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Digitale Fortbildungskonzepte erreichen das Schulsystem

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Mit dem Abschluss der Verbundprojekte LFB-Labs-digital, ComeMINT, ComeArts
und ComeSport legen Wissenschaftler*innen der Universität Bielefeld
praxiserprobte und wissenschaftlich fundierte Konzepte für die digitale
Lehrer*innenfortbildung vor. Ein Themenheft der internationalen
Fachzeitschrift „Frontiers in Psychology“ ist schon erschienen, weitere
Beiträge erscheinen in den kommenden Monaten in mehreren Sammelbänden.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:
•       In vier bundesweiten Verbünden wurden adaptive,
digitalisierungsbezogene Fortbildungsmodule für MINT, Kunst, Musik und
Sport entwickelt und evaluiert.
•       Die Transferstelle TraBBi_digital an der Universität Bielefeld hat
Formate etabliert, die Hochschulen systematisch mit Landesinstituten und
Ministerien vernetzen.
•       Die Projektergebnisse werden als Open Educational Resources (OER),
Sammelbände und in einem internationalen Themenheft veröffentlicht

Mit dem Ende der Förderphase im Kompetenzverbund „lernen:digital“ zieht
die Universität Bielefeld Bilanz: In den Projekten LFB-Labs-digital,
ComeMINT, ComeArts und ComeSport sind in den vergangenen knapp drei Jahren
prototypische Fortbildungskonzepte entstanden, die digitale Kompetenzen
von Lehrkräften nachhaltig stärken sollen. Beteiligt waren über hundert
Wissenschaftler*innen aus mehr als zwanzig Hochschulen bundesweit.

Im Projekt LFB-Labs-digital wurden Schüler*innenlabore zu Orten der
Lehre*innenfortbildung weiterentwickelt. Lehrkräfte erprobten dort unter
anderem Simulationen, interaktive Experimentiervideos oder KI-gestützte
Anwendungen für den MINT-Unterricht. Die Wirksamkeit der Formate wurde
empirisch untersucht; ein referenzierbarer Rahmen für
digitalisierungsbezogene Fortbildung ist entstanden.

„Schüler*innenlabore haben den digitalen Wandel früh produktiv genutzt.
Dieses Potenzial konnten wir nun systematisch für die Fortbildung von
Lehrkräften erschließen“, sagt Professor Dr. Matthias Wilde, Direktor der
Bielefeld School of Education und Mitinitiator von LFB-Labs-digital.

Die drei Come-Verbünde entwickelten parallel adaptive Fortbildungsmodule
für unterschiedliche Fächerkulturen: ComeMINT für Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften, Technik und Sachunterricht, ComeArts für Kunst und
Musik mit Fokus auf ästhetische Bildung und digitale Jugendkulturen sowie
ComeSport für digital gestützten Sportunterricht und
gesellschaftskritische Themen wie Diversität und Körperbilder. Zentrale
Merkmale sind längerfristige Blended-Learning-Formate, Austausch- und
Reflexionsphasen sowie eine designbasierte Weiterentwicklung auf Grundlage
empirischer Daten.

Koordiniert wurden die Transferaktivitäten durch die an der Universität
Bielefeld angesiedelte Transferstelle Bielefeld Bildung digital
(TraBBi_digital). Sie entwickelte Konzepte, um Landesinstituten,
Ministerien und Schulaufsichtsbehörden die Nachnutzung der entwickelten
Fortbildungen zu ermöglichen. Ziel war es, Bedarfe, strukturelle
Bedingungen und wissenschaftliche Standards systematisch aufeinander zu
beziehen.

„Wir sehen, dass nachhaltiger Transfer nur gelingt, wenn unterschiedliche
Handlungslogiken von Wissenschaft und Bildungsadministration reflektiert
werden“, sagt Professor Dr. Martin Heinrich, Leiter von TraBBi_digital.
„Wir wissen nun viel mehr über die Gelingensbedingungen von Kooperation in
diesem System.“

Die Ergebnisse werden nun breit zugänglich gemacht: Mehrere Sammelbände
des Kompetenzverbundes lernen:digital erscheinen in den kommenden Monaten
mit Beiträgen aus den Verbundprojekten, zudem verantwortet das Konsortium
ein Themenheft der Zeitschrift „Frontiers in Psychology“ zur
Professionalisierung im digitalen MINT-Unterricht. Ergänzend stehen
zahlreiche Materialien und Module als OER zur Nachnutzung bereit. In NRW
sind aus den Verbundprojekten neue Strukturen entstanden, die jetzt dazu
genutzt werden, die Expertise der Universitäten für die Entwicklung der
Schulen im Land nutzbar zu machen.

„Mit TraBBi_digital ist es uns gelungen, eine professionssensible
Schnittstelle zwischen Hochschule und Fortbildungssystem aufzubauen. Die
jetzt vorliegenden Konzepte sind der Anfang, die lehrkräftebildenden
Hochschulen in die wissenschaftsbasierte und praxisnahe
Lehrer*innenfortbildung einzubeziehen und die neue Entwicklung in NRW
zeigt, dass dies in Zukunft weiterhin geschehen wird“, betont Dr. Wiebke
Fiedler-Ebke, Koordinatorin der Transferstelle.