m Jahr 2024 schätzen 64,2 % der Erwachsenen ihre allgemeine Gesundheit als sehr gut oder gut ein, bei altersstandardisierter Betrachtung ging dieser Anteil um mehr als drei Prozentpunkte seit 2023 zurück. Zudem wiesen 21,9 % der Erwachsenen in Deutschland eine depressive Symptomatik auf. 53.7 % der Erwachsenen gaben eine chronische Krankheit oder ein lang andauerndes Gesundheitsproblem an, in der niedrigeren Bildungsgruppe war der Anteil sogar höher.
Dirigent Riccardo Chailly mit dem Lucerne Festival Orchestra Foto Priska Ketterer Lucerne Festival
Überragend die italienische Solistin Beatrice Rana am Piano Foto Priska Ketterer
Der Konzertsaal des KKL Luzern
Beatrice Rana Solistin am Piano Foto Lucerne Festival
Besetzung und Programm: Lucerne Festival Orchestra Riccardo Chailly Dirigent Beatrice Rana Solistin am Klavier Sergej Rachmaninow (1873–1943) Der Fels op. 7 Rhapsodie über ein Thema von Paganini op. 43 Sinfonie Nr. 1 d-Moll op. 13
Sergej RachmaninowDer Felsop. 7
Dramatische Klanglandschaften
Mit „Der Fels“ op. 7 präsentiert sich der junge Sergej Rachmaninow bereits als Meister der orchestralen Farbgebung. In der Interpretation durch das Lucerne Festival Orchestraunter der Leitung von Riccardo Chaillywird diese sinfonische Dichtung zu einem eindrucksvollen Erlebnis. Die düstere, von russischer Romantik geprägte Atmosphäre des Werks entfaltet sich von Beginn an mit satter Klangfülle, ohne an Transparenz zu verlieren. Chailly lässt das Naturbild lebendig werden – stürmisch, geheimnisvoll, voller innerer Spannung.
Fein abgestimmte Dynamik
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Das Lucerne Festival Orchestra überzeugt mit makellosem Zusammenspiel und bemerkenswerter Klangkultur. Chailly modelliert die dynamischen Kontraste mit sicherer Hand: vom bedrohlich schwelenden Beginn bis zum orchestralen Aufbäumen gegen Ende. Dabei gelingt ihm der Spagat zwischen dramatischer Geste und kammermusikalischer Feinzeichnung. Besonders die Holzbläser verleihen der Partitur eine geheimnisvolle Tiefe, während die Streicher Rachmaninows typische Wehmut voll auskosten.
Ein früher Rachmaninow in voller Blüte
Obwohl ein Jugendwerk, zeigt „Der Fels“ bereits viele typische Elemente des späteren Rachmaninow: lyrische Melodiebögen, spätromantische Harmonik, emotionale Dichte. Der Dirgent betont diese Qualitäten, ohne das Werk zu überhöhen. Seine Interpretation bleibt narrativ und klar geführt, mit Gespür für innere Entwicklung und musikalischen Spannungsaufbau. Das Orchester setzt diese Linie mit technischer Brillanz und stilistischer Feinheit um.
Poetisch, kraftvoll, visionär
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Diese Darbietung von „Der Fels“ beeindruckt durch musikalische Reife und interpretatorische Tiefe. Chailly und sein Orchester lassen die sinfonische Dichtung nicht nur wie ein Naturbild, sondern wie ein Seelenbild erscheinen – eindringlich, dramatisch und poetisch zugleich. Ein eindrucksvolles Porträt des jungen Rachmaninow.
Sergej RachmaninowRhapsodie über ein Thema von Paganiniop. 43
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
In der Interpretation von Sergej Rachmaninows „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ op. 43vereinen sich pianistisches Feuer und orchestrale Feinzeichnung zu einem mitreißenden Klangereignis. Die junge italienische Pianistin Beatrice Rana brilliert mit technischer Brillanz, gepaart mit tiefem musikalischem Ausdruck. Unter der Leitung vonRiccardo Chailly entfaltet das Lucerne Festival Orchestraeine klangliche Vielfalt, die Rachmaninows vielschichtiges Werk in all seinen Facetten leuchten lässt.
Beatrice Rana: Glanz und Tiefe
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Rana gestaltet die 24 Variationen mit stilistischer Klarheit und interpretatorischer Reife. Ihre Anschlagskultur reicht von glitzernder Virtuosität bis zu lyrischer Innigkeit, besonders eindrucksvoll im berühmten 18. Variationsthema, das sie mit warmem Ton und emotionaler Tiefe spielt, ohne in Sentimentalität zu verfallen. Dabei bleibt sie stets im Dialog mit dem Orchester – nie solistisch abgehoben, sondern als Teil eines musikalischen Ganzen.
Ein Orchester auf Augenhöhe
DasLucerne Festival Orchestra agiert auf gewohnt höchstem Niveau: präzise, farbenreich und mit großer stilistischer Bandbreite. Chailly formt jede Variation mit dramaturgischem Gespür, hält Spannung und Fluss mühelos aufrecht. Die Balance zwischen Solistin und Ensemble ist ideal austariert – besonders in den rhythmisch pointierten Variationen entsteht ein lebendiger, fast kammermusikalischer Austausch.
Rachmaninow voller Leben und Charakter
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Eine Rachmaninow-Interpretation voller Leben, Eleganz und Tiefe. Beatrice Rana überzeugt als expressive Erzählerin, Chailly und das Lucerne Festival Orchestra als sensibler wie kraftvoller Partner. Gemeinsam machen sie die „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ zu einem Erlebnis, das weit über virtuose Brillanz hinausgeht – hin zu echter musikalischer Erzählkunst. Dies sah auch das Publikum so und feierte Solistin, Dirigent und Orchester mit stürmischem, langanhaltendem Applaus, klatschte so Solistin und Dirigent etliche Male auf die Bühne zurück, zu einer Standing Ovation reichte es nicht ganz.
Sergej RachmaninowSinfonie Nr. 1 d-Moll op. 13
Ein Werk der Jugend mit tragischer Tiefe
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Sergej Rachmaninows Sinfonie Nr. 1 d-Moll gilt als frühes, leidenschaftliches Werk eines Komponisten, der noch auf der Suche nach seiner musikalischen Identität war – und doch bereits Großes ankündigte. In der Interpretation durch das Lucerne Festival Orchestra unter Riccardo Chailly erhält diese lange unterschätzte Sinfonie eine packende, dramatisch ausgeleuchtete Lesart. Chailly lässt die düsteren Farben und harschen Kontraste der Partitur klar hervortreten, ohne sie zu überzeichnen.
Dramatik und Klarheit im ersten Satz
Der Kopfsatz wird mit klarem dramaturgischen Gespür aufgebaut. Die rhythmisch markante Einleitung entwickelt sich in stetig wachsender Spannung – Chailly hält das Orchester dabei unter Kontrolle und verhindert jegliches Pathos. Das Lucerne Festival Orchestra überzeugt mit klanglicher Präzision, dynamischer Bandbreite und plastischer Artikulation. Die dunkle Grundstimmung bleibt stets spürbar, ohne zu erdrücken.
Feinsinn und Melancholie im Larghetto
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Im zweiten Satz bringt das Orchester eine tief emotionale Klanglichkeitzum Ausdruck. Die melancholischen Melodien werden von den Streichern getragen, fein ausbalanciert durch die Holzbläser. Hier zeigt sich Rachmaninows Fähigkeit, orchestrale Dichte mit melodischer Innigkeit zu verbinden. Chailly lässt dem Fluss Raum, ohne Tempo oder Spannung zu verlieren. Die Interpretation wirkt reflektiert, doch nie distanziert.
Rhythmischer Biss und orchestrale Wucht
Der dritte Satz, ein Scherzo mit fast tänzerischem Einschlag, erhält unter Chaillys Leitung eine rasante, aber kontrollierte Energie. Die rhythmische Prägnanz ist beeindruckend, die orchestralen Farbwechsel werden scharf konturiert herausgearbeitet. Das Lucerne Festival Orchestra zeigt hier seine ganze Flexibilität – mal ungestüm, mal geheimnisvoll, stets auf den Punkt.
Finale: Zwischen Aufbäumen und Verlöschen
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Der letzte Satz wird zum emotionalen Höhepunkt: Dramatik, Klangfülle und Tragik vereinen sich zu einem packenden Finale, in dem Rachmaninow das grosse Besteck auspackt, Chailly keine Effekte scheut, aber die musikalische Linie nie aus den Augen verliert. Das tragische Verlöschen am Ende wirkt nicht inszeniert, sondern wie ein zwingender Schlusspunkt.
Eine Wiederentdeckung mit Nachhall
Beatrice Rana Konzertfoto von Priska Ketterer Lucerne Festival
Mit dieser Interpretation gelingt Riccardo Chailly und dem Lucerne Festival Orchestra eine glänzende Wiederentdeckung von Rachmaninows erster Sinfonie – vielschichtig, dramatisch und mit emotionaler Tiefe. Eine Aufführung, die zeigt, wie kraftvoll und modern dieses Jugendwerk klingen kann. Ein Werk, das wie auch der „Fels“, erstaunlicherweise zum ersten Mal anlässlich des Lucerne Festivals erklang.
Das begeisterte Auditorium feierte die Ausführenden mit einer stehenden, langanhaltenden Ovation.
Kolumnistentreffen Bürgenstock Foto von Max Thürig
Innenansicht der Taverne 1879 auf dem Bürgenberg
Die illustre Runde geniesst Speis, Trank und Aussicht
Bürgenstock Resort Eine 150-jährige Erfolgsgeschichte
Es gibt sie, die Orte, die schon beim Ankommen eine gewisse Haltung einfordern – so zum Beispiel die Taverne auf dem Bürgenstock (NW) – kann man doch hier durchatmen und den Blick über See und Berge schweifen lassen!
So geschehen am 17. August, als wir KolumnistInnen der https://innerschweizonline.ch/ und der https://www.bochumer-zeitung.com/ uns auf Einladung von Léonard Wüst an dieser Stätte zum Gedankenaustausch trafen, im Wissen, dass gute Gespräche sich am besten mit kulinarischen Höhenflügen paaren lassen!
Bei bestem Wetter fanden wir uns an einem jener Tische wieder, die mehr bieten als nur Sitzgelegenheiten: Sie schaffen den Rahmen für offene Worte, spannende Gedanken, feine Pointen. Das Menü, sorgfältig zusammengestellt von Gastronom Herbert Huber, bot uns einen Einblick in die feine, raffinierte und doch bodenständige Nidwaldner-Küche, die eine gehörige Prise Heimatgefühl auf die Teller zaubern konnte.
Die Taverne 1879 – ein charmantes, geschichtsträchtiges Bergrestaurant
Organisator Herber Huber links hatte im Voraus gut rekognosziert
Dieses Lokal liegt im Herzen des Bürgenstock Resorts – einem historischen Ferienparadies, dessen Entwicklung mit dem Bau des Grand Hotels 1873 begann. Die Gründer Franz Josef Bucher und Josef Durrer eröffneten zahlreiche Hotels, eine Bergbahn (1888), die Kapelle (1892), und weitere Infrastrukturen, die den Ort berühmt machten. Ursprünglich hieß das Gebäude „Helvetia“ oder „Kreuz“, bevor es seinen heutigen Namen erhielt – eine direkte Verknüpfung mit dem Eröffnungsjahr 1879.
Zwischen 2011 und 2013 wurde die Taverne umfassend umgebaut. Die ursprüngliche historische Bausubstanz blieb dabei erhalten und unterstreicht den alpinen Charakter. Das Gebäude befindet sich in direkter Nachbarschaft zur berühmten Kapelle, in der Audrey Hepburn 1954 Mel Ferrer geheiratet hat und unweit der Villa Daniel, die Sophia Loren und Carlo Ponti ab 1957 während 12 Jahren bewohnten.
Blick vom Bütrgenstock über den Vierwaldstättersee 1
Mit der Wiedereröffnung am 17. April 2025 unter Küchenchef Axel Kirchner (Gault-Millau-dekorierter Koch) und Corporate Culinary Director Mike Wehrle wurde dem wunderschönen Lokal wieder neues Leben eingehaucht mit dem Ziel einer bodenständigen, volksnahen Schweizer Küche mit Fokus auf Nidwaldner Spezialitäten! Zum Beispiel fanden hausgemachte Älplermagronen, gratinierte Rösti, Nidwaldner Kalbsgeschnetzeltes, Forellenfilets „Müllerin“ und Klassiker wie Ghackets mit Hörnli den Weg auf die Speisekarte. Der Einbezug lokaler Lieferanten unterstreicht die Authentizität des Hauses (zum Beispiel Käse aus Obbürgen, Trockenfleisch aus Wolfenschiessen, Forellen aus Ennetmoos usw.)
Die Verwöhntour…
Prosecco SymbolblidDsas geräuchte Forellenfilet aus Ennetmoos die raffinierte Vorspeise (2)
Nach einem prickelnden Glas Prosecco zum Aperitif servierte uns die Küche ein sanft geräuchertes Forellenfilet aus Ennetmoos auf einem Gurken-Kartoffelsalätchen, verfeinert mit einem Gurken-Dillschaum.
Nidwaldner Kalbsgeschnetzeltes mit Rösti
Zum Hauptgang verwöhnte uns die Küchencrew mit einem phantastischen originalen Nidwaldner Geschnetzelten. Das von Hand geschnittene Kalbsfleisch – in einer Rahmsauce mit Apfelkugeln, Nüssen, und Champignons, parfümiert mit Träsch(!) – überzeugte vollends. Dazu wurde eine goldbraune knusprige Rösti gereicht.
Auch die vegane Variante war absolute Spitzenklasse: Zur Vorspeise gab es auf Wunsch eine Miniportion eines Salates garniert mit im Haus selbst gedörrten Tomaten. Der Hauptgang war eine raffinierte Form des Nidwaldner Geschnetzelten mit pfiffiger Sojasauce
Humagne Rouge von Jean-René Germanier
Mit einem Humagne Rouge vom Jean-René Germanier, Balavaud Vétroz gereichte unser Essen zu einem echten kulinarischen Überflieger!
Abgerundet wurde alles mit einem leckeren, aufgeschlagenen Eiskaffee, verfeinert mit wenig Kirsch, wobei vielleicht anzumerken ist, dass der Weg des Eau-de-vie von der Flasche in den Nachtisch wohl schwierig zu finden war…
Kolumnistentreffen Bürgenstock Foto von Max Thürig
Dem ganzen Team unter der Leitung von Daria Lutz gehört für den sehr aufmerksamen Service ein herzliches Dankeschön! Bevor wir uns alle wieder auf den Heimweg machten, durfte natürlich der Gang zum herrlichen Aussichtspunkt nicht fehlen: Hier erwartete uns die traumhafte Landschaft des Vierwaldstättersees, die uns immer wieder begeistern kann.Es war einer dieser Nachmittage, an denen Arbeit und Vergnügen ihre Grenzen verlieren. Ob KolumnistIn oder Redaktionsverantwortlicher: alle waren wir diesmal mehr als Beobachter! Wir waren Teil einer lebendigen Runde, die den Eindruck erweckte, dass nicht nur der Ausblick in die Bergwelt, sondern auch der Austausch uns allen ein Stück Weitsicht schenkte: Zu verdanken haben wir das Léonard Wüst, der uns als Dank für die Zusammenarbeit eingeladen hat und uns so einen unvergesslichen Tag bescherte.Ergänzend von der Redaktion: Schon im Oktober 2021 haben wir über eine Aktivität in der Lakeview Bar & Cigar Loungedes Bürgenstock Resorts berichtet https://innerschweizonline.ch/a-classical-affair-31-10-2021-buergenstock-lakeview-bar-cigar-lounge-buergenstock-besucht-von-leonard-wuest-2/
In der quirligen Stadt Valencia an einer Tapas-Bar. Ein kunterbunt von Gästen. Laufend wurde die Bartheke frisch mit Tapas bestückt. Man bediente sich nach Lust und Laune. Abgerechnet wurde mit farbigen Zettelchen, welche jeweils den Tapas (günstig, mittlerer Preis oder exquisiter) zugeordnet wurden. Superidee, fanden wir.