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Deutsche Herzstiftung: Friso Janßen neuer Geschäftsführer

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Der neue Leiter der Herzstiftung will Prävention stärker in den Fokus
rücken und Sichtbarkeit der Herzstiftung weiter erhöhen. Friso Janßen
folgt auf Martin Vestweber, der die bundesweit tätige
Patientenorganisation über 20 Jahre geführt hat



Friso Janßen ist neuer Geschäftsführer der Deutschen Herzstiftung e.V. Er
folgt auf Martin Vestweber, der sich nach 22 Jahren als Geschäftsführer
der Deutschen Herzstiftung und der von ihr 1988 mitgegründeten Deutschen
Stiftung für Herzforschung (DSHF) in den Ruhestand verabschiedet.
Friso Janßen knüpft in seiner neuen Funktion fachlich und inhaltlich an
seine berufliche Laufbahn an, die der 41-Jährige früh auf den
Gesundheitssektor ausrichtete. Der ausgebildete Gesundheits- und
Krankenpfleger war nach dem Studium im Bereich Gesundheits- und
Pflegemanagement in mehreren Leitungsfunktionen in der Altenhilfe tätig.
Darauf folgten Positionen als regionaler Vertriebsleiter, Regionalmanager
und -geschäftsführer in Unternehmen im Gesundheitssektor. In diesen
Funktionen sei ihm immer besonders wichtig gewesen, Organisationen und
ihre Abteilungen so zu gestalten, „dass sie wirklich Wirkung entfalten –
also nicht nur gute Arbeit machen, sondern auch sichtbar und relevant
sind“, erklärt der neue Geschäftsführer der Deutschen Herzstiftung und der
DSHF.

Herzstiftung in stabiler Lage
Es sei für ihn nun „ein ganz besonderes Privileg“, so Friso Janßen, die
Zukunft der Deutschen Herzstiftung mitzugestalten. Deutschlands größte
unabhängige Patientenorganisation auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-
Erkrankungen mit rund 110.000 Mitgliedern, einem Forschungsfördervolumen
von 6,7 Mio. Euro und Erträgen in Höhe von 21 Mio. Euro (2025) befindet
sich trotz globaler politischer und wirtschaftlicher Krisen in einer sehr
gefestigten wirtschaftlichen Situation. „Ich freue mich sehr, die
Geschäftsleitung der Deutschen Herzstiftung in einer stabilen Ausgangslage
an meinen Nachfolger Friso Janßen übergeben zu können“, betonte Martin
Vestweber bei der Amtsübergabe in der Frankfurter Geschäftsstelle. Zwei
Dinge waren ihm immer besonders wichtig: „Dass wir Betroffenen helfen
können, mit ihrer Krankheit besser fertig zu werden und sie damit zu
Experten ihrer Erkrankung machen – mit unabhängigen und verlässlichen
Informationen. Und dass wir die Forschungsförderung in den vergangenen
Jahren deutlich ausgebaut haben. Meinem Nachfolger wünsche ich für die
neue Aufgabe allen erdenklichen Erfolg“, bekräftigte Martin Vestweber.
Diese positive Entwicklung der Herzstiftung sei nur mit der Unterstützung
und dem Vertrauen des Vorstands, des Wissenschaftlichen Beirats, der
ehrenamtlichen Beauftragten und einem hochmotivierten Team in der
Geschäftsstelle möglich gewesen, so der scheidende Geschäftsführer
Vestweber, der ebenso der Schirmherrin Barbara Genscher für ihr
außerordentliches Engagement dankt. Ohne die Unterstützung von
Mitgliedern, Spendern und Erblassern sei die Arbeit der Herzstiftung
undenkbar, unterstreicht er. „Mit ihren Beiträgen, Spenden und
testamentarischen Zuwendungen schaffen sie die Voraussetzung und die Basis
für die Leistungsfähigkeit der Herzstiftung.“ Martin Vestweber war von
1998 an stellvertretender Geschäftsführer der Herzstiftung, bis er 2004
zum Geschäftsführer ernannt wurde. Seit Mai 2013 war Vestweber zudem
Mitglied im Vorstand des European Heart Network (EHN), zuletzt als dessen
Vizepräsident.
Der Vorstand der Herzstiftung begrüßt Janßens Ernennung zum neuen
Geschäftsführer ausdrücklich. „Mit Friso Janßen gewinnen wir eine
erfahrene Führungspersönlichkeit. Er vereint seine Fachkompetenz im
Gesundheitswesen mit einem klaren Blick für das Wohl von Herz-Kreislauf-
Patienten“, sagt Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der
Herzstiftung. Janßen wird in der Geschäftsführung unterstützt von seinem
Stellvertreter Rechtsanwalt Benjamin Schmitt, der die Geschäfte seit
Jahresanfang interimsweise geführt hat.

Marke mit viel Potenzial: Herzstiftung noch sichtbarer machen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Todesursache Nummer eins in Deutschland
mit rund 340.000 Sterbefällen pro Jahr und der häufigste Grund für eine
Krankenhausaufnahme. „Herzgesundheit ist ein Thema, das uns alle betrifft
– entweder direkt oder im eigenen Umfeld“, erklärt Friso Janßen. Es gebe
kaum ein Feld, in dem man so konkret etwas bewirken könne: durch
Aufklärung, Prävention und Forschung. „Das hat für mich eine enorme
Sinnhaftigkeit.“
Ihn habe bei seiner Entscheidung gereizt, „dass die Herzstiftung eine
unglaublich starke Basis hat – medizinisch, wissenschaftlich und in der
Bevölkerung“. Diese Kombination aus wissenschaftlicher Tiefe und direkter
Ansprache der Menschen sei „nicht selbstverständlich“ und eine große
Stärke, die weiter genutzt werden müsse. Für ihn stehe die Herzstiftung
vor allem für Vertrauen: für verlässliche unabhängige Informationen,
wissenschaftliche Qualität und eine klare Ausrichtung am Wohl der
erwachsenen Herz-Kreislauf-Patienten und der herzkranken Kinder und ihrer
Familien in der Kinderherzstiftung. „Diesen Kern der Herzstiftung noch
sichtbarer zu machen und konsequent weiterzuentwickeln, darin sehe ich
viel Potenzial“, betont er und möchte hier seine Erfahrung einbringen,
Organisationen strategisch voranzubringen und stärker zu vernetzen.

Mehr Fokus auf Prävention und patientennahe Themen
Insbesondere Versäumnisse in der kardiovaskulären Prävention sind Studien
zufolge Ursache der im westeuropäischen Vergleich höheren Sterblichkeit
Deutschlands (1). Prävention für den Erhalt und die Verbesserung der
Herzgesundheit von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen fördert die
Herzstiftung bereits zum Beispiel durch Aufklärungs- und
Bewegungsprogramme sowie durch die Unterstützung von Forschungsprojekten.
Friso Janßen möchte den Fokus künftig noch stärker auf
aufmerksamkeitsstarke patientennahe Themen rund um Prävention und den
Alltag mit einer Herzerkrankung setzen, mit denen die Herzstiftung seit
vielen Jahren präsent ist – aktuell in Planung ist eine Kampagne zum Thema
Bewegung. „In diesem Jahr wollen wir außerdem für das wichtige Thema
,Vorhofflimmern erkennen und handeln‘ viel Aufmerksamkeit in der
Bevölkerung erzielen.“ Die Volkskrankheit mit bis zu zwei Millionen
Betroffenen steht im Fokus der bundesweiten Herzwochen im November und ist
zugleich Schwerpunkt einer Sonderforschungsförderung der Herzstiftung in
Höhe von einer Million Euro. Forschungsförderung sei „extrem wichtig“,
weil Fortschritt ohne Forschung nicht möglich sei, so Janßen: „Da leisten
Herzstiftung und die Deutsche Stiftung für Herzforschung einen
beachtlichen Beitrag“. Mit dem Herzstiftungs-Team möchte er daran
arbeiten, dank einer stabilen finanziellen Basis Forschung künftig noch
stärker fördern zu können.

Mehr Reichweite für Themen: Digitale Medien und Partnerschaften
Um noch mehr Menschen für die Ziele der Herzstiftung zu gewinnen, sieht
Janßen großes Potenzial in digitaler Kommunikation gerade in der
Aufklärung sowie in inspirierenden Partnerschaften. „Digitale
Kommunikation und neue Technologien wie KI können uns schneller und
effizienter in der Aufklärung machen. Umso wichtiger ist, diese sinnvoll
und verantwortungsvoll zu nutzen.“ Es müsse ferner eine gute Kombination
aus Print- und digitalen Medien, KI und vor allem persönlicher Ansprache
geben.
„Die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind so vielfältig – die kann
niemand allein lösen“, weiß Friso Janßen. Daher gelte es, weiter auf
starken Partnerschaften aufzubauen. Diese haben sich etwa beim Deutschen
Herzbericht in der Zusammenarbeit mit den ärztlichen Fachgesellschaften
für Kardiologie (DGK), Herzchirurgie (DGTHG), Pädiatrische Kardiologie
(DGPK) sowie für Prävention und kardiologische Rehabilitation (DGPR)
ebenso bewährt wie die Kooperation mit dem Bundesverband Niedergelassener
Kardiologen (BNK) und mit der Björn Steiger Stiftung bei der Kooperation
HERZSICHER. „Partnerschaften wie diese sind elementar. Mit gemeinsamen
Themen kann man sich noch mehr Gehör verschaffen, um die Reichweite für
diese Themen zu erhöhen“, betont Janßen. Ebenso seien der kontinuierliche
Austausch und eine gute Zusammenarbeit mit Verantwortlichen in der
Gesundheitspolitik zwingend erforderlich. Bewährt haben sich vor diesem
Hintergrund Aufklärungsaktionen oder Expertengespräche unter anderem mit
der DGK, dem BNK oder der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände –
ABDA. „Als politische Stimme für die Interessen von Menschen mit Herz-
Kreislauf-Erkrankungen stellen wir uns den aktuellen Herausforderungen.“

Friso Janßens Botschaft an Herz-Kreislauf-Patientinnen und -Patienten und
deren Angehörige:

„WIR sind für Sie da. Mit ganzem Herzen arbeiten wir daran, dass Sie
informiert und begleitet sind. Folgen Sie uns auf allen Kanälen, damit wir
Sie zu allen Themen auf den besten Stand des Wissens heben können.
Sprechen Sie über unsere Arbeit mit ihren Freunden und Bekannten und geben
sie Informationsbroschüren gerne weiter. Werden Sie in unseren Gremien
aktiv, zum Beispiel im Ehrenamt, und helfen Sie mit, unser Herzensthema zu
den Menschen zu tragen. WIR können noch viel bewirken.“

Friso Janßen im Interview mit Medizin-Redakteurin Ruth Ney:
https://herzstiftung.de/ueber-uns/geschaeftsfuehrung/interview-friso-
janssen