Meilenstein für Europas digitale Souveränität: DFKI und Inria gründen deutsch-französisches Zentrum für KI
Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und das
französische Nationale Institut für Forschung in Digitaler Wissenschaft
und Technologie (Inria) heben ihre bestehende Partnerschaft auf eine neue
Ebene: Am 18.Juni 2026 unterzeichneten die beiden führenden
Forschungseinrichtungen auf der Vivatech in Paris eine Vereinbarung zur
Gründung eines offenen, binationalen deutsch-französischen Zentrums für
Künstliche Intelligenz.
Die feierliche Unterzeichnungszeremonie fand in Anwesenheit von Dorothee
Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, und von
Philippe Baptiste, französischer Minister für Hochschulwesen, Forschung
und Raumfahrt, statt. Ziel des ehrgeizigen Projekts ist es, einen starken
europäischen Akteur im Bereich der Künstlichen Intelligenz an der
Schnittstelle zwischen Spitzenforschung, Industrie und Gesellschaft zu
etablieren.
Eckpfeiler für Europas Souveränität im Bereich KI
Das neue binationale Zentrum bündelt die exzellenten Forschungskapazitäten
beider Länder, um tragfähige Antworten auf den rasanten globalen Wandel im
Bereich der Künstlichen Intelligenz zu liefern. Angesichts des intensiven
internationalen Wettbewerbs leistet das Zentrum einen entscheidenden
strategischen Beitrag zur digitalen Souveränität Europas. Durch eine
dauerhafte, institutionalisierte Struktur und die enge Verzahnung von
Wissenschaft und Industrie soll die Entwicklung vertrauenswürdiger,
transparenter und wettbewerbsfähiger KI-Technologien „Made in Europe“
beschleunigt werden.
„Die Gründung des offenen deutsch-französischen Zentrums ist ein
entscheidender Meilenstein für die Zukunft der europäischen KI“, erklärt
Prof. Dr. Antonio Krüger, Geschäftsführer des DFKI. „Durch die konkrete
Bündelung der exzellenten KI-Forschung in Deutschland und Frankreich gehen
wir über bloße Absichtserklärungen hinaus und schaffen aktiv eine
Grundlage für die digitale Souveränität Europas im Bereich der Künstlichen
Intelligenz.“
Dr. Bruno Sportisse, Vorsitzender und Geschäftsführer von Inria, fügt
hinzu: „Dieses deutsch-französische Zentrum ist eine Antwort auf die
Herausforderungen im Bereich der KI. Wir müssen unsere Strategien
aufeinander abstimmen und wirkungsvolle Projekte umsetzen, wenn wir im
Wettlauf um die Spitzenposition in Forschung, Technologie und Innovation
mithalten wollen. Dies erfordert vertrauensvolle Partnerschaften, eine
gemeinsame langfristige Roadmap und die Fähigkeit, unsere Ökosysteme (KI-
Cluster) zu nutzen: Genau das bauen wir gemeinsam mit dem DFKI auf.“
Die integrierte „Project Factory“: Fokus auf Wirkung!
Die integrierte „Project Factory“ im Kern des Zentrums fungiert als agiler
Innovationsmotor, um bilaterale Forschungs- und Entwicklungsprojekte
flexibel in greifbare Prototypen und Softwarelösungen umzusetzen. Darüber
hinaus fördert das explizit offene Konzept des neuen Zentrums die aktive
Beteiligung weiterer akademischer Partner aus beiden Ländern.
Zudem erhalten Unternehmen aus beiden Ländern direkten Zugang zu
Projekten, um innovative KI-Anwendungen in Schlüsselbereichen wie
Industrie 4.0, Gesundheit und Mobilität zu entwickeln und diese zügig zur
Marktreife zu bringen. Dieser Forschungstransfer wird durch Programme zur
Talentförderung und zur Mobilität von Forschenden flankiert, was das
Zentrum durch bilaterale Karrierewege und gemeinsame Sommerschulen zu
einem äußerst attraktiven Anziehungspunkt für globale Spitzenkräfte macht.
Ergänzt wird dieses Profil durch die Einrichtung eines wissenschaftlichen
Thinktanks, der fundierte Handlungsempfehlungen zu den gesellschaftlichen
Auswirkungen von KI erarbeitet, die KI-Kompetenz in der Bevölkerung stärkt
und Akteure aus Politik und Wirtschaft in Fragen der Regulierung, Ethik
und Standards berät.
Politische Unterstützung für die deutsch-französische Zusammenarbeit im
Bereich der KI
Die feierliche Unterzeichnung im Rahmen der Vivatech unterstreicht die
hohe politische Priorität, die beide Regierungen dieser Zusammenarbeit
beimessen.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt,
erklärt anlässlich der Zeremonie: „In der heutigen Welt ist Künstliche
Intelligenz (KI) ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Daher wurde sie in
der High-Tech-Agenda Deutschland als Schlüsseltechnologie benannt. Wir
müssen verhindern, dass Europa in der globalen KI-Landschaft ins Abseits
gerät. Das binationale deutsch-französische Zentrum für KI als
Zusammenarbeit zwischen DFKI und INRIA wird dazu beitragen, sich bietende
Chancen zu nutzen und die gebündelte Expertise Frankreichs und
Deutschlands einzusetzen, um Europa voranzubringen. Es wird gemeinsame
Forschung zu sicherer und vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz
betreiben, die vollständig auf europäische Standards abgestimmt ist. Diese
Partnerschaft ist ein Beispiel dafür, wie eine enge deutsch-französische
Zusammenarbeit ein stärkeres, innovativeres europäisches KI-Ökosystem
gestalten kann.“
Offenheit für weitere französische, deutsche und europäische Partner
Das binationale Zentrum ist bewusst nicht als geschlossenes System
konzipiert. Die integrierte „Project Factory“ steht weiteren KI-
Forschungsclustern, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen aus
Deutschland, Frankreich und darüber hinaus sowie Partnern aus der
Industrie und der öffentlichen Verwaltung offen, um ein nahtloses
europäisches KI-Netzwerk zu knüpfen.
Nach der offiziellen Unterzeichnung am 18. Juni wird ab Juli 2026 mit dem
schrittweisen Aufbau der Strukturen sowie der Einrichtung eigener Büros an
den jeweiligen Standorten von DFKI und Inria in Deutschland und Frankreich
begonnen, gefolgt vom Start der ersten operativen Programme Ende 2026.
