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Saar-Modellprojekt beim Hauptstadtkongress in Berlin: LKW bringt Hightech- Diagnostik zu Pflegeheim-Bewohnern

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Ultraschall, CT, Röntgen – eine echte Notaufnahme im Spezial-Truck
ermöglicht erkrankten Bewohnern direkt vor dem Pflegeheim medizinische
Untersuchungen ohne lange Wege: Das Modellprojekt aus dem Saarland stellt
sich vom 23. bis 25. Juni auf dem Hauptstadtkongress Medizin und
Gesundheit in Berlin (Messe, hub27) vor. Ab September 2026 wird das
Spezialfahrzeug mit Hightech-Diagnostik im Saarland im Einsatz sein: Bei
dem europaweit einmaligen medizinischen und pflegerischen
Versorgungsmodell arbeiten Universität und Universitätsklinikum des
Saarlandes mit zahlreichen Partnern zusammen. Der Gemeinsame
Bundesausschuss fördert das Projekt mit über acht Millionen Euro.



Fast zehn Meter lang ist der Truck, 2,60 Meter breit, ganze 3,70 Meter
hoch und zwölf Tonnen schwer. In seinem Inneren findet sich alles, was in
eine klinische Notaufnahme gehört: Computertomograph, Sonografie-,
Röntgen- und Ultraschallgeräte, EEG, EKG und eine Laborausstattung. Eine
smarte Datenbrille und jede Menge Technologie assistieren digital und
ermöglichen die Kommunikation mit zugeschalteten Fachärzten. Das
Modellprojekt aus dem Saarland bringt moderne Medizintechnik zu Menschen,
für die Klinikbesuche wegen Alter oder Krankheit eine Herausforderung
sind. Es entlastet zugleich Notaufnahmen, Diagnosezentren und Pflegeteams.
Klinikeinweisungen nur zu Diagnosezwecken sollen reduziert, die ambulante
ärztliche und pflegerische Versorgung in der vertrauten Umgebung gesichert
und der finanzielle Aufwand der Kranken- und Pflegekassen nachhaltig
reduziert werden.

Bevor die aktive Modellphase im September im Saarland startet, und der
Diagnostik-LKW für rund 4.000 Heimbewohner in rund 50 Pflegeheimen in
Aktion tritt, macht er vom 23. bis 25. Juni Station auf dem
Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit in Berlin: Auf Einladung von
Präsidium und Geschäftsführung der Kongress-Messe stellt das Konsortium
das Konzept des „Mobile Geriatrie Unit“ vor. Alle Unternehmen und
Fachexperten, die an Entwicklung und Ausbau des Modells beteiligt sind,
präsentieren sich auf dem „DIKOM-Innovations-CAMPUS“ rund um den Truck.
Fachpublikum und Messebesucher erhalten Führungen durch das Fahrzeug. Im
Ausstellungsforum finden zahlreiche Veranstaltungen wie Expertengespräche
statt.

Initiiert wurde das Projekt „Diagnostik-Konsil im Pflegeheim mittels
Geriatrie-Unit – DIKOM“ vom langjährigen Direktor der Neurologie am
Universitätsklinikum des Saarlandes, Professor Klaus Faßbender. Gemeinsam
mit Medizintechnik-Unternehmen aus dem Saarland und deutschlandweit
entwickelte er ein Konzept für das Modell-Fahrzeug. Zwölf Konsortial- und
33 Kooperationspartner setzten es um – ein Homburger Spezial-Autobauer
baute den Truck.

Im Modell-LKW selbst sind Fachärzte mit unterschiedlichen Schwerpunkten
zusammen mit medizinischen Technologen für Radiologie und
Notfallsanitätern im Einsatz. Bei der Auswertung ihrer Untersuchungen
werden nach Bedarf Fachärztinnen und -ärzte aus kooperierenden Kliniken
und Praxen live hinzugezogen. „Diese Kombination aus mobiler Diagnose und
telemedizinischer Expertise, vertraglich verbunden mit niedergelassenen
Ärzten und stationären Pflegereinrichtungen, begründet eine neuartige
Versorgungsform, die eine große Lücke in der geriatrischen Versorgung
schließt“, sagt Professor Klaus Faßbender.

Um die diagnostischen Geräte an Bord des Medizin-Trucks geschützt und
zuverlässig zu betreiben und die Fachärzte innerhalb und außerhalb sicher
zu vernetzen, wurden bestehende medizinische Softwarelösungen angepasst
und Schnittstellen sowie Kommunikationswege neu entwickelt. Eine besondere
Herausforderung war die energetische Versorgung: Damit alle Geräte
parallel zur digitalen Vernetzung und zur telemedizinischen Kommunikation
laufen können, wurde eigens ein leistungsfähiges Batteriesystem
entwickelt. Die Batterien werden über Nacht geladen, und halten tagsüber
alles dauerhaft einsatzbereit.

Im „Mobile Geriatrie Unit“ kommen verschlüsselte Datenübertragungssysteme
zum Einsatz, mit denen Befunde sicher und schnell übermittelt werden
können. Ein virtuelles Cockpit unterstützt die CT-Diagnostik: Die Befunde
der Radiologen im Diagnosezentrum werden telemedizinisch übertragen. Zwei
Röntgenstrahlen emittierende Geräte können auf engstem Raum sicher
betrieben werden.

Ab September geht die „Diagnostik auf Rädern“ im Rahmen eines bisher mit
mehr als acht Millionen Euro geförderten Innovationsfonds-Modells des
Gemeinsamen Bundesausschusses in der Modellregion-Saarland auf Tour. Die
Einsätze werden durch eine gesundheitsökonomische und eine die
Versorgungsprozesse überprüfende Evaluation bewertet.

Das Projekt „Diagnostik-Konsil im Pflegeheim mittels Geriatrie-Unit –
DIKOM“
Das höchste Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen,
der Gemeinsame Bundesausschuss, fördert das Modellprojekt. Unterstützt
wird es durch die Saarländische Pflegegesellschaft, die Kassenärztliche
Vereinigung, alle im Saarland tätigen Kranken- und Pflegekassen, die
saarländischen Diagnostikexperten von Xcare, das Caritasklinikum Lebach
sowie verschiedene Institute des Universitätsklinikums des Saarlandes.
Projektträger ist die Universität des Saarlandes. Der Versorgungsprozess
wird vom Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft
(ISO) sowie dem Berliner Institut für angewandte Versorgungsforschung
(inav) wissenschaftlich begleitet.

Weitere Informationen: <https://www.medizin-daheim.de>

Ausstellungsforum | DIKOM | Stand-Nr. 61
Hauptstadtkongress vom 23. bis 25. Juni 2026 im hub27, Messe Berlin
<https://www.hauptstadtkongress.de/mcon-26-session-24011-vorstellung-des-
mgu-modellfahrzeugs-im-dikom-innovations-campus
>