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UMSICHT-Wissenschaftspreis 2026: Wissenschaft und Journalismus machen Nachhaltigkeit greifbar

UMSICHT-Wissenschaftspreis 2026  Copyright: Fraunhofer UMSICHT/Ilka Drnovsek
UMSICHT-Wissenschaftspreis 2026 Copyright: Fraunhofer UMSICHT/Ilka Drnovsek
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Im Mittelpunkt des diesjährigen UMSICHT-Wissenschaftspreises stand einmal
mehr die Frage, wie Forschung und Medien dazu beitragen können, komplexe
Nachhaltigkeitsthemen verständlich zu machen und gesellschaftlichen Wandel
zu begleiten. Ausgezeichnet wurden Miriam Garufo, Klaus Bachmann und Dr.
André Olean-Oliveira – für ihre Arbeiten zu grüner Elektronik auf
Pilzbasis, Potenzialen der Mechanochemie und neuen Wegen zur dezentralen
Herstellung von Wasserstoffperoxid. Herzlichen Glückwunsch!



Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung verlangen nicht nur neue
wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Lösungen, sondern auch
politische Orientierung und eine Berichterstattung, die komplexe
Zusammenhänge verständlich macht. Denn Akzeptanz für Innovationen entsteht
vor allem dann, wenn Menschen nachvollziehen können, worum es geht und
welche Chancen damit verbunden sind. Genau hier setzt der UMSICHT-
Wissenschaftspreis an: Seit 2010 zeichnet der Förderverein des Fraunhofer-
Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT Menschen
aus, die Forschung zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit entweder
wissenschaftlich herausragend veröffentlichen oder für eine breite
Öffentlichkeit differenziert und anschaulich aufbereiten. Damit leisten
die Preisträgerinnen und Preisträger einen wichtigen Beitrag zum Dialog
zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Die Preise in den drei Kategorien
Wissenschaft, Journalismus Print/Online und Journalismus Audio/Video sind
mit jeweils 2500 Euro dotiert.

Schon das Programm der Preisverleihung am 8. Juli ließ einen
abwechslungsreichen und interessanten Nachmittag bei Fraunhofer UMSICHT in
Oberhausen erwarten – eine Erwartung, die sich voll und ganz erfüllte.
Oberhausens Bürgermeister Werner Nakot hieß die zahlreichen Gäste
willkommen und hob die Bedeutung des Forschungsstandorts für die Stadt
hervor. Auch Prof. Andrea Kienle, Abteilungsleiterin Forschung im
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen,
richtete ein Grußwort an das Publikum, bevor Prof. Stefan Gärtner das Wort
übernahm. In seinem Vortrag spannte der geschäftsführende Direktor des
Instituts für Arbeit und Technik den Bogen zwischen Wissenschaft,
Stadtgesellschaft und Verwaltung. Er zeigte auf, wie sie gemeinsam
Transformation und Demokratie mitgestalten können. Es folgte der
eigentliche Höhepunkt, die Verleihung des UMSICHT-Wissenschaftspreises.
Schirmherr Prof. Dietrich Grönemeyer würdigte die drei Preisträger*innen
und ihre herausragenden Arbeiten.

Kategorie Journalismus Print/Online: Klaus Bachmann

Der freie Wissenschaftsjournalist Klaus Bachmann wurde für seinen im P.M.
Magazin veröffentlichten Artikel »Eine neue Chemie« mit dem UMSICHT-
Wissenschaftspreis 2026 in der Kategorie Journalismus Print/Online
ausgezeichnet. In dem Beitrag lenkt der Preisträger die Aufmerksamkeit auf
die wenig bekannte Mechanochemie. Chemische Reaktionen werden dabei nicht
in Lösung und bei hohen Temperaturen durchgeführt, sondern durch
mechanische Energie angestoßen – u. a. durch Mahlen, Druck oder Reibung.
So lassen sich Energie sparen und die Umweltbelastung reduzieren, etwa
weil auf toxische Lösungsmittel verzichtet werden kann und weniger Abfälle
entstehen. Im Rahmen seiner Recherchen hat Klaus Bachmann mit
verschiedenen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Industrie,
Hochschulen und Forschungseinrichtungen gesprochen. Er ist sicher: »Die
Mechanochemie liefert wichtige Impulse für eine nachhaltige und grüne
Chemie.« Beispiele aus der Ammoniaksynthese, der Herstellung von
Arzneimitteln sowie dem Batterie- und Kunststoffrecycling verdeutlichen
das Potenzial. Bis zum breiten industriellen Einsatz bedarf es jedoch noch
weiterer Forschungsarbeit, Prozessoptimierung und entsprechender
Investitionen.

Kategorie Journalismus Audio/Video: Miriam Garufo

Miriam Garufo arbeitet für verschiedene Formate des Bayerischen Rundfunks
und wurde für den Podcast »Grüne Elektronik aus Pilzen – Super-Material
der Zukunft?«, erschienen in der Sendung  »IQ – Wissenschaft und
Forschung« (ARD Sounds), ausgezeichnet. Sie stellt darin die Frage, wie
Pilze und pilzbasierte Materialien dazu beitragen können, Elektroschrott
zu verringern und elektronische Bauteile nachhaltiger zu gestalten.
Vorgestellt werden unter anderem flexible Leiterplatten aus Myzel, also
dem fadenförmigen Geflecht, das den eigentlichen Pilzkörper bildet.
Darüber hinaus thematisiert sie pilzbasierte mikrobielle Brennstoffzellen,
in denen Stoffwechselprozesse von Pilzen zur Stromerzeugung genutzt
werden, und erste Ansätze für biologische Speicherelemente. Anschaulich
und wissenschaftlich fundiert beleuchtet Miriam Garufo gemeinsam mit
verschiedenen Gesprächspartnern das noch junge Forschungsfeld der
Myceliotronic: »Der Beitrag zeigt, wie aus einer zunächst ungewöhnlich
klingenden Idee ein ernst zu nehmendes Forschungsfeld wird – mit großem
Potenzial.«

Kategorie Wissenschaft: Dr. André Olean-Oliveira

Für seine Publikation »Electrochemical Insights into Hydrogen Peroxide
Generation on Carbon Electrodes: Influence of Defects, Oxygen Functional
Groups, and Alkali Metals in the Electrolyte« in der Fachzeitschrift ACS
Catalysis wurde Dr. André Olean-Oliveira in der Kategorie Wissenschaft
ausgezeichnet. Er forscht als Postdoktorand am Max-Planck-Institut für
Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr und beschäftigt sich
mit Wasserstoffperoxid. Das ist vielen als Desinfektions- oder
Bleichmittel bekannt, wird aber zum Beispiel auch in der Umwelttechnik zur
Abwasserbehandlung verwendet. Bislang wird Wasserstoffperoxid meist über
das sogenannte Anthrachinon-Verfahren gewonnen – ein energieintensiver,
mehrstufiger Prozess in großen zentralen Anlagen. André Olean-Oliveira
untersucht, wie sich die Verbindung mit Hilfe von Strom gezielter und
nachhaltiger herstellen lässt. Dafür betrachtet er Elektroden aus
Kohlenstoff und die Flüssigkeit, in der die Reaktionen ablaufen. »Es zeigt
sich, dass schon kleinste Veränderungen an der Kohlenstoffoberfläche, etwa
winzige Fehlstellen oder bestimmte Sauerstoffgruppen, einen großen
Einfluss auf den Prozess haben«, erklärt André Olean-Oliveira. Die
Forschungsergebnisse liefern wichtige Hinweise auf dem Weg hin zu einer
dezentralen, effizienteren und ressourcenschonenden Herstellung von
Wasserstoffperoxid.

Austausch und Einblicke in die Forschung

Im Anschluss an die Preisverleihung hatten die Gäste Gelegenheit, über die
prämierten Arbeiten ins Gespräch zu kommen und den Preisträger*innen
persönlich zu gratulieren. Darüber hinaus gab es bei einer Führung durch
das Technikum von Fraunhofer UMSICHT interessante Einblicke in aktuelle
Forschungsprojekte und technische Entwicklungen am Institut.

Ausblick auf den UMSICHT-Wissenschaftspreis 2027

Im Dezember beginnt die Bewerbungsphase für den UMSICHT-Wissenschaftspreis
2027. Neben Wissenschaftler*innen und Journalist*innen richtet sich der
Preis im kommenden Jahr erstmals auch an engagierte Schüler*innen. Sie
erarbeiten im Team ein wissenschaftliches Schulprojekt und setzen die
Ergebnisse in einer Social-Media-Kampagne um – etwa in Form von Reels,
Stories, Feed-Posts oder Calls to Action. Schulen, Lehrkräfte und
Schüler*innen, die sich dafür interessieren, können sich ab sofort per
E-Mail an wissenschaftspreis@umsicht-foerderverein.de wenden; die
Bewerbungsunterlagen werden dann zugesendet. Für Schulprojekte läuft die
Bewerbungsfrist bis zum 15. Oktober 2027.

UMSICHT-Förderverein

Der »Verein zur Förderung der Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik e.
V. (UMSICHT-Förderverein)« hat sich die Pflege der angewandten Forschung
auf dem Gebiet der Umwelt-, Verfahrens- und Energietechnik zur Aufgabe
gemacht.

Wissenschaftsforum Ruhr e. V.

Das »Wissenschaftsforum Ruhr e. V.« versteht sich als Arbeitsgemeinschaft
der Forschungsinstitute im Ruhrgebiet. Es bildet ein Netzwerk, das die
Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen in der Region fördert und diese
nach außen vertritt.

Partner des UMSICHT-Wissenschaftspreises

AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH | Braun Fluidservice
GmbH | Business Partner Club e. V. | ML Powertech GmbH | Energieversorgung
Oberhausen AG (evo) | Oberhausener Wirtschafts- und Tourismusförderung
GmbH | Sparkasse Oberhausen