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Zwölf Jahre Sicherheitsforschung im Rückblick

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Universität Marburg und Partnerinnen ziehen mit Publikation, Podcast und
Erklärfilm Bilanz des Sonderforschungsbereichs „Dynamiken der Sicherheit“.
Mit der Publikation „Security Revisited“, der finalen Folge des Podcasts
„Mit Sicherheit im Gespräch“ sowie einem neu veröffentlichten Erklärfilm
zum Thema Antiziganismus blickt der Sonderforschungsbereich/Transregio 138
„Dynamiken der Sicherheit. Versicherheitlichung in historischer
Perspektive“ auf zwölf Jahre erfolgreicher Forschung zurück. Nach drei
Förderphasen endete Ende 2025 die Arbeit des von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsverbunds, an dem die
Universität Marburg, die Justus-Liebig-Universität Gießen und das Herder-
Institut für historische Ostmitteleuropaforschung beteiligt waren.



Sicherheit als politischer und gesellschaftlicher Leitbegriff

Mit der Publikation „Security Revisited“ ziehen die am
Sonderforschungsbereich beteiligten Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler keine klassische Forschungsbilanz. Vielmehr reflektieren
sie vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen die zunehmende Bedeutung
von Sicherheit als politischem und gesellschaftlichem Leitbegriff. Die
Beiträge zeigen, wie sich Vorstellungen von Sicherheit historisch
verändern, wie Bedrohungen gesellschaftlich wahrgenommen werden und wie
Sicherheitsdiskurse politische Entscheidungen prägen.
„Als wir unsere Arbeit 2014 aufnahmen, war nicht absehbar, welche zentrale
Rolle Sicherheit in den folgenden Jahren spielen würde“, betonen die
ehemaligen Sprecher des Sonderforschungsbereichs, Horst Carl, Christoph
Kampmann und Thorsten Bonacker im Vorwort. Ereignisse wie die
Covid-19-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine,
geopolitische Konflikte oder die Folgen des Klimawandels hätten die
Aktualität der Forschungsfragen eindrucksvoll bestätigt. Die Publikation
macht deutlich, dass Sicherheit kein feststehendes Konzept ist, sondern
ein historisch wandelbares und umkämpftes Feld gesellschaftlicher
Auseinandersetzungen.

Erwartungen an und Impulse von Sicherheitsforschung

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Publikation ist auch die finale
Folge des Podcasts des Sonderforschungsbereichs „Mit Sicherheit im
Gespräch“ erschienen. Sie trägt den Titel „Das Ende des
Sonderforschungsbereichs – Was bleibt von zwölf Jahren interdisziplinärer
Forschung?“. In einem gemeinsamen Gespräch ziehen die ehemaligen Sprecher
Thorsten Bonacker, Horst Carl und Christoph Kampmann Bilanz. Sie
diskutieren die Besonderheiten interdisziplinärer Sicherheitsforschung,
die Organisation eines großen Forschungsverbunds sowie die Chancen, die
ein Sonderforschungsbereich insbesondere für den wissenschaftlichen
Nachwuchs eröffnet. Zugleich reflektieren sie Erwartungen,
Herausforderungen und die langfristigen Impulse, die das Projekt für die
Sicherheitsforschung gesetzt hat.

Historische Kontinuitäten

Zum Abschluss des Sonderforschungsbereichs ist zudem ein Erklärfilm der
Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Schönfelder erschienen. Ausgehend von
ihrem Science-Slam-Beitrag vermittelt der Film anschaulich, was
Antiziganismus ist, welche historischen Kontinuitäten das Phänomen prägen
und warum es bis heute gesellschaftlich relevant ist. Mit kreativen
visuellen Mitteln verbindet der Film wissenschaftliche Erkenntnisse mit
einer verständlichen und zugänglichen Darstellung und steht exemplarisch
für das Anliegen des Sonderforschungsbereichs, Forschungsergebnisse über
die Wissenschaft hinaus in gesellschaftliche Debatten einzubringen.

Publikation, Podcast und Erklärfilm verdeutlichen, dass Fragen der
Sicherheit auch künftig zentrale gesellschaftliche und politische Debatten
prägen werden. Die Forschungen des Sonderforschungsbereichs zeigen, wie
wichtig historische und sozialwissenschaftliche Perspektiven sind, um
aktuelle Krisen, Bedrohungen und gesellschaftliche Konflikte einordnen und
verstehen zu können.