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Typ-1-Diabetes: Neue Therapie zögert den Ausbruch der Erkrankung hinaus

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Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode am HDZ NRW:

Rund 400.000 Menschen in Deutschland leben mit Typ-1-Diabetes. Am Herz-
und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, steht jetzt ein neues
Medikament zur Verfügung, das Anfang des Jahres von der Europäischen Union
zugelassen wurde. Studien zeigen, dass der Wirkstoff Teplizumab das
Auftreten von Krankheitssymptomen im Mittel um bis zu zwei Jahre verzögern
kann. Unter dem Namen TzieldTM ist das Präparat bereits seit einigen
Jahren in den USA im Einsatz.

Prof. Dr. Susanne Reger-Tan, Direktorin der Klinik für Diabetologie und
Endokrinologie am HDZ NRW, erklärt die Wirkweise des neuen Medikaments:

„Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die
insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und
zerstört. Wir unterscheiden drei Krankheitsstadien: Die Vorstufen (Stadium
1 und 2) sowie das Stadium 3, das durch deutliche klinische Symptome
gekennzeichnet ist. Der Antikörper Teplizumab kann bei Betroffenen im
Stadium 2 den Autoimmunprozess verlangsamen. Damit steht uns nun erstmals
auch in Deutschland eine immunmodulatorische Therapie bei Typ-1-Diabetes
zur Verfügung.“

Wie lässt sich feststellen, ob die Therapie infrage kommt?

Das ist derzeit nur anhand von Blutuntersuchungen möglich. Kennzeichen für
Stadium 2 sind bestimmte Antikörper und ein gestörter Glukosestoffwechsel
mit leicht erhöhten Glukosewerten. Solche Veränderungen können im Rahmen
einer speziellen Untersuchung erkannt werden. Angehörige von Menschen mit
Typ 1 Diabetes wird beispielsweise so eine Untersuchung empfohlen. Bei
entsprechendem Verdacht bietet auch unsere Klinik unter der oberärztlichen
Leitung von Dr. Young-Hee Lee-Barkey ein Screening für Heranwachsende und
Erwachsene an.

Wer sollte sich untersuchen lassen?

Besonders aufmerksam sollte sein, wer nahe Verwandte - also Eltern,
Geschwister oder Kinder - mit Typ-1-Diabetes in der Familie hat. Für
erstgradige Angehörige liegt das Erkrankungsrisiko bei etwa fünf bis zehn
Prozent. Sind beide Eltern betroffen, kann das Risiko für Kinder auf bis
zu 25 Prozent steigen, laut einzelner Studien sogar auf bis zu 40 Prozent.
Bis zum Auftreten deutlicher Symptome wie starkem Durst, häufigem
Wasserlassen oder Gewichtsverlust können einige Jahre vergehen. Teplizumab
kann helfen, diesen Zeitpunkt hinauszuzögern und so möglicherweise den
Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Welche Herausforderungen bringt die neue Therapie mit sich?

Ein flächendeckendes Screening wäre grundsätzlich sinnvoll, da rund 90
Prozent der Betroffenen keine erstgradig erkrankten Angehörigen haben.
Entsprechende Programme werden derzeit in den Fachgesellschaften
diskutiert, insbesondere für Neugeborene.

Hinzu kommt der hohe Aufwand von Herstellung und Behandlung. Das
Medikament wird über einen Zeitraum von 14 Tagen per Infusion verabreicht.
Daher wird Teplizumab in Deutschland aktuell nur an spezialisierten
Zentren eingesetzt.

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Als Spezialklinik zur Behandlung von Herz-, Kreislauf- und
Diabeteserkrankungen zählt das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-
Westfalen (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, mit 43.000 Patientinnen und Patienten
pro Jahr, davon 14.800 in stationärer Behandlung sowie 1.300 ambulanten
Operationen zu den größten und modernsten Zentren seiner Art in Europa.

In der Klinik für Diabetologie und Endokrinologie des HDZ NRW unter
Leitung von Univ.-Prof. Dr. Susanne Reger-Tan werden jährlich 4.500
Patientinnen und Patienten mit Diabetes, Folgeerkrankungen und hormonellen
Störungen ambulant und stationär betreut. Zum Leistungsspektrum zählen
moderne Diabetestechnologien wie kontinuierliche Glukosemessung und
Insulinpumpen, innovative Ansätze der Adipositastherapie sowie die
Diagnostik und Behandlung endokrinologischer Erkrankungen. Ein Schwerpunkt
liegt auf der kardiovaskulären Risikoabschätzung und der Versorgung
diabetischer Folgeschäden.