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Gesundheit

Kindermedikamente gezielt und sicher einsetzen!

Stiftung Kindergesundheit informiert über den richtigen Umgang mit
Arzneimitteln für kranke Kinder

Macht das Kind einen kranken Eindruck, ist den Eltern schnell angst und
bange: Was hat es bloß? Ist es etwas Schlimmes? Was können wir tun? Gibt
es etwas dagegen in der Apotheke? Oder müssen wir sofort zum Kinderarzt?
In solchen Fällen sofort zu einem Medikament zu greifen ist unnötig und
häufig sogar falsch, betont die Stiftung Kindergesundheit in einer
aktuellen Stellungnahme.

Keine Frage: Viele Krankheiten lassen sich heute mit Medikamenten
wesentlich besser behandeln als noch vor Jahren. Sie machen Schmerzen
erträglich, bekämpfen Keime, heilen oft schwere Leiden. Wenn heute die
Tuberkulose kein Todesurteil mehr darstellt, wenn viele ansteckende
Krankheiten sicherer behandelt werden können oder wenn seelische Störungen
einer Therapie zugänglich geworden sind, so ist das wesentlich den
modernen Arzneimitteln zu verdanken. Wenn ein Medikament von dem Kinder-
und Jugendarzt als notwendig bewertet und dem Kind verschrieben wird,
sollte es entsprechend der Verordnung und für die vorgesehene Dauer
eingesetzt werden.

Bei „Aua“ hilft oft schon Ablenken und Trösten
Aber nicht bei jedem kleinen Wehwehchen sind Medikamente nötig,
unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Bei Kindern klingen viele
Krankheiten nach einer Weile von selbst ab und lassen sich durch
Beruhigen, Ablenken und Trösten oft gut überwinden.

„Bei harmlosen Beschwerden wie leicht erhöhten Temperaturen sollten Eltern
nicht immer sofort zu Fieberzäpfchen, Säften oder Tropfen greifen, sondern
der Selbstheilung des kindlichen Organismus eine Chance geben und auch
bewährte Hausmittel wie Wadenwickel oder ein Abkühlbad erwägen“, empfiehlt
Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der in München ansässigen
Stiftung Kindergesundheit. Bei Kindern, die trotz erhöhter Temperatur
munter sind und normal essen und trinken, müssen keine Maßnahmen ergriffen
werden. Steigt die Temperatur aber über 38,5 Grad an, kann der
Allgemeinzustand eines Kindes beeinträchtigt werden: Es fühlt sich
schlecht, hat Muskel- und Gliederschmerzen, ist appetitlos und quengelig.
„Wenn das Kind so offensichtlich leidet, ist es sinnvoll, das Fieber zu
senken“, so Professor Berthold Koletzko.

„Sollen Medikamente bei Kindern eingesetzt werden, so müssen die Eltern
mehr beachten als Erwachsene bei der Einnahme von Arzneimitteln“, sagt der
Münchner Kinder- und Jugendarzt: „Sie sollten auch bei rezeptfreien
Mitteln vorsichtig sein und sich in Zweifelsfällen lieber an ihre Kinder-
und Jugendarzt wenden“.

Mädchen greifen häufiger zu Medikamenten als Jungen
Aktuelle Daten zeigen, dass für einen beachtlichen Teil der Menschen in
Deutschland das Einnehmen von Medikamenten zur Gewohnheit geworden ist:

•       Die Umsätze für Arzneimittel auf Kassenrezept haben sich seit 2005
von 23,6 auf 53,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

•       Die große Kindergesundheitsstudie des Robert Koch Instituts KiGGS
(Welle 2) untersuchte die Einnahme von Medikamenten bei Kindern und
Jugendlichen bis zu 17 Jahren und ermittelte beunruhigende Zahlen: Von
3.462 Kindern und Jugendlichen wendeten 1.292 mindestens ein Präparat in
den letzten sieben Tagen an. Das entspricht einer Häufigkeit von 36,4
Prozent und bedeutet, dass im Durchschnitt jedes dritte Kind und
Jugendliche im Alter von 3 bis 17 Jahren mindestens ein Arzneimittel
und/oder Nahrungsergänzungsmittel in den letzten sieben Tagen angewendet
hatte. Mädchen nahmen mit 38,5 Prozent signifikant häufiger Arzneimittel
oder Nahrungsergänzungsmittel ein als Jungen mit 34,4 Prozent. Verwendet
wurden insgesamt 2.265 Präparate, am häufigsten Mittel gegen Husten und
Schnupfen.

Unter diesen Umständen ist es tröstlich zu wissen, dass viele Medikamente
ausgesprochen harmlos oder manche Präparate sogar ohne eine spezifische
Wirkung sind. Dass sie dem Patienten dennoch häufig nützliche Dienste
erweisen, liegt vermutlich in der sogenannten „Placebo-Wirkung“ dieser
Präparate. Als „Placebo“ bezeichnet die Medizin Scheinmedikamente, die im
Aussehen und Geschmack einem echten Arzneimittel gleichen, aber keine
pharmakologisch wirksamen Substanzen enthalten.

Auch homöopathische Arzneimittel zählen zu den Medikamenten mit nicht
belegbarer Wirksamkeit. Sie wirken nicht über den Placeboeffekt hinaus.
Die meisten Homöopathika müssen von den Patienten selbst bezahlt werden.
Ihr Apothekenumsatz lag 2021 bei immerhin 535 Millionen Euro.

„Rezeptfrei“ heißt nicht immer harmlos!
Weil viele Arzneimittel ohne Rezept erhältlich sind, werden ihre Wirkungen
und Risiken von Eltern häufig unterschätzt, betont die Stiftung
Kindergesundheit. Diese Medikamente werden als OTC-Arzneimittel bezeichnet
(„Over The Counter“). Zu ihnen gehören auch verschiedene Schmerz- und
Fiebermittel, die in Apotheken angeboten werden.

Sie sind keineswegs immer harmlos: So soll Acetylsalicylsäure (ASS,
„Aspirin“) wegen der Gefahr einer zwar seltenen, aber gefährlichen
Komplikation („Reye-Syndrom“) bei Kindern erst ab zwölf Jahren eingesetzt
werden. Andere Schmerzmittel können die Nierenfunktion beeinflussen. Auch
Paracetamol gehört zu den am häufigsten verkauften OTC-Schmerzmitteln in
Deutschland. Bei Überdosierung bzw. zu häufiger Gabe kann der Wirkstoff
schwere Leberschäden verursachen, aber auch Veränderungen des Blutbildes
auslösen.

Es gibt viele Gründe, weshalb Medikamente gerade bei Kindern generell
zurückhaltend eingesetzt werden sollten, sagt die Stiftung
Kindergesundheit:

•       Kinder reagieren anders auf Arzneimittel als Erwachsene: So bauen
Babys und kleine Kinder ein Arzneimittel weniger schnell ab und scheiden
sie auch weniger rasch aus.

•       Der wachsende Organismus von Kindern und Jugendlichen reagiert
unter Umständen in jeder Entwicklungsphase unterschiedlich auf die
Wirkstoffe von Arzneimitteln. Gerade die Funktionen jener Organe, die
entscheidend bei der Aufnahme und Verarbeitung von Medikamenten sind, sind
zunächst unvollständig entwickelt. Diese Effekte sind umso ausgeprägter,
je jünger das Kind ist. Deshalb ist bei Früh- und Neugeborenen die Gefahr
einer Überdosierung besonders hoch. So sind zum Beispiel die Arbeit der
Leber und die Nierenfunktion noch nicht vollständig ausgereift.

•       Ebenfalls noch nicht vollständig gereift ist in sehr jungem Alter
die Barrierefunktion der Haut. Die Folge: Bestimmte Arzneimittel, die auf
der Haut angewendet werden, gelangen durch eine verstärkte Aufnahme
(Resorption) durch die Haut auch in andere Teile des Körpers (Mediziner
sprechen von einer „systemischen Wirkung“.) Beispiele dafür sind
kortisonhaltige Zubereitungen oder jodhaltige Desinfektionsmittel.

•       Es gibt zudem Arzneimittel, die Wachstum und Entwicklung
beeinträchtigen können.

Gewohnheiten der Familie vererben sich leicht
Eltern sind ihren Kindern manchmal auch in Dingen Vorbild, in denen sie es
gar nicht so gern sein möchten, gibt die Stiftung Kindergesundheit zu
bedenken: Nicht nur die Tischsitten werden in der Familie erlernt, sondern
auch die Trinkgewohnheiten und der Umgang mit Medikamenten.

Die Kinder beobachten, wie ihre Eltern ihre Alltagsprobleme zu bewältigen
versuchen. Wenn die Mutter bei jedem Unwohlsein oder jeder Verstimmung zur
Tablette greift oder der Vater zur Flasche, gewinnen die Kinder den
Eindruck, dies sei ganz normal – und machen es später genauso. Viele
Suchtexperten sind überzeugt, dass weder Zigaretten noch Haschisch die
eigentlichen Einstiegsdrogen für härtere Substanzen sind, sondern
Medikamente, die in vielen Familien oft so unbekümmert konsumiert werden.

So können Kindern auch durch den regelmäßigen Einsatz von frei
verkäuflichen Arzneimitteln oder Globuli auf die Einnahme einer Tablette
konditioniert werden. Sie lernen dann nicht ihrem Körper und sich selbst
zuzutrauen, auch allein mit Schmerzen oder negativen Gefühlen fertig zu
werden, ohne etwas einzunehmen. Sie verinnerlichen schon früh: „Ich nehme
eine Tablette, dann geht es mir besser”.

Keine Pillen aus der Hausapotheke der Eltern!
Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt den Eltern bei der
Selbstbehandlung ihres Kindes mit Medikamenten die Beachtung folgende
Punkte:

•       Verwenden Sie nur Präparate, die für Kinder zugelassen sind und
bei denen klare Dosierungshinweise auf dem Beipackzettel stehen.

•       Geben Sie Ihrem Kind niemals Medikamente, die von der Behandlung
eines Erwachsenen übriggeblieben sind.

•       Lassen Sie sich bei der Dosierung des Mittels von einem Arzt oder
einem Apotheker beraten.

•       Halten Sie sich streng an die vorgeschriebene Dosierung und ändern
Sie sie niemals eigenmächtig – viel hilft nicht viel, eher im Gegenteil!

•       Seien Sie sparsam mit Cremes und Salben und wenden sie nie
großflächig an: Wegen der im Bezug zum Körpergewicht weitaus größeren
Hautoberfläche von Babys und kleinen Kindern werden Wirkstoffe, aber auch
potentiell schädliche Hilfsstoffe (z. B. Alkohol oder Phenole) in höherem
Maße aufgenommen als im späteren Alter.

•       Kinder können farbige Dragees, Tabletten oder Arzneisäfte nicht
von Süßigkeiten oder Getränken unterscheiden: Bewahren Sie Arzneimittel
deshalb immer außer der Reichweite von Kinderhänden und kindersicher
verschlossen auf.

„Medikamente als Tabletten oder Dragees für das Kind sollten übrigens auf
keinen Fall als ‚Bonbons‘, ‚Guddi‘ oder ‚Zuckerl‘ bezeichnet werden“,
betont Professor Dr. Berthold Koletzko: „Auch flüssige Medikamente sollten
niemals als ‚Fruchtsaft‘ oder ‚süß‘ angepriesen werden, um sie dem Kind
schmackhaft zu machen! Solche Verharmlosungen erhöhen die Gefahr, dass
unverschlossene Medikamente in einem unbeobachteten Augenblick vom Kind
geschluckt oder getrunken werden“.

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Extremhitze: Vorsichtsmaßnahmen für Herzkranke

Medikamentendosis, Trinkmenge, Blutsalze (Elektrolyte): Hitzetipps der
Herzstiftung für ältere Menschen und Patienten mit Bluthochdruck,
Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen

Deutschland steht vor einer Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad
Celsius und mehr. Aus diesem Anlass weist die Deutsche Herzstiftung auf
wichtige Vorkehrungen für chronisch herzkranke Menschen hin. „Solche
extrem hohen Temperaturen können zur Herausforderung besonders für ältere
Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz-Kreislauf-
Erkrankungen wie einer Herzschwäche oder wegen Blutdruckproblemen in
Behandlung sind“, betont der Kardiologe und Intensivmediziner Prof. Dr.
Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Wenn
das Herz erkrankt ist, dann schränkt das auch die Leistung des
körpereigenen Kühlsystems, das übermäßige Wärme aus dem Blut über die
kleinen Hautgefäße abgibt, meist deutlich ein. Die Wärme kann vom
Kreislauf nur unter erheblicher Anstrengung aus dem Körper transportiert
werden. Die Folge können Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis
hin zum Kreislaufkollaps sein, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch
Muskelkrämpfe. „Solchen Komplikationen können Betroffene vorbeugen, indem
sie mit ihrem behandelnden Hausarzt oder Kardiologen spezielle
Vorsichtsmaßnahmen für extreme Sommerhitze rechtzeitig besprechen, die je
nach Herzerkrankung unterschiedlich sein können“, rät der Ärztliche
Direktor des Agaplesion Bethanien-Krankenhauses Frankfurt am Main.
Wichtige Vorsichtsmaßnahmen sind insbesondere das Anpassen der Trinkmenge
und das Achten auf den Elektrolyte-Haushalt. Eventuell sind auch
Dosierungsänderungen notwendig, insbesondere bei Einnahme von Blutdruck-
oder wassertreibenden Medikamenten (Diuretika). Über wichtige Empfehlungen
für Herzpatienten zum Umgang mit der Sommerhitze informiert die
Herzstiftung ausführlich unter www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-hitze

Blutdruck messen! Extreme Hitze lässt Blutdruck sinken oder zusätzlich
ansteigen
Generell sollten Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ältere
Menschen die Hitze möglichst meiden, sich körperlich schonen und
anstrengende Aktivitäten wie Sport in kühlere Räume (z. B. Ergometer zu
Hause) oder Phasen wie den Morgen oder den Abend verlagern. Extreme Hitze
setzt den Körper nämlich so unter Stress, dass der Blutdruck zusätzlich
steigen kann. „Auch deshalb leiden Patienten mit Bluthochdruck in
Hitzeperioden besonders“, berichtet Voigtländer. Aber auch das Gegenteil
kann der Fall sein, weil der Blutdruck aufgrund der Hitze und der sich
weitenden Gefäße stark abfallen und so zu Ohnmacht, Schwindel oder
Rhythmusstörungen führen kann. Manchmal fällt der Blutdruck so stark ab,
dass die Dosis der Blutdruckmedikamente angepasst werden muss. Deshalb
sollte man seinen Blutdruck durch regelmäßiges Messen gut im Blick haben,
um gegebenenfalls rasch reagieren zu können. Dosisänderungen sind
allerdings nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt vorzunehmen.

Diese Medikamente sollten Herzkranke bei Hitze besonders im Blick behalten
Bei Herzpatienten kann besonders bei längeren extremen Hitzephasen eine
Änderung der Dosierung ihrer Herzmedikamente notwendig sein. Das betrifft
z. B. neben den blutdrucksenkenden Medikamenten (Betablocker, ACE-Hemmer,
Sartane und Calciumantagonisten) auch Diuretika (Entwässerungsmittel) für
Herzschwächepatienten, damit diese nicht noch mehr Flüssigkeit verlieren
als sie das ohnehin durch das vermehrte Schwitzen tun. „Herz-Kreislauf-
Patienten sollten mit ihrem Arzt besprechen, welche Medikamente wie lange
bei Hitze reduziert werden sollten“, rät Voigtländer. Patienten mit einer
Thromboseneigung sollten zudem beachten, dass Hitze (und Kälte) die
Gerinnungsfähigkeit des Blutes erhöhen und entzündliche Prozesse in den
Gefäßen fördern können. „Bei hohen Temperaturen nimmt die Zähflüssigkeit
des Blutes aufgrund des Verlustes von Flüssigkeit durch Schwitzen zu“, so
Voigtländer auch mit Blick auf Herzkranke, die Gerinnungshemmer einnehmen.
Auch hier sollten Betroffene mit einer Thromboseneigung aufgrund der
Hitzeproblematik mit ihrem Hausarzt oder Kardiologen sprechen.

Genügend trinken ist wichtig für Elektrolyte-Haushalt – Achtung bei
Diuretika!
Auch über den Schweiß gibt der Körper Wärme ab, verliert dabei aber an
Flüssigkeit und Elektrolyten (Blutsalze: Natrium, Kalium, Magnesium): bei
sehr heißem Wetter ein bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Elektrolyte wie
Kalium und Magnesium (Info unter www.herzstiftung.de/kalium-und-
magnesiummangel) sind wichtig für die Herzfunktion und die Blutdruck-
Regulation. Trinken ist daher für den Ausgleich dieses Flüssigkeits- und
Salzverlusts wichtig. Gesunde trinken bei Durst automatisch so viel, wie
sie zum Ausgleich brauchen. Aber bei älteren oder herzkranken Menschen
kann das Durstgefühl nicht richtig intakt sein, so dass sie nicht
ausreichend trinken und der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen wird.
Ältere Menschen sind daher an heißen Tagen angehalten genügend zu trinken,
das heißt zusätzlich ein bis zwei Liter pro Tag. „Genügend“ heißt aber
auch: nicht zu viel! Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann gerade
bei Patienten mit einer Herzschwäche auch zur Verschlechterung ihrer
Herzleistung führen. „Herzpatienten sollten deshalb ihre Trinkmenge, aber
auch die Medikamenteneinnahme, mit ihrem Arzt abstimmen. Tägliches Wiegen
hilft zum Beispiel bei Herzschwächepatienten, die richtige Trinkmenge
festzulegen.“ Bei Hitze sollte man bevorzugt zu Mineralwasser, Kräutertee
oder verdünntem Fruchtsaft greifen. Von Alkohol wird abgeraten. Die
Getränke sollte man nicht stark kühlen, weil sonst die Wärmeproduktion im
Körper angeregt wird.

Tipp: Tägliches Wiegen zur Kontrolle der Trinkmenge
Insbesondere Patienten mit Herzschwäche sollten sich morgens vor dem
Frühstück und nach dem ersten Gang zur Toilette wiegen. Generell ist ein
regelmäßiges Wiegen am Morgen zur Kontrolle der Flüssigkeitsbilanz
ausreichend. Bei großer Hitze lässt sich durch zusätzliches Wiegen am
Abend die Flüssigkeitsbilanz über den Tag grob einschätzen: Ist das
Körpergewicht um mehr als 500 Gramm angestiegen, ist die tägliche
Trinkmenge zu hoch. Wer als Herzschwächepatient trotz Flüssigkeitszufuhr
abgenommen hat, sollte – nur in Abstimmung mit dem Arzt – die Dosis der
Entwässerungsmittel herabsetzen.

Wichtige Informationen für Herz-Kreislauf-Patienten zum Thema Hitze bietet
die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-hitze
Infos zum Kalium- und Magnesiummangel sind abrufbar unter
www.herzstiftung.de/kalium-und-magnesiummangel
Aus der Sprechstunde: www.herzstiftung.de/blutdruck-medikamente-hitze

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Projekt „5G4Healthcare“ der OTH Amberg-Weiden nimmt modernste 5G-Campus- Netzwerke in Betrieb

Besonders im ländlichen Raum bietet der Einsatz von 5G-Technologie enormes
Potential, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern, zum Beispiel durch
EKG-Echtzeitübertragung aus dem Rettungswagen, mobile Notfallgeräte oder
Televisite. Bereits seit 2019 untersucht die OTH Amberg-Weiden deshalb im
Rahmen des Forschungsprojekts „5G4Healthcare“, wie PatientInnen im
ländlichen Raum von der 5G-Technologie profitieren. Mit der Inbetriebnahme
modernster 5G-Campusnetzwerke an den Standorten Amberg, Weiden und
Neustadt wurde nun ein weiterer wichtiger Schritt in dem vom
Bundesministerium für Digitales und Verkehr geförderten Projekts gemacht.

Prof. Dr. rer. pol. Steffen Hamm, Projektleiter von 5G4Healthcare
erläutert dazu: „Durch die Übertragung hoher Datenmengen in Echtzeit
bildet 5G die Grundlage für innovative medizinische Dienste. Mit der
Inbetriebnahme der neuen Lösungen ist es uns nun möglich, sowohl am Campus
als auch bei Versorgungspartnern vor Ort im Projekt 5G4Healthcare die
Potentiale von 5G zu erforschen.“

Flexibler Aufbau
Das Netzwerk bedient sich der modernsten 5G Stand-alone
Netzwerktechnologie im geschützten 3,7-3,8 GHz Campus Frequenzbereich mit
höherer Bandbreite und geringerer Latenz als 4G. Außerdem werden mobile
5G-Einheiten eingesetzt, diese ermöglichen einen flexiblen Aufbau in
unterschiedlichsten Gebieten. Bereitgestellt wird das Campus-Netz von der
Smart Mobile Labs AG, die die öffentliche Ausschreibung dazu für sich
entscheiden konnten. Ausgewählt wurde das Unternehmen aufgrund seiner
Erfahrungen in den Bereichen Mobilfunk-Sondernetze und Campus-Lösungen,
5G-basierte Realzeit-Videokommunikation, Virtual Reality (VR) und
Augmented Reality (AR) für Realzeit-Video sowie Bilderkennungs- und
Tracking Lösungen. Die Smart Mobile Labs AG ist der größte 5G-
Systemintegrator in Deutschland und nutzt Komponenten führender
Hersteller, in diesem Fall die technische Lösung „Nokia Digital Automation
Cloud“ (DAC), die zuverlässige Konnektivität mit hoher Bandbreite und
geringer Latenz für Sensoren, Maschinen und andere Geräte bietet.
Rüdiger Hnyk, Vorstand der Smart Mobile Labs AG, erläutert: „Durch die
Kombination von Richtfunk und zellularer Funktechnologie können neueste
5G-SA-Zellen auf weit entfernten Feldern flexibel und kurzfristig
aufgebaut werden, um neue Anwendungen in der Gesundheitsbranche zu testen
und zur Produktreife zu bringen. Smart Mobile Labs unterstützt das
Projektteam von 5G4Healthcare bei Installation und Anwendungsintegration
der 5G-SA-Anlagen.“

Über das Projekt 5G4Healthcare:
„5G4Healthcare“ ist eines von sechs Forschungsprojekten, die im Rahmen des
5G-Innovationsprogramms des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr
gefördert werden. Ziel des Projektes ist es, die Machbarkeit, die
Möglichkeiten sowie die Grenzen der Verbesserung der Effektivität und
Effizienz in der ländlichen Gesundheitsversorgung durch die 5G-Technologie
auszuloten und Handlungsempfehlungen für skalierbare Lösungen abzuleiten.
Unter Führung der OTH Amberg-Weiden wird der Einsatz von 5G in den beiden
Use Cases „Integrierte Versorgung“ und „Homecare“ konzipiert (Phase 1),
modellhaft implementiert (Phase 2) sowie erprobt und evaluiert (Phase 3).
Aus den Ergebnissen des Projektes sollen neue Lösungen entwickelt werden,
die als Blaupause für einen konsequent Digital-Health-gestützten
medizinischen Versorgungsansatz in ländlichen Regionen dienen sollen.

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Online Vortrag: Versorgung von Dialysepatient:innen in der Ukraine

Dr. Dmytro Khadzhynov referiert am Donnerstag, den 28.07.2022 über die
Versorgung ukrainischer Dialysepatient:innen – vor und während des
Krieges. Eine Teilnahme ist kostenfrei nach vorheriger Anmeldung möglich.

Der Angriffskrieg Russlands schafft in der Ukraine Verwüstung, Tod und
Leid. Daher ist auch für die Patient:innen mit chronischer
Niereninsuffizienz, die auf eine Dialysebehandlung angewiesen sind, die
Lage prekär. Die Dialysezentren in größeren Städten, die jetzt unter
russischer Okkupation stehen, sind für die Bevölkerung nicht mehr
zugänglich. Es gibt keine funktionierenden Dialyseeinrichtungen im
Südosten der Ukraine. Viele Patient:innen mussten fliehen, um den Zugang
für die lebenserhaltene Therapie nicht zu verlieren.

Aus diesem Grund war sich die Politik schnell einig, frühzeitig die
Patientenversorgung in der Ukraine zu unterstützen und allen nierenkranken
Menschen aus den Kriegsgebieten uneingeschränkt ambulante Leistungen in
den rund 200 KfH-Zentren in Deutschland anzubieten.

Unter anderem über dieses Thema berichtet der Referent Dr. Dmytro
Khadzhynov in seinem Vortrag „Die Dialyse in der Ukraine – vor und während
des Krieges“ am Donnerstag, den 28.07.2022 ab 18:00 Uhr. Der gebürtige
Ukrainer skizziert die Herausforderungen der aktuellen Situation. Er
vergleicht unter anderem die Versorgung von Patient:innen in der Ukraine
mit der in Deutschland und beleuchtet dabei die besondere Rolle des KfH.

Moderiert wird der Vortrag von Prof. Dr. Michael Masanneck, Professor für
Krankenhausmanagement und medizinische Kompetenzvernetzung an der APOLLON
Hochschule sowie Vorstand für Medizin und Zentren des KfH.

Zur Teilnahme am kostenfreien Online-Vortrag benötigen Interessierte einen
Computer mit Internetzugang und Audioausgabe. Mit der Anmeldung bis zum
27.07.2022 per E-Mail an studienorganisation(at)apollon-hochschule.de
erhalten externe Teilnehmer:innen die Zugangsdaten zum virtuellen
Vortragsraum. Der Warteraum ist ab 17:30 Uhr geöffnet. Studierende der
APOLLON Hochschule entnehmen die Anmeldemöglichkeiten und Zugangsdaten den
Informationen auf dem Online-Campus.

Dr. Dmytro Khadzhynov war viele Jahre an der Medizinischen Klinik mit
Schwerpunkt Nephrologie und internistische Intensivmedizin der Charité
tätig. Zuletzt als Oberarzt der Dialysestation des Berliner Krankenhauses.
Seit Januar 2022 arbeitet er in der ärztlichen Leitung des KfH-
Nierenzentrums in Berlin-Mitte. Als Teil des TaskForce-Teams der European
Renal Association unterstützt er mit anderen Kolleg:innen des KfH und der
Charité die Mitglieder der Ukrainischen Gesellschaft für Nephrologie und
begleitet zahlreiche Initiativen für die Unterstützung der Ukrainer.

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