwar Hinweise geliefert, dass eine Verödung mit einem
kurzen, intensiven Stomimpuls kürzer dauert, weniger Komplikationen
aufweist und auch langfristig besser wirkt. Aber einen direkten Vergleich
der neuen High-Power- versus Kälteablation gibt es bisher nicht. Unsere
Untersuchung wird dazu nun wichtige Erkenntnisse liefern“, hofft
Projektkoordinator Wörmann, Assistenzarzt an der Abteilung für
Elektrophysiologie des Herzzentrums der Kölner Uniklinik.

Vorhofflimmern behandeln: Wann kommt die Ablationstherapie zum Einsatz?
Für die Behandlung von Vorhofflimmern stehen mehrere spezielle Therapien
zur Verfügung: Medikamente, nicht-medikamentöse Verfahren, bei denen die
Katheterablation im Vordergrund steht, und operative Verfahren. Wenn sich
das Herz nicht mit Hilfe von Medikamenten wieder in den Sinusrhythmus –
den normalen, regelmäßigen Herzschlag – zurückführen lässt oder nicht
tolerierbare Nebenwirkungen auftreten, kann die Katheterverödung
(Katheterablation) eine Therapiemöglichkeit sein. Diese invasive
Behandlungsmöglichkeit gehört zur Standardtherapie bei Vorhofflimmern.
Eine Durchführungsmöglichkeit ist dabei die „Pulmonalvenenisolation“. Hier
wird gezielt das Gewebe um die Lungenvenen (Pulmonalvenen) verödet. Diese
münden in den linken Vorhof des Herzens und spielen bei Vorhofflimmern
eine große Rolle. Die Pulmonalvenenisolation kann sowohl durch Strom als
auch durch Kälte erfolgen. In beiden Fällen entstehen Vernarbungen im
Gewebe, die das Flimmern beenden. Bei der sogenannten Kälteablation
mittels eines Ballons werden zum Beispiel Temperaturen von bis -60 Grad
Celsius erreicht. Ein neuer Ansatz für die Stromablation ist die bereits
genannte HPSD-Ablation.

Katheterablation: Macht heiß oder kalt einen Unterschied?
Im Projekt „HIPAF-TRIAL“ wollen die Kölner Forscher nun die
Komplikationsraten und den kurz- und langfristigen Behandlungserfolg der
beiden Katheterablations-Verfahren per Kälteballon bzw. starkem
Stromimpuls vergleichen. Dazu wird an insgesamt 170 Erkrankten jeweils
eines der beiden Verfahren durchgeführt. Entsprechende Vor- und
Nachuntersuchungen direkt nach dem Eingriff und nach drei bzw. zwölf
Monaten sollen zeigen, wie sich das Behandlungsergebnis z. B. auf die
Rezidivrate, also das erneute Auftreten von Vorhofflimmern, auswirkt.
„Somit dürfte unsere Studie neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit der
jeweiligen Ablationsmethode bei der Beseitigung des Vorhofflimmerns und
seiner Symptome sowie zu möglichen Komplikationen liefern – ein Beitrag zu
mehr Patientensicherheit“, so Wörmann.

Weitere Informationen zum Förderprojekt „HIPAF-TRIAL“ unter:
www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-katheter-behandlung

Vorhofflimmern ist Schwerpunktthema der bundesweiten Herzwochen 2022
(1.-30. November):  www.herzstiftung.de/herzwochen-2022-ankuendigung

1 Million Euro für Forschungsvorhaben zum Vorhofflimmern
Die Deutsche Herzstiftung sieht beim Thema Vorhofflimmern einen
dringlichen Forschungsbedarf und stellt eine Million Euro für innovative
Forschungsprojekte auf diesem Gebiet zur Verfügung. Bewerbungen können ab
sofort eingereicht werden. Ein Gutachtergremium wird die Projekte
beurteilen und die Gesamtfördersumme von 1 Million Euro auf die
ausgewählten Projekte aufteilen. Dabei können sowohl individuelle
Arbeitsgruppen wie auch Forschungsverbünde aus mehreren akademischen
Einrichtungen in Deutschland am Verfahren teilnehmen. Das
Forschungsvorhaben soll den Zeitraum von zwei Jahren nicht überschreiten.
Teilnahmeberechtigt sind in Deutschland tätige Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler. Link zum Forschungsantrag: www.herzstiftung.de
/vorhofflimmern-forschungsantrag

Herz-Kreislauf-Forschung nah am Patienten
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifterinnen und Stifter,
Spender und Erblasser kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von
ihr 1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF)
Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung
unverzichtbaren Größenordnung finanzieren. Infos zur Forschung unter
www.herzstiftung.de/herzstiftung-und-forschung

Forschen für die Medizin von morgen: Neue Forschungsbroschüre
Über die Forschungsförderung der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen
Stiftung für Herzforschung informiert die Broschüre „Forschen für die
Medizin von morgen“. Der Band stellt eine Auswahl an geförderten
patientennahen Forschungsprojekten vor und berichtet darüber hinaus über
die Vergaben von Wissenschaftspreisen und stellt die Stifterinnen und
Stifter sowie Erblasser hinter den Preisen und Förderprojekten vor. Die
Broschüre kann unter Tel. 069 955128-400 oder per E-Mail unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. kostenfrei angefordert werden.

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Schwangere rauchen für zwei

Stiftung Kindergesundheit warnt vor den Gefahren des Tabaks für Baby und
Mutter

Die gute Nachricht lautet: Die Zahl der Raucherinnen und Raucher in der
Bevölkerung ist seit einigen Jahren rückläufig. Besonders deutlich sinkt
der Anteil der Rauchenden unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Auch der Anteil der Schwangeren, die rauchen, hat sich seit Mitte der
1990-er Jahre fast halbiert und ist von 19,9 Prozent auf 10,9 Prozent
gesunken, stellt die in München beheimatete Stiftung Kindergesundheit
erfreut fest. Sie weist jedoch auf eine bedenkliche Tatsache hin, die man
denselben zwei Zahlen entnehmen kann: Etwa jede zehnte Schwangere raucht
weiter und setzt damit ihr ungeborenes Kind beträchtlichen Gefahren aus.
Es wächst nämlich mit jeder einzelnen Zigarette das Risiko für das Baby,
in seiner Entwicklung beeinträchtigt und gesundheitlich geschädigt zu
werden.

„Wenn eine werdende Mutter weiter raucht, raucht sie für zwei!“, betont
Professor Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung
Kindergesundheit. „Durch das Rauchen wird die Durchblutung der Gebärmutter
und damit auch die Versorgung des Ungeborenen mit dem lebensnotwendigen
Sauerstoff beeinträchtigt. Bereits eine einzige Zigarette steigert die
Herzfrequenz des Babys um zehn bis 15 Schläge pro Minute.“

Die im Zigarettenrauch enthaltenen Schadstoffe gelangen über die Plazenta
in den Blutkreislauf des Babys und hemmen so wichtige Prozesse von
Wachstum und Reifung. Kinder, die bereits im Mutterleib zum Mitrauchen
gezwungen werden, leiden mitunter noch jahrzehntelang an den Folgen des
Rauchvergnügens ihrer Mutter, konstatiert die Stiftung Kindergesundheit:
Neben dem Alkohol bedeutet das Rauchen die größte Gefahr für die
Gesundheit eines ungeborenen Babys.

Erhöhtes Risiko für Frühgeburt und Säuglingstod
Folgende Nachteile des Rauchens in der Schwangerschaft sind eindeutig
gesichert:

•       Rauchende Mütter erleiden häufiger eine Fehlgeburt als
Nichtraucherinnen. Sie haben ein erhöhtes Risiko für vorzeitige Blutungen,
für eine Eileiterschwangerschaft, für einen ungünstigen Sitz der Plazenta
in der Gebärmutter („Plazenta praevia“) und auch für Frühgeburten.
•       Nikotin verengt die Gefäße und verringert auch die Durchblutung
der Plazenta. Das hoch giftige Kohlenmonoxyd verdrängt den Sauerstoff aus
den roten Blutkörperchen – das Kind leidet unter einem chronischen
Sauerstoffmangel.
•       Als Folge der schlechten Durchblutung der Plazenta erhält das
Ungeborene auch weniger Nährstoffe. Es wächst deshalb langsamer, wird
besonders häufig sowohl kleiner als auch leichter geboren und hat bei der
Geburt einen geringeren Kopfumfang als Kinder von Nichtraucherinnen.
Jungen sind vom Wachstumsrückstand häufiger und in stärkerem Maße
betroffen als Mädchen.
•       Babys, die im Mutterleib zum Mitrauchen gezwungen waren, weisen
außerdem eine erhöhte Sterblichkeit während und nach der Geburt, aber auch
während des ganzen ersten Lebensjahres auf.
•       Das Rauchen während der Schwangerschaft begünstigt das Auftreten
angeborener Fehlbildungen beim Kind.
•       Rauchen ist mit deutlich erhöhtem Risiko für den plötzlichen
Kindstod (SIDS) verbunden.

Langfristige Folgen für die spätere Gesundheit
Neben diesen unmittelbaren Auswirkungen des Rauchens auf die Entwicklung
des Kindes gibt es eine Reihe von Gesundheitsstörungen, die erst später,
möglicherweise sogar erst nach Jahrzehnten zutage treten, betont die
Stiftung Kindergesundheit. So kann das Rauchen der Mutter einer späteren
Krebserkrankung des Kindes den Weg ebnen. Unter den Tausenden von
Schadstoffen des Zigarettenrauchs sind rund 50, die als Krebserreger
gelten: Kadmium und andere Schwermetalle, radioaktive Substanzen,
Pestizide, Nitrosamine, Benzpyren oder Formaldehyd und andere mehr.

Auch Allergien entwickeln sich bei Kindern von Raucherinnen häufiger.
Hautekzeme wie Neurodermitis und Atemwegsallergien wie Asthma treten bei
Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht haben, zwei-
bis fünfmal häufiger auf als bei Kindern nichtrauchender Frauen.

Hat die Mutter während der Schwangerschaft geraucht, liegt das Risiko für
ihr Kind, spätere Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen oder eine
Hyperaktivität zu entwickeln, bei etwa 22 Prozent, während Kinder von
Nichtraucherinnen nur zu acht Prozent von einem solchen Schicksal
betroffen sind.

Kinder von Müttern aus sozial benachteiligten Bevölkerungsschichten sind
von den Folgen des Rauchens während der Schwangerschaft stärker betroffen
als Kinder von Müttern mit einem höheren Sozialstatus.

Zum Verzicht auf die Zigarette ist es nie zu spät!
Ein Rauchstopp vor der Schwangerschaft wirkt sich positiv auf die
Gesundheit der Schwangeren und die Entwicklung des ungeborenen Kindes aus,
betont die Stiftung Kindergesundheit. Je früher die werdende Mutter auf
die Zigaretten verzichtet, umso größer sind die Chancen für das Baby,
keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erleiden.

Zum Rauchstopp ist es auch während der Schwangerschaft noch nicht zu spät,
unterstreicht Professor Dr. Berthold Koletzko: „Jede nicht gerauchte
Zigarette ist ein Gewinn für das Baby. Der Verzicht auf die Zigarette
lohnt sich immer, selbst noch kurz vor der Geburt. Für die häufig gehörte
Behauptung, der plötzliche Rauchstopp in der Schwangerschaft würde das
Ungeborene belasten, fehlt jede wissenschaftliche Bestätigung. Auch die
unangenehmen Entzugserscheinungen, die in den ersten Tagen nach dem
Verzicht auf Zigaretten bei der Mutter auftreten können, sind nicht zu
vergleichen mit der Befürchtung, dem Baby durch das Rauchen möglicherweise
dauerhaften Schaden zugefügt zu haben.“

Bitte mehr Rücksicht in Gegenwart einer Schwangeren!
Auch Passivrauchen führt zu Gesundheitsrisiken für das Ungeborene, hebt
die Stiftung Kindergesundheit hervor. Die Schadstoffe des Tabakrauchs
gelangen in den kindlichen Kreislauf, gleichgültig, ob sie aus einer von
der Mutter gerauchten Zigarette stammen oder aus der verräucherten Luft
ihrer Umgebung zu Hause oder im Beruf. So sind die nachteiligen
Auswirkungen des väterlichen Rauchens auf das Ungeborene durch
internationale Studien belegt.

Die Stiftung Kindergesundheit fordert deshalb: Genauso, wie es
selbstverständlich ist, einer Schwangeren in der Straßenbahn seinen Platz
anzubieten, genauso selbstverständlich sollte es werden, in Gegenwart
einer schwangeren Frau und in Räumen und Kraftfahrzeugen, die auch
Schwangere nutzen, keinesfalls zu rauchen. Das gilt für Frauen und Männer
gleichermaßen. Nur so können die Risiken für den schutzbedürftigsten aller
Passivraucher, für das ungeborene Baby, verringert werden.

Weitere Informationen finden Sie im Internet auf folgenden Seiten:
•       www.kindergesundheit.de
•       www.schwangerundkind.de
•       www.tabakkontrolle.de
•       www.dkfz.de
•       www.bzga.de

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