Unsichtbare Brüche im Arbeitsmarkt - Neu an der UDE: Hannah Illing

Geht es der deutschen Wirtschaft gut, spüren das nicht alle. Wie
Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt entsteht, untersucht Prof. Dr. Hannah
Illing. Sie hat die Juniorprofessur für ‚Volkswirtschaftslehre,
insbesondere regionale Ungleichheit‘ an der Mercator School of Management
der Universität Duisburg-Essen angenommen.
„Mich interessiert, wie Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt entstehen und
wo die Ursachen liegen. Häufig entstehen sie im Zuge wirtschaftlicher
Schocks“, sagt Jun.-Prof. Dr. Hannah Illing. Verlieren Arbeitnehmer:innen
in solchen Situationen ihren Arbeitsplatz, sind die individuellen Kosten
hoch. „Nach einer Massenentlassung müssen Betroffene mit erheblichen
Einkommensverlusten rechnen, die mehrere Jahre andauern.“ Zahlreiche
Studien belegen das.
An der Universität Duisburg-Essen (UDE) wird Hannah Illing einen
vergleichenden Blick auf die Arbeitsmärkte in Europa richten.
„Arbeitsmärkte werden in vielen Untersuchungen meist getrennt nach Ziel-
und Herkunftsland betrachtet. Bezieht man jedoch beide Perspektiven ein,
ergibt sich ein vollständigeres Bild“, so die Volkswirtschaftlerin „Wie
ich in der tschechisch-deutschen Grenzregion herausgefunden habe, bedeutet
die Emigration ausländischer Arbeitskräfte für das Herkunftsland zwar
einen Wissensverlust“, erklärt Illing Im Zielland – in diesem Fall
Deutschland – müssen einheimische Beschäftigte unter günstigen
wirtschaftlichen Bedingungen jedoch keine Verdrängung befürchten. Im
Gegenteil: Sie können sogar von positiven Produktionseffekten profitieren.
Des Weiteren analysiert die 33-jährige Ökonomin, was es mit dem
geschlechtsspezifischen Lohngefälle auf sich hat und wer bzw. was darüber
entscheidet, ob Frau oder Mann eingestellt wird.
Hannah Illing studierte VWL an den Universitäten Bamberg und Passau
(2010-2017). Nach einer mit höchstem Lob bestandenen Promotion (2021)
forschte sie seitdem als Postdoc an der Universität Bonn, als Fellow am
Institute of Labor Economics (IZA) und als Associate am Institut für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg. Gastaufenthalte führten sie
nach Tschechien ans Center for Economic Research and Graduate Education –
Economics Institute (2016) sowie in die USA an die Boston University
(2019) und die University of California, Berkeley (2024). Ihre Forschung
wurde mehrfach durch Drittmittel und Stipendien gefördert.
