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Mit LARS gegen den Fachkräftemangel

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Logistikprozesse sicherer, effizienter und schneller zu gestalten, ist die
Aufgabe von LARS. Das laserbasierte Projektionssystem von Fraunhofer-
Forschenden leitet Mitarbeitende in Echtzeit per Lichtspur durch
Lagerhallen und sorgt so für Orientierung. Insbesondere neuen und
ungelernten Arbeitskräften hilft der visuelle Wegweiser.

Unternehmen sind mit einem zunehmenden Fachkräftemangel konfrontiert – in
Branchen wie der Logistik ist der Mangel an Arbeitskräften groß, sodass
oftmals Quereinsteiger und ungelernte Kräfte eingesetzt werden. Hinzu
kommt eine große Fluktuation und die Notwendigkeit, bei Saisonspitzen
zusätzliches, temporäres Personal einzustellen. Doch die Integration der
neuen, unerfahrenen Mitarbeitenden in komplexe Abläufe ist oft
zeitintensiv. Hier setzt LARS, kurz für Laser-AR-Safe, an: Forschende des
Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML haben das
laserbasierte Projektionssystem entwickelt, um Mitarbeitende in
intralogistischen Hallen bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen. Mit
der Fähigkeit, dynamisch und flexibel individuelle Informationen wie
Routen, Stellplätze, Schilder und Auftragsnummern anzuzeigen, leitet LARS
auf spielerische Weise durch die Lagerhalle und führt präzise durch die
Arbeitsprozesse. Das erforderliche Wissen kann bei der ersten Einarbeitung
oder bei veränderten Prozessen einfach durch die Projektionen vermittelt
werden. Die Notwendigkeit, nach Waren zu suchen oder zu überlegen, wo
etwas abgestellt werden muss, entfällt. Die Laser-Projektion zeigt die
nötigen Informationen an. »In vielen Lagern sind heute Menschen tätig, die
nicht so gut deutsch sprechen oder kaum angelernt sind. Unser System
arbeitet mit Symbolen, Zahlen und Farben und veranschaulicht dadurch die
Aufgabenstellungen,« sagt Rico Ahlbäumer, Wissenschaftler am Fraunhofer
IML. »Statt langen Texten oder kryptischen Kommissionierzetteln gibt es
einen eindeutigen, sofort verständlichen Hinweis auf dem Boden.«
Beispielsweise zeigt ein blauer Pfeil den Weg zur richtigen Rampe, ein
grünes Quadrat, wo eine Palette abgestellt werden soll. »Die
Informationsübermittlung per Licht könnte Bodenmarkierungen in Lagerhallen
künftig ersetzen«, so der Forscher.

Menschzentrierter Ansatz

Das modulare, skalierbare Leitsystem LARS kombiniert Hard- und Software:
Die Laserprojektoren werden an der Decke befestigt, wahlweise lassen sie
sich auch an Hochregalen anbringen. Maximal 200 Projektoren pro Halle sind
möglich. Fünf Laser reichen jedoch aus, um auf einer Fläche von rund 30
Metern Breite in bis zu zwölf Fahrbahnen Hinweise darzustellen. Die
Projektionsfläche hängt von der Hallenhöhe ab. Das projizierte Licht ist
dank einer integrierten Aufweitungslinse für die Augen ungefährlich, die
Helligkeit und die Streuung des Laserlichts sind einstellbar. Die Auswahl
der darstellbaren Farben und Formen ist beliebig. Eine Software steuert
die Projektoren, eine weitere von Ahlbäumer und seinem Team entwickelte
Software ermöglicht die Projektion der Bilder auf den Boden. LARS lässt
sich auf Wunsch an verschiedene Logistiksysteme anbinden und wird in der
Regel durch den Lagerleiter beaufsichtigt.

Mit LARS verfolgen die Forschenden einen menschzentrierten Ansatz für
konkrete Problemstellungen, der sich an den Bedarfen der Mitarbeitenden
orientiert. Die Einsatzszenarien reichen vom Kommissionieren und
Konsolidieren bis hin zur Palettierung oder Sortierung. Auch als
Navigationssystem für den Shopfloor ist LARS denkbar.

Mit einem erfolgreichen Praxis-Test bei Rhenus Logistics konnten die
Forschenden des Fraunhofer IML die Effektivität und betriebliche Effizienz
von LARS demonstrieren. Mit der Möglichkeit, mehrere Mitarbeitende
gleichzeitig zu unterstützen, ist LARS eine ergonomische und skalierbare
Lösung für moderne Arbeitsumgebungen. »Die Komplexität in der
Intralogistik nimmt durch Faktoren wie kürzere Lieferzeiten, kleinere
Losgrößen, eine wachsende Produktvielfalt und den Fachkräftemangel stetig
zu. Mit LARS erhalten Unternehmen in der Logistik und Produktion ein
flexibles Hilfsmittel, um auf diese Herausforderungen zu reagieren«, sagt
Ahlbäumer.