Konjunktur: Zinssenkungen sind keine Lösung - Der Staat muss mehr investieren
Der Wirtschaftsweise Peter Bonfinger hält eine weitere Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank oder gar Strafzinsen für wenig geeignet, um die Konjunktur anzukurbeln. "Das fundamentale Problem unserer Volkswirtschaft, nämlich riesige Geldersparnisse auf der einen Seite und viel zu wenig Investitionsbereitschaft auf der anderen, wird dadurch jedenfalls nicht gelöst", sagte Bofinger der "Saarbrücker Zeitung". Dazu müsse der Staat mehr investieren.
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Wie das Forschungsinstitut IAB feststellt, arbeitet nur noch jeder zweite Beschäftigte in einem Unternehmen, für das ein Branchentarifvertrag gilt im Westen. Im Osten gilt lediglich für etwa jeden Dritten ein Tarifvertrag. Der Trend ist klar: Die Tarifbindung geht beständig zurück. Grund ist weniger der schwindende Organisationsgrad der Arbeitnehmer in den Gewerkschaften, sondern eher die abnehmende Akzeptanz von Tarifverträgen auf der Arbeitgeberseite. Den Ausstieg streben nicht nur notleidende Unternehmen an, die sich die Tarife nicht mehr leisten können. Mitunter hat die Abkehr vom Tarif auch irrationale Gründe.
Der fünfte Bericht über Wohnortswechsel internationaler Fachkräfte (Global Professionals on the Move Report) der Hydrogen Group, einer führenden globalen Personalvermittlungsagentur, ergab, dass die Anzahl an Fachkräften, die bereit wären im Ausland zu arbeiten, sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt hat. 35 % der Befragten würden auch im Ausland arbeiten, im Vergleich zu 16 % vor fünf Jahren; darüber hinaus denken 40 %, dass einem Umzug ins Ausland nichts im Wege stehen würde.