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Das Mietshaus in der Wohnungsfrage

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Architekturstudent*innen zeigen neue Lösungen für Berlins Wohnungsnot /
Ausstellung vom 19. Februar bis 5. März 2026 im Tuntenhaus

Die Berliner Wohnungsfrage bleibt ungelöst: steigende Mieten, schwindender
sozial gebundener Wohnraum und ein politischer Fokus auf Neubau prägen
weiterhin die Debatte. Gleichzeitig wird ein zentraler Teil der Stadt
bislang kaum als Lösung diskutiert – das Berliner Mietshaus der
Gründerzeit.

Genau hier setzt die Ausstellung „Das Mietshaus in der
Wohnungsfrage“ an. Vom 19. Februar bis 5. März 2026 zeigt das Fachgebiet
Architektur der Transformation der Technischen Universität Berlin im
Tuntenhaus Entwürfe von 58 Student*innen, die neue Strategien für mehr
Wohnraum im Bestand entwickeln.

Wohnraum vorhanden, aber kaum genutzt
Rund ein Viertel aller Berliner Wohnungen entstand vor 1918. Dennoch
tauchen diese Gebäude in aktuellen wohnungspolitischen Strategien selten
als aktive Ressource auf. Gleichzeitig bleibt sogenannter „unsichtbarer
Leerstand“, etwa durch Spekulation, Lock in Effekte oder auslaufende
Sozialbindungen, statistisch schwer fassbar. Die Konzentration auf Neubau
allein greift deshalb zu kurz, sozial wie ökologisch.

Konkrete Vorschläge aus Forschung und Lehre
Im Wintersemester 2025/26 untersuchten Bachelor- und Masterstudierende der
TU Berlin, wie sich bestehende Mietshausstrukturen transformieren lassen.
In Kooperation mit Expert*innen aus Architektur, Ökonomie, Energieplanung
und Stadtforschung entwickelten sie konkrete im Entwurfsstudio Strategien
und Werkzeuge zur Aktivierung bislang ungenutzter Wohnraumpotenziale.

Die Projekte zeigen exemplarisch:
•       dass in vielen Gründerzeitbauten durch intelligente Umorganisation
doppelt so viele Menschen wohnen könnten, ohne zusätzliche Flächen zu
versiegeln,
•       dass kleinere private Wohneinheiten mit erweiterten
gemeinschaftlichen Räumen neue Formen sozial gemischten Wohnens
ermöglichen,
•       dass suffiziente Umbaupraktiken – also Teilen von Raum,
Infrastruktur, Energie und Ressourcen – einen wichtigen Beitrag zu
klimaverträglicher Stadtentwicklung leisten können.
Die Projekte reichen von minimalinvasiven Umbauten bis zu langfristigen
Entwicklungsszenarien bis 2075. Das Berliner Mietshaus wird dabei als
Modellraum für eine neue, ressourcenschonende Wohnkultur verstanden.

Ausstellung als öffentlicher Debattenort
Für zwei Wochen verlegt das Entwurfsstudio seinen Arbeitsort ins
Tuntenhaus und schafft dort einen offenen Denk  und Diskursraum.
Besucher*innen können Projekte diskutieren, mit Student*innen ins Gespräch
kommen und individuelle Wohnraumberatung erhalten. Die Ausstellung
versteht sich ausdrücklich als Beitrag zur aktuellen wohnungspolitischen
Debatte in Berlin.

Vernissage mit wohnungspolitischer Diskussion
Zur Vernissage am 19. Februar 2026 um 19 Uhr findet eine öffentliche
Diskussionsrunde zur Zukunft des Berliner Wohnens statt. Erwartet werden
Dr. Ersin Nas (wohnungspolitischer Sprecher der CDU, tbc), Florian Schmidt
(Bezirksstadtrat Friedrichshain-Kreuzberg, tbc), David Robotham
(Soziologe, Selbstbau e.G.), Theresa Keilhacker (ehem. Präsidentin der
Berliner Architektenkammer und Architektin Urban Design Architektur),
Philipp Strohm (Geschäftsführer GSE gGmbH), Hausbewohner*innen und
Student*innen der TU Berlin.

Ausstellung im Überblick
Zeitraum: 19. Februar – 5. März 2026
Öffnungszeiten: Donnerstag–Samstag 15–19 Uhr, Sonntag 14–18 Uhr
Ort: Tuntenhaus, Kastanienallee 86, 10435 Berlin
Vernissage: 19. Februar 2026, 19 Uhr
Finissage: 5. März 2026, 19 Uhr

Projektverantwortliche TU Berlin
Architektonische Konzeption:
Prof. Nanni Grau, Maria Hudl, Marie Reichmann – Fachgebiet Architektur der
Transformation
Ökonomische Konzeption:
Prof. Dr. Kristin Wellner, Dr. Paul van der Kuil – Fachgebiet Planungs-
und Bauökonomie / Immobilienwirtschaft
Energetische Konzeption:
Prof. Dr. Angèle Tersluisen, Elisa Stamm – Fachgebiet Architektur,
Gebäudetechnik und -systeme mit FG HRI, Julia Carolin Lange
Begleitseminar Wohnen – Hausen – Residieren:
Prof. Dr. Ursula Quatember – Fachgebiet Bau- und Stadtbaugeschichte