HolzForschung Deutschland gegründet: HNEE bringt Expertise zur Wertschöpfungskette Wald-Holz und Holzprodukten ein
Mit dem neugegründeten Netzwerk „HolzForschung Deutschland“ erhält die
vielfältige Forschungslandschaft rund um die Ressource Holz eine
gemeinsame Stimme. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
(HNEE) knüpft daran mit ihrer Expertise entlang der Wald-Holz-
Wertschöpfungskette an – von nachhaltiger Waldnutzung bis zur Entwicklung
und Herstellung von auch neuartigen Produkten aus Holz.
Am 16. Juni 2026 wurde in Braunschweig das neue Forschungsnetzwerk
„HolzForschung Deutschland“ gegründet. Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler aus ganz Deutschland wollen damit die Zusammenarbeit in
der Holzforschung stärken, Kompetenzen bündeln und den Wissenstransfer in
Gesellschaft, Wirtschaft und Politik fördern. Anlass ist die wachsende
Bedeutung der Ressource Holz: für Klimaschutz, nachhaltiges Bauen, die
Substitution fossiler Rohstoffe und eine zirkuläre Bioökonomie.
Für die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ist die
Gründung des Netzwerks ein wichtiges Signal. Am Waldcampus der HNEE werden
Fragen nachhaltiger Wald- und Holznutzung, regionaler Holzressourcen oder
Verarbeitung und Produktentwicklung seit vielen Jahren in Forschung und
Lehre bearbeitet. Damit verbindet die Hochschule ökologische, ökonomische
und technische Perspektiven auf einen Rohstoff, der für die Transformation
hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise eine zentrale Rolle spielt.
„Holz steht an der Schnittstelle vieler Zukunftsfragen: Es geht um stabile
Wälder für regionale Rohstoffverfügbarkeit, neue Nutzungskonzepte und
funktionierende Märkte. Ein Netzwerk wie HolzForschung Deutschland kann
helfen, diese Perspektiven stärker zusammenzuführen und die Holzforschung
als gemeinsame Stimme sichtbarer zu machen“, sagt Prof. Dr. Tobias Cremer,
Professor für Forstnutzung und Holzmarkt an der HNEE.
Prof. Dr. Tobias Cremer beschäftigt sich an der HNEE unter anderem mit
Holzsortierung, Holzlogistik, Holzmarkt und regionalen Wald-Holz-
Wertschöpfungsketten. Seine Perspektive setzt an der Schnittstelle
zwischen Holzbereitstellung und Holzverarbeitung an, d.h. dort, wo Holz
als nachwachsender Rohstoff entsteht, bereitgestellt und in
Nutzungssysteme überführt wird. Gerade angesichts des Klimawandels,
veränderter Waldstrukturen und wachsenden Anforderungen an eine
nachhaltige Ressourcennutzung gewinnen diese Fragen weiter an Bedeutung.
Diese Perspektive an der HNEE wird gestützt durch die Arbeit von Prof.
Dr.-Ing. Ulrich Schwarz. Seine Professur für Gestaltung, Konstruktion und
Herstellung von Produkten aus Holz richtet den Blick auf Verarbeitung,
Produktentwicklung und technische Anwendung. Zu seinen Forschungsgebieten
zählen unter anderem Qualitätssicherung, Klebetechnik,
Schnittholzerzeugung und -verarbeitung, Vollholzverarbeitung,
Produktmanagement sowie bauphysikalische Messtechnik.
„Holz ist weit mehr als ein traditioneller Werkstoff. Seine Vielfalt
eröffnet große Potenziale – vom ressourceneffizienten Bauen über neue
Produkte bis zu kreislauforientierten Anwendungen. Dafür braucht es
Forschung, die Materialverständnis, technische Machbarkeit und nachhaltige
Nutzung zusammendenkt“, sagt Prof. Dr.-Ing. Ulrich Schwarz.
Mit der Gründung von „HolzForschung Deutschland“ entsteht eine Plattform,
die unterschiedliche Fachrichtungen zusammenbringt – von
Materialforschung, Bauingenieurwesen und Architektur bis zu
Verfahrenstechnik, chemischen Technologien und Kunst. Die HNEE sieht darin
eine wichtige Chance, den fachübergreifenden Austausch zu stärken und die
Rolle von Holz in einer nachhaltigen Bioökonomie weiterzuentwickeln.
Das passt zum Selbstverständnis der HNEE als Hochschule, die nachhaltige
Entwicklung nicht nur erforscht, sondern in Lehre, Transfer und Praxis
konkret macht. Die Verbindung von Wald, Holz, Technologie und
gesellschaftlicher Transformation ist dafür ein zentraler Baustein –
regional verankert, wissenschaftlich fundiert und mit Blick auf die
Herausforderungen der kommenden Jahre.
