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Exzellente Krebsforschung: Deutscher Krebspreis 2026 geht an sechs Wissenschaftler*innen

Der Deutsche Krebspreis, verliehen von der Deutschen Krebsgesellschaft und
der Deutschen Krebsstiftung, zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen
in der Onkologie. Er wird jährlich in den Kategorien „Translationale
Forschung“, „Klinische Forschung“, „Experimentelle Forschung“ und
„Versorgungsforschung“ vergeben.

Für ihre wegweisenden Arbeiten in der Krebsmedizin und -forschung werden
2026 mit dem Deutschen Krebspreis geehrt:

• Professor Marcus Conrad, Direktor des Instituts für Metabolismus und
Zelltod, Helmholtz Munich, Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und
Umwelt (GmbH)
•       Professor José Pedro Friedmann Angeli, Professor für
translationale Zellbiologie, Rudolf-Virchow-Zentrum for Integrative and
Translational Bioimaging, Universität Würzburg
•       Professorin Jessica Hassel, Leiterin der Sektion für
Dermatoonkologie der Hautklinik des Universitätsklinikums Heidelberg und
des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg,
Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg
•       Professor David Capper, Oberarzt am Institut für Neuropathologie,
Charité – Universitätsmedizin Berlin, sowie assoziierter Professor des
Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK)
•       Professor Felix Sahm, stellvertretender Ärztlicher Direktor der
Abteilung Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg,
Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg
•       Professor Jochen Schmitt, Direktor des Zentrums für
Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV), Universitätsklinikum der
Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, TU Dresden

Ferroptose: Entdeckung eines Zelltodmechanismus bis hin zur
Medikamentenentwicklung

Der Deutsche Krebspreis 2026 in der Kategorie „Experimentelle Forschung“
geht an zwei Forscher: Professor Marcus Conrad, Helmholtz Munich, und
Prof. José Pedro Friedmann Angeli, Universität Würzburg. Gemeinsam
leisteten sie Pionierarbeit bei der Entdeckung und Charakterisierung der
Ferroptose, eine erst in den letzten Jahren intensiver erforschte Form des
programmierten Zelltods. Sie wird durch eisenabhängige oxidative Schäden
in der Zellmembran ausgelöst. Da viele Tumoren, insbesondere
hochaggressive, therapieresistente Tumoren, empfindlich auf diesen
Mechanismus reagieren, gilt die Ferroptose als vielversprechender Ansatz
für neue Therapien.
Conrad war Vorreiter auf diesem Gebiet: Seine Arbeitsgruppe konnte
erstmals zeigen, dass der Verlust des Enzyms Glutathionperoxidase 4 (GPX4)
eine neue Form des nicht-apoptotischen Zelltods auslöst: die Ferroptose.
Mit dem Eintritt von Friedmann Angeli in die Arbeitsgruppe begann eine
langjährige und äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit, die maßgeblich zur
Aufklärung der molekularen Grundlagen dieses Zelltodmechanismus beitrug.
Gemeinsam identifizierten sie zentrale Faktoren, die bestimmen, wie
empfindlich Tumorzellen gegenüber Ferroptose sind oder wie sie sich davor
schützen können.
Aufbauend auf ihren Erkenntnissen haben Conrad und Friedmann Angeli auch
gemeinsam Wirkstoffe entwickelt, die diesen Zelltodmechanismus
therapeutisch ausnutzen. Erste präklinische Studien zeigen im Mausmodell
bereits, dass die Medikamente das Tumorwachstum hemmen und die Bildung von
Metastasen verhindern können. Damit eröffnen ihre Entdeckungen neue
Perspektiven für die Behandlung schwer therapierbarer Tumorerkrankungen.

Innovative Immuntherapien und patientenzentrierte Forschung beim Hautkrebs

Den Deutschen Krebspreis 2026 in der Kategorie „Klinische Forschung“
erhält Professorin Jessica Hassel, Medizinische Fakultät Heidelberg der
Universität Heidelberg, Universitätsklinikum Heidelberg und NCT
Heidelberg. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für die Entwicklung
neuer Therapieansätze für Patient*innen mit fortgeschrittenem Hautkrebs
und Aderhautmelanomen sowie für eine stärker patientenzentrierte
Versorgung in der Dermatoonkologie.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Durchführung  klinischer Studien
zum Einsatz innovativer Immuntherapien. So hat Hassel unter anderem dazu
beitragen, Strategien für RNA-Vakzine, Therapieprinzipien für
immunmodulatorische Krebsimpfstoffe und für den bispezifischen Wirkstoff
Tebentafusp zu entwickeln.
Darüber hinaus untersucht Hassel translationale Fragestellungen, die
Forschungsergebnisse schneller in die klinische Praxis überführen sollen.
So etablierte sie beispielsweise neue Liquid-Biopsy-Methoden für das
Therapiemonitoring sowie verbesserte bildgebungsbasierte Kriterien zur
Beurteilung der Wirkung von Therapien.
Ein besonderes Anliegen ist Hassel zudem die Stärkung der Patient*innen in
schwierigen medizinischen Entscheidungsprozessen. Im PEF-Immun-Projekt
entwickelte sie evidenzbasierte Entscheidungshilfen für Menschen mit
Hautkrebs, die Betroffene dabei unterstützen, gemeinsam mit ihren
behandelnden Ärzt*innen informierte Therapieoptionen zu wählen. Diese
Angebote stärken heute die patientenzentrierte Versorgung in der
Dermatoonkologie.

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unith e.V. beteiligt sich an bundesweiten Protesten gegen Honorarkürzungen

unith e.V. beteiligt sich am 11. April 2026 erstmals als Mitveranstalter
einer Demonstration in Hessen gegen die geplante Honorarkürzung von 4,5
Prozent durch den GKV-Spitzenverband. Tausende Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten in Ausbildung, approbierte Fachkräfte sowie
Unterstützende aus Politik, Verbänden und Initiativen werden ab 15 Uhr auf
dem Opernplatz in Frankfurt am Main erwartet. unith e.V. sieht die
Teilnahme als politisches Signal für eine hochwertige und zukunftsfähige
psychotherapeutische Versorgung.

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DCK 2026 – Robotik in der Chirurgie – wem nutzt sie wirklich?

Robotische Assistenzsysteme werden in der Chirurgie zunehmend eingesetzt –
von Eingriffen an Knie, Prostata und Wirbelsäule bis hin zu Operationen
bei Krebs der Verdauungsorgane oder bei Hernien. Sie ermöglichen präzise
Bewegungen, können Gewebe schonen und werden von vielen Patientinnen und
Patienten aktiv nachgefragt. Gleichzeitig ist ihr Nutzen nicht in allen
Bereichen eindeutig belegt und ihre Kosten sind nicht abschließend
geklärt.

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Minister Clemens Hoch unterstützt die Brain Health School Challenge: „Gesundheit ist kein Thema nur für Erwachsene“

Die Deutsche Hirnstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie
(DGN) haben die Brain Health School Challenge ins Leben gerufen. Der
Kreativwettbewerb unter der Fragestellung „Was kannst Du tun, damit Dein
Gehirn fit bleibt?“ möchte junge Menschen für die Gesundheit des Gehirns
sensibilisieren. Durch die Schirmherrschaft von Clemens Hoch, Minister für
Wissenschaft und Gesundheit in Rheinland-Pfalz, erfährt die Initiative
prominente politische Unterstützung.

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