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Gesundheit

Ergebnisse der SARS-CoV-2-Antikörper-Studie Corona-Monitoring bundesweit – Welle 2

Das Robert Koch-Institut hat neue Daten aus seiner großen Antikörperstudie
"Corona-Monitoring bundesweit – Welle 2" veröffentlicht.

Die Studie wurde gemeinsam mit dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am
Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durchgeführt (ein
Factsheet zu Ergebnissen ist unter www.rki.de/lid-studie abrufbar). "Das
RKI erhebt vielfältige Daten, mit denen die COVID-19-Pandemie umfassend
eingeschätzt werden kann", betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert
Koch-Instituts. "Dazu zählen nicht nur die Meldedaten, die aufgrund
rechtlicher Vorgaben ans RKI übermittelt werden, sondern insbesondere auch
die zahlreichen Studien und Projekte, die das RKI zur Verbreiterung der
Datenbasis bei akuten Atemwegsinfektionen initiiert hat, viele davon
bereits vor der COVID-Pandemie, sodass auch wichtige Vergleichsdaten
verfügbar sind", unterstreicht Wieler.

Ein wichtiger Baustein sind serologische Studien, bei denen Antikörper
gemessen werden, um den Anteil der Bevölkerung, der mit SARS-CoV-2
infiziert oder dagegen geimpft war, zu bestimmen, sowie weitere Aspekte
durch Befragungen zu bearbeiten. Neben lokalen Antikörperstudien in
Corona-Hotspots 2020 und der kontinuierlichen Untersuchung von
Blutspendern (SeBluCo, seit 2020) führt das RKI auch eine repräsentative
Studie auf Bundesebene durch, nach 2020 nun zum zweiten Mal. Die jüngste
Erhebung mit insgesamt 11.162 Personen ab 14 Jahren führten RKI und SOEP
in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und
dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge durch.
Die Daten wurden zwischen November 2021 und Februar 2022 erhoben (etwa 80
Prozent der Serumproben gingen im November/Dezember ein, daher beziehen
sich die dargestellten Ergebnisse vor allem auf den Zeitraum bis zum
Jahreswechsel 2021/2022).

Die Seroprävalenz von (IgG-)Antikörpern bis zum Jahreswechsel 2021/22 in
der Bevölkerung ab 18 Jahren wird bundesweit auf 92 Prozent geschätzt, bei
den 14- bis 17-Jährigen waren es 86 Prozent. Aus der Seroprävalenz und den
Fragebogen-Angaben schließen die Forschenden, dass etwa 90 Prozent der
Erwachsenen in Deutschland mindestens einmal geimpft waren und einen
weiteren Antigenkontakt (durch Impfung oder Infektion) hatten. Eine
durchgemachte Infektion mit SARS-CoV-2 reicht laut Ständiger
Impfkommission (STIKO) nicht aus, um spätere COVID-19-Erkrankungen zu
verhindern. Vielmehr ist ein guter Schutz vor schwerer Erkrankung erst
durch eine mehrmalige Auseinandersetzung mit dem SARS-CoV-2-Virus oder
Virusbestandteilen zu erlangen. Dies kann durch eine dreimalige Impfung
oder durch eine Kombination von Impfungen und Infektion erreicht werden.
Die Studie Corona Monitoring bundesweit zeigt, dass dies Ende 2021 für ein
Drittel der über 18-Jährigen erfüllt war.

In der Studie wurde auch die Untererfassung untersucht: Die Zahl der
festgestellten Infektionen bei Erwachsenen lag - bezogen auf den gesamten
Pandemiezeitraum bis Ende 2021 - etwa 1,5 bis 2 mal so hoch wie in den
Meldezahlen. Zu berücksichtigen ist, dass die Unterfassung zeitlich und
regional unterschiedlich sein kann, abhängig von Einflussfaktoren wie z.B.
Teststrategie und -angeboten.

Die Teilnehmenden der Studie konnten über das SOEP, einer seit Jahrzehnten
etablierten Langzeitstudie, gewonnen werden. "Das Sozio-oekonomische Panel
ist eine repräsentative Erhebung, die auf einer Zufallsstichprobe der
Wohnbevölkerung in Deutschland basiert. Damit ist es sehr gut geeignet,
Aussagen über das Infektionsgeschehen der gesamten Bevölkerung zu
treffen", sagt SOEP-Direktor Stefan Liebig. "Darüber hinaus werden wir
beobachten können, wie sich die Corona-Pandemie auf verschiedenste
Lebensbereiche wie Familie und Beruf, aber auch auf persönliche
Einstellungen längerfristig auswirken wird."

Die Teilnehmenden führten eine Selbstentnahme von Kapillarblut aus der
Fingerkuppe durch (Trockenblutprobe) und füllten einen Fragebogen aus. Die
an der Studie beteiligten Personen werden auch weiterhin Teil der SOEP-
Befragungen sein. So können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch
die mittel- und langfristigen Folgen der Corona-Infektionen in Deutschland
analysieren.

Weitere Ergebnisse der Studie, zu Risikogruppen und zu Long COVID, werden
im Laufe des Jahres berichtet. Zudem sind Auswertungen zur
Impfbereitschaft, zu Risiko- und Schutzfakto-ren für eine Infektion, zur
psychischen Gesundheit und zum Gesundheitsverhalten während der Pandemie
vorgesehen, ebenso zu Unterschieden in Abhängigkeit von der sozialen Lage
sowie zu regionalen Unterschieden.

Weitere Informationen: www.rki.de/lid-studie

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Fragen zum Thema Affenpocken – BZgA informiert

Aktuell erreichen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Anfragen aus der Bevölkerung zum sogenannten Affenpockenvirus oder
Monkeypox Virus (MPXV). Das Virus tritt seit Mai 2022 in Europa und auch
in Deutschland auf. Auf den Webseiten https://www.infektionsschutz.de und
https://www.liebesleben.de informiert die BZgA zu Affenpocken, der
Erkrankung, darüber, wie sich infizierte Personen verhalten sollten und
wie man sich am besten schützen kann.

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA: „Bürgerinnen
und Bürger wenden sich an die BZgA, weil sie verunsichert sind und
verlässliche Informationen zum Thema Affenpocken suchen. Ergänzend zu
unserem telefonischen Beratungsangebot haben wir den Erregersteckbrief zu
Affenpocken entwickelt, der die wichtigsten Fragen beantwortet. Wir raten
jedem Menschen, der Symptome einer möglichen Erkrankung bei sich bemerkt
oder befürchtet, sich infiziert zu haben, sich sofort telefonisch an seine
Ärztin oder seinen Arzt zu wenden.“

Darüber hinaus bietet die BZgA auf ihrer Internetseite
https://www.infektionsschutz.de Antworten auf häufige Fragen (FAQ) zum
Thema. Das gemeinsame Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung und des Robert Koch-Instituts informiert ergänzend zu
Übertragungswegen und Präventionsmöglichkeiten.

Die aktuell wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Affenpocken:

Was sind Affenpocken?

Affenpocken sind eine seltene Virusinfektion. Die Erkrankung wird durch
das Affenpockenvirus verursacht, das mit den Menschenpockenviren und den
Kuhpockenviren verwandt ist.

Wie werden Affenpocken übertragen?

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist vor allem bei engem Kontakt
möglich. Besonders ansteckend ist der Bläscheninhalt sowie der Schorf der
Hautveränderungen von infizierten Personen. Eine Übertragung kann auch
durch Kontakt zu Geschwüren, Wunden im Mund oder mit Körperflüssigkeiten
wie Speichel erfolgen. Eine Übertragung des Virus ist zudem über Textilien
und Essgeschirr einer Person, die sich mit den Affenpocken angesteckt hat,
möglich.

Ob Affenpocken beim Sex über Samenflüssigkeit oder Vaginalflüssigkeit
übertragen werden, ist nicht abschließend geklärt. Das Risiko, sich mit
Affenpocken zu infizieren, ist nicht auf sexuell aktive Menschen oder auf
Männer, die Sex mit Männern haben, beschränkt. Da es aber zu engem
Körperkontakt kommt, ist eine Übertragung beim Sex möglich. Schwangere,
die sich mit Affenpocken angesteckt haben, können das Virus an ihr
ungeborenes Kind weitergeben. Eine Ansteckung des Babys ist auch bei der
Geburt möglich.

Menschen, die infiziert sind, können andere anstecken, solange sie
Symptome haben. In der Regel sind das zwei bis vier Wochen. Die
Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem
Beginn der Erkrankung, beträgt etwa fünf bis 21 Tage. Kürzere
Inkubationszeiten von zwei bis vier Tagen scheinen der aktuellen Datenlage
zufolge in Einzelfällen möglich.

Wie äußert sich die Krankheit?

Allgemeine Anzeichen einer Ansteckung mit Affenpocken können Fieber-,
Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten sein. Es
entwickeln sich teilweise sehr schmerzhafte Hautveränderungen in Form von
Flecken und Pusteln, die mit der Zeit verkrusten und abfallen. Der
Ausschlag tritt vor allem an Gesicht, Handflächen und Fußsohlen auf. Es
sind jedoch auch Haut- und Schleimhautveränderungen an Mund, Genitalien
und Augen möglich. Die Hautveränderungen halten in der Regel zwischen zwei
und vier Wochen an und heilen ohne Behandlung von selbst ab. Dabei kann es
zu Narben kommen.

Was tun bei Verdacht auf eine Infektion mit Affenpocken?

Nach Kontakt zu Personen, die mit Affenpocken infiziert sind, sollte das
örtliche Gesundheitsamt kontaktiert werden. Es gibt die Möglichkeit, sich
zeitnah nach Kontakt zu einer infizierten Person impfen zu lassen. Dies
ist möglich, solange noch keine Symptome auftreten.

Bei ungewöhnlichen Hautveränderungen oder anderen Symptomen sollte eine
ärztliche Abklärung nach vorheriger telefonischer Anmeldung erfolgen.

Gibt es eine Impfung?

Ja. In der Europäischen Union (EU) ist seit 2013 ein Pocken-Impfstoff
zugelassen. Dieser kann bei Personen ab 18 Jahren auch zum Schutz vor
Affenpocken eingesetzt werden, die ein erhöhtes Kontakt- und
Ansteckungsrisiko haben. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die
Impfung für Personen, die engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten
(Postexpositionsprophylaxe).

Weiterhin sollten besonders Männer über 18 Jahre, die Sex mit Männern
haben (MSM) und dabei häufig die Partner wechseln, geimpft werden, sowie
nach Rücksprache mit dem Sicherheitsbeauftragten auch Mitarbeitende in
Speziallaboratorien, die gezielt Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben
ausüben, die Orthopockenmaterial enthalten.

Für Menschen über 18 Jahre ohne Pockenimpfung in der Vergangenheit erfolgt
die Grundimmunisierung mit zwei Impfungen im Abstand von mindestens 28
Tagen.

Bei Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft worden sind,
reicht eine einmalige Impfstoffgabe aus. Die Impfung soll auch bei
Personen mit Immundefizienz erfolgen.

Weiterführende Informationen zum Thema:

Die Telefonberatung der BZgA ist unter Telefon 0221 892031 Montag bis
Donnerstag: von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
erreichbar zum Preis entsprechend der Preisliste Ihres Telefonanbieters
für Gespräche in das deutsche Festnetz.

infektionsschutz.de informiert zu Affenpocken unter:
https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/krankheitsbilder/affenpocken/

Erregersteckbrief:
https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/affenpocken/

Informationen zum Monkeypox Virus (MPXV)/Affenpocken der BZgA-Initiative
LIEBESLEBEN:
https://www.liebesleben.de/fuer-alle/sexuell-uebertragbare-
infektionen/affenpocken/

Merkblatt Affenpocken von BZgA und RKI:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/A/Affenpocken/Affenpocken-
Flyer.pdf?__blob=publicationFile

STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen Affenpocken:
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2022/Ausgaben/25-26_22.pdf?__blob=publicationFile

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Premiere: Krebsversorgungs- und Forschungs-Allianz „CCC WERA“ in Bayern ist nun „Onkologisches Spitzenzentrum"

Deutsche Krebshilfe fördert Netzwerk der vier Universitätskliniken
Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg mit 6,2 Millionen Euro

Würzburg/Erlangen/Regensburg/Augsburg.  Die Deutsche Krebshilfe hat jetzt
erstmals die gemeinsame Allianz der Comprehensive Cancer Center („CCC“)
der Universitätskliniken in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg
als „Onkologisches Spitzenzentrum“ der Krebshilfe ausgezeichnet. Damit
verbunden ist eine Förderung von 6,2 Millionen Euro bis 2026 für die
gemeinsame Allianz „CCC WERA“. WERA steht für die Anfangsbuchstaben der
beteiligten Unikliniken. Gemeinsam decken sie ein Versorgungsgebiet von
acht Millionen Menschen ab.

Ziel von Comprehensive Cancer Centern ist die schnelle Umsetzung von
Forschungsergebnissen in die klinische Praxis und damit eine
kontinuierliche Verbesserung in der Versorgung von Krebspatienten. Die
gemeinsame Allianz „CCC WERA“ zielt dabei auch besonders auf die
Verbesserung der Krebsversorgung im ländlichen Raum ab:  Daher besteht
auch eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten
sowie mit weiteren Krankenhäusern in der Region.

Um als Onkologisches Spitzenzentrum der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnet
zu werden, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt werden. Dazu zählen
z.B. multidisziplinäre Strukturen in der Patientenversorgung, wie
gemeinsame Tumorboards in denen Expertinnen und Experten verschiedener
Fachdisziplinen gemeinsam über Patienten beraten. Wesentlich ist auch die
Anzahl von Patienten in klinischen Studien, deren Ergebnisse in die
Krebsbehandlung einfließen. Unter dem Dach der Allianz CCC WERA werden
aktuell mehr als 10.000 Patienten pro Jahr neu in klinische Studien mit
allen Arten von Krebserkrankungen eingebunden.

Das geschäftsführende Direktorium der Allianz „CCC WERA“ setzt sich aus
den CCC Direktoren der vier Standorte zusammen. Der aktuelle Sprecher ist
Prof. Dr. Ralf Bargou vom Universitätsklinikum Würzburg und dem dort
angesiedelten CCC Mainfranken. Stellvertretende Sprecher sind Prof. Dr.
Matthias Beckmann (Universitätsklinikum Erlangen), Prof. Dr. Tobias Pukrop
(Universitätsklinikum Regensburg) und Prof. Dr. Martin Trepel
(Universitätsklinikum Augsburg). Die Geschäftsstelle ist am
Universitätsklinikum Würzburg angesiedelt. Mit ihren vier Standorten ist
die Allianz auch Teil des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung (BZKF).

Prof. Dr. Ralf Bargou (Universitätsklinikum Würzburg):
„Uns ist es gemeinsam gelungen, die Vorteile der Strukturen eines
Comprehensive Cancer Centers auf die Region unserer vier Standorte
auszuweiten und patientennah zu verzahnen. Durch die enge Zusammenarbeit
können wir auch zukünftig die Krebsversorgung in Bayern und speziell in
den ländlichen Regionen weiter verbessern. Auch wenn wir als CCC
Mainfranken in Würzburg bereits das vierte Mal als Onkologisches
Spitzenzentrum ausgezeichnet sind: Die erstmalige gemeinsame Auszeichnung
nun als „Allianz CCC WERA“ mit allen vier Standorten ist etwas ganz
Besonderes. In dieser Allianz wird die Expertise von vier bayrischen
universitären Krebszentren unter einem Dach gebündelt, was den Zugang zu
den modernsten und wirkungsvollsten diagnostischen und therapeutischen
Verfahren für alle Patientinnen und Patienten in unserem Einzugsraum
deutlich verbessert.“

Prof. Dr. Matthias Beckmann (Universitätsklinikum Erlangen):
„Nur als gemeinsames Verbundzentrum können wir zukünftig innovativer,
schneller und umfassender onkologische Patientinnen und Patienten
diagnostizieren und therapieren. Denn eines ist klar: Nicht jeder einzelne
Standort kann das gesamte Spektrum der Innovation anbieten, aber zusammen
können wir vier das leisten und unseren Patientinnen und Patienten – eben
auch im Rahmen von Studien – flächendeckend eine hochqualifizierte
onkologische Versorgung anbieten. Im CCC Erlangen-EMN unterstützen wir
dies durch den Einsatz neuer digitaler Konzepte, die insbesondere die
Versorgung im ländlichen Raum optimieren. Unser gemeinsames Ziel ist es,
die Nebenwirkungen weiter zu reduzieren, die Lebensqualität und
insbesondere das Überleben jeder einzelnen Patientin und jedes Patienten
zu verbessern.“

Prof. Dr. Tobias Pukrop (Universitätsklinikum Regensburg):
„Wir profitieren von unserer schon seit langem bestehenden gemeinsamen
Forschungsallianz in verschiedenen Verbünden in Bayern. Allein in den
letzten fünf Jahren haben wir an den WERA-Standorten 13 gemeinsame
onkologische Forschungsverbünde und Studienprogramme realisieren können.
Aktuell laufen zwei große DFG-geförderte Forschungskonsortien über das
Thema Krebs. In den nächsten Jahren wollen wir mit Hilfe der CCC WERA
Allianz die gemeinsamen Anstrengungen noch weiter intensivieren und mit
der gemeinsam nutzbaren Forschungsinfrastruktur wesentlich zum Fortschritt
in der Krebsmedizin beitragen. Dies erfolgt immer entlang dem Motto des
BZKF ‚Exzellenz stärken – Wissen teilen‘. Somit ermöglicht die Allianz den
Wissenschaftlern an den WERA Universitäten eine universitätsübergreifende
Plattform mit einem enormen Mehrwert für Bayern.“

Prof. Dr. Martin Trepel (Universitätsklinikum Augsburg):
„Für uns als vergleichsweise junger universitärer Standort ist die Allianz
„CCC WERA“ und die erreichte Auszeichnung als „Onkologisches
Spitzenzentrum“ ein sehr großer und ungewöhnlicher Erfolg. Das ist nur
durch die exzellente Zusammenarbeit der beteiligten Bereiche des
Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät in Augsburg zum einen
und unter den WERA-Standorten zum anderen möglich geworden. Die Allianz
aus vier starken Krebsversorgungs- und -forschungszentren, die sich hier
gebildet hat, wird Entwicklungen in der Tumordiagnostik und -therapie
ermöglichen, die keiner der vier Standorte alleine erreichen könnte.
Augsburg wird hier in vielen Bereichen einen besonderen Beitrag leisten
wie etwa spezielle lokaltherapeutische Verfahren, die Flüssigbiopsie mit
dem Aufspüren von Tumorbestandteilen in Blutproben oder neuen Konzepten in
der intensiven Einbindung von Patientenvertretern in Krebsversorgungs- und
–forschungskonzepte. Die Entwicklung des noch jungen
universitätsmedizinischen Standorts Augsburg wird sich durch die
Einbindung in die CCC-WERA-Allianz und die Auszeichnung als Spitzenzentrum
massiv beschleunigen.“

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Knick-Platt-Füße bei Kindern – Operieren, konservativ behandeln oder einfach nur ignorieren?

13. Zeulenrodaer Kongress für Orthopädie und Sportorthopädie:
Ein sehr auffälliger kindlicher Knick-Plattfuß muss beobachtet,
kontrolliert, bei Bedarf behandelt und darf keineswegs ignoriert werden.

Mindestens 30 bis 40 Prozent aller Kinder haben in sehr jungen Jahren
Knick-Platt-Füße. Dies liegt am Wachstum der unteren Extremitäten und ist
bis zu einem Aller von ca. 6 Jahren normal. Später erfolgt ein spontaner
Ausgleich. Wann Knick-Platt-Füße nicht mehr „normal“ sind, wie man das
diagnostiziert und was dann zu tun ist – darüber referiert PD Dr. med.
Renée Andrea Fuhrmann, Rhön Klinikum Bad Neustadt auf dem 13. Zeulenrodaer
Kongress für Orthopädie und Sportmedizin.

„Es ist schwierig, die Kinder herauszufischen, wo eine Behandlung wirklich
nötig ist“, so Renée Fuhrmann. Aber bis zum 14. Lebensjahr muss man das
herausfinden, im Optimum zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr.

Häufig sind es die Mütter oder Großmütter, denen etwas am veränderten
Gehen ihrer Kinder und Enkel auffällt. Oft ist es eine Art „Charlie-
Chaplin-Gang“ mit sehr stark nach außen gedrehten Füßen.

Eine klinische Untersuchung mit speziellen Tests bringt meist schon Licht
ins Dunkel. Die Kinder müssen auf Zehenspitzen gehend von hinten
betrachtet werden. Dann schätzt der Facharzt ein, ob die Muskulatur in der
Lage ist, die Fehlstellung auszugleichen.

Ist dies nicht der Fall, müssen die jungen Patienten zunächst in der
Physiotherapie genau diese Muskeln trainieren. Allerdings haben Kinder
häufig keine Lust, das lange zu machen.

Als nächster Schritt eignen sich propriozeptive Einlagen. Fuhrmann: „Das
sind die Einlagen mir den vielen kleinen Knubbeln. Durch eine Stimulation
an den richtigen Stellen wird auch dadurch angeregt, dass sich die
Muskulatur wieder richtig aufbaut. Auch hilft den Ärzten hier ein
Kontroll-Foto der Eltern, je von hinten und von vorn. Nach einem Jahr
gibt’s eine erneute Kontroll-Untersuchung.

Bevor das Wachstum der Kinder in die Schlussphase geht (Mädchen ab ca. 10,
Jungen mit 12 Jahren), die Deformität zunimmt und ggf. sehr schmerzhaft
ist, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Über einen kleinen
Schnitt kann ein Platzhalter (alternativ eine Schraube) am äußeren Fuß
eingebracht werden, womit das Abkippen des Fußes in den Knickfuß vermieden
wird.

Werden Knick-Plattfüße, nicht erkannt und behandelt, kann es irgendwann zu
extremen Schmerzen und aufwändigen knöchernen Korrekturen kommen.

Fazit: Ein sehr auffälliger kindlicher Knick-Plattfuß muss beobachtet,
kontrolliert, bei Bedarf behandelt und darf keineswegs ignoriert werden.

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