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Wirtschaft

Projekte für Pop-up-Campus von Zukunft Bau gesucht

Hinter dem Pop-up-Campus steckt die Idee, Lösungswege für einen besseren Umgang mit Ressourcen im Bauwesen aufzuzeigen.  BBSR/Vagedes & Schmid
Hinter dem Pop-up-Campus steckt die Idee, Lösungswege für einen besseren Umgang mit Ressourcen im Bauwesen aufzuzeigen. BBSR/Vagedes & Schmid

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ruft
Hochschulen dazu auf, Projektideen für den Pop-up-Campus des
Innovationsprogramms Zukunft Bau einzureichen.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ruft
Hochschulen dazu auf, Projektideen für den Pop-up-Campus des
Innovationsprogramms Zukunft Bau einzureichen. Für etwa drei Monate wird
ab Sommer 2022 in einem derzeit leerstehenden Gebäudeensemble in der
Aachener Innenstadt ein Experimentierraum für das Bauen der Zukunft
entstehen. Gesucht werden Projekte, die dazu beitragen, den Gebäudebestand
zu nutzen und zu verbessern, um Materialknappheit entgegenzuwirken,
Bauweisen zirkulär auszurichten und Bauabfälle sowie Emissionen zu
vermeiden. Der Pop-up-Campus steht entsprechend unter dem Motto „Save
Material – Save the Planet“.

Der Projektaufruf richtet sich vor allem an Nachwuchswissenschaftlerinnen
und -wissenschaftler. Für die Förderung der auf dem Campus gezeigten
Projekte stehen 350.000 Euro zur Verfügung. Die Summe soll sich auf etwa
20 Einzelprojekte aufteilen. Gesucht wird ein breites Spektrum an
Modellen, Experimenten, Präsentations- und Veranstaltungsformaten.

Interessierte können den Förderaufruf und die Antragsunterlagen unter
<www.zukunftbau.de/programme/pop-up-campus> abrufen.

Unter https://pop-up-campus.de entsteht sukzessive ein Webportal, das
detaillierte Informationen zum Veranstaltungsort und allen Aktivitäten
rund um den Pop-up-Campus von Zukunft Bau bietet. Für Fragen hat das BBSR
eine Hotline eingerichtet: +49 228 99401-2777.

Kontakt:

Christian Schlag
Stab Direktor und Professor
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)
Deichmanns Aue 31–37
53179 Bonn
Telefon: +49 228 99 401-1484
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

***
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt
für Bauwesen und Raumordnung (BBR) berät als Ressortforschungseinrichtung
die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des
Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.

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Lieferkettengesetzgebung in der EU kann zu wirtschaftlichen Schäden für Unternehmen führen

Nachdem Deutschland im vergangenen Jahr sein
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verabschiedet hat, hat nun auch die
Europäische Kommission ihren Entwurf für eine „Richtlinie über
Nachhaltigkeitspflichten von Unternehmen“ vorgelegt. Doch eine zu strenge
Lieferkettengesetzgebung birgt erhebliche wirtschaftliche Risiken für die
betroffenen Unternehmen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine heute vorgestellte Studie zur ökonomischen
Bewertung eines Lieferkettengesetzes im Auftrag von Gesamtmetall
(Felbermayr, Langhammer, Sandkamp: „Ökonomische Bewertung eines
Lieferkettengesetzes“/https://www.ifw-kiel.de/de/experten/ifw/alexander-
sandkamp/oekonomische-bewertung-eines-lieferkettengesetzes-0/
). Darin
haben sich unter anderen Gabriel Felbermayr vom Österreichischen Institut
für Wirtschaftsforschung Wien (WIFO) und Alexander Sandkamp vom Kiel
Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) mit den möglichen Auswirkungen
einer strengen Gesetzgebung von Sorgfaltspflichten von Unternehmen in
ihrer Lieferkette beschäftigt. Das deutsche
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und ähnliche, noch weitergehende
Initiativen auf EU-Ebene sind nach ihrer Einschätzung als problematisch
einzustufen. Die zentralen Ergebnisse:

•       Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wird für
Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen, insbesondere in ärmeren Ländern mit
schwachen Institutionen, zusätzliche Kosten und Risiken schaffen. Es kann
daher davon ausgegangen werden, dass deutsche Unternehmen die Zahl der
Zulieferer aus diesen Ländern reduzieren oder sich ganz aus diesen Ländern
zurückziehen werden.
•       Reduzieren nun deutsche Unternehmen ihre Geschäftsbeziehungen mit
Drittländern mit besonders problematisch vermuteten Arbeitsverhältnissen,
schwächt dies die entwicklungsfördernde Einbindung dieser Unternehmen in
globale Wertschöpfungsketten, was zu einer Verringerung des Pro-Kopf-
Einkommens in ärmeren Ländern führen kann.
•       Daher sollte eine gute Lieferketten-Gesetzgebung die effektiven
Handelskosten mit ärmeren Ländern nicht erhöhen, um negative Effekte vor
Ort zu vermeiden. Die Studie schlägt daher einen sogenannten
„Negativlistenansatz“ vor, das heißt die Sanktionierung von ausländischen
Unternehmern, die Menschenrechte missachten. Das wäre kostengünstiger und
würde effektiver zur Stärkung der Menschenrechte in Drittländern
beitragen.

Alexander Sandkamp (IfW Kiel): „Eine strenge Regelung zu
Lieferkettensorgfaltspflichten hätte nach der von uns erstellten Studie
nicht nur höhere Bürokratiekosten für die europäischen Unternehmen zur
Folge. Sollten sich diese Unternehmen deshalb auch noch gezwungen sehen,
sich aufgrund von Haftungsrisiken von Zulieferern in ärmeren Ländern zu
trennen, hätte dies auch negative Auswirkungen auf diese Zulieferer,
selbst wenn keine Menschenrechtsverletzungen auftreten. Schlimmstenfalls
führt dies zu einer Verringerung des Pro-Kopf-Einkommens in den
betroffenen Ländern."

Gabriel Felbermayr (WIFO): „Gerade der Vorschlag der EU-Kommission für
eine europäische Lieferketten-Richtlinie wird das Haftungsrisiko für
europäische Unternehmen deutlich erhöhen, beispielsweise aufgrund der
darin verankerten zivilrechtlichen Haftung von Unternehmen für Dritte.
Damit wird das Rückzugsszenario von Unternehmen aus diesen Ländern sehr
real. Zudem würde die globale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen
Unternehmen gegenüber Konkurrenten geschwächt, die aus Ländern ohne
vergleichbare Regulierung kommen.“

Jetzt Studie lesen: Ökonomische Bewertung eines
Lieferkettengesetzes/https://www.ifw-kiel.de/de/experten/ifw/alexander-
sandkamp/oekonomische-bewertung-eines-lieferkettengesetzes-0/

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Die neuen 7 – Eine Branche voller Chancen

Ausbildungsberufe im Hotel- und Gastgewerbe modernisiert

Das traditionsreiche Hotel- und Gastgewerbe hat seine dualen
Ausbildungsberufe aktualisiert. Mit sechs modernisierten und einer neu
geschaffenen Ausbildungsordnung gehen die Hotel-, Gastronomie- und
Küchenberufe in das im August 2022 beginnende neue Ausbildungsjahr.
Differenzierte Berufsprofile und moderne, attraktive Ausbildungsinhalte,
die Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Digitalisierung
aufgreifen, sollen wieder verstärkt das Interesse von jungen Menschen für
eine Karriere in Hotellerie und Gastronomie wecken.

Die sieben überarbeiteten Ausbildungsordnungen hat das Bundesinstitut für
Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien sowie
den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis im
Auftrag der Bundesregierung entwickelt.

Die Restaurantfachleute heißen künftig Fachleute für Restaurants und
Veranstaltungsgastronomie. Die neue Berufsbezeichnung macht deutlich, dass
es sich hier künftig um die Veranstaltungsspezialisten der Branche
handelt.

Die Fachkräfte für Gastronomie, deren Bezeichnung bislang Fachkraft im
Gastgewerbe lautete, sowie die Fachleute für Systemgastronomie
vervollständigen die Gruppe der Gastronomieberufe. Fachkräfte für
Gastronomie bleiben die Allrounder im Gastgewerbe mit einem Schwerpunkt im
Verkauf und der Gästebetreuung. Fachleute für Systemgastronomie
organisieren künftig alle Bereiche eines Restaurants. Sie steuern unter
anderem Arbeitsabläufe und überwachen die Qualität der Produkte und
Prozesse.

Die Hotelfachleute bleiben die Generalisten in Beherbergungsbetrieben und
betreuen Gäste auch weiterhin von der Ankunft bis zur Abreise.

Der Ausbildungsberuf Hotelkaufmann/Hotelkauffrau wird umbenannt in
Kaufmann/Kauffrau für Hotelmanagement. Der Schwerpunkt der Ausbildung
liegt künftig noch stärker im kaufmännischen Bereich und stellt somit eine
Alternative zu praxisorientierten Bachelor-Studiengängen dar.

Für Köche und Köchinnen wird künftig in der Ausbildung eine Vertiefung für
vegetarische und vegane Küche angeboten, womit Trends zu veränderten
Ernährungsgewohnheiten aufgegriffen werden.

Neu geschaffen wird der zweijährige Ausbildungsberuf Fachkraft Küche. Er
richtet sich vor allem an praktisch begabte Jugendliche, die Köche und
Köchinnen künftig bei der Zubereitung von Speisen und Gerichten
unterstützen. Diesen Jugendlichen wird somit ein qualifizierter
Berufsabschluss mit weiteren Anschlussmöglichkeiten eröffnet.

„Die Modernisierung der dualen Ausbildungsberufe in Hotellerie und
Gastronomie kommt genau zur richtigen Zeit, denn die Branche ist vom
Fachkräftemangel und den Auswirkungen der Corona-Pandemie schwer
betroffen“, erklärt BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. „Attraktive und
moderne Berufsausbildungen im Hotel- und Gastgewerbe sind Voraussetzung
für eine erfolgreiche Entwicklung der Branche, denn ohne gut ausgebildete
Fachkräfte können gastgewerbliche Betriebe nicht arbeiten. Die neuen,
attraktiven Berufe stellen Weichen für die Zukunft und bieten jungen
Menschen neue Chancen. Sie können ihre Zukunft durch eine solide
Berufsausbildung sichern und die vielen Perspektiven, die sich ihnen im
Gastgewerbe bieten, nutzen.“

Die neuen Ausbildungsordnungen eröffnen vielfältige Aufstiegs- und
Karrieremöglichkeiten. Je nach Ausbildungsberuf sind zum Beispiel
Fortbildungen zum Hotelmeister/zur Hotelmeisterin, zum
Restaurantmeister/zur Restaurantmeisterin, zum Küchenmeister/zur
Küchenmeisterin, zum Fachwirt/zur Fachwirtin im Gastgewerbe oder zum/zur
Staatlich Geprüften Betriebswirt/-in möglich.

Die sieben modernisierten beziehungsweise neuen Ausbildungsordnungen und
die darauf abgestimmten, von der Kultusministerkonferenz (KMK) für den
schulischen Teil der dualen Ausbildung erarbeiteten Rahmenlehrpläne treten
zum 1. August 2022 in Kraft.

Weitere Informationen unter <www.bibb.de/hogakue>

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Bilanz: Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kommunikation begleitet 12.000 KMU in die Digitalisierung

Digitalisierung voranbringen und dazu Orientierung
geben, konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, wissenschaftliche
Erkenntnisse in den unternehmerischen Alltag bringen und anwendbar machen
- dies waren Ziele, die sich das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum
Kommunikation gesetzt hatte. Ende Februar ist das vom Bundesministerium
für Wirtschaft und Klimaschutz finanzierte Projekt ausgelaufen. Die
Bilanz: Neben 19.000 Beschäftigte aus gut 12.000 Betrieben wurden 4.800
Berater*innen und Multiplikator*innen dabei unterstützt, KMU noch besser
im digitalen Wandel zu begleiten. Sehr viele Hilfestellungen sind zudem
online für alle Interessierten auch weiterhin nutzbar.

Dabei lag der Schwerpunkt der Arbeit des Kompetenzzentrums auf jenen
Veränderungen durch Digitalisierung in KMU, die direkt mit Menschen in
unterschiedlichen Rollen zu tun haben. “Digitaler Wandel wird vor allem
durch die Kund*innen vorangebracht”, erläutert Prof. Dr. Pia Sue Helferich
von der Hochschule Darmstadt. Sowohl im Geschäft zwischen Unternehmen, dem
B2B-Geschäft, als auch im Geschäft mit Endkund*innen gibt es hohe
Erwartungen an digitale Abläufe, argumentiert die Kommunikationsexpertin:
“Die Information zu Produkten und Leistungen beginnt immer häufiger im
Netz und oft wünscht sich die Kundschaft auch digitale Services wie einen
Online-Shop.” Die Pandemie hat diesen Trend beschleunigt. Und auch die
Bedürfnisse der Mitarbeitenden nach digitaler Zusammenarbeit haben sich
rasend verändert. Das Problem vieler KMU: “Sie wissen, dass
Handlungsbedarf besteht, aber sie wissen oft nicht, wo sie wie mit der
Digitalisierung anfangen sollen”, so Helferich.

“Was an den beiden Gruppen der Kund*innen und der Mitarbeiter*innen
sichtbar wird, hat enorme Auswirkungen auf alle Bereiche des
unternehmerischen Tuns”, erläutert Prof. Dr. Thomas Thießen von der
Business School Berlin. Er ist Leiter des Konsortiums. Um die KMU
bestmöglich zu erreichen, hat das Zentrum selbst eine umfangreiche
Website, Newsletter und Social-Media-Kommunikation betrieben. Zugleich hat
es mit vielen Institutionen wie Industrie- und Handelskammern,
Handwerkskammern oder Wirtschaftsverbänden zusammengearbeitet und mit
ihnen etwa 800 Vorträge und Workshops angeboten.

Aufgrund der Pandemie wurden seit zwei Jahren fast alle Veranstaltungen
online angeboten. “Für die Unternehmer*innen war die Schwelle zur
Teilnahme so besonders niedrig, und unsere Angebote wurden sehr intensiv
genutzt”, so Thießen. “Dabei konnten wir auch sehr schnell vielen
Unternehmen helfen, die plötzlich Mitarbeitende ins Homeoffice oder an den
Küchentisch schicken mussten”, betont Holger Schneider vom dritten
Partner, dem Forschungsinstitut für Telekommunikation und Kooperation in
Dortmund. Entsprechend gab es unter anderem Angebote zu Führung in der
digitalen Transformation, zur virtuellen Zusammenarbeit, aber auch zu
Geschäftsmodellentwicklung oder digitalem Marketing. 36 Unternehmen wurden
beispielhaft auch über eine längere Zeit unterstützt, so zum Beispiel ein
Restaurant aus Südhessen, das virtuelle Whisky-Proben angeboten und
digital vermarktet hat oder ein Unternehmensnetzwerk, mit dem virtuelle
Messeformate entwickelt wurden. “Die einzelnen Schritte und die
entstandenen Lösungen sind auf unserer Website dokumentiert und können
damit auch für andere Unternehmen anregend sein”, erläutert Thießen.

Durch die öffentliche Finanzierung waren alle Angebote für die KMU
anbieterneutral und kostenfrei - so wie auch die Leistung anderer
Kompetenzzentren der Initiative Mittelstand-Digital. Das Mittelstand-
Digital Netzwerk bietet umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung.
Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von konkreten Praxisbeispielen
und passgenauen Angeboten zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ermöglicht diese Angebote
und stellt finanzielle Zuschüsse bereit. An die Arbeit des
Kompetenzzentrums Kommunikation wird in Kürze ein neues Projekt anknüpfen.
In dem vorgesehenen Digitalzentrum geht es darum, KMU in den beiden großen
Transformationen, der Digitalisierung und jener zu Nachhaltigkeit, zu
unterstützen. Die Arbeit des bisherigen Kompetenzzentrums Kommunikation
bleibt natürlich zugänglich: Entstanden sind mehrere hundert Fachartikel,
Anleitungen, Selbstlerneinheiten und Checklisten, die auf dieser Website
zu finden sind: https://www.kompetenzzentrum-kommunikation.de

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