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Mangelnde Akademisierung in der Pflege kostet nachweislich Menschenleben - Flexible Studienwege als Teil der Lösung

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RN4CAST-Daten zeigen: Mehr akademisch qualifizierte Pflegekräfte senken
Sterblichkeit messbar – Deutschland liegt bei der Akademisierung weit
zurück
Pflege ist systemrelevant – und die Qualität der Versorgung hängt messbar
auch vom Qualifikationsmix in Pflegeteams ab. Zum Internationalen Tag der
Pflege (12. Mai) macht die IU Internationale Hochschule auf eine Datenlage
aufmerksam, die in Deutschland noch immer zu wenig Beachtung findet:

Mehr
akademisch qualifizierte Pflegekräfte senken nachweislich die
Sterblichkeit von Patient:innen. Gleichzeitig zählt Deutschland bei der
Akademisierung der Pflege im europäischen Vergleich weiterhin zu den
Nachzüglern.

Klare Evidenz: Akademisierung verbessert Patientenergebnisse

Die größte europäische Pflegestudie RN4CAST (Aiken et al., The Lancet,
2014) wertete Daten aus 300 Krankenhäusern in neun Ländern aus. Das
Kernergebnis: Steigt der Anteil von Pflegekräften mit Hochschulabschluss
um zehn Prozentpunkte, sinkt die 30‑Tage‑Sterblichkeit bei chirurgischen
Patient:innen um sieben Prozent. Besonders deutlich wird der Effekt im
Vergleich: In Kliniken, in denen 60 Prozent der Pflegekräfte einen
Bachelorabschluss hatten und die Betreuungsquote bei 1:6 lag, war die
Sterblichkeit fast 30 Prozent niedriger als in Häusern mit 30 Prozent
akademisch qualifizierten Pflegekräften und einer Quote von 1:8. Eine
Folgestudie (Aiken et al., BMJ Quality & Safety, 2017) bestätigt den
Zusammenhang in mehreren Ländern und wies zudem eine um 21 Prozent höhere
Sterbewahrscheinlichkeit nach, wenn Pflegefachkräfte durch Hilfskräfte
ersetzt werden.

„Akademisierung wirkt nicht nur im Management, sondern direkt am
Patientenbett – weil sie evidenzbasiertes Entscheiden stärkt, Risiken
früher erkennbar macht und Versorgungsprozesse systematisch verbessert“,
sagt Prof. Dr. Katharina Rädel-Ablass, Professorin für Pflege an der IU
Internationalen Hochschule und Mitglied des Innovationszentrums Pflege und
Gerontologie (IPG).

Demografie, Fachkräftelücke und Ausstiegsabsichten verschärfen den Druck

In Deutschland liegt die Akademisierungsquote in der Pflege bei rund 1,75
Prozent (HQG-plus, 2022); der Wissenschaftsrat empfiehlt 10 bis 20
Prozent. Gleichzeitig wächst der Versorgungsdruck: Rund 5 Millionen
Menschen sind pflegebedürftig, Tendenz steigend. Zudem fehlen laut
Deutschem Pflegerat heute bereits rund 115.000 Vollzeitstellen in der
stationären Langzeitpflege (Deutscher Pflegerat, 2024); bis 2030 könnten
es – je nach Prognose – bis zu 500.000 werden (Pflegereport 2030,
Bertelsmann Stiftung). Darüber hinaus denkt laut Studienlage ein
relevanter Anteil der Pflegekräfte über einen Berufsausstieg nach.

„Mehr Hände allein lösen das Problem nicht“, so Rädel-Ablass. „Wir
brauchen auch mehr Qualifikation – und Strukturen, die Weiterbildung
überhaupt möglich machen.“

Fernstudium als Hebel: Qualifizierung trotz Schichtdienst und Care-Arbeit

Genau hier setzt die IU an: Mit Fernstudiengängen in Pflege (B.Sc.),
Pflegemanagement (B.A.) und Pflegepädagogik (B.A.) ermöglicht Deutschlands
größte Hochschule Qualifizierungswege, die sich an die Arbeitsrealitäten
in der Pflege anpassen. Rund 3.000 Menschen studieren derzeit eines der
pflegespezifischen Programme an der IU, 43 Prozent davon über berufliche
Qualifikation, also ohne (Fach-)Abitur.

„Flexible Studienmodelle sind ein konkreter Hebel, um mehr
Pflegefachpersonen akademisch zu qualifizieren – und damit Qualität und
Fachkräftesicherung zu stärken sowie die Lücke zwischen Ist-Quote und
Zielmarke zu schließen“, sagt Prof. Dr. Patrick Fehling, Fachgebietsleiter
Gesundheit und Professor für Pflegemanagement an der IU.

„Nicht einfach – aber machbar“: Eine Studentin erzählt vom Alltag zwischen
Pflege, Familie und Studium

Wie diese Flexibilität konkret wirkt, zeigt Kira Rex, die Pflegepädagogik
im Teilzeitmodell studiert – parallel zu einer Vollzeitstelle in der
Pflege. Sie arbeitet zu etwa 60 Prozent im Schichtdienst als
Krankenschwester und zu 40 Prozent in der Ausbildungsbegleitung,
unterrichtet zusätzlich auf Honorarbasis an einer Pflegeschule und
unterstützt privat ihre Mutter mit Pflegegrad 2.

„Aufgrund meiner beruflichen und privaten Verpflichtungen bin ich stark
auf die Flexibilität eines Fernstudiums angewiesen. Diese erlebe ich an
der IU bislang als sehr gut umsetzbar“, sagt Rex. „Auch wenn die
Gesamtbelastung hoch ist, lässt sich das Studium für mich aktuell gut mit
Beruf und Privatleben vereinbaren.“

Forschung und Transfer: Innovationszentrum Pflege und Gerontologie

Flankiert wird die Lehre an der IU durch das Innovationszentrum Pflege und
Gerontologie (IPG). Das transdisziplinäre Forschungsnetzwerk arbeitet seit
2022 an der Schnittstelle von Pflegepraxis, Versorgungsforschung und
gesellschaftspolitischer Debatte. Sieben Professor:innen aus den Bereichen
Pflegemanagement, Pflegepädagogik, Pflege und Gerontologie verbinden im
IPG komplementäre Expertisen – mit dem Ziel, wissenschaftliche
Erkenntnisse direkt in die Versorgungsrealität zu übersetzen.

Aktuell erprobt das IPG im Projekt KOMPASS (KOMPetenz-ASSessment und
Stärkung partizipativer Pflegeforschung in der Langzeitpflege) ein
partizipatives Werkstattformat in Langzeitpflegeeinrichtungen. Ziel ist
es, bisher ungenutzte – auch informell erworbene oder durch
Anerkennungsverfahren entwertete – akademische Kompetenzen von
Pflegefachkräften sichtbar zu machen und an praxisnahe Forschungsprozesse
anzubinden. Ein Pilottest läuft derzeit in Sachsen und Berlin. Das Projekt
adressiert damit ein strukturelles Problem: Viele Pflegekräfte – darunter
zahlreiche internationale Fachkräfte mit im Ausland erworbenen
Hochschulabschlüssen – bringen akademische Kompetenz mit, die das deutsche
System bislang systematisch ungenutzt lässt. Weitere Informationen unter:
https://www.iu.de/forschung/projekte/ipg/

Interviewangebot

Expert:innen für Einordnung
Prof. Dr. Katharina Rädel-Ablass (Professur Pflege, IU; IPG)
Prof. Dr. Patrick Fehling (Professur Pflegemanagement, IU; IPG)
unter anderem zu:

• warum Akademisierung direkt am Patientenbett wirkt
• warum Deutschland trotz Reformdebatten zurückfällt
• welche Rolle pflegesensitive Qualitätsindikatoren und Daten spielen
• welche Schritte nötig sind, um die Zielquote (10–20 %) zu erreichen

Studierende und Alumni
aus verschiedenen Pflege-Studiengängen:
- über die Vereinbarkeit von Studium & Pflege-Alltag
- persönliche und fachliche Veränderungen durch das Studium

Gern vermitteln wir Ihnen die gewünschten Gesprächspartner:innen.

Studienprogramme im Pflege- und Gesundheitsbereich an der IU
(Auswahl)
•       B.Sc. Pflege
•       B.A. Pflegemanagement
•       B.A. Pflegepädagogik
•       M.A. Gesundheits- und Pflegepädagogik
•       B.A. Gerontologie
•       M.A. Gesundheitsmanagement
•       M.Sc. Public Health
•       M.A. International Healthcare Management

Weitere Informationen unter: https://www.iu.de/bachelor/gesundheit-und-
soziales/


ÜBER DIE IU INTERNATIONALE HOCHSCHULE
Mit rund 130.000 Studierenden ist die IU Internationale Hochschule (IU)
Deutschlands größte Hochschule. Die private, staatlich anerkannte
Bildungseinrichtung mit Sitz in Erfurt nahm im Jahr 2000 ihren Lehrbetrieb
auf und ist heute an 37 Standorten vertreten. Die IU steht für maximale
Flexibilität im Studium: ob dual, im Fernstudium oder am Campus –
Studierende aus über 160 Nationen gestalten ihren Bildungsweg individuell
je nach persönlicher Lebenssituation. Mit mehr als 200 Studienprogrammen
im Bachelor-, Master- und MBA-Bereich vermittelt die IU praxisnahe
Kompetenzen. Innovative Lernkonzepte fördern gezielte Zukunftsfähigkeiten
für eine zunehmend KI-geprägte Arbeitswelt. Eine moderne, digital
gestützte Lernumgebung sowie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz
ermöglichen effektives, personalisiertes Lernen. Als Vorreiterin in diesem
Bereich hat die IU mit „Syntea“ einen eigenen digitalen Lernbegleiter
entwickelt, der seit 2023 im Einsatz ist. Ein Netzwerk von über 15.000
Unternehmen – darunter Motel One, Vodafone, die AWO und die Deutsche Bahn
– macht die IU zu einem starken Partner in der Ausbildung von Fachkräften
und verbindet akademische Lehre konsequent mit der Praxis. Weitere
Informationen unter: iu.de.