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Gesundheit

COVID-19-Präexpositionsprophylaxe: Vulnerable Personengruppen aktiv schützen!

Die Stellungnahme wurde von folgenden Fachgesellschaften und
Arbeits­kreisen erarbeitet (in alphabetischer Reihenfolge):
·       COVRIIN – Fachgruppe Intensivmedizin, Infektiologie und
Notfallmedizin
·       DGHO – Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische
Onkologie
·       DGI – Deutsche Gesellschaft für Infektiologie
·       DGIIN – Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin
und Notfallmedizin
·       DGP – Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin
·       STAKOB – Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und
Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger

Berlin, 11. April 2022 – Patient*innen mit Blut- und Krebserkrankungen
sowie immunsupprimierte Patient*innen haben weiterhin ein erhöhtes Risiko,
an einem schweren Verlauf von COVID-19 zu erkranken und zu versterben. Zur
Vermeidung eines schweren Verlaufs von COVID-19-Infektionen bei
Patient*innen mit einer eingeschränkten Immunantwort auf
COVID-19-Schutzimpfungen stehen nun im Rahmen einer COVID-19
-Präexpositions-prophylaxe neue Arzneimittel zur Verfügung. Die Kommission
„Nutzen­bewertung von Arzneimitteln“ der Arbeitsgemeinschaft der
Wissenschaft­lichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat in
Kooperation mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und
Behandlungszentren für Krank­heiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB),
der Fachgruppe Intensiv­medizin, Infektiologie und Notfallmedizin
(COVRIIN) und weiteren Fach­gesellschaften eine aktuelle Stellungnahme zum
Thema erarbeitet.

Geringes Impfansprechen bei vulnerablen Patient*innen

Die zugelassenen COVID-19-Schutzimpfungen verhindern die Infektion zwar
nicht, können das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 aber um
70 bis 95 Prozent reduzieren. COVID-19-Auffrischimpfungen (Booster) sind
in der Lage, die Immunantwort der geimpften Personen zu verbessern und
werden daher in der Bundesrepublik Deutschland empfohlen. Allerdings haben
immunsupprimierte Patient*innen ein erhöhtes Risiko, nicht oder nicht
ausreichend sowohl auf die COVID-19-Schutzimpfungen als auch auf die
COVID-19-Auffrischimpfungen anzusprechen. Dabei sind vor allem
Patient*innen nach Organtransplantation, Patient*innen nach
Stammzelltransplantation ohne vollständige immunologische Rekonstitution
sowie Patient*innen mit hämatologischen Neoplasien, Autoimmun­erkrankungen
und aktiven soliden – insbesondere metastasierten – Tumor­erkrankungen
betroffen. Diese Patient*innen gehören auch zu den vulnerablen
Populationen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf einer
COVID-19-Infektion.

Medikamentöse prophylaktische Maßnahmen für vulnerable Personengruppen

Angesichts der aktuell immer noch hohen Infektionszahlen und der
Persistenz von SARS-CoV-2 (Endemie) stehen medikamentöse prophylaktische
Maßnahmen für besonders vulnerable Personengruppen im Fokus. In der
Bundesrepublik Deutsch­land ist nun die Antikörperkombination
Tixagevimab/Cilgavimab (AZD7442, Evusheld®) zur
COVID-19-Präexpositionsprophylaxe verfügbar. Die Kommission
„Nutzenbewertung von Arzneimitteln“ der AWMF sowie die unterzeichnenden
Fachgesellschaften, Fachgruppen und Arbeitskreise empfehlen daher den
Einsatz von Tixagevimab/Cilgavimab (Evusheld®) bei Patient*innen mit
eingeschränkter Immunantwort auf aktive, entsprechend den aktuellen
Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des RKI durchgeführte
COVID-19-Schutzimpfungen sowie COVID-19-Auffrischimpfungen. „Die
vorbeugende Gabe rekombinanter, neutrali­sierender, monoklonaler
Antikörper gegen SARS-CoV-2 kann das Risiko für einen schweren Verlauf bei
vulnerablen Personen deutlich reduzieren“, betont Prof. Dr. med. Bernhard
Wörmann, Medizinischer Leiter der DGHO Deutsche Gesellschaft für
Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. und Vorsitzender der AWMF-
Kommission „Nutzenbewertung von Arzneimitteln“. Allerdings ist
Tixagevimab/ Cilgavimab (Evusheld®) derzeit die einzige gegen den
vorherrschenden Omikron-Variante-Subtyp BA.2 ausreichend wirksame
Antikörperkombination. Für die Anwendung anderer mittlerweile verfügbarer
antiviraler Arzneimittel zwecks Prophylaxe fehlt derzeit jegliche
Datengrundlage.

Prophylaxe ist kein Ersatz für Schutzmaßnahmen

Dabei ist die Präexpositionsprophylaxe kein Ersatz für die aktive
COVID-19-Schutzimpfung und soll nicht zu nachlassender Achtsamkeit in
Bezug auf die weiteren Schutzmaßnahmen bei vulnerablen Patient*innen und
ihr Umfeld führen. Vielmehr bietet sie die Möglichkeit eines zusätzlichen
Schutzes. „Daher raten wir den betroffenen Personen dringend dazu, nicht-
pharmakologische Schutzmaß­nahmen wie das Tragen von Mund-Nasen-Masken,
Händedesinfektion und Abstandhalten weiter zu beachten“, so Prof. Dr. med.
Rolf-Detlef Treede, Präsident der AWMF.

Die gemeinsame Stellungnahme kann heruntergeladen werden unter:
https://www.dgho.de/aktuelles/news/news/2022/covid-19
-praeexpositionsprophylaxe-mit-tixagevimab-cilgavimab-evusheld-r-bei-
immundefizienten-personen

Die Stellungnahme wurde von folgenden Fachgesellschaften und
Arbeits­kreisen erarbeitet (in alphabetischer Reihenfolge):
·       COVRIIN – Fachgruppe Intensivmedizin, Infektiologie und
Notfallmedizin
·       DGHO – Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische
Onkologie
·       DGI – Deutsche Gesellschaft für Infektiologie
·       DGIIN – Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin
und Notfallmedizin
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Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger

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Schonende Krebsbehandlung dank Protonentherapie

Prof. Esther Troost, eine der beiden Leiterinnen der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Dresden, mit Patient René Johne in der Protonenstrahlanlage.  Foto: UKD/Kirsten Lassig
Prof. Esther Troost, eine der beiden Leiterinnen der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Dresden, mit Patient René Johne in der Protonenstrahlanlage. Foto: UKD/Kirsten Lassig

Mehr als 1.500 Patientinnen und Patienten haben seit 2014 von der
hochwirksamen und gleichzeitig schonenden Protonentherapie in Dresden
profitiert. Mit jährlich bis zu 270 Betroffenen, die insgesamt knapp 9.000
Einzelbestrahlungen absolvieren, erfolgen die Behandlungen im Zwei-
Schicht-Betrieb. Zu den häufigsten Indikationen der Protonentherapie
gehören Tumore bei Kindern, Tumore in oder in der Nähe des Gehirns oder
Rückenmarks, Tumore des Kopf-Hals-Bereichs und der Prostata, sowie Tumore,
die sich nicht anderweitig bestrahlen lassen.

Noch immer erforscht das Team aus über 30 Ärztinnen und Ärzten,
Physikerinnen und Physikern, Medizinischen Fachangestellten sowie
Technischen Assistentinnen und Assistenten, bei welchen weiteren
Indikationen eine Protonentherapie sinnvoll und vorteilhaft ist und
welchen Wert sie insgesamt hat. „Schon jetzt sehen wir, dass zum Beispiel
Nebenwirkungen weniger stark auftreten“, sagt Prof. Esther Troost, die
zusammen mit Prof. Mechthild Krause die Klinik und Poliklinik für
Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum leitet.

Alles fing mit einem harmlosen Schnupfen an: Im Frühjahr 2021 bemerkte
René Johne aus Pirna einen leichten Ausfluss am linken Nasenloch. Zunächst
hat er sich dabei nichts gedacht und es auf den Heuschnupfen geschoben.
Als dann aber ein Druck auf dem linken Auge hinzukam, war der
Familienvater alarmiert und suchte Rat bei seinem Hausarzt. Das
angeordnete MRT brachte im November Gewissheit und die für den Patienten
erschütternde Diagnose: Nasennebenhöhlenkrebs. Wenige Tage später schon
wurde der 41-Jährige in der Klinik für Neurochirurgie am
Universitätsklinikum Dresden operiert. Über ein Loch in der Schädeldecke
entfernten die Medizinerinnen und Mediziner einen großen Teil des Tumors,
der sich schon in Richtung Gehirn ausgebreitet hatte. In einer zweiten
Operation im Dezember konnte ein Team aus der Klinik für Hals-, Nasen- und
Ohrenheilkunde über das Nasenloch die Reste des Tumors weitestgehend
entfernen. Weihnachten hat die Familie zusammen zu Hause verbringen
können. Seit Januar absolviert der Patient nun die Strahlentherapie am
Universitätsklinikum. 33 Sitzungen in der Protonentherapie sind verordnet.

René Johne ist der 1.500. Patient, der am Dresdner Uniklinikum diese Form
der Bestrahlung erhält. Diese wird deutschlandweit nur an wenigen Zentren
angeboten, verspricht jedoch eine passgenaue Bestrahlung, bei der
umliegendes Gewebe geschont beziehungsweise nicht nachhaltig
beeinträchtigt wird und bei der weniger Nebenwirkungen auftreten als bei
der Bestrahlung mit Photonen. Bei der Protonentherapie wird eine
vollständige Tumorvernichtung angestrebt. Noch immer erforscht das
Dresdner Protonenteam die Vorteile und Nachhaltigkeit der
Behandlungsmethode sowie weitere Anwendungsbereiche.

Seit der Inbetriebnahme der Protonentherapie in Dresden 2014 laufen
parallel zur Patientenversorgung verschiedene Studien und
Forschungsarbeiten. Jeder der über 1.500 Patientinnen und Patienten wird
in eine Studie eingeschlossen. Die Wissenschaft möchte wissen, wie sich
die physikalischen Unterschiede zwischen der Protonen- und der
Photonentherapie auf das Therapieansprechen und mögliche Nebenwirkungen
auswirken. Aktuell ist eine europäische Studie zur Anwendung der
Protonentherapie bei Speiseröhrenkrebs gestartet, an der die Klinik und
Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie federführend beteiligt
ist. „Es wäre wunderbar, wenn wir noch mehr Menschen mit einer
Krebserkrankung mit der Protonentherapie helfen könnten“, sagt Prof.
Mechthild Krause. „Unsere Forschung und zahlreiche Studien helfen uns
dabei.“

Seit Dezember 2014 ist die Anlage der Universitäts ProtonenTherapie
Dresden in Betrieb. Während im ersten kompletten Betriebsjahr (2015) 104
Patientinnen und Patienten therapiert werden konnten, stieg diese Zahl
danach wie geplant kontinuierlich an, bis 2019 der Vollaufwuchs mit ca.
270 Patienten pro Jahr im Zwei-Schicht-Betrieb erreicht wurde. Heute
können viele Tumore im bestrahlten Gebiet dauerhaft vernichtet und
gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe geschont werden. Unter anderem
können Tumore in besonders empfindlichen Regionen so bestrahlt werden,
dass eine anschließende Operation nicht mehr notwendig ist. Die Methode
der Protonentherapie, die weltweit nur in wenigen Zentren zur Verfügung
steht, bedeutet eine weitere erhebliche Verbesserung der Strahlentherapie.
Die Patientinnen und Patienten kommen aus ganz Deutschland nach Dresden.

„Mit 1.500 Patientinnen und Patienten, die an nur einem Bestrahlungsplatz
nach den höchsten Sicherheitsstandards behandelt werden, setzt die
Dresdner Universitäts ProtonenTherapie weltweit Maßstäbe bei der Effizienz
des Betriebs einer so komplexen Anlage“, sagt Prof. Michael Albrecht,
Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums. „Angesichts des
umfassenden technischen Supports der Anlage und des parallel von den
Forschenden genutzten Protonenstrahls belegt diese Zahl, wie wichtig es
ist, eine solche Einrichtung strategisch klug zu planen und zu betreiben.
Die Zahlen zeigen auf beeindruckende Weise, dass dies den Initiatoren der
Dresdner Protonentherapie gelungen ist.“

„Da die Protonentherapie noch keine Regelleistung der Krankenkassen ist,
freuen wir uns als Dresdner Universitätsklinikum mit verschiedenen
Krankenkassen Verträge abgeschlossen zu haben. Damit können deren
Versicherte bei bestimmten schwerwiegenden Krebserkrankungen diese
Therapieform ohne aufwändiges Antragsverfahren in Anspruch nehmen“, sagt
Stefan Pieck, Administrativer Direktor der Klinik und Poliklinik für
Strahlentherapie und Radioonkologie. Weitere Krankenkassen kommen nach und
nach hinzu. Um schnell und unkompliziert zu klären, für wen die
Protonentherapie geeignet ist, betreibt das Dresdner Universitäts
ProtonenTherapie eine Hotline für Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen
und Patienten.

René Johne hat alle Sitzung in der Dresdner Protonentherapie hinter sich
gebracht und sieht optimistisch in die Zukunft. In den letzten Wochen der
Behandlung hatte sich die Haut an seinem Hals gerötet – wie bei einem
Sonnenbrand. Auch hatte er Probleme beim Schlucken bekommen –
Nebenwirkungen, die bei einer Bestrahlung im Kopfbereich normal sind, nach
Ende der Behandlung aber schnell abklingen. Der junge Mann hat seine
Ernährung umgestellt und achtet nun sehr darauf, gesund und bewusst zu
leben. „Ich bin froh, über die Möglichkeiten der modernen Medizin und dass
mir geholfen wurde. Dem ganzen Team bin ich sehr dankbar“, sagt er.

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Viel Lob für Ausbaupläne im Bereich Gesundheit

Gesundheitspolitiker Norbert Knopf mit HFU-Rektor Prof. Dr. Rolf Schofer und Prof. Dr. Stephan Lambotte, Dekan der Fakultät Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft (von links).  HFU
Gesundheitspolitiker Norbert Knopf mit HFU-Rektor Prof. Dr. Rolf Schofer und Prof. Dr. Stephan Lambotte, Dekan der Fakultät Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft (von links). HFU

MdL Norbert Knopf und Martina Braun informieren sich an der Hochschule
Furtwangen zum Fachbereich Gesundheit – Neue Studiengänge und
Hochschulambulanz in Planung

Die Hochschule Furtwangen (HFU) baut ihr Angebot im Bereich Gesundheit
immer weiter aus. Norbert Knopf und Martina Braun, Abgeordnete der Grünen
im baden-württembergischen Landtag, informierten sich bei einem Besuch am
Campus Furtwangen über die Entwicklung, die sie als große Chance für den
Schwarzwald-Baar-Kreis sehen.

An der HFU wird seit dem vergangenen Wintersemester neben den bereits
etablierten Studiengängen Physiotherapie, Angewandte
Gesundheitswissenschaften und zwei Gesundheits-Masterstudiengängen auch
Hebammenwissenschaft als Studiengang  angeboten; 34 Studentinnen haben
bereits das erste von sieben Semestern auf dem Weg sowohl zum
Bachelorabschluss als auch zum Examen als staatlich anerkannte Hebamme
hinter sich. Damit nicht genug, plant die Hochschule die Einführung von
weiteren Bachelorstudiengängen in den Bereichen Logopädie, Ergotherapie
und Pflegewissenschaften. Die Landtagsabgeordnete Martina Braun, die dem
Austausch  digital zugeschaltet war, lobte diese Entwicklung, die dem
Fachkräftemangel im ländlichen Raum entgegenwirke: „Genau das brauchen wir
hier!“ Gesundheitspolitiker Norbert Knopf, der im Landtag für die
Akademisierung der Gesundheitsfachberufe zuständig ist, unterstrich bei
seinem Besuch im ehemaligen Krankenhausgebäude von Furtwangen: „Mir ist
beim Ausbau der Akademisierung in den Gesundheitsfachberufen sehr wichtig,
dass auch im ländlichen Raum eine hervorragende und bodenständige
Ausbildung möglich gemacht wird. Und das geschieht in Furtwangen.“

HFU-Rektor Prof. Dr. Rolf Schofer und Prof. Dr. Stephan Lambotte, Dekan
der Fakultät Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft, nutzten den Besuch der
Abgeordneten, um auch erste Pläne für den Aufbau eines Therapie-, Lehr-
und Forschungszentrums in Form einer Hochschulambulanz an der HFU
vorzustellen. Diese soll Studierenden der Gesundheitsfachberufe künftig
als Zentrum ihrer Praxisausbildung dienen,  Bürgerinnen und Bürger sollen
sich dort ambulant behandeln lassen können. „Wir wollen diesen nächsten
großen Schritt wagen“, so Rektor Schofer, „aber dazu brauchen wir die
Unterstützung der Politik.“ Martina Braun sah in dem ambitionierten
Vorhaben eine große Chance zur  „Rundumabdeckung der gesundheitlichen
Versorgung von Patientinnen und Patienten“; Norbert Knopf wertete den
Synergieeffekt einer solchen Hochschulambulanz als Besonderheit für die
Region. „Der unmittelbare Austausch von Forschung und Lehre, gepaart mit
der Behandlung teils schwerer und komplexer Krankheitsbilder führt zu
einer ausgezeichneten Qualitätssteigerung in den Gesundheitsfachberufen
insgesamt“, so Knopf.

Die HFU hofft nun auf das entsprechende Vertrauen in die hohe Kompetenz,
für die die Hochschule steht. Seit acht Jahren gibt es in Furtwangen die
sich extrem erfolgreich entwickelnde Fakultät Gesundheit, Sicherheit,
Gesellschaft - doch brachte es Dekan Stephan Lambotte mit Blick auf die
Geschichte der Hochschule, die sich seit ihren Anfängen als
Uhrmacherschule 1850 stetig innovativ weiterentwickelte, auf den Punkt:
„Wir sind seit über 170 Jahren Profis in der Ausbildung von Fachkräften“.

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Zur Kommentierung freigegeben: Version 3.0 der Nationalen VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression

Die Version 3.0 der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare
Depression steht ab sofort bis zum 19. Mai 2022 zur öffentlichen
Konsultation bereit. Fachkreise und Interessierte sind eingeladen, die
Leitlinie kritisch zu begutachten und zu kommentieren.

Depressionen zählen weltweit zu den wichtigsten Volkskrankheiten. In
Deutschland tritt bei etwa jedem achten Erwachsenen im Laufe des Lebens
eine depressive Episode auf. Bundesweit sind innerhalb eines Jahres rund 6
Millionen Menschen betroffen. Die Krankheit ist für viele Betroffene mit
großem Leidensdruck verbunden, da sie sich auf Wohlbefinden,
Selbstwertgefühl und Lebensqualität auswirkt. Zudem haben Depressionen
auch negative Effekte auf das Entstehen und das Fortschreiten körperlicher
Erkrankungen.

Für Menschen mit Depressionen gibt es wirksame Behandlungen und eine
Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten. Eine Herausforderung stellt
jedoch die Koordination der hausärztlichen, psychiatrischen und
psychotherapeutischen Versorgung mit psychosozialen und anderen
unterstützenden Maßnahmen sowie mit Leistungen zur Rehabilitation und
Teilhabe dar. Auch die Kommunikation beim Übergang zwischen ambulanter und
stationärer Versorgung ist häufig nicht optimal, so dass es zu
Versorgungslücken kommt. Die sozialrechtliche Segmentierung führt außerdem
dazu, dass Betroffenen und Versorgenden die zur Verfügung stehenden
Leistungen und Angebote teilweise nicht bekannt und die Zugangswege sowie
Kostenträger unklar sind. Daher legt die Version 3.0 der NVL Unipolare
Depression einen Schwerpunkt auf die Darstellung des Versorgungssystems
und auf Empfehlungen zur besseren Koordination aller Leistungen bei der
Versorgung von Menschen mit Depressionen.

Neben dem Schnittstellenmanagement wurden auch die Inhalte zur Diagnostik
und Therapie depressiver Störungen geprüft und aktualisiert. Die Struktur
der Leitlinie wurde grundlegend überarbeitet und orientiert sich nun an
den Behandlungs- bzw. Erkrankungsphasen sowie dem Schweregrad der
Depression. Neu hinzugekommen sind unter anderem Inhalte zu Internet- und
mobilbasierten Empfehlungen sowie zu komplexen Versorgungsformen wie z. B.
Disease-Management-Programmen. Erstellt nach den methodischen Vorgaben der
evidenzbasierten Medizin, beruhen die Empfehlungen auf systematischen
recherchierten und qualitativ geprüften Studien, kombiniert mit der
klinischen Expertise des multidisziplinären Expertengremiums sowie der
Sicht von Betroffenen, die durch Patientenvertreter eingebracht wurde.

Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien steht unter der
Trägerschaft von Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und
der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften. Mit der Durchführung wurde das Ärztliche Zentrum für
Qualität in der Medizin beauftragt. Zu ausgewählten Krankheitsbildern
arbeiten Expertinnen und Experten verschiedener Organisationen zusammen,
um im Rahmen der strukturierten Versorgung chronisch kranker Menschen die
angemessene und evidenzbasierte Patientenversorgung darzustellen.

Interessierte und Expert*innen können die Konsultationsfassung der
Leitlinie kostenfrei herunterladen und bis zum 19. Mai 2022 kommentieren
sowie Änderungen und Ergänzungen vorschlagen (per E-Mail an:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>). Bitte nutzen Sie für Ihre Rückmeldung ausschließlich den
Kommentierungsbogen.

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