Zum Hauptinhalt springen

30 Jahre ZMO: Jubiläumsveranstaltung würdigt Forschung zum modernen Nahen Osten, Afrika, Eurasien, Süd- und Südostasien

Pin It

Als Kind der deutschen Einheit erforscht das Berliner Leibniz-Zentrum
Moderner Orient seit 1996 Geschichte und Gesellschaft islamisch geprägter
Gesellschaften. Es untersucht die Verflechtungen untereinander sowie mit
Europa und Deutschland.

Das ZMO ging aus dem Bereich „Geschichte der Entwicklungsländer“ des
Instituts für Allgemeine Geschichte (IfAG) der Akademie der Wissenschaften
der DDR hervor. Damit brachte es eine wichtige bildungspolitischen
Neuerung von Ost nach West.

Nach dem Ende der deutschen Teilung wurde das ZMO 1991 zunächst als
„Forschungsschwerpunkt Moderner Orient“ unter dem Dach der Max-Planck-
Gesellschaft gegründet. 2017 wurde es in die Leibniz-Gemeinschaft.

Senatorin Dr. Ina Czyborra betont anlässlich des Jubiläums die Bedeutung
des ZMO für die Berliner Forschungslandschaft: „Die kürzlich vom Berliner
Senat verabschiedete Forschungsstrategie des Landes macht klar: Berlin
soll in den Geistes- und Sozialwissenschaften bis 2040 zu einem
europäischen Zentrum für Forschung zur Gestaltung der Transformation
werden – lokal verankert, international vernetzt und global ausgerichtet.
Das Leibniz-Zentrum Moderner Orient steht mit seiner einzigartigen
Expertise wie kaum ein anderes Institut für die Stärke und das enorme
Potential der Berliner Forschung in diesen herausfordernden Zeiten.“

Am 25. Juni stellt Dr. Heike Liebau die Geschichte des Instituts vor.
Anschließend wird die Ausstellung „Geteilt. Vereint. Global.“ eröffnet.
Weitere Programmpunkte widmen sich dem Platz des ZMO in der deutschen und
internationalen Forschungslandschaft sowie der Verleihung des Fritz-
Steppat-Preises durch die Gesellschaft zur Förderung des ZMO.

Mit seiner Forschung trägt das ZMO zu einem vertieften Verständnis
aktueller globaler Krisen und gesellschaftlicher Herausforderungen bei.
Zugleich beteiligt sich das Zentrum an wissenschaftlichen Debatten über
Dekolonisierung und die Überwindung eurozentrischer Perspektiven in der
Forschung.

Sitz des ZMO ist eine von Hermann Muthesius entworfene Privatvilla, die
zwischen 1914 und 1918 erbaut wurde. Ihr Auftrageber war
Kolonialwarenhändler. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs war er pleite, so
dass das Haus eine vielfältige Nutzung erfuhr.