„Menschsein bedeutet Begegnung und Raum für Gefühle geben“
Man sieht Georg Niederalt die Freude an seiner Arbeit an. Seit 25 Jahren
ist er in der Intensivpflege tätig und hat seine Berufswahl keinen Tag
bereut. Der Pflegerische Leiter der Intensivstation am
Universitätsklinikum Regensburg (UKR) spricht im Interview mit der
Unternehmenskommunikation (UK-Kom) über seine Leidenschaft für die
Intensivpflege, die Herausforderungen seines Arbeitsalltags und darüber,
warum sich dieser Berufsweg auch heute noch lohnt.
UK-Kom: Warum haben Sie sich für die Intensivpflege entschieden?
Georg Niederalt: Für mich ist die Intensivpflege die intensivste Form der
Pflege. Sie bedeutet, den Menschen sehr nah zu sein, ihre Bedürfnisse
wahrzunehmen und auf jede noch so kleine Veränderung zu achten.
Gleichzeitig fasziniert mich die Verbindung von menschlicher Zuwendung,
moderner Hightech-Medizin und komplexer Gerätemedizin. Besonders schätze
ich die enge Zusammenarbeit im therapeutischen Team, in dem alle gemeinsam
ein Ziel verfolgen: das Beste für unsere Patientinnen und Patienten zu
erreichen.
UK-Kom: Seit wie vielen Jahren arbeiten Sie auf der Intensivstation? Und
würden Sie sich mit Ihrem Wissen von heute wieder dafür entscheiden?
Georg Niederalt: Ich bin seit 25 Jahren in der Intensivpflege tätig. Und
ja, ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden. Die Intensivpflege
bietet zahlreiche Möglichkeiten zur fachlichen und persönlichen
Weiterentwicklung. Genau diese Vielfalt macht den Beruf für mich bis heute
so spannend.
UK-Kom: Was zeichnet die Intensivpflege am UKR als Universitätsklinikum
aus? Wo liegen die besonderen Herausforderungen?
Georg Niederalt: Am UKR treffen höchste pflegerische Kompetenz,
medizinische Expertise und modernste Technologie aufeinander. Gleichzeitig
steht der Mensch immer im Mittelpunkt. Diese Verbindung aus Spitzenmedizin
und persönlicher Nähe macht unsere Arbeit besonders anspruchsvoll, aber
auch unglaublich erfüllend. Jeden Tag aufs Neue.
UK-Kom: Wie gehen Sie mit den stetig steigenden Herausforderungen, etwa
durch komplexere Erkrankungsbilder oder zunehmende Technisierung, um?
Georg Niederalt: Ich bleibe neugierig und freue mich auf jeden neuen Tag.
Lernen gehört zu unserem Beruf dazu, deshalb entwickle ich mich
kontinuierlich weiter. Außerdem versuche ich, mir meinen Humor zu bewahren
– das hilft, auch in anspruchsvollen Situationen einen klaren Kopf zu
behalten. Besonders wertvoll sind für mich die vielen Begegnungen mit
unterschiedlichsten Menschen, die meinen Arbeitsalltag bereichern.
UK-Kom: Was bereitet Ihnen in Ihrem Arbeitsalltag Freude? Welche Momente
sind besonders?
Georg Niederalt: Wenn der Reanimationsfunk ruhig bleibt, im Team gelacht
wird und wir erleben dürfen, wie ein Patient oder eine Patientin die
Intensivstation in Richtung Rehabilitation verlassen kann. Solche Momente
zeigen, warum wir unsere Arbeit machen.
UK-Kom: Auf der einen Seite begleiten Sie gemeinsam mit Ihrem Team viele
Menschen zurück ins Leben. Auf der anderen Seite gelingt dieser Weg nicht
allen Patientinnen und Patienten. Wie gehen Sie und Ihr Team damit um?
Georg Niederalt: Wir erleben Freude und Trauer gemeinsam. Wenn wir einen
Menschen verlieren, geben wir uns gegenseitig Halt und Raum für unsere
Gefühle. Menschsein bedeutet für mich Begegnung – und die Bereitschaft,
Emotionen zuzulassen. Gleichzeitig feiern wir auch die kleinen Erfolge.
Wenn wir einen Patienten auf eine Normalstation verlegen können, weil sich
sein Zustand verbessert hat, ist das für das gesamte Team ein besonderer
Moment.
