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Wie Kommunikation Konflikte entschärft: Forschungsprojekt K3VR überführt Erkenntnisse zur Deeskalation in VR-Trainings

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Wie lassen sich Konflikte und Krisensituationen durch Kommunikation
entschärfen? Mit dieser Frage hat sich in den vergangenen Jahren das vom
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte
Forschungsprojekt K3VR („Krisen und Konflikte durch Kommunikation
deeskalieren“) beschäftigt. Auf der Abschlussveranstaltung am 29.06.2026
präsentieren die Projektpartner*innen ihre zentralen Ergebnisse. Das
Projekt liefert neue wissenschaftliche Erkenntnisse über kommunikative
Eskalations- und Deeskalationsprozesse und zeigt zugleich das Potenzial
virtueller Trainingsumgebung für die Vermittlung kommunikativer
Kompetenzen.

Das Projekt wurde von einem interdisziplinären Konsortium aus der Akkon
Hochschule für Humanwissenschaften, dem Fraunhofer-Institut für
Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI), und der Aspekteins GmbH
durchgeführt. Unterstützt wurde das Vorhaben durch enge Kooperationen mit
Praxispartner*innen, insbesondere Polizeibehörden sowie dem Bayerischen
Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE).

Kommunikationsmuster in Konfliktsituationen identifiziert:

Im Mittelpunkt der Forschung stand die Analyse von Kommunikationsprozessen
zwischen Polizeivollzugsbeamt*innen und Bürger*innen. Dabei identifizierte
das Forschungsteam spezifische Kommunikationsmarker, die mit Eskalations-
beziehungsweise Deeskalationsverläufen in Zusammenhang stehen. Zudem
wurden Risikokonstellationen, situative Rahmenbedingungen und weitere
Einflussfaktoren konfliktbehafteter Interaktionen untersucht. Innovativ
ist dabei die Erfassung unbewusster Körperreaktionen, die über eine KI-
gestützte Sensorauswertung nutzbar gemacht wurden und einen grundlegend
neuen Ansatz der Mensch-Maschine-Interaktion darstellt.

Ergänzend analysierte das Projekt die Erfahrungen von
Polizeivollzugsbeamt*innen aus Bayern und Berlin. Eine repräsentative
Bevölkerungsbefragung zur Wahrnehmung polizeilicher Kommunikation sowie
ein VR-Experiment ergänzten und validierten die Forschungsergebnisse.
Dadurch konnten unterschiedliche Perspektiven auf Kommunikation und
Konfliktdynamiken berücksichtigt werden.

„Kommunikative Deeskalation entscheidet in vielen Konflikt- und
Krisensituationen darüber, ob eine Lage entschärft oder weiter verschärft.
Mit dem Projekt K3VR konnten wir erstmals wissenschaftlich fundierte
Erkenntnisse zu den kommunikativen Dynamiken solcher Situationen gewinnen
und diese zugleich in eine innovative virtuelle Trainingsformate
überführen. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage, um
Deeskalationskompetenzen künftig noch gezielter zu erforschen, zu
trainieren und in die Praxis zu übertragen.“ sagt Prof. Dr. Andreas Bock,
Projektleiter K3VR und Präsident der Akkon Hochschule.

Forschungsergebnisse in virtuelle Trainingsumgebung übertragen:

Ein besonderer Projekterfolg besteht in der Übertragung ausgewählter
Forschungsergebnisse in eine virtuelle Trainingsumgebung. Die
identifizierten Kommunikationsmarker wurden in einem VR-Demonstrator
integriert und gemeinsam mit Praxispartner*innen evaluiert. Darüber hinaus
entwickelten die Forschenden Verfahren, mit denen Sprache, Gestik und
ausgewählte physiologische Parameter in einer virtuellen Umgebung synchron
erfasst und analysiert werden können. Zudem entstanden erste Ansätze für
eine kontextsensitive Gestenerkennung.

Das Projekt K3VR („Krisen und Konflikte durch Kommunikation deeskalieren“)
verbindet sozialwissenschaftliche Forschung und innovative VR-
Technologien, um kommunikative Deeskalation besser zu verstehen,
wissenschaftlich zu untersuchen und praxisnah zu vermitteln. Die
Verbindung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse mit innovativen Virtual-
Reality-Technologie eröffnet neue Möglichkeiten für die Untersuchung und
Vermittlung kommunikativer Deeskalation. Das Projekt zeigt, welches
Potenzial virtuelle Trainingsumgebungen für die Erforschung und
Vermittlung kommunikativer Deeskalationskompetenzen besitzen. Das
Interesse weiterer potenzieller Anwendungsfelder außerhalb des
Polizeikontextes verdeutlicht die Übertragbarkeit der entwickelten
Ansätze.

Über die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften:

Die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin ist seit 2009
Deutschlands erste Hochschule für Humanwissenschaften. Die staatlich
anerkannte Hochschule der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. bietet
interdisziplinäre Studiengänge in den Fachbereichen Pflege und Medizin,
Pädagogik und Soziales sowie Humanitäre Hilfe und Bevölkerungsschutz. In
der praxisorientierten Lehre und angewandten Forschung arbeitet die Akkon
Hochschule eng mit nationalen und internationalen sozialen und humanitären
Organisationen, Verbänden sowie öffentlichen Institutionen zusammen.