Mobile Technik-Laboreinheiten als »Smart Transformation Labs« für zukunftsorientierte Landwirtschaft Mitteldeutschlands
»Smart Transformation Labs« helfen als virtuelle Zukunftsbetriebe der
Region Mitteldeutschland bei betrieblichen digitalen
Transformationsprozessen hin zu einer modernen und nachhaltigen
Landbewirtschaftung. Die »Smart Transformation Labs« an den Standorten
Magdeburg und Bernburg dienen dem Wissenstransfer und machen digitale
Technologien in der Landwirtschaft erlebbar. Das Fraunhofer-Institut für
Biomedizinische Technik IBMT bringt als Geräte- und Technologieentwickler
seine langjährige Expertise im Bereich der mobilen Laborplattformen,
insbesondere seine Kompetenz zur Entwicklung sowie dem Aufbau und Betrieb
mobiler und modularer Einheiten ins Projekt ein.
»TRANSFORM« ist Teil des Förderprogramms »Zukunftsbetriebe und
Zukunftsregionen« des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und
Heimat (BMELH).
Vom Acker bis zur Auswertung: Die Digitalisierung verändert die
Landwirtschaft spürbar. Vielfältige Sensoren, Drohnen und Satellitendaten,
vernetzte Maschinen und intelligente Software liefern in Echtzeit die
Basis für präzisere Entscheidungen – vom Pflanzenschutz bis zur
Ernteplanung. Das hilft Betrieben, Ressourcen optimal einzusetzen, Erträge
zu stabilisieren und sich besser auf Wetterextreme und volatile Märkte
einzustellen. Gleichzeitig rücken Fragen nach Datenkompetenz,
Infrastruktur und Zusammenarbeit in landwirtschaftlichen Regionen stärker
in den Fokus.
Sogenannte »Smart Transformation Labs« als Orte des Wissenstransfers
machen digitale Technologien in der Landwirtschaft greifbar. In der Region
Mitteldeutschland wurden in der »Innovationswerkstatt« der Hochschule
Anhalt in Bernburg-Strenzfeld und im sogenannten »Elbedome« (ein 360°-
Mixed-Reality-Labor) des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und
-automatisierung IFF in Magdeburg solche Transformationslabore
eingerichtet. Sie dienen
einem intensiven Austausch mit Landwirtschaftsbetrieben darüber, was einen
Zukunftsbetrieb ausmacht und wie die reibungslose Transformation
bestehender Betriebssysteme in einen Zukunftsbetrieb gestaltet werden
kann. Schwerpunkte liegen in der engen Verzahnung von ökonomischer und
ökologischer Perspektive, der regional besonders relevanten Frage nach
neuartigen Bewässerungsstrategien und -lösungen, der Weiterentwicklung des
Pflanzenschutzes unter Nutzung digitaler Technologien, der logistischen
Optimierung von Prozessen sowie der Förderung der Artenvielfalt und damit
zusammenhängenden Erhöhung der Effektivität von Ökosystemleistungen.
Um einen möglichst niederschwelligen Zugang zu den landwirtschaftlichen
Betrieben zu realisieren, sind für zusätzliche Vor-Ort-Demonstrationen
reale Technik- und Demonstrationsmodule entwickelt worden, die den
Wissenstransfer in die Betriebe ermöglichen und Unterstützung bei der
digitalen Transformation bieten. Die Anbindung dieser mobilen Komponenten
mittels moderner Mobilfunktechnologien verknüpft die verschiedenen
Standorte sowohl hinsichtlich technischer Kapazitäten als auch innerhalb
des Beratungsprozesses. Im Rahmen des Projekts werden Veranstaltungen in
den landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt, um den Austausch und die
Kooperation zwischen allen Beteiligten zu fördern.
Zuständig für die Koordination des Projekts ist die Hochschule Anhalt.
Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und
-automatisierung IFF aus Magdeburg, die Landesanstalt für Landwirtschaft
und Gartenbau Sachsen-Anhalt mit Hauptsitz in Bernburg und das Fraunhofer-
Institut für Biomedizinische Technik IBMT aus Sulzbach/Saar.
Übertragung des Fraunhofer IBMT Know-hows aus dem »BioSensoLab«
Das Fraunhofer IBMT ist innerhalb des Projekts »TRANSFORM« für die
Konzeption, Integration und Realisierung der mobilen Technik- und
Demonstrationsmodule zuständig. Die dabei entstandene mobile Plattform
»Sensortechnologien« nutzt die Expertise aus dem sogenannten
»BioSensoLab«, das vom Fraunhofer IBMT im Fraunhofer-Zentrum für Sensor-
Intelligenz ZSI als mobile Arbeitsumgebung entstanden ist. Die
verschiedenen Anwendungsbedarfe bedingen unterschiedliche Anforderungen
hinsichtlich Robustheit, Geländegängigkeit, Energieversorgung,
Raumnutzung, Betriebsumgebung sowie Sicherheitsaspekte. Durch die
langjährigen Erfahrungen in der Entwicklung, Realisierung und Betrieb von
(hoch-)mobilen Einheiten ist das Fraunhofer IBMT verantwortlich für das
aus der Anforderungsanalyse abgeleitete Gesamtkonzept, die Ausarbeitung
von beschaffungsrelevanten Leistungsbeschreibungen, die Identifikation von
potenziellen Lieferanten sowie die Unterstützung der HS Anhalt bei der
Ausschreibung der Beschaffung der mobilen Plattform »Sensortechnologien«.
Darüber hinaus sind auch die Bauüberwachung und die Abnahme/Inbetriebnahme
gemeinsam mit dem Lieferanten und den Projektpartner projektbezogene
Aufgaben des Fraunhofer IBMT.
