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Mikroplastik im Waldboden: Forschung am Krappenberg

Prof. Dr. Matthias Noll und Doktorandin Alexandra Unglaube von der HS Coburg haben die Probenentnahme im Frühjahr getestet. Jetzt werden die echten Proben gesammelt. Um diese nicht zu verfälschen, wird auf Kunststoff an Kleidung und Werkzeug verzichtet.  Quelle: Dr. Eva-Maria Wittmann  Copyright: Hochschule Coburg
Prof. Dr. Matthias Noll und Doktorandin Alexandra Unglaube von der HS Coburg haben die Probenentnahme im Frühjahr getestet. Jetzt werden die echten Proben gesammelt. Um diese nicht zu verfälschen, wird auf Kunststoff an Kleidung und Werkzeug verzichtet. Quelle: Dr. Eva-Maria Wittmann Copyright: Hochschule Coburg
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Forschende der Hochschule Coburg und der Hochschule für Forstwirtschaft
Rottenburg untersuchen den Waldboden entlang der Mountainbike-Trails am
Krappenberg bei Lichtenfels in Oberfranken. Sie wollen herausfinden, ob
sich dort Mikroplastik ansammelt und welche Folgen das für Böden und
Waldökosysteme hat.

Gelangt Mikroplastik auch in den Waldboden – und welche Folgen hat das für
Bodenorganismen und die Gesundheit des Waldes? Dieser Frage geht die
Hochschule Coburg gemeinsam mit der Hochschule für Forstwirtschaft
Rottenburg im Forschungsprojekt „Forest Health & Plastics (Forest HP)“
nach. Während die Auswirkungen von Mikroplastik auf Meere und Flüsse
inzwischen intensiv erforscht sind, gibt es über Kunststoffe in Waldböden
bislang nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse. Besonders wenig ist
darüber bekannt, wie sich Mikroplastik auf die mikrobiellen
Lebensgemeinschaften im Boden auswirkt. Dabei erfüllen Waldböden wichtige
Funktionen: Sie speichern Wasser, filtern Schadstoffe und bilden eine
wesentliche Grundlage für die Grundwasserneubildung.
In den kommenden zwei Wochen entnimmt das Forschungsteam erstmals
Bodenproben auf den Mountainbike-Trails am Krappenberg bei Lichtenfels.
Ausgewählt wurde der Krappenberg, da die Trails seit ihrem Bau 2021 unter
Mountainbikern überregional bekannt sind und der Ort ein repräsentativer
Standort für stark besuchte Waldgebiete in Nordbayern ist.
Der Krappenberg gehört zu insgesamt 42 Untersuchungsflächen in Bayern,
Baden-Württemberg und Thüringen. An jedem Standort werden zehn Bodenproben
entnommen und anschließend im Labor analysiert. Ziel ist es, Art, Menge
und Herkunft von Kunststoffen im Waldboden zu bestimmen und deren
Auswirkungen auf Bodenstruktur, Mikroorganismen und die ökologische
Funktion des Waldes zu untersuchen. Damit es nicht zu einer Kontamination
der Proben kommt, wird bei der Entnahme der Proben komplett auf Kunststoff
verzichtet. Das bedeutet, es sind Überzüge für die Schuhsohlen,
kunststofffreies Werkzeug und ein Weidenkorb statt einer Plastikbox für
den Transport der genommenen Proben im Einsatz.
„Wir machen es dem Waschbär nach und gehen dahin, wo der Müll liegt“,
erklärt Prof. Dr. Matthias Noll von der Hochschule Coburg, Verbundleiter
des Projekts. „Statt den gesamten Wald gleichmäßig zu beproben,
konzentrieren wir uns auf sogenannte Hotspots, an denen mit einer erhöhten
Kunststoffbelastung zu rechnen ist.“
Zu diesen Hotspots zählen unter anderem stark genutzte Erholungsflächen
wie Mountainbike-Trails, aber auch Touristenattraktionen, forstliche
Rückegassen sowie Straßenränder im Wald. Um die Ergebnisse einordnen zu
können, untersucht das Forschungsteam zusätzlich wenig frequentierte
Waldflächen als Vergleichsstandorte.
Neben der Menge und Art der Kunststoffe untersuchen die Forschenden
deshalb auch bodenphysikalische und bodenchemische Eigenschaften, die
Zusammensetzung der Mikroorganismen im Boden sowie die Mikroorganismen auf
Makroplastik. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Auswirkungen von
Kunststoffeinträgen auf Waldökosysteme besser zu verstehen und
Handlungsempfehlungen für Waldbesitzende, Behörden und die Forstpraxis zu
entwickeln.
Das Verbundprojekt Forest Health & Plastics läuft seit Oktober 2025 und
endet im September 2028. Es wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen
Bundestages im Förderprogramm „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ durch
das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat gefördert.
Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).