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DANK kritisiert WM-Sammelaktionen von Lebensmittelherstellern: Kinder werden gezielt zum Kauf von Zuckerbomben animiert

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Sammelaktionen, Sondereditionen und Prämien: Im Rahmen der Fußball-
Weltmeisterschaft 2026 locken Lebensmittelhersteller mit verschiedenen
Angeboten und Fanaktionen. Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare
Krankheiten (DANK) kritisiert diese Aktionen, bei denen Kinder und
Familien über Sammelanreize zum Kauf stark zucker- und fetthaltiger
Produkte motiviert werden.



Besonders deutlich wird das am Beispiel der aktuellen Ferrero-
Sammelaktion. Wer eine Trinkflasche, ein T-Shirt oder einen Fußball
erhalten möchte, muss Sammelpunkte auf Produkten wie Nutella, Duplo,
Kinder Happy Hippo oder Hanuta sammeln. Die dafür erforderlichen
Produktmengen enthalten teils enorme Mengen Zucker.

So müssen Verbraucher*innen beispielsweise:
•       für eine Trinkflasche rund 1,4 Kilogramm Zucker in Form von 15
Duplo-Mehrfachpackungen kaufen,
•       für ein T-Shirt mehr als 3 Kilogramm Zucker über Kinder-Happy-
Hippo-Packungen erwerben,
•       für einen Fußball sogar über 5 Kilogramm Zucker in Form von 20
Gläsern Nutella kaufen.

Auch Coca-Cola wirbt im Rahmen der Weltmeisterschaft mit einer
Sammelaktion. Um ein WM-T-Shirt zu erhalten, müssen zwölf verschiedene
Sondereditionen gesammelt werden. Würden dafür zwölf 0,5-Liter-Flaschen
zuckerhaltige Coca-Cola gekauft, entspräche dies rund 636 Gramm Zucker,
mehr als einem halben Kilogramm. Die Aktion ist zwar auch mit zuckerfreien
Varianten möglich, dennoch werden die Sammelanreize unmittelbar mit dem
Kauf von Softdrinks verknüpft.

„Die Fußball-Weltmeisterschaft begeistert Millionen Kinder und animiert
sie dazu, Sport zu treiben und ihren „Helden“ nachzueifern. Genau diese
Begeisterung wird von Lebensmittelkonzernen gezielt genutzt, um den Absatz
stark zuckerhaltiger Produkte anzukurbeln“, sagt Barbara Bitzer,
Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und
Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Wenn für
einen Fußball rechnerisch mehr als fünf Kilogramm Zucker gekauft werden
müssen, zeigt das die Absurdität solcher Werbeaktionen. Kinder werden
somit gezielt zum Kauf von Zuckerbomben animiert. Und der positive Effekt
auf die Bewegung und den Sport wird zunichte gemacht.“

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die Aufnahme von
freiem Zucker auf weniger als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr zu
begrenzen. Ein einzelner Duplo-Riegel enthält bereits 9,2 Gramm Zucker.
Vermeintlich kleine Portionen können somit schnell zur Zuckerbombe werden.

„Besonders problematisch ist, dass solche Aktionen nicht den Konsum eines
einzelnen Produkts fördern, sondern gezielt auf Sammelmechanismen setzen“,
so Bitzer weiter. „Wer eine Prämie erhalten möchte, muss immer neue
Produkte kaufen. Damit werden Kaufanreize geschaffen, die weit über den
eigentlichen Verzehr hinausgehen.“

DANK fordert deshalb seit Jahren wirksame gesetzliche Beschränkungen für
an Kinder gerichtetes Marketing für ungesunde Lebensmittel.
Sportgroßereignisse dürften nicht dazu genutzt werden, Kinder und
Jugendliche systematisch für Produkte mit hohem Zuckergehalt zu gewinnen.

„Sport steht für Bewegung, Gesundheit und Prävention. Viele Kinder freuen
sich auf die Weltmeisterschaft und die Spiele der Deutschen Mannschaft.
Wenn Verbände und Veranstalter Partnerschaften mit Herstellern eingehen,
deren Produkte nachweislich zur Entstehung von Adipositas, Typ-2-Diabetes
und anderen nichtübertragbaren Krankheiten beitragen können, senden sie
widersprüchliche Signale an Kinder und Familien“, sagt Bitzer. „Fußball
sollte Kinder zu Bewegung motivieren und nicht zu einem höheren Konsum von
Süßwaren und Softdrinks.“

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Über das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare
Krankheiten (DANK):
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein
Wissenschaftsbündnis aus 24 medizinisch-wissenschaftlichen
Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, das sich seit
mehr als 15 Jahren für Maßnahmen der Verhältnisprävention zur Verhinderung
von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-
Kreislaufkrankheiten einsetzt. Das Bündnis fordert die Einführung einer
Zuckersteuer, mehr Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung, täglich eine
Stunde Sport und Bewegung in KiTa/Schule sowie die Einführung
verbindlicher Qualitätsstandards für die KiTa-und Schulernährung nach den
DGE-Empfehlungen. Mehr über DANK: www.dank-allianz.de