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Politik

Bundespräsident informiert sich über innovative Forschung „made in Niederbayern“

An drei Thementischen stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Delegation um Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Projekte des Technologiecampus Grafenau vor.  THD
An drei Thementischen stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Delegation um Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Projekte des Technologiecampus Grafenau vor. THD

Am Mittwoch, 18. Juli, besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
den Technologiecampus Grafenau (TCG). Im Rahmen seiner Regionalreise unter
dem Motto „Land in Sicht“ war die Forschungseinrichtung der Technischen
Hochschule Deggendorf (THD) seine erste Station. Gemeinsam mit dem
bayerischen Kultusminister Sibler und regionalen Bundestagsabgeordneten
informierte sich Frank-Walter Steinmeier über die zukunftsweisenden
Projekte des Campus. Großes Interesse weckte besonders das Projekt
„Digitales Dorf“, das sich im vergangenen Jahr in Windeseile zum
Erfolgsmodell entwickelte.

Seit der Eröffnung des Technologiecampus Grafenau im Jahre 2013 hat sich
die Forschungseinrichtung rasant entwickelt. Mit seinen vielfältigen
Projekten weckte das fast 40-köpfige Team um Campusleiterin Prof. Dr.
Diane Ahrens nationale wie internationale Aufmerksamkeit. Durch die enge
Zusammenarbeit mit Politik, Kommunen und Wirtschaft wurden Berichte über
die Aktivitäten der rührigen Forschungsgruppe bis nach Berlin getragen.

Impulsgeber für die Region

Die Bundestagsabgeordneten Rita Hagl-Kehl und Thomas Erndl sowie
Kultusminister Bernd Sibler und Landrat Sebastian Gruber begleiteten
Bundespräsident Steinmeier. Auch Hochschulpräsident Peter Sperber und
Grafenaus Bürgermeister Max Niedermeier freuten sich sehr über den hohen
Besuch. Diane Ahrens, Leiterin des Technologiecampus, gab ihren Gästen
einen kurzen Überblick über die Arbeit der Forscher in Grafenau: „Unser
Erfolg liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit. Erfahrene
Logistiker verstehen das Kundenproblem, Statistiker analysieren die
vorliegenden Daten, Mathematiker entwickeln Lösungsalgorithmen und
Informatiker setzen diese gemeinsam mit Mediendesignern in
bedienfreundliche Software um.“ Damit kommen am Technologiecampus Grafenau
alle Lösungen aus einer Hand. „In einer Region fern von den bekannten
Ballungszentren, wirken wir deshalb umso mehr als Impulsgeber und können
viel bewegen“, erläutert Ahrens. 2015 belebte der Neubau für die
Außenstelle der THD sichtlich den Stadtkern von Grafenau: aus einer
Problemregion mit Leerständen begann sich ein modernes offenes
Stadtzentrum zu entwickeln. Campusleiterin Diane Ahrens legt außerdem ein
besonderes Augenmerk auf die Verwurzelung in der Region sowie die
Kooperation mit kleinen und mittleren Unternehmen im Bayerischen Wald,
erwähnte aber auch größere Partner wie beispielsweise Rhode & Schwarz und
BMW. Staatsminister Sibler äußerte sich lobend über grenzüberschreitende
Projekte mit Tschechien.

Forschung „made in Grafenau“

An drei Thementischen stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des TCG
dem Bundespräsidenten ausgewählte Projekte aus den Forschungsschwerpunkten
des Campus vor. Thementisch eins und zwei waren dem digitalen Dorf
gewidmet. Das digitale Dorf hat zum Ziel, die Lebensqualität im ländlichen
Raum mit Hilfe der Digitalisierung zu unterstützen und dabei digitale
Anwendungen in diversen Lebensbereichen wie Mobilität, Medizin, Schule und
Verwaltung umzusetzen. Am ersten Thementisch thematisierte das Projektteam
die Arbeit des TCG als Wegbereiter in eine digitale Zukunft. Enger
Bürgerdialog, adäquate Berücksichtigung der Ängste und Vorbehalte seien
ein Grundstock erfolgreicher Umsetzung. Allerdings seien mit
Digitalisierung nicht nur offene Türen vorzufinden und, wie Steinmeier
ergänzte, „insbesondere die Vorteile und Erleichterungen aufzuzeigen“.
An Thementisch zwei erfuhr der Bundespräsident mehr über die Technologie
hinter dem Digitalen Dorf. Professor Elser betonte, dass die Technologien
so entwickelt würden, dass diese auch für finanzschwache Kommunen
kostengünstig und pflegearm seien. Jessica Laxa, Technische Leiterin im
Projekt „Digitales Dorf“, sprach über Angebote, von denen Gemeindebewohner
profitieren können. Zum Beispiel über die Möglichkeit, Vereinstermine
unkompliziert selber in einen Dorfkalender einzupflegen. Oder über eine
„Mitmach-App“, die bereits in hohem Maße genutzt wird, um die kommunale
Verwaltung auf kleinere Missstände, Schäden oder
Verbesserungsmöglichkeiten hinzuweisen. Bürgermeister Niedermeier
bestätigte, dass so ein direkter Draht zur Gemeinde geschaffen würde.
Neben regionaler Entwicklung, Logistik und Supply Chain Management,
beschäftigt sich das Grafenauer Team auch mit Big Data Analytics und Big
Data Applications, also Datenbanken, Analysen, Prognosen und maschinellem
Lernen. An Thementisch drei berichtete die Forschungsgruppe über ihre
Arbeit in diesem Bereich. Während in Betrieben zum Beispiel mit Hilfe
künstlicher Intelligenz die Maschineneinstellungen oder die
innerbetriebliche Materialversorgung verbessert werden, trägt der Campus
im Handel dazu bei, anhand von Prognosen die Lebensmittelverschwendung zu
reduzieren oder Modeverkäufe besser vorhersagen zu können. Bundespräsident
Steinmeier war sichtlich von den Forschungsinhalten angetan und testete
den vorbereiteten Foodscanner. Dieser kann in Sekundenschnelle
Qualitätsmerkmale zu Obst und Gemüse ausgeben, zum Beispiel den Süßegehalt
von Äpfeln. Die Grafenauer Forscher nutzen diese Technologie, um darauf
aufbauend auch Haltbarkeitsprognosen zu den Lebensmitteln abgeben oder
qualitätsmindernde Fehler in der Lieferkette aufdecken zu können.
Begeisterung fand das abschließend vorgestellte Projekt zur besseren
Essensplanung in Großkantinen. Teamleiter Robert Hable erklärte, dass die
Datenanalyse die Anzahl der benötigten Gerichte wesentlich genauer
prognostiziert und die Überproduktion von Essen um 20 bis 40 Prozent
gesenkt werden könne.

Nach einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Grafenau und das Gästebuch
des Technologiecampus Grafenau verabschiedete sich Steinmeier vom im Foyer
versammelten Team des Technologiecampus.

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Datenschützer macht's - renommierter Bürgerrechtler Breyer als EU-Kandidat gewählt

 Piratenpartei
 Deutchland
Piratenpartei
 Deutchland

Der digitale Freiheitskämpfer und Experte der Piratenpartei für Datenschutz Dr. Patrick Breyer ist von seiner Partei zum Spitzenkandidaten für die Europawahl 2019 gewählt worden. Der Jurist, der bis 2017 Vorsitzender der Piratenfraktion im Landtag von Schleswig-Holstein war, wird die neue starke Stimme für den Datenschutz in Europa.

Bundesweit bekannt wurde Breyer durch seine Klagen gegen die Vorratsdatenspeicherung und sein jahrzehntelanges Engagement in Datenschutzfragen. Die Piratenpartei wählt an diesem Wochenende in Sömmerda ihre Kandidaten für die Wahl des Europäischen Parlamentes 2019. Insgesamt 17 Kandidaten stellten sich zur Wahl, neun wurden letztlich von den anwesenden Parteimitgliedern auf die Liste gewählt, die nun von Dr. Patrick Breyer angeführt werden.

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Stadt Sursee, Ordentliche Einwohnergemeindeversammlung vom 14.05.2018, besucht von Léonard Wüst

Stadtrat Sursee Mai 2018v.l.n.r. Heidi Schilliger Menz, Bildungsvorsteherin; Bruno Peter, Stadtschreiber; Jolanda Achermann Sen, Sozialvorsteherin; Beat Leu, Stadtpräsident; Michael Widmer, Finanzvorsteher; Bruno Bucher, Bauvorsteher
Stadtrat Sursee Mai 2018 v.l.n.r. Heidi Schilliger Menz, Bildungsvorsteherin; Bruno Peter, Stadtschreiber; Jolanda Achermann Sen, Sozialvorsteherin; Beat Leu, Stadtpräsident; Michael Widmer, Finanzvorsteher; Bruno Bucher, Bauvorsteher

Traktanden:
1.Jahresbericht 2017 zur Kenntnisnahme

2Rechnung 2017

2.1Genehmigung der Laufenden Rechnung 2017 mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 944‘794.40, der Investitionsrechnung 2017 mit einer Nettoinvestitionszunahme von Fr. 4‘024‘331.60 sowie der Bestandesrechnung 2.2Beschlussfassung über die Verwendung des Ertragsüberschusses

3. Wahl der Revisionsstelle der Stadt Sursee für die Amtsdauer 2018 – 2020

4. Umfrage

5. Verschiedenes / Übergabe Bürgerrechtsbriefe

Im Anschluss an die Gemeindeversammlung findet die Orientierungsveranstaltung zum Bebauungsplan Surehof (Areal Frischfleisch AG) statt.

Stadtpräsident Beat Leu
Stadtpräsident Beat Leu

Stadtpräsident Beat Leu hiess die interessierten Bürger willkommen zur ersten Gemeindeversammlung 2018, die auch die allererste des neuen Stadtschreibers Bruno Peter war, der am 15. Januar sein Amt angetreten hatte. Nach dem üblichen Prozedere (Feststellung, dass die Unterlagen für die „Gmeind“ rechtzeitig auflagen, bzw. verschickt wurden, Wahl der Stimmenzähler usw. kam Leu unverzüglich zur Sache und stellte unter Traktandum 1 den Jahresbericht 2017 des Stadtrates vor.

Traktandum 2. Rechnung 2017

Der neue Stadtschreiber Bruno Peter
Der neue Stadtschreiber Bruno Peter

Dann erläuterte der Stadtpräsident die Rechnung, die, sehr zur Freude aller, viel besser als budgetiert abgeschlossen werden konnte und, statt des budgetierten Defizites von Fr. 907`000, einen Ertrag von Fr. 944`800 ausweist, also ein um total Fr. 1`852`000 besseres Ergebnis als erwartet. Die näheren Umstände, die dieses Ergebnis bewirkten, erläuterte Finanzvorstand Michael Widmer anschliessend ausführlich.

Stefan Gautschi von der Controlling Kommission kommentierte die erfreuliche Bilanz, meinte, dass die Stadt jetzt auf den richtigen Weg eingebogen sei und man optimistischer in die Zukunft blicken dürfe, als auch schon. Dann empfahl er noch, bei der unter Traktandum 3 gelisteten Wahl der Revisionsstelle für die Amtsdauer 2018 – 2020, wieder die aktuelle ( Balmer & Etienne, Luzern) zu bestimmen.

Auch die Vertreter aller Ortsparteien ( Susanne Stöckli, CVP, Yvonne Zemp, SP, Giovanni Valetti, FDP, Samuel Zbinden, Grüne) zeigten sich erfreut, lobten den Rat und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung für ihren Einsatz und empfahlen, die Rechnung zustimmend zu genehmigen und den Überschuss in die ordentlichen Reserven zu übertragen, was in der folgenden Abstimmung auch so geschah. (Somit verfüge die Stadt dann über 12,4 Millionen Franken als Eigenkapital, damit werde es möglich sein, zukünftige Investitionen zu 80 Prozent eigen zu finanzieren, erläuterte Michael Widmer später).

Traktandum 3 Wahl der Revisionsstelle

Einstimmig wurde die aktuelle Firma (Balmer & Etienne, Luzern) wieder gewählt.

Traktandum 4 Umfrage

Andreas „Züsli“ Hofer, Kantonsrat Grüne, wollte wissen, wieso die Stadt 1,6 Millionen an das Projekt Hochwasserschutz zahlen wolle, koste dies doch, mit Inkrafttreten des neuen kantonalen Gewässergesetzes ab 1. Januar 2019 die Gemeinden nichts mehr, da ab dann alle diesbezüglichen Kosten von Bund und Kanton übernommen werden. Beat Leu und Bauherr Bruno Bucher konnten „Entwarnung“ geben, ein diesbezügliches Schreiben an die zuständige kantonale Stelle sei bereits verfasst und geschickt worden, man werde also nichts bezahlen. (Der Betrag sei, aufgrund der über zehnjährigen Planung, halt noch immer gelistet gewesen). Hofer zeigte sich zufrieden mit der Auskunft.

Rainer Jacquemai erkundigte sich, wieso die Stadt 6000 m2 Land an die Gemeinde Oberkirch verkauft habe zum Preis von Fr. 10 pro m2. Der Marktwert läge bei ca. bis zu 3 Millionen Franken, wenn Oberkirch das Gelände umzone. Das sei entgegen dem Beschluss der letzten Gemeindeversammlung, wo der Antrag von Samuel Zbinden, Präsident Grüne, angenommen wurde, der die Kompetenz des Stadtrates bei Landverkauf auf 2,5 Millionen Franken limitiere. Replik von Stapi Beat Leu: Ein Preis von 3 Millionen sei nicht realistisch, aber selbst wenn das Gelände, aufgrund einer Umzonung an Wert gewänne, habe man eine Klausel im Vertrag, dass Sursee am Mehrwert partizipieren würde.

Traktandum 5 Verschiedenes & Übergabe Bürgerrechtsbriefe

Einen speziellen Willkommensgruss richtete der Stadtpräsident an die anwesenden Neubürger, denen er persönlich ihre Bürgerrechtsbriefe aushändigte und sie als Neusorser und Neuschweizer begrüsste.

Piroska Vaszary , Bereichsleiterin Planung und Bauberatung
Piroska Vaszary , Bereichsleiterin Planung und Bauberatung

Stapi Beat Leu begrüsste noch Piroska Vaszary , Bereichsleiterin Planung und Bauberatung als neue wichtige Mitarbeiterin, die sich mit sympathischen Worten gleich selber kurz vorstellte.

Darauf beendete Stadtpräsident Beat Leu die „Gmeind“, lud die Bürger noch zum traditionellen Umtrunk in die Sust ein, wo man sich auch noch persönlich mit den Behörden und Experten, Bauherren, Investoren usw. austauschen könne.

Anschliessend folgte noch, durch den Sorser Bauherrn Bruno Bucher die Orientierung zum Bebauungsplan „Surehof“

Thomas Lussi  Architekt, hier mit Beatrice Maeder Planerin seines Teams
Thomas Lussi Architekt, hier mit Beatrice Maeder Planerin seines Teams

Orientierung zum Bebauungsplan „Surehof“ Areal der Frischfleisch AG (Kunz, Bilten) dazu begrüsste Bucher folgende, in das Projekt involvierte Personen: Architekt Thomas Lussi (Gewinner des Projektwettbewerbes, den Projektleiter Hans Ueli Remund sowie den Vertreter der Investorenfamilie (Familie Ketterer aus Wollerau mit ihrer Sayano Family Office AG), Christof Meyer, Chief Investment Officer (CIO).

Hans Ueli Remund Projektleiter Surehof
Hans Ueli Remund Projektleiter Surehof

Lussi stelle sein Projekt vor, benannte Details, beantwortete Fragen. Christof Meyer erläuterte die Motivation der Investorenfamilie, die er, als ehemaliger Banker, in diesen Fragen berate.

Verschiedene Votantinnen zeigten sich angetan vom Projekt und hatten noch einige Fragen, u.a. betr. Parkplätzen, Anschluss an ÖV usw.

Werner R. Hess lobte das Projekt als solches, monierte aber, dass ihm der vorgesehene Name der Überbauung, nämlich „Surehof“ suur, also sauer, aufstosse, da man doch den gleichnamigen Fluss ( die Sure, teilweise auch Suhre geschrieben) in Sorsi, also Sursee, Sore benenne, dann sollte das zu realisierende Quartier logischerweise auch „Sorehof“ heissen.

Stadtpräsident Beat Leu orientierte, dass der Bebauungsplan ab sofort bei der Stadtverwaltung aufliege und ebenso online eingesehen werden kann. Anregungen und Bemerkungen der Bürger zu diesem Plan seien sehr willkommen und könnten eventuell bei der Feinjustierung zu einem späteren Zeitpunkt noch einfliessen, wenn das Projekt an einer kommenden „Gmeind“ aufgelegt werde.

Fazit:

Es war eine, wie laut Traktanden vorhersehbar, eher ruhige, unaufgeregte Gemeindeversammlung, wozu natürlich der ausgezeichnete Abschluss 2017 massgeblich beitrug. Die Pro Kopf Verschuldung beträgt noch Fr. 4800, da lag man auch schon mal bei über Fr. 8000. Unsere Regierung, mit der ihr untergeordneten Verwaltung, ist auf einem guten, vielversprechenden Weg und hat damit wieder einiges an Goodwill der Bürger zurückgewonnen.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos:  www.sursee.ch

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Das Luzerner Vollgeld-Komitee informiert zur Vollgeld-Initiative, Pressekonferenz in Sursee, 11. Mai 2018, besucht von Léonard Wüst

Eine Debatte auslösen, das will Dave Doran erreichen. (Foto  Remo Wiegand)
Eine Debatte auslösen, das will Dave Doran erreichen. (Foto Remo Wiegand)

Es sprachen folgende Mitglieder des Luzerner Vollgeld-Komitees:

Ivo Muri, Sursee
Prof. Dr. em. iur. Philippe Mastronardi, Horw
Heidi Joos, Luzern
KJ Dave Doran, Luzern

ebenfalls anwesend war Maurizio Degiacomi vom Kampagnenteam

 

Und darum geht es:

Eidgenössische Volksinitiative ‚Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative)

Durch die Volksabstimmung vom 18. Dezember 1891 erhielt der Artikel 39 folgende Fassung:

Art. 39.

1 Das Recht zur Ausgabe von Banknoten und anderen gleichartigen Geldzeichen steht ausschließlich dem Bunde zu.

Dieser Artikel wurde bei der Erneuerung der Bundesverfassung 1991 geändert.

Die Vollgeldinitiative verlangt quasi die Wiederinstallation dieses Passus, nämlich:

Die Bundesverfassung1 wird wie folgt geändert:

Art. 99 Geld- und Finanzmarktordnung

1 Der Bund gewährleistet die Versorgung der Wirtschaft mit Geld und Finanzdienstleistungen. Er kann dabei vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit abweichen.

2 Der Bund allein schafft Münzen, Banknoten und Buchgeld als gesetzliche Zahlungsmittel.

3 Die Schaffung und Verwendung anderer Zahlungsmittel sind zulässig, soweit dies mit dem gesetzlichen Auftrag der Schweizerischen Nationalbank vereinbar ist. Mehr dazu hier: www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis453t.html

Medienkonferenz Zusammenfassung:

Ivo Muri, Zeitforscher und Unternehmer, Begrüssung und Grundsätzliches zur Vollgeldinitiative

Ivo Muri, Zeitforscher und Unternehmer
Ivo Muri, Zeitforscher und Unternehmer

Der umtriebige Surseer Unternehmer erläuterte die wichtigsten Aspekte der Initiative, schilderte, wieso unser momentanes Finanzsystem ebenso gefährlich wie ungerecht ist, was mit dem Vollgeldsystem besser ist, unser Geld viel sicherer wäre. Die Vollgeld-Initiative verwirklicht, was die meisten Menschen heute schon für Realität halten. Wir Schweizer haben bereits 1891 den Banken das Drucken von Banknoten verboten und zur Aufgabe der Nationalbank gemacht. Genau wie damals bei Banknoten wollen wir nun der Nationalbank auch das Erzeugen unseres elektronischen Geldes übertragen. Die Vollgeld-Initiative will das Recht zur Geldherstellung komplett der Schweizerischen Nationalbank übertragen, wie es eigentlich seit 1891 dank einer Volksabstimmung in der Bundesverfassung vorgesehen wäre. Geldherstellung gehört zum Service Public. Vollgeld: Ja zu sicheren Konten. Und: Ja zu Bargeld. Das Problem: Unsicheres Bankengeld. Nicht alles Geld ist echtes Geld. 73 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer glauben gemäss einer repräsentativen Umfrage*, dass auch das Geld auf ihren Bankkonten von der Nationalbank stamme so wie das Bargeld im Portemonnaie. Das ist ein Irrtum. Unser elektronisches Geld wird nicht von der Schweizerischen Nationalbank geschaffen sondern von den privaten Banken erzeugt. Ziel: eine faire Ordnung der Geldwirtschaft. Gutes Geld braucht einen demokratisch legitimierten Eichmeister – die Vollgeld-Initiative weist den Weg in die richtige Richtung

Referat und Erläuterungen von Prof. Dr. em. iur. Philippe Mastronardi

Prof. Dr. em. iur. Philippe Mastronardi Foto Ralph Ribi
Prof. Dr. em. iur. Philippe Mastronardi Foto Ralph Ribi

Neu: Die Versorgung der Wirtschaft mit Geld ist eine öffentliche Aufgabe. Der Staat gewährleistet die Versorgung. Verstaatlicht wird nur der Entscheid über die Geldmenge Alles Geld soll von der Nationalbank geschaffen werden. Garantiert wird nur das «Dass», nicht das «Wie» der Versorgung. Die Banken werden an das öffentliche Interesse gebunden. Die Nationalbank bestimmt die Geldmenge nach demokratischem Gesetz. Die Banken bestimmen die Verteilung des Geldes nach Marktgesetzen. Heute haben die Banken ein doppeltes Privileg. Sie wirtschaften mit selbstgeschaffenem Geld. Der Staat übernimmt ihr Risiko bei Misswirtschaft oder Krise. Unter Vollgeld sind die Banken allen anderen Unternehmen gleichgestellt: Sie beschaffen ihr Geld von Dritten. Sie tragen ihr Risiko selbst. Fazit: Vollgeld ist die gerechte Lösung: Kundengelder sichern statt Banken retten! Wem gehört unser Geld? Heute gehört unser Konto der Bank. Unter Vollgeld wird unser Konto zu Geld, das uns gehört: Nationalbankgeld, wie die Münzen und die Noten. Unser Verdienst gehört doch uns – er soll endlich wieder unser Geld werden. Lasst uns unsere Konten sichern, statt Banken retten. Wir verschaffen dem Schweizer Franken eine stabile Basis. Ohne Vollgeld sind alle Reformen auf Sand gebaut.

Geld ist immer Macht. Heute liegt die Macht des Geldes bei den Grossbanken. Mit Vollgeld wird sie zwischen ihnen und der Nationalbank aufgeteilt. Wir errichten eine Gewaltenteilung:  Die Nationalbank bestimmt die Geldmenge, die Banken verteilen sie. Damit wird ein Teil dieser Macht unter die demokratische Kontrolle gebracht.

Heute bestimmen die Banken, wieviel Schweizer Franken es gibt. Ihr Geschäftsinteresse steht über dem öffentlichen Interesse an einem gesunden Franken. Das scheint mir eine verkehrte Welt.

Dave Doran, Berufsmusiker, Dozent an der HSLU Musik, Komitee Mitglied der ersten Stunde, Erläuterungen und persönliche Bemerkungen

Dave Doran, Berufsmusiker, Dozent an der HSLU Musik
Dave Doran, Berufsmusiker, Dozent an der HSLU Musik

Dave Doran erklärte, wieso er sich für die Initiative engagiert und sich aktiv im Komitee einbringe. Es geht vor allem um Grundsatzfragen von Gerechtigkeit, Macht und Vertrauen, um Staat versus Privatwirtschaft. Und natürlich um die Wirtschaftskrise von 2008, die gemäss den Initianten der Gier der Geschäftsbanken geschuldet war, deren negative Folgen mit einem Vollgeld-System minimiert werden könnten. Wenn ein UBS-Chef allen Ernstes behauptet, die Geschäftsbanken würden kein Geld schöpfen, dann geht es nicht um einen Glauben. Dann ist das einfach falsch. Punkt.».

Heidi Joos, Geschäftsführerin Geschäftsführerin von Avenir50plus Schweiz, Erklärungen und persönliche Erfahrungen

Heidi Joos, Geschäftsführerin des Vereins «50plus out in work»
Heidi Joos, Geschäftsführerin Geschäftsführerin von Avenir50plus Schweiz

Durch ihre berufliche Tätigkeit, vor allem als Geschäftsführerin von Avenir50plus Schweiz, sei sie besonders für Nöte und Ängste ihrer Mitmenschen sensibilisiert, was mitentscheidend sei für ihr persönliches Engagement beim Luzerner Vollgeld-Komitee. Ebenso über einen Vortrag von Banken-Prof. Marc Chesney an der Universität Zürich. Dieser erzählte, dass nur noch gerade ein Zwölftel des Geldes in der Realwirtschaft ist, und Elfzwölftel der Geldmenge im Finanzkasinokapitalmarkt, wo niemand mehr so genau die Übersicht habe, welche Derivate, Swaps usw gehandelt würden. Alles in allem eine hochrisikohafte Geldpolitik, die heute betrieben werde. Darin fand Joos die Erklärung, warum heute die KMU und innovativen Unternehmen Mühe hätten, trotz der hohen Geldmengen und der Niederzinspolitik, von den Banken Geld zu erhalten für ihr Wirtschaften. Diese legen ihr selbstgeschöpftes Geld lieber in riskanten Spekulationsobjekten an. Die Gewinne streichen sie ein, die Verluste gehen jeweils auf Kosten der Steuerzahler. Es sei unverständlich, wie Ueli Maurer anlässlich der Beratung der Vollgeld-Initiative haben sagen können, die Banken seien top seriös. Immerhin mussten sie seit 2007 20 Milliarden Bussen ans Ausland bezahlen für Zinsmanipulationen usw. Als Sozialfachfrau habe sie ausgerechnet, dass man mit diesen 20 Milliarden Franken während sieben Jahren die gesamten Aufwendungen für die wirtschafliche Sozialhilfe hätte berappen können. Aber ausgerechnet dieser Klientel wird nicht nur das Geld gekürzt, man hetzt ihnen auch Sozialversicherungsspione auf den Hals, als wären sie grossen Abzocker dieses Systems.

Maurizio Degiacomi vom Kampagnenteam

Maurizio Degiacomi vom Kampagnenteam
Maurizio Degiacomi vom Kampagnenteam

Ob im Radio, Fernsehen, Internet oder in den Zeitungen. Die Vollgeld-Initiative erhält immer mehr Aufmerksamkeit. Der Höhepunkt der letzten Woche war die Abstimmungsarena am Freitag 11. Mai 2018. Die Sendung zeigt, wie wenig die Gegner argumentativ zu bieten haben. Man will einfach alles so lassen wie es ist. Doch die plumpe Rhetorik verrät dem Zuschauer, dass dahinter nur der naive Irrglaube stehen kann, dass das Banken- und Geldsystem heute bestens funktioniert und keiner Änderung bedarf. Natürlich sind die Vollgeld-Befürworter ganz anderer Meinung. Und dies bringen sie auch klar zum Ausdruck.

 

Die ausführlichen Erläuterungen von  Philippe Mastronardi in der Zusammenfassung über diese Links:

2018 05 11 Key Statements 3 Vollgeld 2018 05 11 Referat Medien 2018 05 11 Verletzungen Sachlichkeit 2 2018 05 11 Vollgeld Medien Folien.

Trailer eines Referates von Prof. em. Dr. Philippe Mastronardi, Mehr als Vollgeld: Finanzmarktreform

www.youtube.com/watch?v=XKDQIDAFZ6E

 

www.vollgeld-initiative.ch

www.vereinmomo.com/

www.zeitzeichen.ch

Text: leonardwuest.ch

 

Homepages der andern Kolumnisten: https://noemiefelber.ch/

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Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst

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