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Mehr Teilhabe für Menschen mit Demenz durch Lokale Allianzen

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Die Vernetzung von professionellen und informellen Hilfen verbessert die
Teilhabe und die Unterstützung von Menschen mit Demenz. Dies zeigt die
Evaluation des Bundesprogramms „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“.
Das Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso)
hat den Abschlussbericht zur wissenschaftlichen Begleitung vorgelegt.

Die
vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend in
Auftrag gegebene Evaluierung analysiert die zwischen September 2020 und
Dezember 2024 geförderten Netzwerke und deren Wirkungen auf die lokale
Versorgungslandschaft. Die Förderung Lokaler Allianzen durch das
Bundesseniorenministerium läuft noch bis Ende 2026.

Das Bundesprogramm „Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz“ verfolgt das
Ziel, die Teilhabe und Unterstützung von Menschen mit Demenz sowie deren
Angehörigen durch die Vernetzung professioneller und informeller Hilfen zu
verbessern. Es ist Bestandteil der Nationalen Demenzstrategie und soll die
Zusammenarbeit aller verfügbaren Ressourcen vor Ort stärken, um
bedarfsgerechte Teilhabeangebote zu schaffen. Die Evaluation diente dazu,
die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Lokalen Allianzen zu beschreiben
und die Bedingungen für eine erfolgreiche Netzwerkarbeit zu
identifizieren.
Der nun veröffentlichte Evaluationsbericht zeigt, dass es über das
Bundesprogramm gelungen ist, die Aufmerksamkeit auf den Aspekt der
sozialen Teilhabe zu lenken und die Zahl der Teilhabeangebote für Menschen
mit Demenz zu erhöhen. So wurden vermehrt kulturelle Angebote und
Freizeitaktivitäten wie Singen, Wandern, Tanzgruppen oder Museumsbesuche
initiiert, aber auch Angebote zur Alltagsunterstützung, wie
Nachbarschaftshilfen und Angehörigen-Selbsthilfegruppen. Ebenso konnten
über die Lokalen Allianzen Formen innovativer Öffentlichkeitsarbeit wie
Ausstellungen und Filmvorführungen realisiert werden, um das Thema Demenz
zu enttabuisieren. Obwohl diese Angebote von den Nutzerinnen und Nutzern
insgesamt sehr positiv bewertet werden, bleibt dennoch die Erreichung der
Zielgruppe eine dauerhafte Herausforderung. Schamgefühle sind bei Menschen
mit Demenz und deren Angehörigen nach wie vor weit verbreitet, ebenso
mangelt es häufig an Wissen über bestehende Angebote.
Die Evaluation konnte zwei Hauptformen der Zusammenarbeit von Lokalen
Allianzen aufzeigen. Die Bilaterale Kooperation zeichnet sich durch eine
lediglich punktuelle Zusammenarbeit zwischen der Koordination und
einzelnen Partnern aus. Nach dem Förderende beschränkte sich die
Fortführung der Arbeit oft auf einzelne Teilhabeangebote und der
Fortbestand der Lokalen Allianz blieb ungewiss. Dagegen arbeiten in
Multilateralen Netzwerken mehrere Partner teamorientiert zusammen. Solche
„formalisierten“ Netzwerke weisen eine höhere Stabilität auf und
beinhalten eine größere Chance, Angebote über den Förderzeitraum hinaus
dauerhaft zu sichern.
Die Koordination der Netzwerke ist entscheidend für das Funktionieren der
Lokalen Allianzen. Die Befragungen ergaben jedoch eine Diskrepanz zwischen
den für die Koordination zur Verfügung stehenden Ressourcen und dem
tatsächlichen Aufwand: In rund einem Drittel der untersuchten Lokalen
Allianzen musste mehr Arbeitszeit für die Koordination aufgewendet werden
als im Stellenumfang formal vorgesehen. In einem weiteren Drittel musste
die Koordinationsarbeit zudem ohne eine entsprechende Freistellung, neben
anderen bereits bestehenden Aufgaben erledigt werden. Die verfügbaren
Ressourcen für die Netzwerkkoordination haben sich insofern als
erfolgskritischer Faktor der Lokalen Allianzen gezeigt. Zum Ende der
Förderung durch das Bundesprogramm waren zudem für viele Lokale Allianzen
die weiteren Finanzierungsperspektiven noch ungeklärt.
Die Beteiligung und Einbindung der Kommune war eine wichtige
Förderbedingung für die Lokalen Allianzen. Damit sollte die Etablierung
dauerhafter Strukturen unterstützt werden. Dies ist vor allem dort
gelungen, wo in einem kommunalen Umfeld eine „aktive Altenpolitik“
verfolgt wird, die Kommune die Lokalen Allianzen als integralen
Bestandteil der regionalen Versorgungslandschaft betrachtet und diese
strategisch und (teilweise) finanziell unterstützt. Die Verzahnung einer
aktiven kommunalen Seniorenpolitik mit dem Netzwerkansatz der Lokalen
Allianzen hat sich als besonders erfolgversprechend für die nachhaltige
Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Demenz herausgestellt.
Der vollständige Evaluationsbericht ist auf der Webseite des
Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
abrufbar. Eine vollständige Übersicht über die geförderten Lokalen
Allianzen finden Sie auf der Internetpräsenz der Netzwerkstelle Lokale
Allianzen für Menschen mit Demenz