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Für die seelische Gesundheit forschen

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DZPG in Halle, Jena und Magdeburg baut sein Forschungsprogramm aus |
Projekte und Studien zielen auf bessere Vorsorge und Versorgung
psychischer Erkrankungen

Zu den häufigsten Volkskrankheiten gehören neben Herz-
Kreislauferkrankungen, Demenzen oder Diabetes und Übergewicht auch
psychische Erkrankungen. Laut WHO zählen sie inzwischen zu den häufigsten
Gründen für krankheitsbedingt verlorene Lebensjahre. Insbesondere
Depressionen und Angststörungen verdoppelten sich in den letzten 20
Jahren.
Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
geförderte neue Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) soll die
Forschung zu psychischer Gesundheit in Deutschland beschleunigen, um die
Vorsorge und Versorgung seelischer Erkrankungen zu verbessern. Als einer
von sechs Partnern wurde der mitteldeutsche Standort in Halle, Jena und
Magdeburg für das DZPG ausgewählt und baut nach einer zweijährigen
Startphase jetzt sein Forschungsprogramm aus.

In einem Auftaktsymposium fanden sich die beteiligten Forschenden mit
Vertretern aus den Ministerien und der Öffentlichkeit in Jena zusammen.
Sie stellten den thematischen Schwerpunkt der DZPG-Arbeit in
Mitteldeutschland vor, den der Standort als besonderen Beitrag am gesamten
DZPG erarbeitet hat: den Bereich sozialer Interaktionen und deren
Beeinflussung durch entzündliche Prozesse und Stoffwechselstörungen.
Hierbei wird auch der Einfluss von Stress während der aktuellen
„Polykrisen“ intensiv erforscht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Erforschung von
Entwicklungsprozessen bei Kindern und Jugendlichen, die insbesondere seit
der Pandemie einen besonders starken Anstieg von psychischen Erkrankungen
zeigten. Bedeutsam für die Arbeit am DZPG ist hierbei die direkte
Überführung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Behandlung,
Früherkennung und Vorsorge psychiatrischer Neuerkrankungen im Jugendalter.
In Jena wurde hierfür vor kurzem eine neue Tagesklinik für
Adoleszenzpsychiatrie eingerichtet.

„Die Zusammenarbeit zwischen Medizin, Psychologie und
Grundlagenwissenschaften der beteiligten Universitäten und Leibniz-
Institute schafft einzigartige Möglichkeiten zur Beforschung und
langfristigen Verbesserung der psychischen Gesundheit und bringt
Mitteldeutschland auch mit seinen regionalen Besonderheiten an die Spitze
der aktuellen Forschungsaktivitäten in Deutschland“, sagt Prof. Martin
Walter, Sprecher des Standortes und Direktor der Universitätsklinik für
Psychiatrie in Jena.

Vom bisherigen Erfolg zeigt sich auch Dr. Heike Stecklum überzeugt, die
als Sprecherin des trialogischen Zentrumsrates die Stimmen der Betroffenen
und Angehörigen auf Augenhöhe in die gemeinsame Arbeit einbringt: „Am DZPG
hat mich die bisher einzigartige Chance gereizt, auf vielen Ebenen an der
Forschung zu psychischer Gesundheit mitzuwirken und die Partizipation für
andere Betroffenen und Angehörige voranzubringen.“