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Vom DHBW-Studium in die Top-Etagen internationaler Konzerne - Was macht eigentlich Professor Thomas Edig?

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Karriereweg eines Personalvorstands und Transformationstreibers

Wie verlaufen Karrierewege nach einem dualen Studium an der Duale
Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe? Die Reihe „Alumni
berichten“ gibt Einblicke in berufliche Stationen, persönliche
Entwicklungen und außergewöhnliche Karrierewege ehemaliger Studierender.

Im Fokus steht diesmal Professor Thomas Edig: Der gebürtige Stuttgarter
studierte von 1983 bis 1986 BWL-Industrie an der Berufsakademie Karlsruhe
- heute DHBW. Nach seinem Studium begann er seine Laufbahn bei Alcatel und
übernahm bereits früh Führungsverantwortung. Es folgten internationale
Spitzenpositionen, unter anderem als Mitglied des Konzernvorstands von
Alcatel S.A. in Paris, als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der
Porsche AG sowie als Vorstandsmitglied der Porsche Automobil Holding SE.
Heute ist er Geschäftsführer für Personal und Organisation der Volkswagen
Sachsen GmbH und gestaltet dort die Transformation der Automobilindustrie
hin zur Elektromobilität.

Im Interview spricht Professor Edig über die Herausforderungen des
technologischen Wandels, die Bedeutung von Kommunikation und Weiterbildung
sowie darüber, warum ihn die Arbeit mit Menschen bis heute motiviert.
Gleichzeitig blickt er auf seine Studienzeit an der DHBW Karlsruhe zurück
und erklärt, weshalb der enge Praxisbezug und die persönliche Atmosphäre
für seinen weiteren Weg prägend waren.

Darüber hinaus berichtet er von seiner bis heute engen Verbundenheit mit
der DHBW Stiftung, die er mit initiiert hat und deren Kuratorium er bis
heute vorsitzt. Als Honorarprofessor engagiert er sich zudem weiterhin in
der Lehre und begleitet Studierende auf ihrem Weg in die Praxis.

Wo sind Sie gerade tätig?

Ich bin aktuell bei der Volkswagen Sachsen GmbH tätig. Volkswagen betreibt
in Sachsen das Fahrzeugwerk Zwickau, das Motorenwerk in Chemnitz und die
Gläserne Manufaktur in Dresden. Volkswagen ist hier der größte private
Arbeitgeber.

Was ist Ihre Position?

Dort bin ich Geschäftsführer für Personal und Organisation und zugleich
Arbeitsdirektor.
Was sind Ihre Aufgaben? An welchen Projekten arbeiten Sie gerade?
Ich verantworte die Bereiche Personal, IT, Kommunikation und Recht. Im
Mittelpunkt meiner Arbeit steht derzeit die Transformation unserer
Standorte – also die Frage, wie wir Organisation, Prozesse und vor allem
die Menschen erfolgreich durch den tiefgreifenden Wandel in der
Automobilindustrie führen.

Welchen Herausforderungen stehen Sie gegenüber?

Wir erleben gerade einen massiven Umbruch in unserer Branche. Die
Umstellung auf Elektromobilität ist nicht nur technologisch anspruchsvoll,
sondern vor allem für die Menschen eine große Veränderung. Für mich ist
entscheidend, alle mitzunehmen, Ängste ernst zu nehmen und durch offene
Kommunikation Vertrauen zu schaffen.
Ein prägendes Beispiel ist unser Werk in Zwickau: Dort haben wir die
Produktion komplett auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Rund 7.500
Mitarbeitende mussten für neue Technologien qualifiziert werden – das war
ein enormer Kraftakt. Heute fertigen wir dort auf einer Plattform
Fahrzeuge verschiedener Marken. Wir investieren stark in Aus- und
Weiterbildung, unter anderem über ein eigenes Bildungsinstitut und
Kooperationen mit den Hochschulen in der Region.
Auch in Dresden gehen wir neue Wege: Die „Gläserne Manufaktur“ entwickelt
sich gemeinsam mit der TU Dresden zu einem Innovationscampus.

Worauf sind Sie stolz?

Ich bin besonders stolz auf unsere Mitarbeitenden. Mit wie viel
Engagement, Kreativität und Offenheit sie diesen Wandel mitgestalten,
beeindruckt mich jeden Tag.
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Job?
Mich begeistert, dass meine Arbeit abwechslungsreich und spannend ist. Und
dass ich mit einer positiven Grundhaltung in meinem Verantwortungsbereich
schwierige Situationen konstruktiv angehen und in Chancen verwandeln kann
– genau das motiviert mich jeden Tag.

Was hat Ihnen dabei geholfen, dort hinzukommen, wo Sie heute sind?

Für mich waren Fleiß, Eigenmotivation und eine positive Einstellung
entscheidend. Ich kam ursprünglich vom allgemeinen Gymnasium und hatte
kaum wirtschaftliches Vorwissen – ich musste mir vieles erarbeiten. Gerade
im Studium hat mir die Verbindung von Theorie und Praxis sehr geholfen.
Im Laufe der Jahre kamen Führungserfahrung und Werte wie Verlässlichkeit,
Mut zu Neuem und Kundenorientierung hinzu. Leadership lernt man nicht aus
Büchern, sondern im täglichen Miteinander mit Menschen.

Was hat Sie damals bewegt, an der DHBW Karlsruhe zu studieren?

Mich haben die persönliche Atmosphäre, die kleinen Gruppen und die enge
Betreuung überzeugt. Besonders wichtig war mir der Wechsel zwischen
Theorie und Praxis – das hat das Lernen für mich greifbar gemacht. Auch
mein Partnerunternehmen hat dabei eine große Rolle gespielt.

Was blieb Ihnen aus Ihrer Studienzeit am deutlichsten in Erinnerung?

Vor allem der starke Zusammenhalt unter uns Studierenden ist mir in
Erinnerung geblieben. Gleichzeitig habe ich es sehr geschätzt, Themen
wirklich in der Tiefe zu durchdringen – oft auch bis spät in die Nacht.

Wie war es, dual zu studieren? Was war besonders gut?

Der Praxisbezug war für mich ein großer Vorteil. Ich habe nie den Bezug
zur realen Arbeitswelt verloren. Das hat mir später sehr geholfen – ich
bin meinem Ausbildungsunternehmen lange treu geblieben und konnte dort
früh Verantwortung übernehmen.

Sind Sie heute noch mit der DHBW verbunden – wenn ja, inwiefern und warum?

Ja, sehr eng und mit großer Überzeugung. Ich habe die DHBW-Stiftung mit
initiiert und engagiere mich dort bis heute als Vorsitzender des
Kuratoriums. Außerdem lehre ich als Honorarprofessor und bringe meine
Erfahrungen im Masterprogramm ein. Mir ist es wichtig, etwas zurückzugeben
und die nächsten Generationen zu unterstützen.

Hätten Sie rückblickend manche Dinge gerne anders gemacht?

Nein. Ich habe viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen und bin
damit immer gut gefahren. Insgesamt blicke ich sehr zufrieden auf meinen
Weg zurück.
Was würden Sie heutigen DHBW-Studierenden als Tipp mit auf den Weg geben?
Bleiben Sie neugierig und engagiert. Suchen Sie sich ein Thema, das Sie
wirklich begeistert, und verfolgen Sie es mit Ausdauer. Wer Freude an dem
hat, was er tut, und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wird seinen
Weg machen.

Prof. Thomas Edig, Werdegang

Geboren 1961 in Stuttgart
1983 - 1986 Studium BWL-Industrie an der DHBW Karlsruhe, Dualer Partner:
Alcatel SEL AG, Stuttgart
1986 - 1990 Alcatel SEL AG, Personalreferent
1990 - 1994 Alcatel SEL, AG, Geschäftsleitungsassistent und Manager
Marketing & Strategische Planung einer internationalen Division
1994 - 1995 Alcatel Mobile Communication Germany GmbH, Leiter
Produktgruppe Betriebs- und Bündelfunksysteme
1995 - 1998 Alcatel Mobile Communication Germany GmbH, Leiter Personal und
Sozialwesen
1998 - 2002 Alcatel SEL AG, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor
2002 - 2006 Alcatel S.A., Paris, Mitglied des Konzernvorstands,
Personalchef weltweit
2007 - 2009 Porsche AG, Personalvorstand und Arbeitsdirektor
2009 - 2015 Porsche AG, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und
Mitglied des Vorstands der Porsche Automobil Holding SE (2009 – 2012)
2015 – 2021 Volkswagen Nutzfahrzeuge, Hannover, Personalvorstand
Seit 2021 Volkswagen Sachsen GmbH, Geschäftsführer Personal und
Organisation

Zudem ist Prof. Edig seit 2004 Mitglied des Aufsichtsrats der École des
Hautes Études Commerciales (HEC) Paris. Als Mitinitiator der im Jahr 2013
gegründeten DHBW Stiftung engagiert er sich dort bis heute als
Vorsitzender des Kuratoriums. Darüber hinaus ist er seit 2015 als
Honorarprofessor an der DHBW in Stuttgart und Heilbronn tätig.