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Douglasie im Waldumbau - Was ein 135 Jahre alter Versuchsbestand zeigt

Teilnehmende der Exkursion vor einer mächtigen Douglasie: v. l. n. r. Leonhard Steinacker (LWF), Konrad Gebhard (LWF), Hermann Stocker (BaySF), Dr. Peter Pröbstle (LWF), Martin Pohl (BaySF), Markus Riebler (AELF Augsburg) und Marie Neufanger (LWF).  Quelle: D.Gerstmair/LWF
Teilnehmende der Exkursion vor einer mächtigen Douglasie: v. l. n. r. Leonhard Steinacker (LWF), Konrad Gebhard (LWF), Hermann Stocker (BaySF), Dr. Peter Pröbstle (LWF), Martin Pohl (BaySF), Markus Riebler (AELF Augsburg) und Marie Neufanger (LWF). Quelle: D.Gerstmair/LWF
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Wie leistungsfähig ist die Douglasie im Klimawandel? Und welche Rolle kann
sie im Waldumbau spielen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich
Forstexperten auf einer Exkursion in Mittelschwaben. Der Präsident der
Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) machte sich
persönlich ein Bild vor Ort. Mit dabei war das Amt für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF) sowie der Forstbetrieb
Zusmarshausen der Bayerischen Staatsforsten (BaySF).

Im Mittelpunkt stand ein rund 135 Jahre alter Versuchsbestand. Er zählt zu
den ältesten bekannten Douglasien-Mischbeständen in Bayern. Die Douglasie
(Pseudotsuga menziesii) stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Bayern
wird zwar seit etwa 1880 angebaut nimmt aber nur ca. 1 % der gesamten
Waldfläche ein. Sie wächst schnell, liefert wertvolles und vielseitig
verwendbares Holz und gilt als vergleichsweise trockenheitstolerant.

Leistungsfähig, aber kein Selbstläufer
Die Ergebnisse zeigen: Die Douglasie kann auf geeigneten Standorten hohe
Zuwächse erreichen und dabei heimische Baumarten im Höhen- und
Dickenwachstum deutlich übertreffen. Der besuchte Fichten-Douglasie-
Buchen-Mischbestand weist höhere Vorräte auf als ein vergleichbarer
Fichtenreinbestand. Gleichzeitig zeigt die Versuchsfläche: Die Douglasie
braucht besonders in der Jugend ausreichend Licht. Auf der Fläche wird sie
stark durch die natürliche Buchenverjüngung überwachsen. Die Douglasie
verhält sich nicht invasiv, sondern muss waldbaulich gesteuert werden.

„Die Douglasie kann ein wichtiger Baustein im Waldumbau sein – aber sie
ist kein Wunderbaum“, betont LWF-Präsident Dr. Peter Pröbstle.
„Entscheidend ist, dass wir ihre Stärken nutzen und zugleich die Risiken
durch Mischung begrenzen.“

Für die Praxis heißt das: Die Douglasie sollte nicht flächig oder als
Reinbestand angebaut werden. Sinnvoll ist ihre Beteiligung als
Beimischung. So kann sie ihre hohe Wuchsleistung einbringen, ohne dass
neue einseitige Risiken entstehen. Zwar gilt die Douglasie als
trockenheitstolerant, doch auch bei ihr gehen in trockenen Jahren die
Zuwächse zurück. Die Jahrringbreiten der Versuchsfläche zeigen, wie stark
Trockenjahre das Wachstum beeinflussen.

„In der Jugend braucht die Douglasie Licht und Pflege – wenn sie gut
etabliert ist, kann sie eine beachtliche Leistung bringen. Für uns bleibt
sie aber immer Teil eines gemischten Waldes mit mindestens vier
Baumarten.“, so das Fazit des stellvertretenden BaySF Forstbetriebsleiters
Hermann Stocker.

Forschung und Beratung ziehen an einem Strang
Die Versuchsfläche Krumbach 861 und das bayernweite Netz forstlicher
Versuchsflächen werden wissenschaftlich von der LWF betreut. Die
Ergebnisse fließen in Waldbauempfehlungen, in die Beratung der
Waldbesitzenden sowie in die Aus- und Fortbildung des forstlichen
Nachwuchses ein.

„In der Beratung der privaten Waldbesitzer empfehlen wir die Douglasie
nicht flächig, sondern gezielt in Mischung mit anderen Baumarten – Wer
streut rutscht nicht“, erklärt Markus Riebler, Bereichsleiter am AELF
Augsburg.

Gemeinsam zeigen Forschung, Praxiserfahrungen im Staatwald und die
forstliche Beratung der Forstämter: Die Wälder der Zukunft werden
vielfältiger sein müssen. In sinnvoller Mischung mit heimischen Baumarten
kann die Douglasie hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

Waldforschung braucht langen Atem: Die Versuchsfläche Krumbach 861 ist
Teil des „Forstlich-Ertragskundlichen Versuchswesens in Bayern“ welches
vor über 150 Jahren gegründet wurde. Heute umfasst es 157
Versuchsstandorte mit rund 1.400 Versuchsparzellen in ganz Bayern.
Aufgrund der langen Messreihen können Waldforscherinnen und Waldforscher
aktuelle Wachstumstrends auswerten und Prognosen zu künftigen
Entwicklungen ableiten.