Das Sächsische Kinderpalliativzentrum bezieht im neu eröffneten Haus Sonnenstrahl sein festes Domizil

Der Sonnenstrahl e. V. Dresden und das Uniklinikum Dresden rücken im Haus
Sonnenstrahl enger zusammen. Basis für die wichtige Arbeit des SKPZ wurde
vor 25 Jahren zusammen mit dem Sonnenstrahl e. V. Dresden gelegt. Neue
Räume im Haus Sonnenstrahl ermöglichen ein verbessertes
Weiterbildungsangebot in der Kinderpalliativversorgung.
Das Sächsische Kinderpalliativzentrum (SKPZ) am Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus Dresden hat erstmals seit seinem Bestehen einen festen,
Standort bezogen. Die neuen Räume befinden sich im Haus Sonnenstrahl, dem
Neubau des Sonnenstrahl e. V. Dresden auf der Schubertstraße 11, den der
Verein in den vergangenen 2,5 Jahren geplant und errichtet hat. Am 8. Mai
2026 haben die Initiatoren zusammen mit Unterstützerinnen und
Unterstützern, Partnerinnen und Partnern sowie den künftigen Mietern die
offizielle Eröffnung gefeiert. „Der Sonnenstrahl e. V. Dresden und seine
vielen Mitglieder sind uns wertvoller und enger Partner. Wir sind sehr
froh, den Verein an unserer Seite zu wissen, wenn es um die Versorgung und
Betreuung krebskranker Kinder und Jugendlicher sowie ihrer Familien geht –
während und nach der Therapie. Der Neubau und das Wirken unter einem Dach
ist starkes Symbol dafür“, sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer
Vorstand am Uniklinikum Dresden.
Das neue Haus Sonnenstrahl auf der Schubertstraße gliedert sich in die
onkologische Achse auf dem Campus des Universitätsklinikums Dresdens ein
und ist zugleich eine wertvolle Ergänzung der Betreuung von krebskranken
Kindern und Jugendlichen. Von der Händelallee über die Schubertstraße bis
hin zur Haupttangente auf dem Campus finden sich alle wichtigen Akteure
der onkologischen Diagnostik, Therapie, Forschung und Prävention – so das
NCT/UCC, die Strahlentherapie und das Oncoray. Die räumliche Nähe zum
Mildred-Scheel-Haus, der Kinderonkologie, gilt es dabei besonders zu
unterstreichen. „Seit über 35 Jahren ist der Sonnenstrahl e. V. Dresden
geschätzter und verlässlicher Ansprechpartner für uns. Die Helferinnen und
Helfer stehen den betroffenen Kindern und ihren Familien in Dresden und
Sachsen in außergewöhnlicher Weise bei. Sie sammeln Spenden,
beispielsweise um therapeutische Unterstützungsleistungen fern der
Regelfinanzierung zu ermöglichen“, sagt Prof. Denis Schewe, Leiter des
Kinderonkologischen Zentrums am Uniklinikum Dresden.
„Ein Haus mit viel Platz für unsere Therapieangebote war lange Zeit unser
Traum, denn unsere Kapazitäten waren längst an Grenzen gestoßen“, erklärt
der Vorsitzende des Sonnenstrahl e.V. Dresden Andreas Führlich. „Wir sind
sehr dankbar für die vielfältige Unterstützung von Stiftungen, Spendern
und Spenderinnen, durch die dieser Traum nun Wirklichkeit wurde. Von der
Nähe zur Kinderonkologie im Universitätsklinikum und der direkten
Nachbarschaft mit dem SKPZ unter einem Dach werden die erkrankten Kinder
und Jugendlichen enorm profitieren. Die Krankheit Krebs können wir nicht
aus der Welt schaffen, aber wir können den schweren Weg der Familien nach
der Diagnose einer Krebserkrankung gemeinsam etwas leichter machen.“
Deutschlandweit einmaliges Weiterbildungsangebot
Das Haus Sonnenstrahl ist der neue Sitz des Sonnenstrahl e. V. Dresden-
Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche. Auf drei Etagen finden
krebskranke Kinder und ihre Familien hier umfassende psychosoziale
Begleitung sowie Therapie- und Beratungsangebote.
Darüber hinaus ist der Neubau das Zuhause für ein weiteres Herzensprojekt
der Universitätsmedizin Dresden. In der ersten Etage hat sich das
Sächsische Kinderpalliativzentrum eingerichtet. Neben Büros für die
medizinischen und therapeutischen Mitarbeitenden gibt es hier auch Platz,
um Eltern und Familien in ruhiger Umgebung zu beraten, sowie einen
Behandlungsraum.
Weiterhin kann das Team hier nun sein
Weiterbildungsangebot zur Sozialberatung in der Palliativversorgung sowie
in der multiprofessionellen Ausbildung Pädiatrische Palliativ Care
anbieten und ausbauen. Dies ist in Ost- und Mitteldeutschland einmalig.
„Es liegt uns sehr am Herzen, unsere Expertise bei der Betreuung von
lebensverkürzt erkrankten Kindern in die Breite zu bringen und auf diesem
Weg die Versorgung zu verbessern – auch über die Grenzen Sachsens hinaus“,
sagt Dr. Maria Janisch, eine der beiden Leiterinnen des SKPZ.
Der Gründung des Sächsischen Kinderpalliativzentrums ist das
Brückenprojekt vorausgegangen. Schon bei dessen Gründung im Jahr 2001
haben der Sonnenstrahl e. V. Dresden und das Universitätsklinikum Dresden
zusammengearbeitet und die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten
sowie ihrer Familien nach einer besseren häuslichen Versorgung von
krebskranken Kindern und Jugendlichen erkannt. Durch die
Anschubfinanzierung des Sonnenstrahl e. V. Dresden und die weitere
Verstetigung durch das Universitätsklinikum konnte ein solches Projekt
erstmalig in Deutschland dauerhaft angeboten werden. Das Spektrum der
Palliativversorgung konnte seit 2007 auf alle lebensverkürzt erkrankten
Kinder und Jugendlichen erweitert werden. Schließlich wurde 2019 daraus
das Sächsische Kinderpalliativzentrum. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit
den neuen Räumen nun ein neues Kapitel unserer Arbeit aufschlagen und
unsere Angebote noch breiter aufstellen können. Das ganze Team ist
unglaublich stolz auf diesen neuen Anlaufpunkt des SKPZ“, sagt Dr. Renate
Bergert, Leiterin des SKPZ.
Zertifizierte Betreuung von lebensverkürzt erkrankten Kindern
Für die Qualität der Arbeit im Sächsischen Kinderpalliativzentrum spricht
die neue Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
(DGP), die das SKPZ im Sommer 2025 als deutschlandweit erste Institution
erhalten hat. Dieses Fachsiegel bestätigt eine der Fachgesellschaft
angemessene strukturelle und personelle Ausstattung sowie eine fachlich
fundierte und strukturierte Arbeit im Rahmen der Versorgung von
lebensverkürzt erkrankten Kindern und Jugendlichen. Die DGP schafft damit
die Voraussetzungen, um die spezialisierte Palliativversorgung in
Deutschland qualitativ zu verbessern und standardisierte Abläufe und
Vorgehensweisen zu schaffen.
Spenden ermöglichen spezielle Unterstützung und Beratung
Nicht alle der Beratungs- und Unterstützungsangebote des Sächsischen
Kinderpalliativzentrums sind durch die Regelfinanzierung abgedeckt. Das
Team wirbt um Spenden, um Familien noch gezielter begleiten zu können.
Eine telefonische Sozialberatung steht sowohl Eltern als auch
Professionellen zur Verfügung – dieses Angebot ist nur dank Spenden unter
anderem der Dresdner Kinderhilfe e.V. und Paulis Momente hilft Leipzig
e.V. möglich. Seit diesem Jahr wirbt das Team zudem um Unterstützung, um
den Ausbau der psychosozialen Beratung für betroffene Familien zu
ermöglichen. Das Spendenziel von 150.000 Euro soll eine zusätzliche
psychosoziale Stelle über drei Jahre ermöglichen. Dabei geht es darum, den
betroffenen Eltern und Familien beizustehen und sie auf ihrem Weg zu
unterstützen. Resilienz ist in diesen Situationen enorm wichtig. Der
Auftakt für das Vorhaben ist beim diesjährigen Semperopernball gelungen,
bei dem über 30.000 Euro zusammengekommen sind. Ansprechpartner für
Spenden ist die Stiftung Hochschulmedizin Dresden.
